Liwia Tokoda

Leidenschaftliche Journalistin ✨ Chefredakteurin eines Frauenmagazins 📝 TV-Redakteurin bei Deutschlands Top-Sendern 📺 Überglückliche Mama ❤️

THE WALKING DAD: Manuel Hasni schafft Raum für moderne Väter

Es ist kein typischer Vormittag in Hamburg. Es regnet nicht, wie man es hier erwarten würde. Statt grauem Himmel scheint die Sonne über den Straßen von Winterhude. Dann hört man das dumpfe Rollen von Rädern auf dem Asphalt. Kurz darauf taucht Manuel Hasni auf. Eine Hand am Kinderwagen, ein leichtes Lächeln. Irgendwo zwischen Vorfreude und spürbarer Nervosität wirkt es, als wüsste er längst, dass heute etwas Größeres passiert.

Doch er bleibt nicht lange allein. Aus Seitenstraßen, Parks und Querwegen stoßen plötzlich weitere Männer dazu. Einer mit Baby in der Trage, der nächste mit Kleinkindern an der Hand. Innerhalb kürzester Zeit bildet sich eine unaufhaltsame Einsatztruppe. Ausgerüstet mit Hightech-Babywagen, taktisch platzierten Tragetüchern und einer gemeinsamen Mission.

Mehr als 40 Väter mit ihren Kindern setzen sich gemeinsam in Marsch. Was eben noch wie ein Spaziergang aussah, entwickelt eine beeindruckende Energie. Sie füllen die Hamburger Straßen, ziehen alle Blicke auf sich. Übersehen kann man sie nicht. Doch dies ist kein Filmset. Und auch kein Marvel-Moment. Es ist Manuel Hasni und sein Projekt THE WALKING DAD.

Gemeinsam unterwegs: Über 40 Väter mit ihren Kindern setzen in Hamburg ein sichtbares Zeichen für moderne Vaterschaft. 
(Bild: Manuel Hasni)

Neue Väter. Neue Rollen. Neue Verbindungen

Der Country Manager und vierfache Vater organisiert Treffen, bei denen sich Männer mit ihren Kindern zu gemeinsamen Spaziergängen verabreden, um sich untereinander zu vernetzen. Was für viele Frauen auf dem Spielplatz oder in Krabbelgruppen ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, findet unter Männern bisher kaum statt. Dabei hat sich das Bild der Vaterschaft längst gewandelt. Die heutige Generation will im Alltag ihrer Kinder präsent sein und Verantwortung übernehmen, doch oft fehlt der Anschluss zu Gleichgesinnten. Wir haben mit Manuel Hasni darüber gesprochen, wie aus einem einfachen Impuls eine Gemeinschaft wurde und warum moderne Väter heute nicht mehr nur versorgen, sondern vor allem emotional präsent sein wollen.


Vom Spaziergang zur Bewegung

Healthy Lady: Manuel, wie bist du auf diese grandiose Idee gekommen THE WALKING DAD ins Leben zu rufen? Was hat dich bewegt, diesen Schritt zu gehen?

Manuel Hasni: Ganz ehrlich, es war keine große Business-Idee oder ein strategischer Masterplan. Es war eher ein Gefühl. Ich habe irgendwann gemerkt, dass vielen Vätern echte Verbindung fehlt. Ich habe online immer wieder Running Clubs oder Community-Formate gesehen und dachte mir, eigentlich müsste es etwas geben, das ruhiger, echter und nahbarer ist.

Außerdem habe ich mich schon länger gefragt, was neben AI in Zukunft wirklich Wert haben wird. Menschliche Begegnungen. Empathie. Nähe. Und gleichzeitig habe ich gemerkt, wie schnell man als Vater einfach nur noch funktioniert. Arbeit, Familie, Alltag, Termine. Man liebt seine Familie über alles, aber oft dreht sich alles nur noch darum, irgendwie alles organisiert zu bekommen.

Dann habe ich einfach diesen ersten Walk organisiert. Eine Woche vorher angekündigt, parallel lief sogar noch der Hamburger Marathon. Trotzdem standen plötzlich 40 Väter mit ihren Kindern da. In dem Moment habe ich schnell gemerkt, dass das Thema größer ist als nur ein Spaziergang. Eigentlich wollte ich einfach nicht mehr alleine spazieren gehen. Und plötzlich entsteht daraus etwas, in dem sich viele Männer wiederfinden.


Healthy Lady: Schon nach wenigen Stunden nach dem Start ist dein Instagram für The Walking Dad explodiert. Hast du mit dem riesigen Interesse gerechnet? Was fühlst du, wenn so viele Väter Teil dieser Bewegung sein wollen?

Manuel Hasni: Dass da was schlummert, habe ich schon gespürt, aber dass es solche Ausmaße annimmt, damit habe ich nicht gerechnet. Ich glaube, genau deshalb war es auch so ehrlich. Ich habe das nicht gestartet, um Reichweite aufzubauen oder etwas zu verkaufen. Ich wollte einfach etwas schaffen, das sich echt anfühlt. Ich habe eigentlich schon immer auf mein Gefühl gehört. Und wenn ich heute sehe, wie viele Männer sich darin wiederfinden, macht mich das sehr dankbar. Gleichzeitig zeigt es auch, wie groß das Bedürfnis nach Verbindung eigentlich ist.


Wenn Vaterschaft persönlich wird

Healthy Lady: Gab es etwas, das dir persönlich als Vater gefehlt hat? Etwas, von dem du gemerkt hast, dass viele Männer darüber kaum sprechen, obwohl es sie genauso beschäftigt?

Manuel Hasni: Ich glaube vor allem Räume, in denen Männer einfach mal sein können, ohne etwas darstellen zu müssen. Ich habe oft das Gefühl gehabt, dass Männer sich zwar sehen, aber selten wirklich begegnen. Viele treffen sich beim Sport, im Job oder im Alltag, aber echte Gespräche entstehen dabei oft eher zufällig. Und genau so ein Raum hat mir gefehlt. Ohne großes Konzept dahinter. Einfach ehrlich, entspannt und nahbar. Und das Verrückte ist, sobald Männer anfangen zu reden, merkt man schnell, dass am Ende irgendwie alle ähnliche Themen haben.

Auf Spielplätzen habe ich das schon oft erlebt. Erst redet man über Schlaf oder Kita, und zehn Minuten später sagt einer irgendwas und plötzlich denken alle: „Witzig, eigentlich leben wir doch alle gerade dasselbe Leben.“ Genau daraus ist THE WALKING DAD entstanden.

Was mit einer Idee begann, steht heute hinter ihm: (links) Manuel Hasni mit Vätern und ihren Kindern beim THE WALKING DAD
(Bild: Manuel Hasni)

Healthy Lady: Du bist vor kurzem zum vierten Mal Papa geworden. Was hat die Gründung von THE WALKING DAD in deinem eigenen Familienleben verändert?

Manuel Hasni: Es hat mich noch bewusster gemacht. Ich glaube, moderne Vaterschaft bedeutet heute viel mehr als nur „versorgen“. Es geht um Präsenz. Um emotionale Nähe. Um echte Zeit. Um Vorbildfunktion.

Durch THE WALKING DAD spreche ich viel intensiver mit anderen Vätern und merke immer wieder, dass wir oft mit denselben Themen kämpfen. Und abseits der Walks sprechen mich Frauen und Männer an, dass sie davon mitbekommen haben und es schön finden, was für ein Wandel gerade stattfindet.

Eine Frau, der ich an der Alster begegnet bin, sagte: „Mein Mann hätte sich THE WALKING DAD schon vor 30 Jahren gewünscht.“


Warum viele Männer nie darüber sprechen

Healthy Lady: Viele Männer sprechen nicht offen über Überforderung, Schlafmangel oder emotionale Belastung. Warum glaubst du, fällt Vätern das oft noch schwer?

Manuel Hasni: Weil es einfach kaum Räume dafür gibt. Und wenn es sie gibt, sind diese für viele Männer oft zu verbindlich und „offiziell“. Viele Männer sehen sich zwar im Alltag, aber oft nur oberflächlich. Und gleichzeitig verändert sich die Rolle des Mannes gerade komplett.

Früher war vieles klar verteilt. Heute definieren sich Männer und Väter neu. Beruf, Familie, Partnerschaft, Präsenz, Verantwortung. Viele versuchen irgendwie, ihren eigenen Weg darin zu finden. Und trotzdem gibt es kaum einfache Orte, wo man mal ehrlich miteinander reden kann. Bei THE WALKING DAD reicht im Grunde ein einziger Schritt. Kein Verein. Keine Warteliste. Kein Mitgliedsantrag. Du kommst einfach vorbei und bist direkt Teil davon.

„Kinder erinnern sich später nicht daran, wie beschäftigt du warst. Sie erinnern sich daran, ob du wirklich da warst.“


Healthy Lady: Glaubst du, dass sich das Bild von Vaterschaft in Deutschland gerade grundlegend verändert?

Manuel Hasni: Ja, definitiv. Ich glaube, Männer und Väter definieren sich gerade komplett neu. Früher war die Vaterrolle oft klarer über Arbeit und Versorgung definiert. Heute wollen viele Männer präsent sein. Emotional näher an ihren Kindern. Wirklich Teil des Familienlebens.

Und ich finde das grundsätzlich etwas sehr Schönes. Gleichzeitig gibt es dafür aber kaum moderne Vorbilder oder Räume. Deshalb glaube ich, dass genau solche Begegnungen heute wichtig sind. Wir leben gerade diese Transformation. Jetzt, in diesem Moment.


Väter von heute brauchen Verbindung

Healthy Lady: Was passiert bei euren Spaziergängen wirklich? Worüber sprechen Väter, wenn sie unter sich sind und die Kinder dabei haben?

Manuel Hasni: Das Spannende ist, es geht selten nur um Kinder. Natürlich spricht man über Schlaf, Alltag oder Erziehung. Aber oft merkt man ziemlich schnell, dass alle irgendwie ähnliche Themen haben. Der eine erzählt von schlaflosen Nächten, der andere von Kita-Chaos, der nächste davon, dass er seit Wochen versucht, mal wieder Sport zu machen. Und irgendwann sagt meistens einer: „Eigentlich sind wir alle komplett im selben Film.“ Gleichzeitig entstehen aber auch ganz normale Gespräche über Dinge, die die Leute persönlich interessieren.

Ich habe mich zum Beispiel mit jemandem über Reisen mit Kind ausgetauscht und darüber, welche Orte plötzlich spannend werden, seit man Vater ist. Mit einem anderen ging es um Immobilien und Geschäftsideen. Der hatte so spannende Ansätze und Blickwinkel, auf die ich selbst vorher gar nicht gekommen wäre. Und genau das finde ich so interessant. Die Kinder sind dabei, man läuft nebeneinander, niemand muss performen. Dadurch entstehen Gespräche viel natürlicher.


Healthy Lady: Welche Sorgen, Ängste oder Unsicherheiten hörst du bei Vätern am häufigsten?

Manuel Hasni: Ich glaube, viele Männer haben das Gefühl, ständig allem gerecht werden zu müssen. Familie, Arbeit, Beziehung, Zeit mit den Kindern, irgendwie noch Freunde sehen, vielleicht Sport machen und nebenbei versuchen, selbst nicht komplett unterzugehen. Und oft denkt jeder erst mal, nur bei ihm wäre alles chaotisch. Bis man anfängt zu reden. Dann wird einem schnell klar, dass viele Väter mit denselben Themen kämpfen.

"Nicht Perfektion macht einen guten Vater aus. Sondern echte Nähe."


Healthy Lady: Gab es einen Moment bei einem Walk, der dich besonders berĂĽhrt oder ĂĽberrascht hat?

Manuel Hasni: Mich hat überrascht, wie schnell echte Verbindung entstanden ist. Da war ein Vater dabei, der gerade erst nach Deutschland gezogen und frisch Vater geworden ist und hier komplett neu anfängt. Er ist Profi-Kitesurfer, schon auf der ganzen Welt unterwegs gewesen und meinte, ihm fehlt hier einfach der Anschluss.

Und plötzlich läuft man gemeinsam los, kommt ins Gespräch und merkt richtig, wie groß dieses Bedürfnis nach Austausch eigentlich ist. Es waren auch zwei oder drei Väter da, die in derselben Kita sind, ohne voneinander zu wissen, dass ihre Kinder zusammen in die Kita gehen. Andere kannten sich plötzlich von früher aus derselben Heimat oder hatten gemeinsame Freunde. Und genau das war irgendwie total besonders.

Diese Männer wären im normalen Alltag wahrscheinlich einfach aneinander vorbeigelaufen. Aber dort entsteht plötzlich ein sicherer Raum. Man stellt sich vor, läuft nebeneinander her und nach kurzer Zeit sprechen alle offen miteinander. Und das Schönste für mich war, diese Freude in den Gesichtern zu sehen. Zu merken, wie schnell daraus echte Verbindung entsteht. Das war am Ende eben doch viel mehr als nur ein Spaziergang. Das macht mich unglaublich glücklich.


Zwischen Verantwortung, emotionaler Präsenz und Kritik

Healthy Lady: Welche Rolle spielen Nähe, Präsenz und echte gemeinsame Zeit heute aus deiner Sicht für die Beziehung zwischen Vater und Kind?

Manuel Hasni: Eine riesige Rolle. Kinder erinnern sich später nicht daran, wie beschäftigt du warst. Sie erinnern sich daran, ob du wirklich da warst. Ich glaube, viele Männer unterschätzen, wie wichtig ihre emotionale Präsenz für ihre Kinder ist. Nicht Perfektion macht einen guten Vater aus, sondern echte Nähe.


Healthy Lady: Du hast selbst erwähnt, dass es auch Kritik gibt. Woran stoßen sich manche und wie gehst du damit um?

Manuel Hasni: Sobald Männer öffentlich über Männer oder Vaterschaft sprechen, entstehen schnell Missverständnisse. Manche denken sofort in Schubladen oder fragen sich, ob man damit irgendeine gesellschaftliche Richtung vertreten möchte. Aber darum geht es überhaupt nicht. THE WALKING DAD soll kein Ort gegen irgendwen sein. Es geht um Verbindung, Verantwortung, moderne Vaterschaft und ehrliche Gespräche. Ich glaube, wir brauchen heute mehr ehrliche Räume für Männer. Nicht als Gegenbewegung zu irgendwem, sondern einfach als Ort für echte Verbindung.

„Früher war Vaterschaft oft Versorgung. Heute geht es um Präsenz, Nähe und echte Zeit.“

Es gibt kaum etwas Schöneres als diesen Blick – Väter, die ihre Kinder voller Liebe ansehen. 
(Bild: Manuel Hasni)

Healthy Lady: Wenn du einem frischgebackenen Vater heute einen Rat mitgeben könntest, welcher wäre das?

Manuel Hasni: Liebe deine Kinder. Punkt. Das klingt selbstverständlich, aber ich meine das wirklich so. Keine Zeit mit deinen Kindern ist verschwendete Zeit. Am Ende erinnern sich Kinder nicht daran, wie viele Termine du hattest oder wie beschäftigt du warst. Sie erinnern sich an Nähe. An gemeinsame Momente. An das Gefühl, dass du wirklich da warst. Und gleichzeitig: Versuch nicht, alles perfekt machen zu wollen. Oft hilft es schon, mit anderen Vätern zu sprechen und festzustellen, dass eigentlich alle nur versuchen, ihr Bestes zu geben. Genau das verbindet am Ende.


Healthy Lady: Du bekommst mittlerweile Anfragen aus anderen Ländern. Was glaubst du, wie wird sich THE WALKING DAD weiterentwickeln? Hast du schon einen Plan?

Manuel Hasni: Ich glaube, THE WALKING DAD kann langfristig deutlich größer werden als nur Spaziergänge. Aber mir ist wichtig, dass die Seele davon erhalten bleibt. Ich könnte mir vorstellen: weitere Walks, Talks, Podcasts, Community-Formate, ehrliche Gespräche über moderne Vaterschaft, Beziehung, Verantwortung, Verbindung und die Frage, wie Männer heute eigentlich leben wollen. Aber Schritt für Schritt. Ich glaube, die Menschen merken sehr schnell, ob etwas echt ist oder nur aufgebaut wird. Und genau diese Echtheit soll THE WALKING DAD behalten.


Eine neue Generation von Vätern

Moderne Vaterschaft wird heute neu gelebt. Immer mehr Männer wollen präsent sein, emotional greifbar bleiben und den Alltag ihrer Kinder bewusst mitgestalten. Nähe, gemeinsame Zeit und echte Verbindung werden für viele Väter zu einem neuen Selbstverständnis und genau darin liegt vielleicht einer der größten gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit.

Wenn dein Mann, Bruder oder bester Freund gerade Vater geworden ist oder mitten im Familienalltag steckt und in Hamburg  lebt, dann ist das vielleicht genau der richtige Moment, ihm von dieser Bewegung zu erzählen. Niemand muss als Papa allein seine Runden drehen oder darauf warten, dass zufällige Begegnungen auf dem Spielplatz entstehen. Der nächste Walk findet bereits am Vatertag in St. Pauli statt und könnte für viele der erste Schritt in eine Gemeinschaft sein, die zeigt, wie modern und lebendig Vaterschaft heute aussehen kann.


Zyklusfreundliche Ernährung – 5 Rezepte fĂĽr Hormone, Periode und PMS

An manchen Tagen fĂĽhlst du dich voller Energie, fokussiert und leicht. An anderen kämpfst du plötzlich mit HeiĂźhunger, Wassereinlagerungen, MĂĽdigkeit oder Stimmungsschwankungen. Was viele unterschätzen: Im Laufe eines Zyklus verändert sich nicht nur der Hormonspiegel, sondern oft auch das, was der Körper gerade braucht. Genau hier kann hormonfreundliches Essen eine spannende Rolle spielen. Bestimmte Lebensmittel liefern Ballaststoffe, gesunde Fette, EiweiĂź oder wichtige Mineralstoffe und können den Körper je nach Zyklusphase gezielt unterstĂĽtzen. Sie ersetzen keine medizinische Behandlung, können aber helfen, die Signale des eigenen Körpers bewusster wahrzunehmen und ihn in verschiedenen Phasen bestmöglich zu versorgen.


Ernährung für mehr Balance im Zyklus

Im Grunde ist hormonfreundliche Ernährung nichts Kompliziertes. Dein Zyklus reagiert einfach ziemlich sensibel auf Dinge wie Blutzucker, Stress und ob du deinem Körper genug Energie gibst. Wenn das nicht passt, geraten Hormone wie Östrogen und Progesteron schneller aus dem Gleichgewicht.

Ein stabiler Blutzucker ist dabei entscheidend. Wenn du nur schnelle Kohlenhydrate isst, bekommst du eher Heißhunger, Stimmungsschwankungen und Energie-Crashs. Besser ist es, Mahlzeiten so zu kombinieren, dass sie dich länger satt und stabil halten, zum Beispiel mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten zusammen.

Mindestens genauso wichtig ist, dass du überhaupt genug isst. Zu wenig Essen bedeutet Stress für den Körper, und genau das kann sich direkt auf deinen Zyklus auswirken. Vor allem Eiweiß und Fette sind hier entscheidend, weil sie an vielen hormonellen Prozessen beteiligt sind.

Fette werden oft unterschätzt, sind aber essenziell. Dein Körper braucht sie, um Hormone überhaupt bilden zu können. Gute Quellen wie Nüsse, Avocado, Olivenöl oder fetter Fisch unterstützen dich dabei viel besser als eine dauerhaft fettarme Ernährung.

Auch Mikronährstoffe spielen eine Rolle, gerade rund um den Zyklus. Magnesium kann bei Krämpfen helfen, Eisen ist wichtig wegen des Blutverlusts, Vitamin B6 unterstützt die Stimmung und Omega-3 wirkt entzündungshemmend. Am Ende geht es weniger um Trends oder perfekte Ernährung, sondern darum, deinen Körper regelmäßig und ausreichend zu versorgen. Wenn die Basis stimmt, läuft auch dein Zyklus oft deutlich stabiler.


In der Menstruationsphase braucht der Körper oft Wärme und Nährstoffe

Während der Menstruation verliert der Körper Blut und damit auch Nährstoffe wie Eisen. Viele Frauen fühlen sich in diesen Tagen müder, frieren schneller oder haben einfach weniger Energie als sonst. Genau jetzt können warme, nährstoffreiche Mahlzeiten besonders guttun. Ein cremiges Frühstück aus Haferflocken, Beeren, Nüssen und proteinreichem Skyr ist dafür ideal.

FĂĽr eine Portion gibst du etwa 50 Gramm Haferflocken zusammen mit 200 Millilitern Pflanzenmilch oder normaler Milch in einen kleinen Topf. Dazu kommen eine Prise Zimt und nach Wunsch ein halber Teelöffel Honig fĂĽr etwas natĂĽrliche SĂĽĂźe. Erhitze alles bei mittlerer Temperatur und rĂĽhre regelmäßig um, bis die Haferflocken die FlĂĽssigkeit aufgenommen haben und eine cremige Konsistenz entsteht. Das dauert meist etwa vier bis fĂĽnf Minuten. AnschlieĂźend gibst du das warme Porridge in eine Schale und toppst es mit einer Handvoll Heidelbeerenein bis zwei Esslöffeln Skyrgehackten WalnĂĽssen und etwas zusätzlichem Zimt. Das Ergebnis ist nicht nur wohltuend und sättigend, sondern liefert auch EiweiĂź, Ballaststoffe und gesunde Fette, genau das, was der Körper in dieser Phase gut gebrauchen kann.

Ein cremiges, warmes FrĂĽhstĂĽck aus Haferflocken, Beeren, NĂĽssen und proteinreichem Skyr. (Bild: Healthy Lady)

Mehr Aktivität in der Follikelphase (etwa nach der Periode bis zur Zyklusmitte)

Nach der Periode spĂĽren viele Frauen, dass die Energie langsam zurĂĽckkehrt und sie sich wieder leichter, fokussierter und belastbarer fĂĽhlen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass nach der Menstruation der Ă–strogenspiegel im Körper wieder ansteigt. Ă–strogen wird unter anderem mit Energie, Konzentration und einem stabileren Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Viele Frauen merken in dieser Phase deshalb, dass sie aktiver sind, mehr Lust auf Bewegung haben und sich insgesamt wieder mehr nach frischen, leichten Mahlzeiten fĂĽhlen.

Genau jetzt können nährstoffreiche Gerichte mit viel Frische besonders gut passen. Ein sommerlicher Salat mit Quinoa, knackiger Gurke, cremiger Avocado, fruchtigen Tomaten und frischen Kräutern versorgt den Körper mit pflanzlichem EiweiĂź, Ballaststoffen und gesunden Fetten. FĂĽr eine Portion kochst du etwa 70 Gramm Quinoa nach Packungsanweisung, lässt ihn kurz abkĂĽhlen und vermengst ihn anschlieĂźend mit einer halben gewĂĽrfelten Gurke, einer halben Avocado, einer Tomate und frisch gehackter Petersilie und Minze. Ein Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft und einer kleinen Prise Salz rundet den Salat perfekt ab. Das Ergebnis schmeckt leicht, frisch und passt ideal zu dieser energiegeladenen Zyklusphase.

Ein sommerlicher Salat mit Quinoa, knackiger Gurke, cremiger Avocado, fruchtigen Tomaten und frischen Kräutern. (Bild: Healthy Lady)

Rund um den Eisprung mögen viele Frauen leichte Frische (häufig um die Zyklusmitte)

Rund um den Eisprung verändert sich der Körper erneut spürbar. Der Östrogenspiegel erreicht in dieser Phase häufig seinen Höhepunkt, was sich bei manchen durch mehr Energie, bessere Stimmung, ein stärkeres Selbstbewusstsein oder mehr Lust auf Bewegung bemerkbar machen kann. Oft fühlt sich der Körper jetzt leichter an, der Kopf klarer und auch das Bedürfnis nach frischen, leichten Lebensmitteln nimmt bei einigen zu.

Ein grĂĽner Smoothie mit SpinatKiwi, Gurke, frischer Minze und etwas Zitrone passt genau in diese Phase. FĂĽr ein groĂźes Glas gibst du eine Handvoll frischen Spinat, eine geschälte Kiwi, ein paar Gurkenscheiben, einige Minzblätter, den Saft einer halben Zitrone und etwa 200 Milliliter kaltes Wasser oder Kokoswasser in einen Mixer. Alles fein pĂĽrieren, bis der Smoothie schön cremig ist. Das Ergebnis schmeckt frisch, leicht und versorgt den Körper mit Vitamin C, FlĂĽssigkeit und wertvollen Pflanzenstoffen.


Vor der Periode meldet sich oft der HeiĂźhunger (Zeit vor der Periode)

In dieser Phase sinken Ă–strogen und Progesteron langsam ab, was sich bei manchen durch stärkeren Appetit, HeiĂźhunger auf SĂĽĂźes oder ein größeres Verlangen nach schnellen Kohlenhydraten bemerkbar machen kann. Gleichzeitig berichten einige in diesen Tagen ĂĽber mehr innere Unruhe, MĂĽdigkeit oder das GefĂĽhl, emotional sensibler zu sein. Genau jetzt kann es helfen, dem Körper bewusst nährstoffreiche Snacks zu geben, statt nur zu Zucker zu greifen.

Ein cremiger Snack aus Griechischer Joghurt, Banane, NĂĽssen und etwas dunkler Schokolade kann in dieser Phase genau das Richtige sein. Gib dafĂĽr etwa 150 Gramm griechischen Joghurt in eine Schale, schneide eine halbe Banane in feine Scheiben und gib sie darĂĽber. AnschlieĂźend mit einer kleinen Handvoll WalnĂĽsse oder Mandeln, Vollkorn toppen und zum Schluss ein bis zwei StĂĽcke dunkle Schokolade fein darĂĽber raspeln oder in kleine StĂĽckchen brechen. Das Ergebnis schmeckt wie ein Dessert, liefert gleichzeitig EiweiĂź, gesunde Fette, Magnesium und kann deutlich länger satt halten.

Ein cremiger Snack aus Griechischer Joghurt, Banane, NĂĽssen, Vollkorn und etwas dunkler Schokolade. (Bild: Healthy Lady)

Wenn Wassereinlagerungen und Blähbauch dazukommen

In den Tagen vor der Periode verändert sich der Hormonhaushalt erneut. Besonders Schwankungen von Progesteron können dazu beitragen, dass sich der Körper anders anfĂĽhlt. Manche bemerken HeiĂźhunger, Wassereinlagerungen, ein schwereres KörpergefĂĽhl oder einen aufgeblähten Bauch. Gleichzeitig kann sich auch die Verdauung verlangsamen, was das VöllegefĂĽhl zusätzlich verstärken kann. Genau jetzt können komplexe Kohlenhydrate, EiweiĂź und Mineralstoffe besonders guttun.

FĂĽr eine Portion schneidest du eine kleine bis mittlere SĂĽĂźkartoffel in WĂĽrfel oder Spalten und gibst sie zusammen mit einer Handvoll halbierter Cherrytomaten in eine Auflaufform. Etwas Olivenöl, eine Prise Salz, Pfeffer und nach Wunsch Oregano darĂĽbergeben und alles bei 200 Grad fĂĽr etwa 20 Minuten im Ofen backen. AnschlieĂźend etwa 80 bis 100 Gramm Hirtenkäse darĂĽberbröseln und fĂĽr weitere 8 bis 10 Minuten backen, bis der Käse leicht weich und goldbraun wird. Das Ergebnis ist warm, wĂĽrzig, sättigend und liefert Ballaststoffe, EiweiĂź und wichtige Mineralstoffe – genau das, was dem Körper in dieser Zyklusphase oft besonders guttut.

Denn genauso individuell wie Hormone sind, darf auch Ernährung sein. Nicht jeder Zyklus fühlt sich gleich an, aber viele spüren, dass der Körper in verschiedenen Phasen ganz unterschiedliche Bedürfnisse hat. Genau hinzuhören kann manchmal schon der erste Schritt sein.

Gebackene Süßkartoffel mit Hirtenkäse, Tomaten und frischen Kräutern. Dazu passt ein Klecks Naturjoghurt oder Tzatziki perfekt. (Bild: Healthy Lady)

Es gibt keine perfekte Ernährung für den Zyklus. Aber es gibt eine, die zu dir passt. Je besser du verstehst, was dein Körper gerade braucht, desto einfacher wird es, ihn gezielt zu unterstützen, ohne Druck und ohne Regeln, dafür aber mit einem guten Gefühl.

„Mein System konnte den Druck nicht mehr tragen“ – Wie Klangtherapie Lisa aus dem Zusammenbruch holte

Manchmal fĂĽhlt sich unser Alltag an, als wĂĽrde alles gleichzeitig an uns ziehen. Innere Unruhe, ständiger Druck im Job, das GefĂĽhl, nie wirklich abschalten zu können, selbst dann nicht, wenn wir eigentlich „alles richtig machen“: uns gesund ernähren, Sport treiben, Pausen einplanen. Und doch bleibt diese Erschöpfung, die sich nicht einfach wegschlafen lässt. Immer mehr Menschen suchen deshalb nach neuen Wegen, um wirklich zur Ruhe zu kommen. Neben Yoga, Atemtechniken und Meditation taucht dabei ein Begriff immer häufiger auf: Klangtherapie. Eine Form der Entspannung, die nicht ĂĽber Denken funktioniert, sondern ĂĽber SpĂĽren und Schwingung. Ăśber das, was uns erreicht, noch bevor wir es erklären können.

In einer Sound-Meditation begleiten Instrumente wie Kristallklangschalen, Metallklangschalen, Drums oder Chimes die Teilnehmer auf einer Reise nach innen. Die Klänge breiten sich im Körper aus, ähnlich wie Wellen im Wasser, wenn man einen Stein hineinwirft. Da der menschliche Körper zu einem großen Teil aus Wasser besteht, wandern diese Vibrationen durch den ganzen Körper. Dadurch kommt der Geist zur Ruhe. Das Gedankenkarussell verlangsamt sich und der Körper gelangt in einen Zustand tiefer Entspannung. Viele Menschen erleben genau hier etwas, das im Alltag oft verloren geht. Ein echtes Gefühl von Ankommen bei sich selbst.


Die BrĂĽcke zwischen Schulmedizin und Klang

Eine Frau, die diesen Weg nicht nur gegangen ist, sondern ihn heute aktiv prägt, ist Lisa Schuster. Als Ärztin, Yoga- und Klangtherapeutin verbindet sie in ihrer Arbeit zwei Welten, die lange als Gegensätze galten. Fundierte Schulmedizin trifft auf ganzheitliche Heilung. Schon während ihres Medizinstudiums spürte sie, dass Gesundheit mehr ist als Diagnosen und Therapien und dass der Mensch als Ganzes gesehen werden muss.

Heute arbeitet Lisa mit einem integrativen Ansatz, der medizinisches Fachwissen mit Yoga, Meditation und Akupunktur vereint. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Klangtherapie. Mit ihren AkashaBowls führt sie Menschen in Zustände tiefer Entspannung, in denen viele wieder ein Gefühl von innerer Balance und Regeneration erleben. Die speziell gefertigten Kristallklangschalen aus reinem Quarzglas können durch ihre feinen Schwingungen das Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Als Gründerin des Sound Medicine Institute Germany gibt sie dieses Wissen weltweit in Workshops und Vorträgen weiter. In ihren Räumen in München begleitet sie Menschen dabei, durch Klang wieder einen Zugang zu sich selbst zu finden. Im Gespräch erzählt sie, wie Heilung für sie klingt.

„Irgendwann konnte mein System das nicht mehr tragen – es kam zu einem Zusammenbruch, der mich gezwungen hat, innezuhalten.“


Sound Medicine: Warum Klänge unser Nervensystem erreichen, wo Worte enden

Healthy Lady:
Liebe Lisa, Klangtherapie ist für viele noch etwas völlig Neues. Viele Menschen wissen gar nicht genau, wie Klang auf Körper und Geist wirken kann. Wie würdest du Klangtherapie in eigenen Worten beschreiben? Was macht sie so besonders – und warum hört man gerade jetzt so viel davon, vor allem in den sozialen Medien?

Lisa Schuster:
Ja, das ist eine sehr schöne Frage. Das Besondere an Klangtherapie ist, dass Klänge uns auf ganz vielen Ebenen erreichen – sie gehen durch den Körper hindurch, wirken überall und berühren uns auf eine Weise, die kaum eine andere Methode in dieser Form schafft. Es ist tatsächlich etwas, das einfach funktioniert. Als ich selbst zum ersten Mal damit in Berührung kam, war ich sehr skeptisch. Doch als ich mich darauf eingelassen habe, habe ich gemerkt: Wow, das funktioniert wirklich. Das hat mich so beeindruckt, dass ich angefangen habe, tiefer zu recherchieren – ich habe Studien gelesen, Bücher verschlungen, Kurse besucht. Und dabei wurde mir klar, dass unglaublich viel Wissen und auch Wissenschaft hinter dieser Praxis steckt. Heute bin ich überzeugt: Klangtherapie ist eine der leicht zugänglichen Möglichkeiten, um in tiefe Entspannung zu kommen und dem Nervensystem ein echtes Reset zu schenken. Vielleicht hört man auch gerade deshalb so viel davon – weil immer mehr Menschen merken, wie wertvoll diese Erfahrung gerade in unserer schnelllebigen Zeit sein kann.

In einer Sound-Meditation begleiten die Klänge der Kristallklangschalen die Teilnehmer auf ihrer Reise zurück zu sich selbst. (Foto: Lisa Schuster)

Healthy Lady:
Viele Menschen fragen sich, wie man überhaupt zu einer so ungewöhnlichen Praxis kommt. Was hat dich selbst dazu inspiriert, Sound Medicine zu praktizieren – und gab es einen besonderen Moment, der deine Arbeit verändert hat?

Lisa Schuster:
Mein Weg zur Klangtherapie war tatsächlich eng mit meiner eigenen Leidensgeschichte verbunden. Lange Zeit habe ich unter starkem Leistungsdruck gestanden und mich sehr über Perfektionismus und äußere Erfolge definiert. Irgendwann konnte mein System das nicht mehr tragen – es kam zu einem Zusammenbruch, der mich gezwungen hat, innezuhalten.

In dieser Phase habe ich begonnen, mich für andere Heilmethoden und neue Ansätze zu öffnen. Gleichzeitig habe ich die Musik wiederentdeckt – ein Teil von mir, den ich zuvor fast vergessen hatte. Ich bin DJ geworden, habe parallel zu meinem Medizinstudium intensiv mit Musik gearbeitet und mich auf Reisen immer tiefer mit Sound Healing beschäftigt.

Der Schlüsselmoment war meine erste Klangmeditation mit Kristallklangschalen. Diese Erfahrung war so tiefgreifend, dass sie mich vollkommen verändert hat. Ich habe plötzlich wieder Zugang zu mir selbst gefunden, meine innere Stimme gehört und gespürt, welchen Weg ich wirklich gehen darf. Dieses Erlebnis hat mich so nachhaltig geprägt, dass ich wusste: Das ist mein Weg – und seitdem hat mich die Arbeit mit Klängen nicht mehr losgelassen.

Wie bei Wasser, in das ein Stein fällt, breiten sich auch im menschlichen Körper die Schwingungen aus: Die Vibration einer Quarzglas-Klangschale wandert wellenartig durch den Körper – bis in die kleinsten Zellen. (Foto: Lisa Schuster)

„Diese Erfahrung war so tiefgreifend, dass sie mich vollkommen verändert hat.“

Healthy Lady:
Instrumente haben eine unglaubliche Wirkung, doch nicht jeder versteht sofort, warum. Manche Klänge wirken beruhigend, andere energetisierend. Welche Instrumente nutzt du am liebsten in deinen Klangmeditationen – und warum empfindest du gerade deren Schwingungen als so heilsam?

Lisa Schuster:
Ich bin ganz klar Expertin für Kristallklangschalen – und das hat sich mit der Zeit ganz natürlich entwickelt. Von Anfang an habe ich mich zu diesen Instrumenten am stärksten hingezogen gefühlt und ihre Wirkung am intensivsten gespürt. Ihre Schwingungen gehen unglaublich tief und berühren uns auf emotionaler, spiritueller, mentaler, aber auch auf körperlicher Ebene.

Für mich sind die Kristallklangschalen deshalb mein absolutes Go-to-Instrument. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass es nicht nur um das reine Spielen geht: Hintergrundwissen, das Verständnis für die verschiedenen Spieltechniken und die Kombination der Schalen sind entscheidend. Nur so kann ein Klangraum entstehen, der wirklich transformativ wirkt und tiefe Entspannung ermöglicht. Das gilt im Grunde für jedes Instrument – die Kunst liegt darin, bewusst und mit Wissen einen sicheren Raum mit Klängen zu kreieren.


Transformation beginnt im Inneren

Healthy Lady:
Man hört oft von Menschen, die durch Klangtherapie erstaunliche Veränderungen erlebt haben. Hast du besondere Geschichten oder Erfahrungen von Menschen, die durch Klangtherapie eine überraschende Veränderung erlebt haben?

Lisa Schuster:
Definitiv. Bei mir selbst hat es angefangen – ich habe gemerkt, dass regelmäßiges Arbeiten mit Klängen eine tiefe innere Transformation bewirken kann. Wir suchen so oft nach Veränderung im Außen, dabei beginnt echte Transformation im Inneren. Genau dort setzen die Klänge an: Sie wirken auf bewussten und unterbewussten Ebenen, helfen uns, Dinge zu verarbeiten und zu integrieren, die sonst schwer zugänglich sind.

Das hat mich von Anfang an fasziniert und überzeugt. Und heute, nachdem ich bereits hunderte Menschen im Bereich Sound Medicine ausgebildet habe, bekomme ich immer wieder Rückmeldungen, wie sehr sich ihr Leben verändert hat, seit sie Klänge in ihren Alltag integriert haben. Natürlich ist es wichtig zu betonen: Eine einzige Session kann schön sein, aber die wirklich nachhaltige Wirkung entsteht durch regelmäßige Praxis.


Healthy Lady:
Viele wissen nicht, wie Klang wirkt – spürt man es eher körperlich oder emotional? Wie erleben Menschen die Wirkung der Klangtherapie?

Lisa Schuster:
Das Spannende ist: Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Klänge – und das ist auch genau das Schöne daran. Manche spüren sofort eine tiefe körperliche Entspannung, andere erleben emotionale Prozesse, wieder andere berichten von spirituellen Erfahrungen. Oft ist es auch eine Kombination von allem.

Mein Ansatz ist deshalb sehr individuell. Ich frage Menschen: Welcher Klang berührt dich? Welcher Klang macht etwas mit dir? Denn genau das ist der Klang, mit dem man arbeiten darf. Diese Resonanz kann sich im Laufe der Zeit verändern, je nachdem, wo man gerade im Leben steht. Das macht die Arbeit mit Klängen so lebendig und vielseitig.

„Ich habe plötzlich wieder Zugang zu mir selbst gefunden und meine innere Stimme gehört.“


Healthy Lady:
Es gibt ganz unterschiedliche Lebenssituationen, in denen Menschen nach Heilung oder Entspannung suchen. Gibt es Beschwerden oder Lebenssituationen, bei denen Klangtherapie besonders hilfreich sein kann?

Lisa Schuster:
Ich bin ĂĽberzeugt, dass Klangtherapie in nahezu jeder Lebenssituation hilfreich sein kann, weil sie das Nervensystem reguliert und Stress reduziert. Und Stress ist nach heutigem Wissen bei etwa 95 Prozent aller Erkrankungen ein Mitfaktor.

Gerade darin liegt die Stärke der Klänge: Sie bringen uns zurück in Harmonie und Balance. Natürlich muss man individuell schauen, was gerade passt. Für manche Menschen ist es am Anfang sinnvoll, mit kürzeren Sessions zu starten, andere können sofort in längere Klangräume eintauchen. Wichtig ist, das gemeinsam mit dem Praktizierenden herauszufinden.

Ein Sound-Medicine-Workshop unter freiem Himmel – hier in der Wüste, einem Ort von Weite, Stille und Präsenz.
(Foto: Lisa Schuster)

Klang im Alltag – Heilung zwischen Tür und Termin

Healthy Lady:
Viele Menschen wünschen sich, Klangtherapie in den Alltag zu integrieren, wissen aber nicht genau wie. Gerade wer wenig Zeit hat, sucht nach praktikablen Möglichkeiten. Wie lässt sich Klangmedizin im Alltag nutzen?

Lisa Schuster:
Es ist tatsächlich sehr einfach, Klangtherapie in den Alltag zu integrieren. Wer live etwas erleben möchte, kann vor Ort nach Angeboten suchen – auf meiner Website gibt es zum Beispiel eine Liste von Praktizierenden, die ich selbst ausgebildet habe, in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Für alle, die lieber zu Hause beginnen wollen oder wenig Zeit haben, gibt es zahlreiche Möglichkeiten online. Auf YouTube oder Spotify findet man viele geführte Sound-Meditationen. Ich selbst habe außerdem einen eigenen Membership-Bereich entwickelt, in dem Meditationen von drei Minuten bis über eine Stunde zur Verfügung stehen. So kann man immer die passende Länge wählen, ob für eine kurze Pause in der Mittagspause oder eine längere Session am Abend zum Einschlafen. Das macht Klangtherapie unglaublich flexibel und alltagstauglich.


Healthy Lady:
Klangtherapie wird leider immer noch oft missverstanden. Manche denken, es sei nur esoterischer Schnickschnack, andere sind skeptisch gegenüber den Ergebnissen. Welche Missverständnisse oder Vorurteile begegnen dir oft – und wie räumst du sie aus?

Lisa Schuster:
Genau das, was du beschreibst, erlebe ich häufig: Viele schieben Klangtherapie sofort in die esoterische Ecke und sagen, „Das ist nichts für mich“, vor allem, wenn sie mit Spiritualität nichts anfangen können. Was dabei oft übersehen wird: Die Wirkung von Klängen ist wissenschaftlich gut untersucht. Es gibt zahlreiche Studien im Bereich Musik und Frequenzmedizin, die belegen, wie stark Klänge auf Körper und Psyche wirken können.

Darum lade ich Menschen ein, ihre Vorurteile kurz beiseite zu legen und es einfach auszuprobieren. Man muss nicht mit einem bestimmten Glauben oder einer Erwartung kommen – nur offen für die Erfahrung sein und schauen: Was macht es mit mir persönlich?

„Wir suchen so oft nach Veränderung im Außen, dabei beginnt echte Transformation im Inneren.“


Healthy Lady:
Viele Menschen sind neugierig, aber unsicher, ob Klangtherapie wirklich etwas bringt. Was wĂĽrdest du jemandem raten, der interessiert, aber skeptisch ist?

Lisa Schuster:
Ganz klar: einfach ausprobieren. Jeder reagiert anders auf Klänge, und jede Session ist einzigartig. In einer Sitzung kann die Wirkung körperlich sein, in einer anderen vielleicht stark emotional – manchmal zeigen sich Prozesse sogar erst in den Tagen danach.

Das Schöne ist: Klangtherapie ist nahezu nebenwirkungsfrei, nur in einigen Fällen wie beispielsweise bei psychischen Vorerkrankungen oder einer Epilepsie sollte eine Session nur mit einem therapeutisch ausgebildeten Praktizierenden durchgeführt werden.

Die Räumlichkeiten eines Klangtherapie-Workshops – warm, klar und bewusst gestaltet, um einen sicheren Raum für Entspannung und innere Prozesse zu schaffen. (Foto: Lisa Schuster)

Die Zukunft der Klänge – Heilung wird hörbar

Healthy Lady:
Die Zukunft der Klangmedizin scheint spannend zu sein, ist aber noch nicht ĂĽberall angekommen. Wie siehst du die Entwicklung, wird Klangmedizin in den kommenden Jahren bekannter und mehr anerkannt werden?

Lisa Schuster:
Als ich vor fünf Jahren mein Unternehmen gegründet habe, war Klangtherapie noch sehr unbekannt. Viele Menschen konnten mit dem Begriff gar nichts anfangen. Ich wusste jedoch aus eigener Erfahrung: Wenn es bei mir so stark wirkt, dann wird es auch bei vielen anderen etwas bewirken. Meine Vision war damals schon, dass es eines Tages Soundhealing-Studios an jeder Ecke geben könnte.

Und tatsächlich – heute, nur wenige Jahre später, hat sich unglaublich viel verändert. Klangtherapie hat einen riesigen Sprung gemacht. Immer mehr Menschen kennen es, immer mehr wollen es praktizieren. Meine Ausbildungen sind inzwischen regelmäßig ausgebucht, was zeigt, dass das Interesse stetig wächst. Ich bin überzeugt: Dieser Trend wird weitergehen. Wir brauchen mehr Menschen, die die Klänge in die Welt tragen – und ich sehe, dass genau das bereits geschieht.


„Klangtherapie ist eine der leicht zugänglichen Möglichkeiten, um dem Nervensystem ein echtes Reset zu schenken.“

Healthy Lady:
Wie sehen deine Kurse aus, was erleben die Teilnehmer und fĂĽr wen sind sie am besten geeignet?

Lisa Schuster:
Meine Vision war von Anfang an, die Klänge weiter in die Welt zu bringen. Deshalb habe ich vor fünf Jahren das Sound Medicine Institute Germany gegründet. Dort biete ich verschiedene Programme und Zertifizierungen an, sodass für jeden etwas dabei ist.

Wer ganz neu einsteigen möchte, kann zum Beispiel mit einem Online-Selbstlernkurs beginnen. Andere bevorzugen ein kompaktes Wochenende vor Ort, bei dem sie auch praktisch in die Arbeit mit Klängen eintauchen. Und für alle, die wirklich in die Tiefe gehen wollen, gibt es mein größtes Programm: das Sound Medicine Coach-Programm.

Dort beschäftigen wir uns intensiv mit der Wissenschaft und Spiritualität hinter den Klängen, lernen unterschiedliche Instrumente kennen, erfahren die Wirkung am eigenen Körper und auch die Business-Seite kommt nicht zu kurz. Die Teilnehmer lernen, wie sie Klangmedizin nicht nur für sich selbst nutzen, sondern auch professionell anbieten und ihren Lebensunterhalt damit bestreiten können. So ist für jeden etwas dabei, egal ob man Klangtherapie erstmal für sich selbst entdecken möchte oder den Wunsch hat, sie beruflich in die Welt zu tragen.

Lisa Schuster leitet einen Klangtherapie-Workshop – im Mittelpunkt stehen Achtsamkeit, Frequenz und innere Ruhe. (Foto: Lisa Schuster)

Wenn moderne Medizin neue Wege geht

Klangtherapie ist für viele kein kurzfristiger Trend, sondern ein Bereich, den immer mehr Menschen als Ergänzung zu klassischen Formen der Gesundheitsfürsorge entdecken. Lisas Arbeit zeigt, dass sich Medizin, Achtsamkeit und Klang durchaus verbinden lassen, besonders in einer Zeit, in der viele Menschen wieder stärker auf ihr eigenes Wohlbefinden achten.



Pille ist nicht gleich Pille – Welche passt zu dir am besten?

Sie liegt oft unscheinbar im Nachttisch, in der Handtasche oder zwischen Lippenstift und Schlüsselbund. Klein, rund, kaum größer als ein Fingernagel und doch beeinflusst sie bei Millionen Frauen jeden Monat Hormone, Zyklus, Haut, Stimmung und Blutung. Für viele ist „die Pille“ einfach die Pille. Ein Rezept, eine Packung, jeden Tag eine Tablette. Doch genau hier beginnt ein Missverständnis, das bis heute erstaunlich viele Frauen begleitet. Denn Pille ist nicht gleich Pille. Hinter dem Begriff verbergen sich unterschiedliche Präparate mit verschiedenen Hormonen, Wirkmechanismen und Nebenwirkungen. Was für die eine Frau perfekt funktioniert, kann bei der anderen zu Zwischenblutungen, Spannungsgefühlen oder Stimmungsschwankungen führen. Wer hormonell verhüten möchte, sollte deshalb wissen, welche Unterschiede es gibt und was der eigene Körper möglicherweise besser verträgt.


Die klassische Kombinationspille

Die sogenannte Kombinationspille oft auch Mikropille genannt, enthält eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Sie gehört bis heute zu den am häufigsten verschriebenen Präparaten. Die Hormone verhindern in erster Linie den Eisprung, zusätzlich wird der Schleim am Gebärmutterhals zäher und die Gebärmutterschleimhaut verändert sich, sodass eine Schwangerschaft verhindert wird. 

Viele Frauen erleben unter dieser Pillenform einen sehr regelmäßigen Zyklus. Die Blutungen werden häufig schwächer, kürzer und für manche auch weniger schmerzhaft. Auch Hautunreinheiten oder hormonell bedingte Akne können sich bei manchen Frauen verbessern. Gleichzeitig bringt die Kombinationspille aber nicht nur Vorteile mit sich. Typische Nebenwirkungen können Brustspannen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen sein. Außerdem kann das Risiko für Thrombosen leicht erhöht sein, besonders bei Raucherinnen, bei bestimmten Vorerkrankungen oder je nach enthaltenem Gestagen. 


Die Minipille ohne Ă–strogen

Die Minipille enthält kein Östrogen, sondern ausschließlich ein Gestagen. Genau deshalb wird sie häufig Frauen empfohlen, die kein Östrogen einnehmen sollten, etwa in der Stillzeit oder bei erhöhtem Thromboserisiko. Die Wirkung unterscheidet sich von der klassischen Pille. Vor allem der Schleim im Gebärmutterhals wird so verändert, dass Spermien kaum noch eindringen können. Neuere Präparate können zusätzlich den Eisprung unterdrücken. 

Viele Frauen vertragen diese Pillenform gut, gerade wenn Östrogen zuvor Probleme gemacht hat. Gleichzeitig ist sie bekannt dafür, den Zyklus deutlich weniger vorhersehbar zu machen. Schmierblutungen, Zwischenblutungen oder plötzlich ausbleibende Blutungen gehören gerade in den ersten Monaten nicht selten dazu. Manche Frauen empfinden das als befreiend, andere als belastend oder verunsichernd. Die Einnahme muss zudem bei manchen Präparaten sehr exakt erfolgen, weil schon wenige Stunden Verzögerung die Sicherheit beeinflussen können. 


Die Langzyklus Pille

Einige Frauen nehmen ihre Kombinationspille bewusst ohne die klassische Einnahmepause ein. Das wird als Langzyklus bezeichnet. Die Monatsblutung wird dadurch deutlich seltener oder bleibt zeitweise ganz aus. Medizinisch ist das in vielen Fällen möglich und wird zum Beispiel bei sehr starken Regelschmerzen, Endometriose oder starker Regelblutung manchmal gezielt eingesetzt.

Der Vorteil liegt für viele auf der Hand. Weniger Blutungen bedeuten oft weniger Schmerzen, weniger Eisenverlust und mehr Freiheit im Alltag. Allerdings reagiert der Körper gerade zu Beginn nicht immer ruhig. Zwischenblutungen oder sogenannte Durchbruchblutungen sind besonders in den ersten Monaten relativ häufig. Viele Frauen erschrecken darüber, obwohl das nicht automatisch bedeutet, dass die Pille nicht wirkt.


Antiandrogene Pille auch gegen Hautprobleme

Viele Frauen kommen nicht wegen Verhütung, sondern wegen ihrer Haut zum ersten Mal mit der Pille in Kontakt. Besonders bei hormonell bedingter Akne, sehr fettiger Haut oder stärkerem Haarwuchs können sogenannte antiandrogene Pillen interessant sein. Sie enthalten Gestagene, die männlich wirkende Hormone im Körper abschwächen können. Dadurch kann sich das Hautbild bei manchen Frauen deutlich beruhigen. Gleichzeitig sollte man diese Pillen nicht nur als Beauty Lösung betrachten. Auch sie greifen in den Hormonhaushalt ein und können Nebenwirkungen wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Zwischenblutungen auslösen. Bei einigen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln ist außerdem das Risiko für venöse Thrombosen erhöht, weshalb die individuelle Vorgeschichte immer mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen werden sollte. 


Warum Blutungen unter der Pille nicht immer ein Warnsignal sind

Einer der häufigsten Gründe für Verunsicherung sind Blutungen trotz Pille. Viele denken sofort an eine fehlende Wirkung oder hormonelle Probleme. Tatsächlich können Schmierblutungen, Zwischenblutungen oder ausbleibende Blutungen unter hormoneller Verhütung relativ häufig vorkommen, besonders nach einem Präparatewechsel, bei vergessener Einnahme oder in den ersten Monaten der Umstellung. Vor allem gestagenhaltige Präparate sind dafür bekannt. 


Die Pille und die Psyche

Ein Thema, das lange zu wenig ernst genommen wurde, ist die Wirkung der Pille auf Stimmung, Emotionen und sexuelles Verlangen. Manche Frauen fühlen sich unter hormoneller Verhütung stabil, andere berichten über innere Unruhe, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit oder das Gefühl, nicht mehr ganz wie sie selbst zu sein. Auch die Libido kann sich verändern. Das bedeutet nicht, dass jede Frau solche Veränderungen erlebt, aber es bedeutet, dass diese Erfahrungen ernst genommen werden sollten. Besonders wichtig ist dabei, den eigenen Körper über mehrere Wochen bewusst zu beobachten. Wenn sich Stimmung, Schlaf, Lustempfinden oder emotionale Belastbarkeit deutlich verändern, sollte das nicht einfach als Einbildung abgetan werden. Dann kann ein Wechsel des Präparats oder eine andere Verhütungsmethode sinnvoll sein.


Wann die Pille nicht mehr zuverlässig schützt

Viele denken bei der Pille vor allem an das tägliche Einnehmen. Dabei hängt die Sicherheit nicht nur davon ab, ob die Tablette geschluckt wurde, sondern auch davon, ob der Körper die Hormone richtig aufnehmen kann. Erbrechen, starker Durchfall oder bestimmte Medikamente können die Wirkung beeinträchtigen. Besonders kritisch ist es, wenn Magen Darm Beschwerden kurz nach der Einnahme auftreten. Auch Einnahmefehler, ein zu später Start nach der Pillenpause oder Wechselwirkungen mit Arzneimitteln können den Schutz verringern. Genau deshalb lohnt sich ein Blick in den Beipackzettel und im Zweifel eine zusätzliche Verhütung mit Kondom. Das ist kein nebensächlicher Punkt, sondern einer der wichtigsten Alltagstipps überhaupt. 


Gewicht, Wasser, Haut und Libido

Kaum ein Thema wird rund um die Pille so emotional diskutiert wie Gewicht. Die Pille macht nicht automatisch dick, aber sie kann bei manchen Frauen den Körper spürbar verändern. Einige bemerken Wassereinlagerungen, ein stärkeres Spannungsgefühl in der Brust, mehr Appetit oder ein anderes Körpergefühl. Andere nehmen gar keine Veränderung wahr. Auch Haut und Haare können unterschiedlich reagieren. Während manche Präparate Akne verbessern, können andere bei empfindlichen Frauen Unreinheiten oder Hautveränderungen begünstigen. Ähnlich individuell ist es bei der Libido. Manche Frauen merken keinen Unterschied, andere verlieren Lust oder fühlen sich sexuell weniger spontan. Wichtig ist deshalb nicht, pauschal Angst zu machen, sondern ehrlich zu sagen, dass hormonelle Verhütung sehr individuell wirkt.


Mit 18, nach der Schwangerschaft oder ab 35

Nicht jede Pille passt in jede Lebensphase. Eine junge Frau, die vor allem Zykluskontrolle und reine Haut möchte, hat andere Bedürfnisse als eine Frau nach der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder mit erhöhtem Thromboserisiko. Auch ab Mitte dreißig spielen Faktoren wie Rauchen, Migräne, Blutdruck, Gewicht, familiäre Vorbelastung oder bestehende Erkrankungen eine größere Rolle. Gerade kombinierte Pillen mit Östrogen sind nicht für jede Frau geeignet. In bestimmten Situationen können östrogenfreie Präparate oder andere Verhütungsmethoden besser passen. Deshalb sollte die Pille nie nur nach Erfahrungen von Freundinnen, TikTok Empfehlungen oder Hautversprechen ausgewählt werden. Gute Verhütung beginnt mit ärztlicher Beratung und der Frage, was der eigene Körper wirklich braucht.


Was viele vergessen

So zuverlässig hormonelle Verhütung bei richtiger Anwendung auch sein kann, vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt die Pille nicht. Erkrankungen wie Chlamydieninfektion oder Humanes Immundefizienz-Virus lassen sich nur durch Barrieremethoden wie Kondome reduzieren. Gerade bei neuen Partnern oder wechselnden Beziehungen bleibt zusätzlicher Schutz deshalb ein wichtiger Teil verantwortungsvoller Verhütung.


Die Pille absetzen - was dann im Körper passieren kann

Für viele Frauen endet die Reise mit der Pille irgendwann genauso bewusst, wie sie begonnen hat. Manche möchten schwanger werden, andere wünschen sich einen natürlichen Zyklus zurück oder möchten ihren Körper ohne künstliche Hormone erleben. Was viele überrascht: Nach dem Absetzen braucht der Körper oft Zeit, um seinen eigenen Rhythmus wiederzufinden. Bei manchen Frauen kehrt die Blutung schnell zurück, bei anderen kann es Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich der Zyklus wieder einpendelt. Auch Hautveränderungen, stärkere Perioden oder hormonelle Schwankungen sind in dieser Phase nicht ungewöhnlich. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt, sondern oft einfach, dass der Körper wieder selbst arbeitet.


Warum die richtige Pille immer individuell ist

Manche Frauen wünschen sich reine Zykluskontrolle, andere möchten Hautprobleme verbessern, wieder andere suchen eine östrogenfreie Lösung. Deshalb sollte die Entscheidung nie allein nach Trends, Social Media oder Erfahrungen von Freundinnen getroffen werden, sondern immer gemeinsam mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. Denn genau dort beginnt die echte Aufklärung.


Diese Sommer-Drinks sind wie Urlaub im Glas!

Sonnenstrahlen auf der Haut, Eiswürfel, die im Glas leise klirren, der Duft von frischer Minze, Zitrusfrüchten und reifen Beeren in der Luft. Kaum etwas gehört so sehr zum Sommer wie ein eiskaltes Getränk. Doch warum nur erfrischen, wenn ein Drink gleichzeitig auch den Körper mit Vitaminen versorgen, den Stoffwechsel unterstützen und natürliche Energie liefern kann? Mit den richtigen Zutaten werden selbstgemachte Sommer-Drinks zu echten Vitaminbomben – fruchtig, lecker und perfekt für heiße Tage.

Ob als natĂĽrlicher Wachmacher am Morgen, als frische AbkĂĽhlung nach dem Sport oder einfach als gesunde Alternative zu zuckerhaltigen Softdrinks. Die richtigen Zutaten können aus einem einfachen Glas Wasser einen echten Sommer-Moment machen. Von cremigem Matcha mit sĂĽĂźen Beeren bis zu tropischer Ananas, eisgekĂĽhlter Wassermelone oder vitaminreicher Orange. Jeder dieser Drinks bringt seinen ganz eigenen Geschmack und gleichzeitig funktionelle Inhaltsstoffe mit.

Hier sind 5 Sommer-Rezepte, die du in dieser Saison unbedingt ausprobieren musst! Nicht nur, weil sie fantastisch aussehen, sondern weil jeder Schluck nach Sonne, Urlaub und purem Sommer schmeckt.


1. Der Sonnenaufgang im Glas: Orange, Ingwer und ein Hauch Zitrone

Bild: Healthy Lady

Schon die Farbe macht gute Laune, leuchtendes Orange, goldene Reflexe, dazu EiswĂĽrfel und der frische Duft von ZitrusfrĂĽchten. Frisch gepresste Orange liefert reichlich Vitamin C und bringt natĂĽrliche SĂĽĂźe mit, während Ingwer mit seiner leichten Schärfe sofort Frische ins Glas bringt. Gerade nach dem Essen kann diese Kombination spannend sein, weil Ingwer traditionell mit Verdauung und einem aktiveren Stoffwechsel in Verbindung gebracht wird.

FĂĽr zwei Gläser brauchst du den Saft von 2 frischen Orangen, den Saft von Â˝ Zitrone, etwa 500 ml kaltes Sprudelwasser3 bis 4 dĂĽnne Scheiben frischen Ingwereine kleine Handvoll frische Minzblätter und reichlich EiswĂĽrfel. Gib zuerst Eis, Ingwer und Minze in ein groĂźes Glas oder eine Karaffe, presse anschlieĂźend die Orangen und die Zitrone frisch dazu und fĂĽlle alles mit Sprudelwasser auf. Kurz umrĂĽhren, ein paar Minuten ziehen lassen und fertig ist ein Sommerdrink, der nicht nur erfrischt, sondern auch nach Sonne im Glas schmeckt.


2. Der Wachmacher ohne Kaffee: Matcha mit Erdbeersirup

Bild: Healthy Lady

Manchmal braucht der Körper an heiĂźen Tagen Energie, aber ohne das schwere GefĂĽhl nach einem zweiten Kaffee. Genau hier kommt Matcha ins Spiel. Das fein gemahlene GrĂĽnteepulver liefert natĂĽrliches Koffein, das viele als sanfter und gleichmäßiger empfinden. Zusammen mit kalter Milch, Eis und fruchtigen Erdbeeren entsteht ein Drink, der nicht nur wach macht, sondern gleichzeitig cremig, frisch und nach Sommer schmeckt. Da Matcha von Natur aus eine leicht herbe Note mitbringt, sorgen pĂĽrierte Erdbeeren oder ein zuckerfreier Erdbeersirup fĂĽr die perfekte Balance.

So gelingt der Strawberry Matcha Latte für zwei Gläser:
FĂĽr die Basis brauchst du 2 Teelöffel Matcha, etwa 60 ml warmes Wasser300 ml kalte Milch oder Pflanzendrink100 Gramm frische Erdbeeren oder 2 Esslöffel zuckerfreien Erdbeersirup, dazu reichlich EiswĂĽrfel. VerrĂĽhre zuerst den Matcha mit dem warmen Wasser, bis eine glatte, klĂĽmpchenfreie Mischung entsteht. PĂĽriere anschlieĂźend die Erdbeeren fein und gib sie auf den Boden des Glases, alternativ funktioniert auch der Sirup. Danach EiswĂĽrfel ins Glas geben, mit der kalten Milch auffĂĽllen und ganz zum Schluss den Matcha langsam darĂĽber gieĂźen, damit die typischen Schichten entstehen. Ein paar frische ErdbeerstĂĽcke am Glasrand und fertig ist ein Sommerdrink, der aussieht wie aus einem CafĂ©.


3. Die Beauty-Bombe: Beeren, Zitrone und eisige Frische

Tiefrote Himbeeren, dunkle Heidelbeeren und ein Spritzer Zitrone. Allein optisch sieht dieser Drink aus wie ein kleines Sommer-Dessert im Glas. Beeren gehören zu den FrĂĽchten mit besonders vielen antioxidativen Pflanzenstoffen und natĂĽrlichem Vitamin C. Diese Nährstoffe werden häufig mit Zellschutz, Hautgesundheit und einem frischen Glow von innen in Verbindung gebracht. Gerade an warmen Tagen ist dieser Drink deshalb nicht nur eine Erfrischung, sondern auch eine kleine Vitaminbombe.

FĂĽr zwei groĂźe Gläser brauchst du etwa 100 Gramm Himbeeren100 Gramm Heidelbeeren, den Saft von Â˝ Zitrone400 ml kaltes Kokoswasser oder stilles Wasser, einige EiswĂĽrfel und nach Wunsch ein paar frische Minzblätter. Gib die Beeren zusammen mit dem Zitronensaft in einen Mixer und pĂĽriere alles kurz an. AnschlieĂźend mit dem kalten Wasser oder Kokoswasser auffĂĽllen, auf zwei Gläser mit Eis verteilen und mit Minze servieren. Das Ergebnis ist fruchtig, leicht sĂĽĂź und schmeckt nach purer Sommerfrische.


4. Der Bauch-schmeckt-leicht-Drink: Ananas und frische Minze

Es gibt Getränke, nach denen man sich schon nach dem ersten Schluck angenehm leichter fĂĽhlt und genau so wirkt dieser Sommerdrink. Saftige Ananas bringt natĂĽrliche SĂĽĂźe, tropische Frische und wertvolle Enzyme mit, während frische Minze sofort dieses kĂĽhle, fast spa-ähnliche GefĂĽhl erzeugt. Besonders spannend ist dabei Bromelain, ein natĂĽrlich vorkommendes Enzym aus der Ananas, das häufig im Zusammenhang mit Verdauung und einem angenehmeren BauchgefĂĽhl genannt wird. Gerade nach einem ĂĽppigen Essen kann dieser Drink deshalb eine erfrischende Alternative zu klassischen Softdrinks sein.

FĂĽr zwei groĂźe Gläser brauchst du etwa 200 Gramm frische AnanasstĂĽcke8 bis 10 frische Minzblätter, den Saft von Â˝ Limette400 ml kaltes Wasser oder Kokoswasser und reichlich EiswĂĽrfel. Gib die Ananas zusammen mit dem Limettensaft in einen Mixer und pĂĽriere alles fein. AnschlieĂźend das kalte Wasser dazugeben, kurz durchmixen oder umrĂĽhren und auf Gläser mit Eis verteilen. Zum Schluss die Minzblätter leicht zwischen den Fingern andrĂĽcken, damit sich die ätherischen Ă–le entfalten, und direkt ins Glas geben. Das Ergebnis schmeckt tropisch, frisch und unglaublich leicht.


5. Die ultimative Sommer-Erfrischung: Wassermelone, Erdbeeren, Heidelbeeren und Kokoswasser

Bild: Healthy Lady

Kaum etwas schmeckt so sehr nach Sommer wie eisgekĂĽhlte Wassermelone. Ihre natĂĽrliche SĂĽĂźe, ihr hoher Wassergehalt und Mineralstoffe wie Kalium machen sie gerade an heiĂźen Tagen zum perfekten Sommerbegleiter. Zusammen mit saftigen Erdbeeren, aromatischen Heidelbeeren und erfrischendem Kokoswasser entsteht ein Drink, der nicht nur aussieht wie Urlaub im Glas, sondern dem Körper gleichzeitig FlĂĽssigkeit, Vitamine und antioxidative Pflanzenstoffe liefert. Besonders nach Sonne, Sport oder einem langen Tag drauĂźen ist diese Mischung wie eine kleine Erfrischungskur von innen.

FĂĽr zwei groĂźe Gläser brauchst du etwa 250 Gramm Wassermelone100 Gramm Erdbeeren50 Gramm Heidelbeeren300 ml Kokoswasser, den Saft von Â˝ Limette, einige EiswĂĽrfel und nach Wunsch frische Minze. Gib die Wassermelone zusammen mit den Erdbeeren, Heidelbeeren und dem Limettensaft in einen Mixer und pĂĽriere alles cremig. Danach das gekĂĽhlte Kokoswasser dazugeben, kurz durchmixen und auf zwei mit Eis gefĂĽllte Gläser verteilen. Ein paar Minzblätter darĂĽber und schon schmeckt jeder Schluck nach Sommer, Sonne und langen Abenden drauĂźen.


Schilddrüsenunterfunktion – diese Lebensmittel können helfen

Ständig müde, obwohl du genug schläfst. Die Waage zeigt plötzlich mehr an, obwohl sich an deiner Ernährung kaum etwas verändert hat. Du frierst schneller als andere, kämpfst mit Konzentrationsproblemen, trockener Haut oder dem Gefühl, dass dein Körper irgendwie langsamer geworden ist. Viele Betroffene beschreiben es, als würde plötzlich alles schwerer werden, der Alltag, der Stoffwechsel, manchmal sogar die eigenen Gedanken. Was zunächst nach Stress, Schlafmangel oder einem hormonellen Tief klingt, kann in manchen Fällen auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.

Die SchilddrĂĽse ist nur wenige Zentimeter groĂź, beeinflusst aber nahezu jeden Bereich unseres Körpers. Sie steuert unter anderem Stoffwechsel, Energiehaushalt, Herzfrequenz, Körpertemperatur und hormonelle Prozesse. Produziert sie zu wenig Hormone, kann das weitreichende Folgen haben, körperlich wie psychisch. Allein in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen, viele davon Frauen. Besonders häufig steckt in Industrieländern eine autoimmune EntzĂĽndung der SchilddrĂĽse dahinter, bekannt als Hashimoto’s thyroiditis.

Doch gerade rund um Ernährung herrscht viel Unsicherheit. Helfen Jod, Selen oder bestimmte Lebensmittel wirklich? Sollte man auf Gluten, Soja oder Kaffee verzichten? Und was ist medizinisch belegt und was hält sich nur als Mythos? Genau darum geht es in diesem Artikel.


Welche Rolle spielen Jod, Selen, Eisen und Protein?

Wer die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion bekommt, fragt sich oft schnell, ob Ernährung einen Unterschied machen kann. Die Antwort ist ja, allerdings nicht im Sinne von Wundermitteln oder speziellen „Heil-Lebensmitteln“. Die Schilddrüse ist auf bestimmte Nährstoffe angewiesen, um Hormone überhaupt produzieren, aktivieren und im Körper sinnvoll nutzen zu können. Fehlen diese Bausteine über längere Zeit, können Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder ein verlangsamter Stoffwechsel zusätzlich verstärkt werden.

Jod gehört zu den wichtigsten Bausteinen der SchilddrĂĽse. Ohne Jod kann der Körper die SchilddrĂĽsenhormone T3 und T4 nicht ausreichend bilden. Ein Jodmangel kann deshalb langfristig die SchilddrĂĽsenfunktion beeinträchtigen. Gleichzeitig gilt: Mehr Jod bedeutet nicht automatisch mehr Gesundheit. Besonders bei einer zugrunde liegenden Hashimoto kann eine dauerhaft zu hohe Jodzufuhr EntzĂĽndungsprozesse sogar verstärken. Nahrungsergänzung sollte deshalb nie auf Verdacht, sondern nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen.

Selen ist ein Spurenelement, das häufig unterschätzt wird. Es schĂĽtzt das empfindliche SchilddrĂĽsengewebe vor oxidativem Stress und hilft dem Körper dabei, das weniger aktive Hormon T4 in die stoffwechselaktive Form T3 umzuwandeln. Gerade bei Menschen mit Hashimoto zeigen einige Untersuchungen teilweise niedrigere Selenspiegel. Trotzdem gilt auch hier: Eine pauschale Einnahme ist nicht automatisch sinnvoll.

Eisen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Das Spurenelement wird fĂĽr Enzyme benötigt, die an der Produktion von SchilddrĂĽsenhormonen beteiligt sind. Liegt zusätzlich ein Eisenmangel vor, was besonders bei Frauen nicht selten ist, können Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder Haarausfall noch stärker wahrgenommen werden.

Auch EiweiĂź, wird oft unterschätzt. Eine ausreichende EiweiĂźzufuhr unterstĂĽtzt Muskelerhalt, Stoffwechselprozesse und ein stabiles SättigungsgefĂĽhl. Gerade weil viele Menschen mit einer SchilddrĂĽsenunterfunktion ĂĽber Gewichtszunahme, Muskelabbau oder chronische MĂĽdigkeit berichten, kann eine proteinreiche Ernährung im Alltag unterstĂĽtzend wirken.


Welche Lebensmittel können sinnvoll sein?

Eine spezielle „Schilddrüsen-Diät“ gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr ein langfristig ausgewogener Ernährungsstil, der den Körper mit den Nährstoffen versorgt, die für Hormonbildung, Stoffwechsel und Energiehaushalt wichtig sind.

Besonders relevant sind Lebensmittel, die natĂĽrlicherweise Jod, Selen, Eisen und hochwertiges EiweiĂź liefern. Seefisch, Eier oder Milchprodukte können dabei helfen, den Körper mit Jod zu versorgen – einem zentralen Baustein der SchilddrĂĽsenhormone. NĂĽsse, Fisch oder HĂĽlsenfrĂĽchte liefern unter anderem Selen, das die SchilddrĂĽse vor oxidativem Stress schĂĽtzt und an wichtigen Umwandlungsprozessen beteiligt ist.

Auch Eisen spielt eine wichtige Rolle, da es fĂĽr die Bildung von SchilddrĂĽsenhormonen benötigt wird. Gute natĂĽrliche Quellen sind zum Beispiel Fleisch, HĂĽlsenfrĂĽchte, Haferflocken oder grĂĽnes BlattgemĂĽse. Zusätzlich sollte auf eine ausreichende EiweiĂźzufuhr geachtet werden. Lebensmittel wie Quark, Eier, Fisch, Naturjoghurt oder HĂĽlsenfrĂĽchtekönnen helfen, Muskelmasse zu erhalten, den Stoffwechsel zu unterstĂĽtzen und länger satt zu bleiben.

Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes „Superfood“, sondern das große Ganze. Eine nährstoffreiche, regelmäßige Ernährung kann den Körper unterstützen, sie ersetzt jedoch keine medizinische Behandlung oder individuell angepasste Therapie.

Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Milchprodukte liefern wichtige Nährstoffe, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion eine unterstützende Rolle spielen können. (Symbolbild: Healthy Lady)

Was ist mit Soja, Kaffee oder Ballaststoffen?

Kaum eine Diagnose bringt so viele Ernährungstipps, Warnungen und Halbwahrheiten mit sich wie eine Schilddrüsenunterfunktion. Viele Betroffene hören schon kurz nach der Diagnose, sie müssten plötzlich auf Kaffee verzichten, Sojaprodukte meiden oder bestimmte Gemüsesorten wie Kohl komplett vom Speiseplan streichen. Medizinisch betrachtet ist das so pauschal jedoch nicht haltbar.

In den meisten Fällen liegt das eigentliche Problem nicht beim Lebensmittel selbst, sondern beim Zeitpunkt der Einnahme des SchilddrĂĽsenmedikaments. Das Standardmedikament Levothyroxine wird in der Regel nĂĽchtern eingenommen, idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem FrĂĽhstĂĽck. Der Grund: Bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen können die Aufnahme des Wirkstoffs im Darm beeinflussen.

Dazu gehören unter anderem Kaffeecalciumreiche MilchprodukteEisenpräparate, sehr ballaststoffreiche Mahlzeiten oder größere Mengen Soja. Werden sie zu nah an der Medikamenteneinnahme konsumiert, kann der Körper das Hormon unter Umständen schlechter aufnehmen. Das kann langfristig sogar dazu fĂĽhren, dass Laborwerte schwanken oder Beschwerden trotz Therapie bestehen bleiben.

Die gute Nachricht: Kaffee, Soja oder ballaststoffreiche Lebensmittel sind bei einer SchilddrĂĽsenunterfunktion nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist meist nicht was gegessen wird, sondern wann. Ein ausreichender zeitlicher Abstand zur Medikamenteneinnahme kann oft bereits den entscheidenden Unterschied machen.


Welche Mythen halten sich hartnäckig?

Kaum ein Gesundheitsthema ist im Internet mit so vielen Ernährungstipps, Selbsttests und vermeintlichen Wundermitteln verbunden wie Schilddrüsenerkrankungen. Zwischen Social Media, Foren und Influencer-Empfehlungen fällt es vielen Betroffenen schwer zu unterscheiden, was medizinisch sinnvoll ist und was eher auf persönlichen Erfahrungen als auf wissenschaftlichen Daten basiert. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf die häufigsten Irrtümer.

Mythos 1: Gluten ist für alle Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion schädlich.
Diese Aussage hält sich hartnäckig, ist medizinisch aber so nicht haltbar. FĂĽr einen pauschalen Verzicht auf Gluten gibt es bei einer SchilddrĂĽsenunterfunktion keine wissenschaftliche Grundlage. Relevant kann Gluten dann werden, wenn zusätzlich eine diagnostizierte Celiac disease oder eine ärztlich bestätigte Unverträglichkeit vorliegt. Ohne medizinischen Grund kann ein unnötiger Verzicht sogar dazu fĂĽhren, dass die Ernährung einseitiger wird.

Mythos 2: Jodtabletten helfen bei jeder SchilddrĂĽsenunterfunktion.
Auch das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Nicht jede SchilddrĂĽsenunterfunktion entsteht durch Jodmangel. Gerade bei einer zugrunde liegenden Hashimoto’s thyroiditis kann eine dauerhaft zu hohe Jodzufuhr EntzĂĽndungsprozesse sogar verstärken. Nahrungsergänzung sollte deshalb nie auf Verdacht, sondern immer individuell medizinisch abgeklärt werden.

Mythos 3: Die richtige Ernährung kann Medikamente ersetzen.
Eine ausgewogene Ernährung kann den Körper unterstĂĽtzen, Mangelzustände ausgleichen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Bei einer diagnostizierten SchilddrĂĽsenunterfunktion ersetzt sie jedoch keine medizinische Therapie. Wenn der Körper dauerhaft zu wenig SchilddrĂĽsenhormone produziert, bleibt die Behandlung mit Levothyroxine in vielen Fällen die medizinische Standardtherapie.


Wann Ernährung allein nicht reicht

So wichtig Ernährung für das allgemeine Wohlbefinden und die Unterstützung des Stoffwechsels auch sein kann, sie hat ihre Grenzen. Wenn Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit, unerklärliche Gewichtszunahme, Haarausfall, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme, Zyklusstörungen oder ein ständiges Frieren trotz einer ausgewogenen Ernährung bestehen bleiben, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

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Pille ist nicht gleich Pille – Welche passt zu dir am besten?

Denn viele Symptome, die Betroffene zunächst auf Stress, Schlafmangel oder falsche Ernährung schieben, können auf eine hormonelle Störung hinweisen. Um die Funktion der SchilddrĂĽse zuverlässig beurteilen zu können, werden in der Regel bestimmte Blutwerte bestimmt. Dazu gehören vor allem TSHfreies T4 und je nach medizinischer Fragestellung auch freies T3. Besteht der Verdacht auf eine autoimmune Ursache wie Hashimoto's thyroiditis, können zusätzlich TPO-Antikörper wichtige Hinweise liefern.

Gleichzeitig ist wichtig zu wissen, dass nicht jede MĂĽdigkeit automatisch von der SchilddrĂĽse kommt. Auch EisenmangelVitamin-D-Mangel, hormonelle Veränderungen oder andere internistische Ursachen können ähnliche Beschwerden auslösen und sollten differenziert betrachtet werden.

Die wichtigste Botschaft bleibt deshalb: Ernährung kann den Körper unterstützen, Beschwerden teilweise lindern und den Alltag erleichtern. Sie ersetzt jedoch keine medizinische Diagnose, keine regelmäßige Verlaufskontrolle und keine individuell abgestimmte Therapie. Gerade bei hormonellen Erkrankungen macht oft nicht das Internet den Unterschied, sondern eine saubere medizinische Abklärung.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Veränderungen der Laborwerte sollte die Behandlung immer mit einer Ă„rztin oder einem Arzt abgestimmt werden.