Poren verkleinern

Große Poren trotz guter Pflege? Darauf kommt es bei deiner Haut an

Du stehst morgens vor dem Spiegel und plötzlich fallen sie dir wieder auf. Die Poren auf deiner Nase wirken größer als sonst, auf den Wangen ist die Hautstruktur deutlicher zu sehen und unter Make-up scheint das Ganze manchmal sogar noch stärker aufzufallen. Also doch ein „Pore Minimizing“-Serum kaufen?

Bevor du dein Badezimmer um das nächste Produkt erweiterst, gibt es eine wichtige Sache zu wissen: Poren gehören zu deiner Haut und lassen sich nicht einfach dauerhaft wegcremen oder „schließen“. Wie deutlich sie sichtbar sind, kannst du mit der richtigen Hautpflege aber durchaus beeinflussen.

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Warum wirken manche Poren größer als andere?

Wie sichtbar deine Poren sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem deine genetische Veranlagung, die Talgproduktion und die Beschaffenheit deiner Haut. Auch mit zunehmendem Alter können Poren auffälliger erscheinen, wenn die Haut an Festigkeit und Elastizität verliert. UV-bedingte Hautschäden können diesen Effekt zusätzlich begünstigen.

Wenn du also schon seit deiner Jugend deutlich sichtbare Poren hast, bedeutet das nicht, dass du deine Haut falsch gepflegt hast. Ein Teil davon ist schlicht Veranlagung.

GUT ZU WISSEN:
Kannst du Poren wirklich verkleinern?
Ihre anatomische Größe lässt sich mit Kosmetik nicht beliebig verändern. Mit einer passenden Hautpflege kannst du aber beeinflussen, wie auffällig sie erscheinen. Das ist ein wesentlich realistischeres Beauty-Ziel als vollkommen „porenlose“ Haut.


Reinige deine Haut gründlich, aber sanft

Wenn sich Talg und abgestorbene Hautzellen im Bereich der Poren ansammeln, können diese stärker auffallen. Das bedeutet allerdings nicht, dass du deine Haut kräftig schrubben solltest.

Die American Academy of Dermatology empfiehlt eine sanfte Reinigung. Starkes Reiben und aggressive Pflege können die Haut reizen und Poren dadurch sogar auffälliger erscheinen lassen.

Für deinen Alltag bedeutet das: Verwende einen milden Reiniger, massiere ihn vorsichtig mit den Fingerspitzen ein und wasche dein Gesicht mit lauwarmem Wasser. Deine Haut muss sich danach nicht „quietschsauber“ anfühlen.


Bei verstopften Poren kann Salicylsäure interessant sein

Wenn du neben sichtbaren Poren auch zu fettiger Haut oder Mitessern neigst, kann Salicylsäure ein sinnvoller Wirkstoff sein.

Salicylsäure kann dabei helfen, abgestorbene Hautzellen zu lösen und verstopfte Poren zu reduzieren. Die AAD nennt salicylsäurehaltige Produkte deshalb ausdrücklich als eine mögliche Option bei sichtbaren Poren. Allerdings kann der Wirkstoff die Haut bei manchen Menschen austrocknen oder reizen.

Du musst also nicht morgens und abends mehrere Säureprodukte übereinanderschichten. Starte lieber vorsichtig und beobachte, wie deine Haut reagiert.


Retinol kann auch bei sichtbaren Poren interessant sein

Retinol wird meistens mit Anti-Aging verbunden. Der Wirkstoff kann aber auch interessant sein, wenn fettige Haut, leichte Akne oder nachlassende Hautfestigkeit dazu beitragen, dass deine Poren deutlicher erscheinen.

Die AAD nennt Retinol in diesen Fällen als mögliche Option. Allerdings können Retinol und andere Retinoide besonders zu Beginn Trockenheit und Hautreizungen verursachen.

Wenn du bereits Säuren verwendest und zusätzlich Retinol ausprobieren möchtest, führe nicht gleichzeitig mehrere neue Wirkstoffe ein. So kannst du viel besser beurteilen, was deine Haut tatsächlich verträgt.

Wichtig: Während einer Schwangerschaft solltest du Retinoide nicht verwenden. Wenn du schwanger bist oder eine Schwangerschaft planst, besprich deine Hautpflege und mögliche Aknebehandlungen am besten mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.


Sonnenschutz gehört auch bei Poren zur Routine

Sonnenschutz klingt vielleicht nicht nach dem spektakulärsten Poren-Trick. Langfristig ist er aber wesentlich sinnvoller als viele vermeintliche Wundermittel.

UV-Strahlung trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei. Verliert deine Haut an Festigkeit, können Poren stärker auffallen. Die AAD empfiehlt deshalb auch bei sichtbaren Poren täglich einen Breitband-Sonnenschutz mit mindestens SPF 30.

Wenn du also nur einen zusätzlichen Schritt konsequent in deine Morgenroutine integrieren möchtest, ist Sonnenschutz eine gute Wahl.

DEIN TIPP:
Fotografiere deine Haut bei natürlichem Tageslicht, bevor du deine Pflegeroutine veränderst. Bleib anschließend einige Wochen bei einer überschaubaren Routine und mach unter ähnlichen Lichtbedingungen ein neues Foto. So kannst du Veränderungen realistischer beurteilen, statt deine Haut jeden Morgen aus zehn Zentimetern Entfernung im Vergrößerungsspiegel zu analysieren.


Lass deine Mitesser möglichst in Ruhe

Es ist verlockend. Du entdeckst einen dunklen Punkt auf deiner Nase und schon drücken zwei Finger daran herum.

Drück Mitesser möglichst nicht selbst aus. Durch das Quetschen kann Material tiefer in die Haut gedrückt werden, Entzündungen können sich verstärken und das Risiko für Infektionen oder Narben kann steigen.

Wenn du viele Mitesser oder zusätzlich entzündliche Hautveränderungen hast, ist eine dermatologische Beratung sinnvoller als regelmäßiges Ausdrücken vor dem Badezimmerspiegel.


Und was ist mit kaltem Wasser und heißem Dampf?

Der Mythos hält sich hartnäckig: Heißes Wasser „öffnet“ die Poren, kaltes Wasser „schließt“ sie anschließend wieder.

So funktionieren Poren nicht.

Kaltes Wasser kann sich angenehm anfühlen, lässt deine Poren aber nicht dauerhaft verschwinden. Sehr heißes Wasser kann deine Haut dagegen reizen. Für die tägliche Gesichtsreinigung ist lauwarmes Wasser die bessere Wahl.

Und vielleicht ist das der Beauty-Tipp, den wir zwischen Filtern und makellosen Social-Media-Gesichtern viel zu selten hören: Du brauchst keine porenlose Haut.

Haut hat Struktur. Das ist normal. Eine gute Pflegeroutine muss dein Gesicht deshalb nicht möglichst glatt aussehen lassen, sondern sollte zu deinem Hauttyp passen, gut verträglich sein und deine Haut gesund halten.


Quellen und weiterführende Informationen

American Academy of Dermatology, What can treat large facial pores?
American Academy of Dermatology, Pregnancy and skin care
American Academy of Dermatology, Acne and the risk of scarring
DermNet, Enlarged pores


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle dermatologische Beratung oder Behandlung.