Reisen

URLAUB FÜR NULL EURO: 5 Wege, wie du diesen Sommer kostenlos um die Welt reist

Der Sommer steht vor der Tür und wahrscheinlich wächst auch bei dir die Sehnsucht nach Sonne, Meer und ein paar Tagen fernab vom Alltag. Doch während die Vorfreude auf sonnige Zeit unter den Palmen steigt, sorgen die Preise für Hotels und Ferienwohnungen für Ernüchterung. Denn eine Woche Urlaub kann heute schnell ein kleines Vermögen kosten.

Dabei gibt es längst Möglichkeiten, die viele noch gar nicht kennen. Stell dir vor, du frühstückst mit Blick auf das Meer, wachst in einer Finca zwischen Olivenbäumen auf oder verbringst mehrere Wochen in einem Haus mit Pool, ohne für die Unterkunft bezahlen zu müssen.

Möglich machen das Modelle wie House Sitting, Pet Sitting oder Work Exchange. Statt Geld für Hotels auszugeben, tauschst du deine Zeit, deine Unterstützung oder bestimmte Fähigkeiten gegen einen Platz zum Wohnen. Mal kümmerst du dich um Haustiere, mal passt du auf ein Haus auf oder hilfst bei kleineren Aufgaben vor Ort.

Das spart nicht nur Geld. Oft lernst du ein Land auch viel intensiver kennen als bei einem klassischen Hotelurlaub. Wir zeigen dir fünf Möglichkeiten, wie du diesen Sommer günstig reisen und dabei an außergewöhnlichen Orten wohnen kannst.


1. Housesitting: Villa auf Santorini gegen Hundekraulen

Während andere für ihre Unterkunft bezahlen, wohnst du kostenlos in einem fremden Zuhause und kümmerst dich in dieser Zeit um Haus, Garten oder Haustiere. Das kann eine Wohnung in Barcelona sein, ein Landhaus in Frankreich oder sogar eine weiße Villa mit Pool auf Santorini.

So könnte dein Urlaub aussehen: Morgens gehst du mit einem Hund am Strand spazieren, tagsüber erkundest du die Umgebung und abends genießt du den Sonnenuntergang auf der Terrasse. Ganz ohne zusätzliche Unterkunftskosten.

Gut zu wissen: Zu den bekanntesten Plattformen gehören TrustedHousesitters und Nomador. Für die Nutzung fällt meist eine jährliche Mitgliedsgebühr an, dafür erhältst du Zugang zu Tausenden Angeboten weltweit. Daneben lohnt sich auch ein Blick in spezielle Facebook-Gruppen für House Sitting und Langzeitreisen, in denen regelmäßig private Gesuche und Angebote veröffentlicht werden.


2. Home Exchange: Tausche dein Zuhause gegen ein Loft in New York

Du denkst, deine Wohnung in Berlin, Hamburg oder Wien ist nichts Besonderes? Für jemanden aus Tokio, Paris oder Vancouver, der genau deine Stadt besuchen möchte, ist sie ein absoluter Hauptgewinn! Beim Haustausch wechselst du für die Urlaubszeit einfach deine vier Wände mit einer anderen Person.

Wie sieht das aus? Du packst deine Koffer, lässt deine Schlüssel für deine Tauschpartner da, fliegst nach Lissabon und lebst dort zum Beispiel in einer schönen Altbauwohnung direkt am glitzernden Tejo-Ufer. Oft wird sogar das Auto gleich mitgetauscht. Kosten für die Unterkunft: Exakt null Euro.

Dein Profi-Tipp: Die größte und sicherste Plattform dafür ist HomeExchange. Dank eines cleveren Punktesystems musst du nicht einmal zeitgleich tauschen. Du kannst auch jemanden in deine Wohnung lassen, während du selbst übers Wochenende bei Freunden bist, sammelst Punkte und löst diese später für ein Haus auf Bali ein.


3. Hand gegen Koje: Als Crew auf einem Segelboot durch die Karibik

Du liebst das Meer und das Gefühl von grenzenloser Freiheit? Unzählige private Skipper suchen regelmäßig Mitsegler für Urlaubs-Törns oder Atlantiküberquerungen. Und das Beste, du musst dafür keine erfahrene Seglerin sein! Oft reicht es völlig aus, wenn du an Bord beim Kochen, Segelsetzen oder der Nachtwache hilfst.

Wie sieht das aus? Du schläfst in einer Kabine auf einer Segelyacht, bereist die schönsten Buchten des Mittelmeers oder der Karibik und lernst das Segeln von der Pike auf. Du zahlst meistens nur deinen kleinen Anteil am Essen (die sogenannte Bordkasse), die Unterkunft auf dem Boot ist gratis.

Dein Profi-Tipp: Die besten und seriösesten Portale, um solche Skipper zu finden, heißen Findacrew oder Crewbay. Solche Plattformen arbeiten mit Bewertungen und ausführlichen Profilen, sodass du dir vorab ein genaues Bild von Crew und Skipper machen kannst.


4. Work-Travel im Surfcamp: Yoga & Strandleben gegen ein paar Stunden Hilfe

Wenn du Lust hast, neue Leute kennenzulernen, ein bisschen anzupacken und tief in die Kultur eines Landes einzutauchen, sind internationale Volontariats-Projekte perfekt für dich.

Wie sieht das aus? Du hilfst täglich für etwa 4 bis 5 Stunden in einem Öko-Resort in Portugal, an der Rezeption eines chilligen Surfcamps in Marokko oder bei der Olivenöl-Ernte auf einem Weingut in der Toskana. Als Gegenleistung bekommst du nicht nur ein kostenloses Zimmer, sondern oft auch die komplette Verpflegung gestellt.

Dein Profi-Tipp: Nutze die Plattformen Worldpackers oder Workaway. Dort inserieren Hostels, NGOs, Farmen und Yoga-Retreats weltweit. Dank des strengen Bewertungssystems siehst du sofort, wie glücklich andere Frauen vor dir dort waren.

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5. Facebook-Geheimtipps: Lokale Hilfe gegen idyllisches Landleben

Es muss nicht immer die große Plattform sein. Manchmal liegt das Urlaubsglück in ganz einfachen, persönlichen Deals. In vielen Ländern gibt es ältere Menschen oder vielbeschäftigte Familien, die Unterstützung im Alltag suchen.

Wie sieht das aus? Du übernehmst für eine Woche leichte Gartenarbeiten, streichst einen Zaun oder hilfst beim Aufbau einer Website und darfst dafür im gemütlichen Gästehaus auf dem Grundstück wohnen.

Dein Profi-Tipp: Suche auf Facebook gezielt nach Gruppen wie „Deutsche in Griechenland“„Auswanderer Portugal“ oder „Housesitting Spanien“. Poste dort eine sympathische Anzeige mit einem Bild von dir und beschreibe kurz, was du suchst und welche Fähigkeiten du mitbringst. Oft ergeben sich daraus die herzlichsten Begegnungen.


Günstig ans Ziel: So sparst du auch bei der Anreise

Auch bei der Anreise gibt es Möglichkeiten, deutlich zu sparen. Besonders innerhalb Europas können Mitfahrplattformen wie BlaBlaCar eine günstige Alternative zu Bahn oder Flugzeug sein. Oft lassen sich längere Strecken für einen Bruchteil der üblichen Reisekosten zurücklegen.

Flexibel reist du auch mit Fernbussen. Anbieter wie FlixBus verbinden mittlerweile Hunderte Städte in Europa und sind häufig deutlich günstiger als kurzfristig gebuchte Flüge.

Wer zeitlich flexibel ist, kann außerdem von Nachtzügen profitieren. Du sparst nicht nur eine Hotelnacht, sondern kommst oft direkt im Stadtzentrum an.

Besonders spannend für Abenteuerlustige sind sogenannte Repositionierungsfahrten. Dabei suchen Segelboote, Wohnmobilvermieter oder Bootsbesitzer Menschen, die Fahrzeuge oder Boote von einem Ort zum anderen bringen. Unterkunft und Transport sind dabei häufig bereits inklusive.


Sicherheit geht vor: Vertrauen ist gut, Verifizierung ist besser!

Bevor du dein Reise-Abenteuer startest, prüfe die Angebote genau. Nicht jede Möglichkeit eignet sich für jede Reisende und manche Modelle erfordern zeitliche Flexibilität oder die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Nutze am besten Plattformen mit einem etablierten Bewertungssystem. Bevor du zusagst, solltest du immer ein ausführliches Video-Telefonat mit deinen zukünftigen Gastgebern oder Tauschpartnern führen. Sprich außerdem mit Familie oder Freunden über dein Vorhaben und hinterlasse einer vertrauten Person die Adresse sowie die Kontaktdaten deiner Unterkunft. Auch ein kurzer Check der Adresse über Google Maps kann helfen, ein besseres Gefühl für die Lage zu bekommen.

Wenn sich dein Bauchgefühl auch nur im Geringsten unwohl anfühlt, sag ab. Ein echter Traumurlaub beginnt schließlich mit einem absolut sicheren Gefühl.


Koffer packen, Geld sparen, Welt entdecken

Vergiss diesen Sommer den Buchungs-Stress und die explodierenden Hotelpreise. Die Welt steht dir offen. Alles, was du brauchst, ist ein Koffer, ein Ticket und die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren. Wer sich darauf einlässt, kann nicht nur viel Geld sparen, sondern oft auch Orte entdecken, die sonst weit außerhalb des eigenen Reisebudgets liegen. Denn hinter vielen dieser Angebote steckt weit mehr als eine kostenlose Unterkunft. Sie ermöglichen Begegnungen, Einblicke und Erfahrungen, die in einem klassischen Hotelurlaub oft auf der Strecke bleiben.


47 Grad, Taliban & der Gedanke ans Aufgeben – das extreme Abenteuer von Maria und Philipp

8.000 Kilometer, zwei Kontinente, 22 Länder. Maria West und Philipp Springsguth haben das getan, wovon andere nur träumen. Sie haben ihr Leben in Sachsen auf zwei Fahrräder reduziert und sind einfach losgerollt. 100 Kilogramm wiegt das gesamte Gepäck. Kein Luxus, nur das Nötigste. Ein Zelt, Schlafsäcke und das unschätzbare Vertrauen in sich selbst und den Partner.

Das Chemnitzer Duo kämpfte sich bei 47 Grad durch den Gegenwind der usbekischen Wüste, radelte entlang der Küsten Südkoreas und fuhr bis nach Singapur mit ihrem gesamten Leben auf zwei Fahrrädern.

Nach zehn Monaten im Sattel sind Maria und Philipp zurück in Deutschland. Während sie wieder bei ihren Familien ankommen, sacken die Erlebnisse erst langsam ab. Plötzlich wird ihnen bewusst, wie viel Ballast man im Alltag anhäuft und wie wenig es eigentlich braucht, um wirklich glücklich zu sein.

Doch wer glaubt, das Abenteuer sei vorbei, kennt die beiden schlecht. Der Blick geht längst wieder nach vorn. Die Reisekasse wird neu gefüllt, der Motorradführerschein ist im Visier und das nächste Mammutprojekt wirft bereits seine Schatten voraus.

Für Healthy Lady sprechen Maria West und Philipp Springsguth über Erschöpfung am absoluten Limit, über Länder, die andere meiden bis zu Begegnungen mit der Taliban in Afghanistan, die sie nie vergessen werden.


Zwischen Mittagessen mit der Taliban, Aufgeben und unerwarteter Gastfreundschaft

Healthy Lady: Ihr seid durch Regionen gereist, um die die meisten Menschen einen großen Bogen machen. Ihr habt unter anderem Afghanistan mit dem Fahrrad durchquert. Wie fühlt es sich an, plötzlich mittendrin zu sein? Und vor allem: Wie liefen die Begegnungen mit der Taliban ab, wenn man sich dort plötzlich Auge in Auge gegenübersteht?

Philipp: Es war intensiv und völlig anders, als man es sich vorher vorstellt. Afghanistan hat eine komplett andere Kultur als die deutsche. Lauter, offener und ungefiltert. Das ist ungewohnt für unser Verständnis von Privatsphäre, die dort zu einer echten Rarität wurde. Aber gleichzeitig wurden wir mit Gastfreundschaft und ehrlich freundlichen Interaktionen überhäuft. Die Menschen im Land waren unglaublich nett zu uns, und das hat unsere Perspektive auf das afghanische Volk komplett verändert.

Im krassen Kontrast dazu stand die Interaktion mit der Taliban. Sie wirkten eher distanziert und vorsichtig. Aber bei den regelmäßigen Kontrollen an den Checkpoints gab es tatsächlich auch einige, die ein breites Lächeln auf dem Gesicht hatten, Maria die Hand gaben oder uns sogar zum Essen einluden.

Grenzkontrolle in Afghanistan: Philipp Springsguth (links) und ein weiterer Tourist (rechts) im Gespräch mit Taliban-Kämpfern an einem Checkpoint – ein Moment, der ihm bis heute im Gedächtnis geblieben ist. (Bild: M. West))

Healthy Lady: Bei einer solchen Route fährt das Risiko quasi im Gepäck mit. Gab es Momente, in denen euch die Angst gepackt hat?

Maria: Nein, denn Angst verbinden wir mit Kontrollverlust. Wir hatten Respekt, sei es vor den Erdrutschen in Pakistan oder vor den Interaktionen mit der Taliban. Wir haben in jeder Situation genau abgewogen, welches Risiko wir eingehen wollen, und uns am Ende immer auf unser Bauchgefühl verlassen.

„Dort, wo die Menschen am wenigsten besitzen, wurden wir am großzügigsten empfangen.“


Healthy Lady: Monatelang im Sattel unter extremen Bedingungen. Gab es auf dieser Reise jemals den Punkt, an dem ihr alles hinschmeißen und das Projekt abbrechen wolltet?

Philipp: Maria hat in Georgien darüber nachgedacht. Zentralasien war für sie ein Thema, das ihr Angst gemacht hat. Die Hitze, die Versorgungsmöglichkeiten, Lebensmittelhygiene und vieles mehr. Gepaart mit der Erschöpfung der ersten Monate durch Europa, Türkei und Georgien war das mental für sie ein Punkt, an dem sie stark gezweifelt hat. Mittlerweile ist sie sehr froh, dass sie drangeblieben ist, und Zentralasien war zwar sehr herausfordernd, aber gleichzeitig total bereichernd.


Lektionen in Menschlichkeit

Healthy Lady: Man reist ja oft mit bestimmten Klischees oder Bildern im Kopf, die man aus den Medien kennt. Gab es einen konkreten Ort oder eine Begegnung, die eure vorgefertigte Meinung über ein Land komplett auf den Kopf gestellt hat?

Philipp: Das afghanische Volk hat definitiv unseren Blick auf Afghanistan verändert. Die Menschen dort leben seit über 40 Jahren immer wieder in Krieg und unter Unterdrückung, und trotzdem schauen sie positiv in die Zukunft und hoffen auf bessere Zeiten. Ausgerechnet dort, wo die Menschen am allerwenigsten besitzen, wurden wir ständig und überall eingeladen. Die mentale Stärke und die Lebensfreude dieser Menschen haben uns tief beeindruckt.


Healthy Lady: Welche Begegnung unterwegs hat euch am meisten berührt?

Philipp: Es gab nicht die eine Begegnung, sondern viele kleine Momente der Menschlichkeit. Wir durften auf unserer Reise schon so viel Gastfreundschaft erfahren, und das ganz besonders in den ärmeren Ländern. Vor einigen Wochen wurden wir erst im vietnamesischen Hinterland von einem 10-jährigen Jungen mit dem Moped überholt. Er kam nach ein paar Minuten zurück und drückte mir einen Geldschein in die Hand (30 Cent). Komplett verdutzt wollte ich es ihm zurückgeben, aber er hat das nicht akzeptiert. Solche Momente berühren uns sehr und lassen uns viel nachdenken. Denn obwohl er weniger hat als wir, legt er viel mehr Wert darauf, uns zu begrüßen und ein Geschenk zu machen, als das Geld zu haben. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Großzügigkeit und Gastfreundschaft sind Werte, die wir in unserem Alltag viel aktiver leben wollen.

Von Deutschland durch Europa und Asien bis nach Singapur: Das Chemnitzer Duo durchquerte 22 Länder ausschließlich mit Muskelkraft auf zwei Fahrrädern. Zurück nach Deutschland ging es schließlich per Flugzeug. (Bild: P. Springsguth)

Routenplanung nach Bauchgefühl

Healthy Lady: Plant man so eine Route eigentlich bis ins Detail durch oder fährt man einfach auf gut Glück los?

Maria: Wir lieben es, mit dem Rad unterwegs zu sein. Grundsätzlich war es meistens so, dass wir uns Tagesziele setzten und diese so gut wie möglich versucht haben einzuhalten. Wenn die Strecke, aber besonders schön war und es viel zu sehen gab, entschieden wir uns auch manchmal, den Plan zu ändern. Die Reise lief nicht immer so, wie wir sie geplant haben, aber oft schöner, als wir es uns hätten ausmalen können. Wir sind sehr spontan und deshalb änderten wir häufig unsere Pläne, aber das machte es dann auch sehr besonders und aufregend, weil wir immer nach unserem Bauchgefühl gegangen sind.


Healthy Lady: Wie habt ihr euch eigentlich auf dieses Abenteuer vorbereitet? Gab es da ein striktes Trainingsprogramm für Körper und Geist?

Philipp: Wir haben super viele Ratschläge bekommen, wie wir uns bestmöglich auf diese Reise vorbereiten sollten. Allerdings verschwimmt das alles zwischen Arbeiten, Geld für die Reise sparen, Recherche und Equipment besorgen. Wir haben in den 10 Monaten der Vorbereitung oft nur funktioniert und uns wenig vorbereitet. Einen kleinen Versuch der körperlichen Vorbereitung hatten wir auf unserer Probetour durch Tschechien. Aber ehrlich gesagt hat uns das eher dabei geholfen zu sehen, was wir am Equipment noch optimieren können, und weniger körperlich. Das kommt mit der Zeit. Man wächst wortwörtlich rein und der Kopf kann das alles gar nicht richtig realisieren.

„Nach dieser Reise haben wir gemerkt, wie viel wir besitzen – und wie wenig wir davon wirklich brauchen.“


Healthy Lady: Beim Packen verfällt man ja schnell in den „Was-wäre-wenn“-Modus. Was davon habt ihr am Ende wirklich gebraucht und was war eigentlich völlig überflüssig?

Maria: Wir haben natürlich am Anfang viel zu viel mitgenommen und auch schon einiges wieder nach Hause geschickt. Zum Beispiel hatten wir zwei Solarzellen dabei, die wir genau dreimal in fünf Monaten genutzt haben. Und ein paar kleinere Sachen, die aber in Summe viel Platz weggenommen haben. Was wir wirklich gebraucht haben, waren natürlich die Fahrräder, unser Zelt sowie Schlafsack und Isomatten, Kochequipment, funktionale Kleidung, Sonnencreme, ein paar Hygieneartikel und Medikamente. Den Rest konnten wir oft improvisieren oder vor Ort besorgen. Ansonsten waren für uns auch die Kamera und die Drohne unerlässlich, mit denen wir unsere Reise dokumentiert haben.


Grüße aus Afghanistan: Seit 2020 gehen Maria West und Philipp Springsguth gemeinsam durchs Leben. Was als Beziehung begann, wurde schnell zu einer gemeinsamen Leidenschaft für Reisen und das Abenteuer. (Bild: M. West, P. Springsguth)

47 Grad, Gegenwind und Tage am absoluten Limit

Healthy Lady: Wenn man monatelang die Welt mit dem Fahrrad erkundet, läuft sicher nicht immer alles glatt. Was war denn rückblickend euer härtester Moment auf der Reise?

Philipp: Definitiv die Hitze und der Gegenwind in Usbekistan. Wir hatten teilweise bis zu 47 °C im Schatten, und in der Wüste schützte uns einfach nichts vor der Sonne. Wir haben unsere Etappen dann teilweise schon früh morgens begonnen, eine lange Mittagspause in einer Bushaltestelle eingelegt und sind erst abends weitergefahren.


Healthy Lady: Nach so vielen hunderten Kilometern im Sattel kann ich mir gut vorstellen, dass der Körper irgendwann einfach streikt. Wie seid ihr damit umgegangen?

Maria: Wir haben uns meistens gegenseitig motiviert. Wir haben dann viel darüber gesprochen und geschaut, ob wir unsere Route oder Ähnliches anpassen können. Wenn es gar nicht mehr ging, haben wir eine spontane Pause eingelegt. Das klingt jetzt so einfach, war aber oft mit Kompromissen verbunden. Wir haben uns manchmal selbst Druck gemacht, weil wir unsere Pläne einhalten wollten und unsere Pausen am liebsten an Orten gemacht hätten, die wir auch unbedingt sehen wollten. Aber wenn man keine Kraft mehr hat oder krank ist, kann man es einfach nicht erzwingen.


Das kostet Freiheit

Healthy Lady: Wie finanziert man sich so eine lange Reise, die über Monate geht?

Philipp: Wir haben vor Reisebeginn zehn Monate lang alles gespart, was nur möglich war. Das heißt, wir haben beide zwei Drittel unseres Gehalts beiseitegelegt und dadurch genug Geld für zwei Jahre angespart. Dafür mussten wir auf viel verzichten, wie Essen gehen, Freizeitaktivitäten und Ähnliches. Gleichzeitig haben wir geschaut, wie wir unsere alltäglichen Ausgaben optimieren können: Wir haben unnötige Abos und Verträge gekündigt, haben günstig gekocht und auch unser Equipment hauptsächlich gebraucht über Kleinanzeigen gekauft. Das war teilweise echt hart und hat uns viel abverlangt, aber mit dem Ziel der Radreise vor Augen haben wir das durchgestanden.

„Lieber bin ich ein kleines bisschen zu naiv und habe den Mut, einfach loszugehen, als alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen und am Ende nie zu starten.“


Healthy Lady: Während viele Menschen Sicherheit mit einem festen Job, einer Wohnung oder finanzieller Planbarkeit verbinden, habt ihr euch bewusst für ein Leben unterwegs entschieden. Was bedeutet Sicherheit für euch heute? Ist Freiheit am Ende teurer oder vielleicht sogar wertvoller?

Philipp: Für uns bedeutet Freiheit inzwischen auch Sicherheit. Nicht, weil alles planbar ist, sondern weil wir gelernt haben, dass wir auch mit wenig auskommen und trotzdem zufrieden sein können. Ein klassisches Leben mit festem Job, Wohnung oder Haus würde uns aktuell sogar mehr Druck machen als das Reisen selbst. Viele Menschen verbinden genau damit Sicherheit. Für uns entsteht Sicherheit eher aus dem Wissen, dass wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein.

Wir brauchen kein teures Auto und nicht jedes Jahr das neueste Handy. Wir investieren unser Geld lieber in Erfahrungen, die bleiben, statt in Dinge, die irgendwann ersetzt werden.

Unterwegs reisen wir bewusst Low Budget und passen unsere Ausgaben immer an das jeweilige Land an. In Japan haben wir zum Beispiel nur zweimal in einer Unterkunft geschlafen und den Rest der Zeit im Zelt verbracht. In anderen Ländern haben wir uns dafür häufiger ein Zimmer genommen. Genau diese Flexibilität macht für uns Freiheit aus.

Zelten in Kappadokien: Schon vor ihrer Fahrradreise sammelten Maria und Philipp Reiseerfahrung. Zehn Monate lang waren sie mit ihrem alten Camper „Wilma“ in Südeuropa und Marokko unterwegs. Doch irgendwann wollten sie mehr. (Bild: P. Springsguth)

Healthy Lady: Ist das Leben unterwegs wirklich günstiger?

Philipp: Das hängt immer davon ab, welche Ansprüche man an das Reisen stellt. Hotelzimmer oder Zelt? Essen gehen oder selber kochen? Für uns ist es unterwegs günstiger. Wir zahlen keine Miete, haben kaum Fixkosten und essen das, was es lokal gibt, also ist es für uns unterwegs günstiger.


Liebe auf engem Raum

Healthy Lady: Ihr wart monatelang rund um die Uhr zusammen unterwegs, auf engstem Raum, oft erschöpft, manchmal hungrig und ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Was hat diese Reise euch über eure Beziehung und über euch selbst als Paar gelehrt?

Maria: Wir waren es schon vor der Reise gewohnt, viel Zeit miteinander zu verbringen und eng zusammenzuleben und genau das haben wir immer geliebt. Trotzdem zeigt eine Reise wie diese noch einmal auf eine ganz andere Weise, worauf es in einer Beziehung wirklich ankommt.

Schon früh haben wir gelernt, dass Kommunikation für uns alles ist. Unterwegs gehören Müdigkeit, Hunger, Stress oder auch Unsicherheit ganz selbstverständlich dazu. Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, die eigenen Bedürfnisse ehrlich anzusprechen und dem anderen wirklich zuzuhören.

Was diese Reise uns vor allem gezeigt hat: Wir verzeihen heute schneller, nehmen viele Dinge nicht mehr so schwer und haben gelernt, auch in schwierigen Momenten als echtes Team zu funktionieren.


Zurück in Deutschland, aber längst noch nicht angekommen

Healthy Lady: Wenn ihr heute auf all die Kilometer, Herausforderungen und Begegnungen zurückblickt, würdet ihr diesen Weg noch einmal genauso gehen?

Philipp: Ja … und gleichzeitig auch nein. Vor unserer Reise haben uns viele gesagt, dass wir zu naiv an dieses Abenteuer herangehen. Gerade in der Vorbereitung hat uns das manchmal verunsichert und ehrlich gesagt auch Kopfzerbrechen bereitet. Heute sehen wir das anders. Rückblickend bin ich lieber ein kleines bisschen zu naiv und habe den Mut, einfach loszugehen, als alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen und am Ende nie zu starten.

Natürlich würden wir beim Equipment oder beim Gepäck heute einige Dinge anders machen. Aber genau das wissen wir auch nur, weil wir unterwegs Fehler gemacht, Dinge ausprobiert und daraus gelernt haben. Deshalb lautet die ehrliche Antwort: Ja – wir würden es genauso wieder tun. Denn genau diese Erfahrungen haben uns erst zu den Menschen gemacht, die wir heute sind.

„Was diese Reise uns vor allem gezeigt hat: Wir verzeihen heute schneller, nehmen viele Dinge nicht mehr so schwer und haben gelernt, auch in schwierigen Momenten als echtes Team zu funktionieren.“


Healthy Lady: Ihr habt innerhalb der letzen zehn Monaten 22 Länder besucht. Wie hat sich die Rückkehr nach Deutschland angefühlt nach so vielen Eindrücken aus der Welt? 

Philipp: Die Heimkehr hat sich ehrlich gesagt seltsam angefühlt. Nach zehn Monaten, 22 Ländern und all den Erfahrungen verändert man sich selbst und kommt dann zurück an einen Ort, an dem scheinbar alles gleich geblieben ist. Wir haben festgestellt wieviel wir doch eigentlich besitzen und wie wenig wir davon wirklich nutzen. Wir werden aber wahrscheinlich erst die nächsten Wochen so wirklich einordnen können, dass unsere Reise jetzt wirklich vorbei ist.


Healthy Lady: Habt ihr während der Reise euch wieder Jobs und eine Wohnung in Deutschland gesucht oder wo kommt ihr erstmal unter?

Maria: Wir haben uns noch keine Jobs gesucht, tun dies aber gerade. Die ersten Wochen kommen wir aber erstmal an und schneiden unsere Videos für YouTube. Wir haben eine Wohnung bei unserer Familie und konnten so nach dem Heimflug in unsere eigenen Betten fallen. 

Im Norden von Pakistan kämpfen sich Maria und Philipp mit ihren Rädern durch eine der spektakulärsten Landschaften ihrer Reise – festgehalten für ihre Community auf Social Media @philippundmaria. (Bild: P. Springsguth)

Healthy Lady: Kommt noch so ein Projekt wieder oder etwas ähnliches, wie „Mit dem Fahrrad um die Welt“? Was plant ihr?

Philipp: Wir sind mit dem Wissen nach Deutschland zurückgekehrt uns gleich auf die nächste Reise vorbereiten zu können. Sonst hätten wir wahrscheinlich unsere Reise in Asien weitergeführt, doch wir haben neue Pläne. 

Wir haben uns entschieden die nächste Reise mit dem Motorrad zu bestreiten und dafür stocken wir unsere Reisekasse auf und machen den Motorradführerschein. Starten wird diese in der ersten hälfte 2027 und es geht entweder einmal rund um  Afrika oder Südamerika, das entscheiden wir noch.


Healthy Lady: Nach 22 Ländern, unzähligen Kilometern und Momenten, die euch für immer geprägt haben, was würdet ihr Menschen sagen, die selbst von so einem Abenteuer träumen, sich aber bisher nie getraut haben, den ersten Schritt zu gehen?

Philipp: Das Wichtigste ist, einfach anzufangen. Das sagt wahrscheinlich jeder, aber es ist so. Triff eine Entscheidung, lege dir einen Zeitpunkt der Abreise fest und dann schau Schritt für Schritt, wie du deinen Traum umsetzen kannst. Ganz wichtig ist, die Angst oder den Respekt davor auch immer wieder ein Stück beiseitezuschieben. Es ist ganz normal, dass das aufkommt. Allerdings wird es so viel schöner und leichter, als man es sich vorstellt, und die Herausforderungen tauchen sowieso da auf, wo du es nicht planst.

Für den finanziellen Aspekt würden wir raten, sich mal intensiv mit allen Einnahmen und Ausgaben auseinanderzusetzen und alles auszusortieren, was man nicht wirklich braucht. Überlege, wie man die laufenden Kosten reduzieren kann, aber in einem Maß, in dem du es durchhalten kannst.

Und wenn es um Equipment geht, raten wir dir, dich an anderen zu orientieren. Es gibt einige Reisende, die Webseiten mit Equipmentlisten haben. Da kann man mal stöbern, schauen, was zu einem passt, vielleicht auch bei speziellen Fragen den Leuten eine Mail oder Nachricht auf Instagram schreiben.

Und wegen der Route können wir ganz klar empfehlen, sich einen groben Plan zu machen und den Rest offen zu halten, denn so hat man immer Raum für Spontanität, denn das meiste ergibt sich unterwegs.


„Sie sagten, wir seien verrückt.“ – Warum ein Paar sein sicheres Leben für 365 Inseln in der Karibik aufgab

Das Leben in der Karibik an Bord einer Yacht, begleitet vom Wind, der Sonne und dem sanften Rhythmus der Wellen, die gegen den Rumpf des Bootes schlagen. Für viele ist das nur ein ferner Traum. Für Aga und Paweł, das eingespielte Team von Sailing La Vision, ist es längst Realität. Während sie als gute Seele an Bord mit viel Herz und Intuition dafür sorgt, dass aus Fremden Freunde werden, lenkt er die Yacht als besonnener Kapitän mit ruhiger Hand und einer tiefen Leidenschaft für Abenteuer durch das kristallklare Wasser. Gemeinsam verkörpern sie eine inspirierende Botschaft. Freiheit fällt nicht einfach vom Himmel. Sie ist die Belohnung für all jene, die den Mut haben, ihren eigenen Kurs zu setzen.

Wo der feste Boden endet, beginnt die Vision

Heute begeben wir uns an Bord ihrer Yacht auf eine Reise zu den San-Blas-Inseln, einem tropischen Archipel aus rund 365 winzigen Eilanden, die wie Perlen im türkisfarbenen Meer vor der Küste Panamas verstreut liegen. Es ist ein Ort, der selbst erfahrenen Weltenbummlern den Atem raubt. Wer hier ankommt, merkt schnell, dass die Zivilisation weit entfernt ist. Hotels, Straßen und der Lärm der Stadt sucht man hier vergeblich. Es gibt nur Natur in ihrer ursprünglichsten Form, fast so, als wäre sie noch immer so erhalten, wie Gott sie schuf. Wer glaubt, das wahre Paradies liege auf den Malediven oder den Seychellen, wird hier eines Besseren belehrt. Wahre Schönheit braucht keine fünf Sterne und kein Blitzlichtgewitter.

Die Entscheidung, das sichere Land gegen den unberechenbaren Ozean einzutauschen, wirkt für viele wie Wahnsinn. Vielleicht ist sie das auch ein wenig. Doch genau dort, wo man den festen Boden unter den Füßen verliert, beginnt oft das eigentliche Leben. Die beiden Polen fanden den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Vor drei Jahren ließen sie ihr Stadtleben in Frankreich hinter sich, kündigten ihre sicheren Jobs, verkauften ihr Hab und Gut und tauschten die tägliche Routine gegen das Abenteuer des offenen Ozeans.

In Kolumbien, unter der heißen Sonne Südamerikas, fanden sie schließlich ihr Boot. Eine Yacht mit Geschichte, der sie mit viel harter Arbeit neues Leben einhauchten. Heute ist die Vision mehr als nur ihr Zuhause. Sie ist das Symbol für ihren Traum von Freiheit und einer selbstgeschriebenen Lebensgeschichte.

Vor der Küste Panamas, im autonomen Guna-Gebiet San Blas, ankert die Yacht von Aga und Paweł. (Foto: Aga & Pawel)

10 auf der Beaufortskala

Wer an Bord kommt, merkt schnell, dass dies kein gewöhnlicher Urlaub ist, sondern eine Erfahrung, die lange in Erinnerung bleibt. Schon der erste Morgen barfuß an Deck, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und dem Blick auf das endlose Blau, bringt eine Ruhe, die im Alltag oft fehlt. Mit ihrer Yacht bieten Aga und Paweł Segelreisen für kleine Gruppen aus aller Welt an. Die Tage verlaufen entspannt zwischen Segeln, Gesprächen unter freiem Himmel und Landgängen auf einsamen Inseln. Man taucht an Korallenriffen, erkundet den Dschungel oder besucht die Dörfer der Guna, die seit Generationen im Einklang mit der Natur leben.

Doch selbst über dem Paradies liegen manchmal Schatten, und sie werden von der wahren Herrscherin bestimmt, dem Wetter. An einem Tag schenkt sie Windstille und spiegelglattes Wasser, am nächsten erinnert sie kraftvoll daran, wer hier wirklich das Sagen hat. Wer ihre Zeichen ignoriert, merkt schnell, wie klein der Mensch gegenüber den Kräften des Ozeans ist.


Kampf gegen die Urgewalt

Healthy Lady: Ihr lebt inmitten einer wilden Natur, die euch nicht nur paradiesische Ausblicke schenkt, sondern auch gewaltige Kräfte entfesselt. Gab es Momente, in denen „10 Beaufort“ nicht mehr nur eine Zahl im Wetterbericht war, sondern purer Überlebenskampf?

Aga: Eigentlich ist die goldene Regel: Vermeide solche Situationen um jeden Preis, indem du die Wetterkarten im Auge behältst. Aber Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe. Wir sind schon mitten auf dem Meer in schwere Unwetter geraten. Wenn ich ehrlich bin, war das unsere eigene Schuld. Wir hatten den perfekten Moment für die Überfahrt nach Mexiko schlichtweg verpasst und sind erst losgekommen, als die Hurrikan-Saison eigentlich schon begonnen hatte.

Unser Ziel war noch 2000 Seemeilen weit weg und wir hatten keine Wahl: Wir mussten segeln, denn die einzige Alternative zu den nächtlichen Gewittern wären echte Hurrikans gewesen. Fast jede Nacht zogen diese Gewitterfronten auf. Ohne das Radar hätten wir keine Chance gehabt, ihnen irgendwie auszuweichen.

An einem Abend passierte es dann, wir saßen in der Falle. Von der Küste kam eine schwere Gewitterzelle herunter und vom offenen Meer schoben sich pechschwarze Wolkenwände auf uns zu. Es gab keinen Ausweg mehr. Wir waren zu dritt, drei polnische Yachten im Verbund, ganz dicht beieinander, um uns über Funk noch irgendwie hören zu können.

Und dann ging es los. Überall um uns herum schlugen die Blitze ein. Wir haben unsere Freunde völlig aus den Augen verloren und komplett die Orientierung verloren, weil plötzlich die gesamte Navigation ausgefallen ist. Ich konnte die Augen gar nicht mehr aufmachen, so sehr hat das gleißende Licht der Blitze geblendet, die direkt neben dem Boot ins Wasser krachten. In diesem Moment war ich mir sicher: Entweder trifft uns ein Blitz oder wir kollidieren bei dieser Sicht mit einer der anderen Yachten. Bis heute habe ich keine Ahnung, durch welches Wunder uns nichts passiert ist.

Gewitterfront vor der Küste Mexikos: Tropische Stürme entstehen oft innerhalb kurzer Zeit. Radar und aktuelle Wetterdaten helfen Seglern, gefährliche Zellen frühzeitig zu erkennen. (Foto Aga & Pawel)

Healthy Lady: Ihr habt mit der Vision fünf Länder Lateinamerikas durchquert – das klingt nach einem einzigen großen Abenteuer. Welches Erlebnis war für euch das schönste, welches das außergewöhnlichste und welches das schlimmste? Gibt es ein Land oder einen Ort, den ihr besonders ins Herz geschlossen habt oder der euch im Gegenteil eher abgeschreckt hat?

Paweł: Ein Abenteuer war es definitiv. Vor allem, weil wir vorher nie Kontakt zur Kultur Mittelamerikas oder Mexikos hatten. Als wir aufbrachen, sprachen wir nicht einmal Spanisch. Es ist eine einmalige Erfahrung, am eigenen Leib zu spüren, wie das Leben der indigenen Bevölkerung Amerikas wirklich aussieht.

Doch was uns immer am tiefsten in Erinnerung bleibt, ist die Natur. Das wohl schönste Phänomen, das wir je gesehen haben, ist die Biolumineszenz. Wir haben viel Zeit auf dem Pazifik verbracht, wo sie uns ständig begleitete. Auf unseren Nachtfahrten, erst in Richtung Mexiko und später nach Panama, hatten wir praktisch jede Nacht eine Logenplatz-Garantie für dieses Spektakel.

Nicht nur das Wasser, das am Bug der Yacht aufspritzte, leuchtete – auch alles, was die Meerestiere unter der Oberfläche bewegten. Wir werden niemals den Anblick der Delfine vergessen, deren Umrisse durch das Leuchten so klar erkennbar waren, als wären sie mit Licht gemalt. Reine Magie. Das Schlimmste hingegen sind die Gewitter, von denen wir schon erzählt haben. Die Natur ist unberechenbar und sie hat uns schon einige Male ordentlich zugesetzt.

Aga: Wir werden niemanden überraschen, wenn wir sagen, dass San Blas unser absoluter Lieblingsort ist. Aber fast genauso weit oben in unserem persönlichen Ranking steht der Golf von Kalifornien in Mexiko. Das ist die absolute Einöde – eine einzige, riesige Wüste voller Kakteen. Jeden Winter kommen Wale aus Alaska in das Mar de Cortés, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Dazu kommen Walhaie, ganze Schwärme von Rochen und Seelöwen. Nirgendwo sonst haben wir eine so unglaubliche Vielfalt an Wildtieren erlebt.

Einen weiten Bogen machen wir hingegen um typische Touristenorte, die klassischen Resorts. Wir haben uns die Yacht schließlich nicht gekauft, um unsere Zeit in Menschenmassen zu verbringen.


Healthy Lady: Habt ihr eigentlich keine Angst vor wilden Tieren oder Tropenkrankheiten? Gab es mal eine Begegnung, die euch so richtig in den Knochen steckt?

Aga: Natürlich haben wir Respekt, aber wir lassen uns die Weltreise nicht von der Angst diktieren. Wir sind gegen alles geimpft, was geht, sprühen uns fleißig mit Insektenschutz ein und halten zu gefährlichen Tieren lieber Sicherheitsabstand. In den Dschungel gehen wir zum Beispiel nur mit einheimischen Guides – die sehen eine Schlange schon meilenweit gegen den Wind, während wir noch ahnungslos durchs Gebüsch stolpern.

Aber manchmal halten die wilden Tiere eben keinen Abstand, sondern kommen direkt zu uns an Bord. Als wir gerade von Kolumbien nach Panama rübergekommen waren und in einer gottverlassenen Bucht vor Anker lagen, hatten wir plötzlich einen blinden Passagier auf der Vision. In einem kleinen Staufach ganz vorne am Bug hockte ein Wesen, das aussah wie eine Kreuzung aus Katze, Lemur und Affe. Wir hatten keine Ahnung, was das war.

Wir waren auch ehrlich gesagt nicht mutig genug, das Vieh einfach anzupacken und an Land zu bringen. Also sind wir mit dem Dinghy zu zwei Pfahlhütten rübergerudert, wo ein paar Guna-Indianer lebten, und haben sie um Hilfe gebeten. Die verstanden zwar kaum ein Wort, aber für ein paar Kekse und eine Cola waren sie dabei.

Doch stell dir meine Augen vor, als die Indianer plötzlich völlig panisch vom Staufach zurückwichen und laut „Diablo!“ schrien. Unser flauschiger Gast dachte nämlich gar nicht daran, das Schiff kampflos zu räumen. Er schoss aus seinem Versteck, fauchte uns an und fuhr die Krallen aus. Er baute sich auf den Hinterbeinen an der Reling auf und machte sich so groß er konnte – ein richtiges kleines Monster.

Ich weiß nicht, was wir gemacht hätten, wenn er uns angegriffen hätte. Aber zum Glück hat er seine Siegchancen wohl nicht so hoch eingeschätzt und ist mit einem Satz über Bord gesprungen. Wir haben dann noch eine halbe Stunde lang mit weichen Knien beobachtet, wie seine Augen im Dunkeln im Wasser leuchteten, bis er endlich im Gebüsch verschwand.

Das Beste kommt aber noch: Hinterher haben wir herausgefunden, dass unser „gefährliches Biest“ ein Wickelbär war. Ein kleiner Verwandter des Waschbären, der sich fast nur von Honig und Obst ernährt. Aber ich sag dir: In dieser Nacht sah er alles andere als süß aus!

Ein Wickelbär (Kinkajou), ein nachtaktiver Bewohner der mittelamerikanischen Regenwälder. Mit einer bis zu 20 Zentimeter langen Zunge und einem kräftigen Greifschwanz bewegt er sich lautlos durch die Baumkronen und ernährt sich vor allem von Früchten, Nektar und Honig. Für Menschen ist er in der Regel nicht gefährlich, doch fühlt er sich bedroht, kann er mit scharfen Krallen und kräftigen Bissen überraschend wehrhaft reagieren.

Alles auf eine Karte

Healthy Lady: Wie kam es zu der Idee, ein so ungewöhnliches Leben zu führen und das sichere Leben an Land gegen ein Leben auf dem Meer einzutauschen? Was habt ihr in Europa außer euren Familien zurückgelassen?

Paweł: Die Idee kam ganz unerwartet bei einem Firmenevent. Ich war für ein Wochenende auf den Masuren segeln und mir wurde wieder bewusst, wie viel Freude das Segeln macht. Ich begann mich zu fragen, ob wir uns vielleicht ein eigenes Boot leisten könnten. Auf der Suche nach Antworten stieß ich auf YouTube-Kanäle von Menschen, die dauerhaft auf ihren Booten leben und ihr Leben auf See dokumentieren. Das war ein echter Wendepunkt.
Bis dahin wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass man auf einem Segelboot auch wirklich dauerhaft wohnen kann. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich alles über das Segeln und die Reparatur von Yachten lernen musste. Und natürlich musste ich Aga davon überzeugen, unser ganzes Leben umzukrempeln. Irgendwie war ich mir sicher, dass das funktionieren würde.

Die nächsten Jahre verbrachten wir damit, unseren Plan immer weiter auszuarbeiten. Im Mai 2022 fanden wir schließlich die Vision. Eigentlich hatten wir nie vor, ein Boot außerhalb Europas zu kaufen, schon gar nicht in Kolumbien. Aber manchmal entscheidet das Leben selbst über den Kurs. Die Idee, schrittweise auf ein Boot zu ziehen und gleichzeitig weiter zu arbeiten, war damit vom Tisch. Wir setzten alles auf eine Karte. Wir kündigten unsere Jobs, verkauften unser Auto, packten unser Leben in vier Koffer und flogen im November nach Südamerika, ohne Rückflugticket. Ein kleiner Vorteil war, dass wir schon einige Jahre zuvor Polen verlassen hatten und inzwischen in Frankreich lebten. Die Distanz zu Familie und Freunden kannten wir also bereits. Wir führten dort ein komfortables Leben und arbeiteten beide in Managementpositionen. Gerade deshalb war die Entscheidung, alles hinter uns zu lassen, für unser Umfeld wohl der größte Schock.


Healthy Lady: Wie plant man überhaupt eine solche Auswanderung? Wo fängt man an, wenn man sein bisheriges Leben hinter sich lassen möchte?

Paweł: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht mit Geld beginnt. Segeln und um die Welt reisen klingt natürlich sehr romantisch, aber ohne die nötigen finanziellen Mittel wäre das alles nicht möglich. Einen Segelboot zu besitzen und zu betreiben ist teuer. Wir scherzen oft mit Freunden darüber, dass es völlig egal ist, wie viel Geld man für ein Boot einplant. Am Ende gibt man sowieso alles aus, was man hat.

Unsere Vorbereitung begann mit viel Recherche. Wir wollten genau wissen, wie viel das Leben in den Ländern kostet, die wir besuchen wollten, und welche Ausgaben beim Unterhalt eines Segelboots auf uns zukommen würden. Dann haben wir das auf unsere Arbeitszeit umgerechnet und festgestellt, dass wir in zwei bis drei Jahren genug Geld sparen könnten, um etwa zwei Jahre auf Reisen zu leben. Danach mussten wir unseren Plan nur noch konsequent umsetzen. In dieser Zeit nahmen wir an mehreren Segeltörns in warmen Gewässern teil und machten unseren Segelschein in Kroatien. Als wir schließlich das Gefühl hatten, zumindest ein bisschen Erfahrung gesammelt zu haben, kauften wir die Vision. Unser erster Törn allein brachte uns allerdings schnell wieder auf den Boden der Tatsachen. Wir mussten ihn abbrechen und in den Hafen zurückkehren. Da wurde uns klar, dass uns noch eine Menge Erfahrung fehlte.


Healthy Lady: Wie sah der Tag aus, an dem ihr Europa endgültig verlassen habt? Gab es Menschen, die versucht haben, euch von diesem Schritt abzuhalten? Wie haben eure Familien auf diesen „verrückten“ Plan reagiert, auf einem Boot in Südamerika zu leben?

Aga: Paweł hat seiner Familie von Anfang an von dieser Idee erzählt. Natürlich waren sie zunächst skeptisch, aber wir wussten immer, dass wir auf ihre Unterstützung zählen können. Ich selbst habe meinen Eltern von unserem verrückten Plan erst einen Tag vor unserem Flug erzählt, als wir nach Kolumbien reisen wollten, um uns eine Yacht anzusehen. Erst wenn sie dieses Interview lesen, werden sie erfahren, dass unsere ganze Geschichte eigentlich schon zwei Jahre früher begonnen hat. Zu meiner großen Überraschung hat jedoch niemand versucht, uns von unserer Entscheidung abzubringen. Natürlich hielten uns alle ein bisschen für verrückt, aber gleichzeitig haben sie uns sehr dabei unterstützt, diesen Traum zu verwirklichen.

Der Tag unserer Abreise verlief allerdings ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Eigentlich sollte mein Vater mit uns nach Kolumbien fliegen, um uns sowohl technisch als auch moralisch zu unterstützen. Doch drei Wochen vor dem Abflug erlitt er einen Schlaganfall und musste ins Krankenhaus. Eine Körperseite war gelähmt. Von einem Tag auf den anderen bat ich meinen Chef um die Möglichkeit, vorübergehend aus Polen zu arbeiten. Die letzten Wochen in Europa verbrachte ich daher bei meinem Vater auf der neurologischen Station. Währenddessen regelte Paweł noch die letzten Dinge in Frankreich und packte all unser Hab und Gut in unseren Opel. Als wir schließlich in Polen ankamen, blieb kaum Zeit. Wir packten nur noch unsere Sachen um und verabschiedeten uns von der Familie. Bis zum letzten Moment wusste ich nicht, ob ich wirklich fliegen oder den Flug verschieben sollte. Es war keine leichte Entscheidung, und ich habe noch lange danach mit ihr gerungen.

In Frankreich kündigten die beiden Polen ihre Managerkarrieren und tauschten Büro, Termine und Großstadt gegen ein selbstbestimmtes Leben auf See. (Foto: Aga & Pawel)

Ein Zuhause, das man sich selbst bauen musste

Healthy Lady: Wie habt ihr eure Yacht gefunden? War es Liebe auf den ersten Blick? Was habt ihr gedacht, als ihr sie zum ersten Mal gesehen habt? Wusstet ihr sofort, dass sie einmal euer Zuhause sein würde?

Aga: Unter Seglern gibt es ein bekanntes Sprichwort. Ein Bootseigner lächelt nur zweimal. Das erste Mal, wenn er das Boot kauft, und das zweite Mal, wenn er es verkauft. Wir hörten diesen Satz zum ersten Mal von anderen Seglern, denen wir voller Begeisterung erzählten, dass wir eine wirklich tolle Yacht gefunden hatten, die angeblich nicht viel Arbeit brauchen würde. Schon nach den ersten Tagen in der Werft verstanden wir, was sie damit meinten. Am Anfang waren wir aber einfach voller Begeisterung.

Die Vision entdeckten wir schließlich in einer Facebook-Gruppe. Zuerst waren wir eher zurückhaltend, vor allem wegen der großen Entfernung. Am Ende überzeugte uns jedoch, dass die Yacht viele Punkte auf unserer Wunschliste erfüllte und der Besitzer bereit war, über den Preis zu verhandeln. Relativ spontan entschieden wir uns, nach Kolumbien zu fliegen, um sie uns anzusehen. Ehrlich gesagt hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass genau diese Yacht unser neues Zuhause werden könnte. Wie wichtig mir das war, wurde mir erst richtig bewusst, als bei der technischen Inspektion in der Werft plötzlich mehrere Mängel auftauchten, von denen wir vorher nichts gewusst hatten. Plötzlich stand der Kauf der Vision wieder auf der Kippe.


Healthy Lady: Ihr habt die Vision selbst renoviert und wieder instand gesetzt. Was war dabei am schwierigsten? Wann hattet ihr das Gefühl, dass sie wirklich euer Zuhause geworden ist?

Paweł: Wir hatten erwartet, dass es mit einem Boot ähnlich ist wie mit einem Auto oder einer Hausrenovierung. Man findet überall Fachleute, die die Arbeit übernehmen. Die Realität sah jedoch ganz anders aus. In diesem Teil der Welt ist die Arbeitskultur kaum mit der in Europa zu vergleichen. Niemand hat es eilig und nur selten fühlt sich jemand wirklich verantwortlich. Das war für uns schwer zu akzeptieren, vor allem weil es um unser gesamtes Hab und Gut ging. Schritt für Schritt begann ich deshalb, jedes System an Bord selbst zu verstehen. Ich reparierte jede Störung selbst und plante gleichzeitig weitere Verbesserungen. Am einfachsten waren für mich die Arbeiten an der Elektrik, weil ich in diesem Bereich studiert habe. Am schwierigsten bleiben bis heute Reparaturen am Dieselmotor.

Zum Glück haben wir auf unserem Weg viele großartige Menschen kennengelernt, die ihr Wissen mit uns geteilt und uns immer wieder geholfen haben. Auch dank dieser anderen Segler fühlten wir irgendwann, dass dies nun unser Platz auf der Welt ist. Ein Leben in einer so engen Gemeinschaft hatten wir zuvor noch nie erlebt. Wenn jemand ein Problem hat, lassen hier alle anderen alles stehen und liegen und helfen. So ist mit der Zeit unsere große Cruisers Familie entstanden.

Paweł bei Wartungsarbeiten am Rumpf der „Vision“. Auf Langfahrt gibt es keinen Pannendienst. Reparaturen und technische Instandhaltung müssen selbst übernommen werden, oft fernab jeder Infrastruktur. (Foto: Aga)

Healthy Lady: Gab es Momente des Zweifelns? Zeiten, in denen ihr eure Entscheidung bereut habt?

Aga: Natürlich. Am Anfang gab es kaum eine Woche, in der ich mich nicht gefragt habe, was uns eigentlich geritten hat. Ständige Reparaturen, immer neue Baustellen, wechselndes Wetter und Probleme mit Behörden. So hatten wir uns unsere Reise nicht vorgestellt. Nach ein paar Monaten wurde es langsam besser. Trotzdem kam irgendwann der Punkt, an dem die Vision sogar auf einer Verkaufsplattform landete. Heute wissen wir, dass fast alle Cruiser diese Phase erleben. Ganz egal, wie gut sie sich auf dieses Leben vorbereitet haben.


San Blas – dort, wo die Zeit stehen geblieben ist

Healthy Lady: Warum gerade San Blas? Was ist an diesem Ort so besonders? Wie sind die Menschen, die dort leben? Wie sieht das Leben unter den indigenen Bewohnern, den Guna-Indianern, aus?

Paweł: Wir sind eigentlich eher zufällig hier gelandet. Wie die meisten Europäer hatten wir zuvor noch nie von diesem Archipel gehört. Ursprünglich wollten wir zu den Bahamas und weiter in die östliche Karibik segeln. Als wir jedoch bereit waren, Kolumbien zu verlassen, war es bereits zu spät, um noch in diese Richtung aufzubrechen.

In der Gegend um Cartagena beginnen im Winter starke Winde zu wehen, die das Segeln sehr schwierig machen. Andere Segler rieten uns deshalb, die Richtung zu ändern und mit den Wellen nach Panama zu segeln. Zuerst landeten wir in einer Bucht an der Grenze zwischen Kolumbien und Panama. Das Festland ist von dichtem Dschungel bedeckt, durch den sich Migranten ihren Weg bahnen, die versuchen, in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Nur auf einigen wenigen haben die indigenen Bewohner ihre Dörfer gebaut. In den drei Wochen, die wir dort verbrachten, sahen wir nur eine einzige Yacht. Kein Wunder also, dass wir überall, wo wir auftauchten, großes Interesse bei den Einheimischen auslösten.

Ganz ungeplant nahmen wir in einem der größten traditionellen Dörfer an den Feierlichkeiten zum 98. Jahrestag der Revolution in Guna Yala teil. Wir sahen eine Nachstellung der Kämpfe mit der panamaischen Polizei, hörten Musik auf Instrumenten, die an Panflöten erinnerten, und beobachteten Frauen der Guna, die im Rhythmus dieser Musik tanzten. Als das Programm schließlich den Punkt erreichte, an dem überall selbst gebrannter Alkohol ausgeschenkt wurde, beschlossen wir, dass es Zeit war, zu unserer Vision zurückzukehren. Danach segelten wir weiter nach Westen entlang der Küste und erreichten schließlich die Bucht von San Blas, also den bekanntesten Teil von Guna Yala. Vor uns lag kristallklares Wasser, weite Korallenriffe und noch mehr unbewohnte Inseln. Wieder einmal hatte das Schicksal unseren Kurs bestimmt. Dieses Mal waren wir ihm dafür jedoch sehr dankbar. Es ist ein einzigartiger Ort und wir empfinden es als großes Privileg, ihn noch erleben zu dürfen, bevor er eines Tages vielleicht im Meer verschwindet.

Frauen der Guna-Gemeinschaft in Guna Yala (Panama) mit handgefertigten Molas – kunstvolle Stoffapplikationen, die Teil ihrer traditionellen Tracht und zugleich eine wichtige Einkommensquelle sind. (Foto: Aga)

Healthy Lady: Wie würdet ihr die Natur dort beschreiben? Die Tiere, das Meer und den Rhythmus des Lebens? Und worin unterscheidet sich das Leben in Südamerika von dem in Europa?

Aga: Im Alltag begegnen wir vor allem der Meeresfauna. An fast jedem Korallenriff sieht man bunte Fische, schlafende Haie und Langusten, die sich unter Steinen verstecken. Im flachen Wasser rund um die Inseln liegen oft orangefarbene Seesterne und verschiedene Arten von Rochen. Bei ihnen muss man besonders vorsichtig sein, damit man nicht versehentlich auf einen tritt. Das kann sehr schmerzhaft enden. Manchmal begleiten uns auch Delfine, die auf der Bugwelle des Bootes surfen, und Meeresschildkröten, die auf den Unterwasserwiesen grasen. Im Dschungel kann man mit etwas Glück Vögel, Affen, Faultiere und sogar Krokodile entdecken.

Vor allem wegen dieser Natur unterscheidet sich das Leben in Mittelamerika stark von dem in Europa. Hier hängt vieles vom Wetter und von den Jahreszeiten ab. Wenn die Regenzeit beginnt, weiß man zum Beispiel, dass viele Straßen unpassierbar werden können. Viele Menschen leben unter einfachen Bedingungen und haben nur wenige Perspektiven auf Veränderung. Trotzdem sind sie sehr offen und hilfsbereit. In den kleineren Orten kennt man sich meist untereinander und begegnet sich mit großer Herzlichkeit.


Healthy Lady: Und wie schmeckt das Paradies? Was isst man auf den Inseln und was sollte man unbedingt probieren?

Paweł: Auf den Tellern in San Blas steht ganz klar die Languste im Mittelpunkt. Das ist ein großer Krebs, der dem Hummer ähnelt. Außerdem werden viele verschiedene Fische, Krabben und Meeresschnecken gegessen. Eine Beilage, die man unbedingt probieren sollte, sind Patacones, also frittierte Kochbananen, sowie Kokosreis.

Wir empfehlen jedem auch frisches Kokoswasser direkt aus der Nuss zu trinken und das weiche Fruchtfleisch zu essen. Wusstest du, dass eine einzige Kokosnuss mehr als tausend Kalorien haben kann. Sie kann problemlos eine ganze Mahlzeit ersetzen. Etwas, das wir selbst noch nicht probiert haben, ist Krokodilfleisch. Wir wissen, dass einige ältere Mitglieder der Guna es noch zubereiten, doch heute gehört es nicht mehr zum alltäglichen Essen.


Healthy Lady: Lateinamerika gilt oft als gefährlich. Wie erlebt ihr das selbst? Fühlt ihr euch dort sicher? Gibt es Orte, die man besser meiden sollte?

Aga: Während unserer Reise waren wir in Ländern, die häufig als besonders gefährlich gelten. Dazu gehören El Salvador, Panama, Mexiko und Kolumbien. Wir kennen zwar keine genauen Statistiken zur Kriminalität, aber in den drei Jahren unserer Reise haben wir keine einzige unangenehme Situation erlebt.

Natürlich sollte man immer gesunden Menschenverstand handeln und zum Beispiel Orte meiden, an denen mit illegalen Substanzen gehandelt wird. Die meisten Einheimischen wissen auch sehr gut, dass es ihrer Gemeinde finanziell schaden würde, wenn Touristen Probleme bekommen. Deshalb werden Besucher in der Regel respektvoll behandelt.


Healthy Lady: Viele Menschen glauben, Piraten gäbe es nur noch in Geschichten. Wie sieht die Realität heute aus? Seid ihr auf euren Reisen schon einmal auf Piraterie gestoßen?

Paweł: Leider ja. Es gibt sogar Onlinekarten, auf denen verschiedene Zwischenfälle auf See eingetragen werden. In unserer Region muss man besonders an der Karibikküste von Nicaragua vorsichtig sein. Wir haben Geschichten über Fischerboote gehört, die dort Segelboote verfolgen. Die beste Möglichkeit, sich davor zu schützen, ist außerhalb ihrer Reichweite zu segeln. Diese Boote haben keine Segel und können sich nur so weit vom Ufer entfernen, wie ihr Treibstoff reicht. Überraschend viele Zwischenfälle werden übrigens auch aus Thailand gemeldet. Man muss allerdings bedenken, dass als Piraterie jede unerlaubte Annäherung oder jedes Eindringen in ein Boot gilt. Dazu gehören auch Diebstähle von Booten, die in Marinas liegen.

Wir selbst gerieten vor etwa zwei Jahren in eine merkwürdige Situation in der Nähe von Nicaragua, allerdings auf der Pazifikseite. Ein großes Fischerboot näherte sich nachts gefährlich dicht dem Boot eines Freundes, blendete ihn mit starken Lichtern und reagierte nicht auf Funkrufe. Als wir etwas Abstand gewinnen konnten, schalteten wir alle Lichter aus und änderten unseren Kurs, damit sie uns in der Dunkelheit nicht mehr finden konnten. Bis heute wissen wir nicht, was ihre Absicht war, aber sie verfolgten uns fast eine Stunde lang.


Eine Einladung ins Paradies

An Bord der „Vision“ kocht Aga für ihre Gäste selbst. Auf den Tisch kommen frische, gesunde Gerichte mit tropischen Früchten aus San Blas und Fisch aus dem karibischen Meer. (Foto: Pawel)

Healthy Lady: Wann kam euch die Idee, euren Traum mit anderen zu teilen und Segelreisen für Gäste anzubieten?

Aga: Der Gedanke war eigentlich von Anfang an irgendwo im Hinterkopf. Trotzdem wollten wir zuerst selbst entdecken, was diese Region alles zu bieten hat, bevor wir die ersten Gäste einladen. Irgendwann standen wir vor einer Entscheidung. Segeln wir mit unseren Freunden weiter nach Französisch-Polynesien, bleiben wir in Mexiko oder kehren wir nach Panama zurück. Wir hatten nicht das Gefühl, dass der richtige Moment für die Überquerung des Ozeans schon gekommen war. Nach mehr als einem Jahr im Land der Tacos brauchten wir außerdem eine Veränderung. Also beschlossen wir, an einen der schönsten Orte der Welt zurückzukehren, nach San Blas, und dieses Abenteuer mit anderen Menschen zu teilen.


Healthy Lady: Was erwartet die Gäste während eines solchen Segeltörns?

Aga: San Blas besteht aus 365 palmengesäumten Inseln, von denen nur etwa vierzig bewohnt sind. Unsere Gäste erwarten dort weiße Sandstrände, kristallklares Wasser, Korallenriffe, frische Kokosnüsse, dichter Dschungel und die Kultur der indigenen Bewohner dieser Region, des Volkes der Guna. Wir sind überzeugt, dass es keine bessere Art gibt, diesen Ort zu erleben, als auf einer Yacht. In Guna Yala gibt es keine Hotels, keine Straßen und keinen Massentourismus. Unter Segeln können wir Inseln erreichen, die von Tagesausflügen aus Panama City gar nicht angesteuert werden. Obwohl dies einer der letzten unberührten Orte der Welt ist, lässt sich San Blas relativ leicht erreichen. Transportunternehmen holen Besucher morgens direkt von ihrem Hotel in Panama City ab. Anschließend geht es mit einem Schnellboot direkt zu unserer Yacht.

Mit unseren Gästen stehen wir bereits einige Wochen vor Beginn des Törns in Kontakt, um bei den Vorbereitungen zu helfen und Fragen zu beantworten. Am einfachsten erreicht man uns über unsere sozialen Netzwerke auf Instagram und Facebook, über WhatsApp oder über unsere Website sanblas.pl.

Gäste der „Vision“ erleben San Blas vom Wasser aus – mit Stopps in abgelegenen Buchten, Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln sowie unmittelbarer Nähe zur Natur. (Foto: Aga & Pawel)

Healthy Lady: Wie viel kostet eine Reise mit Sailing La Vision und was ist im Preis enthalten?

Aga: In dieser Saison hängt der Preis für einen Aufenthalt auf der Vision von der gewählten Kabine ab. Ein Platz in der kleineren Kabine mit Etagenbett kostet 1050 US Dollar pro Person. Die größere Kabine mit Doppelbett kostet 1350 US Dollar pro Person. Für Paare, die mehr Ruhe und Privatsphäre wünschen, bieten wir auch private Törns für 1750 US Dollar pro Person an. Im Preis enthalten sind zehn Übernachtungen in der gewählten Kabine mit Zugang zu einem privaten Bad, Frühstück, die Betreuung durch den Kapitän, eine Einführung ins Segeln sowie der Service einer Stewardess. Dazu gehören die Versorgung der Yacht mit Lebensmitteln, Kochen und Reinigung.

Außerdem bieten wir auch andere Yachten an, darunter einen geräumigen Katamaran mit glutenfreier Verpflegung. Das ist eine ideale Option für Menschen mit Zöliakie. Alle Törns werden von Personen geführt, die dieses Revier sehr gut kennen. So fühlen sich unsere Gäste sicher und können sicher sein, mit uns die schönsten Orte des karibischen Archipels San Blas zu entdecken. Wir laden alle herzlich ein, noch in dieser Saison mit uns zu segeln. Die Saison dauert bis Mai.


Der Ozean lehrt Demut

Healthy Lady: Was hat euch das Leben auf dem Meer über euch selbst und über die Welt gelehrt?

Paweł: Vor allem Respekt vor den Naturgewalten. Es spielt keine Rolle, wie gut dein Boot ist oder wie erfahren du als Segler bist. Meer und Wind können jederzeit zeigen, wer stärker ist. Wir mussten akzeptieren, dass unser Leben stark vom Wetter abhängt. Das ist eine große Lektion in Demut. Außerdem haben wir mit eigenen Augen gesehen, wie Menschen in ärmeren Teilen der Welt leben. Dadurch haben wir noch mehr verstanden, wie privilegiert wir allein durch die Tatsache sind, in Europa geboren zu sein.

Aga: Und wir haben gelernt, uns wirklich aufeinander zu verlassen. Auf einer Yacht sind wir ein Team, in dem jeder seine Aufgaben hat. Wir müssen beide unseren Teil erfüllen, denn davon hängen unsere Sicherheit und unser gemeinsames Leben an Bord ab.


Healthy Lady: Wie definiert ihr heute Glück nach so vielen Jahren auf dem Ozean? Wie beeinflusst das gemeinsame Leben auf dem Wasser eure Beziehung?

Paweł: Glück bedeutet für mich ein Boot, das in einer schönen, ruhigen Bucht vor Anker liegt, und ein kaltes Bier beim Sonnenuntergang. Dazu kommen unsere Freunde von den anderen Booten, mit denen wir Zeit verbringen können. Nach ein paar Jahren auf dem Meer freuen wir uns vor allem über die kleinen Dinge. Manchmal reicht schon der Gedanke, dass auf dem Boot gerade nichts kaputtgegangen ist.

Das Projekt Yacht ist auch ein großer Test für eine Beziehung. Alles, was auf einem Boot passieren kann, wird früher oder später auch passieren. Darauf waren wir am Anfang nicht vorbereitet. Die vielen Reparaturen, Pannen und Planänderungen haben uns oft überfordert. Es gab niemanden um uns herum, der uns helfen konnte. Meist waren nur wir beide da, und manchmal kam dabei auch viel Frust zum Vorschein. Nach drei Jahren können wir aber sagen, dass wir diese Prüfung bestanden haben. Schließlich sind wir immer noch zusammen.

San Blas vor der Küste Panamas umfasst rund 365 Koralleninseln, von denen nur etwa 40 bewohnt sind. Viele ragen nur wenige Meter über den Meeresspiegel hinaus – ein fragiles Ökosystem im Herzen der Karibik. (Foto: Aga & Pawel)

Healthy Lady: Viele Menschen sprechen von einer besonderen Energie an bestimmten Orten der Welt, zum Beispiel in Mexiko oder Thailand. Spürt ihr so etwas auch auf dem Meer in San Blas? Wenn ja, wie würdet ihr diese Energie beschreiben?

Aga: Menschen, die schon einmal weit draußen auf dem Meer gesegelt sind, werden verstehen, was ich meine. Alle anderen können es sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen. Im Ozean liegt etwas Magisches. In den Sonnenuntergängen, im offenen Wasser und darin, dass am Horizont kein Land zu sehen ist.

Ich selbst bin eigentlich weder besonders romantisch noch eine leidenschaftliche Seglerin. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich manchmal sogar das Segeln weit draußen auf dem offenen Meer vermisse. Früher konnte ich nicht verstehen, wie Menschen mehrere Tage ohne Pause unterwegs sein können, ohne sich zu langweilen. Mit der Zeit habe ich selbst erlebt, dass man stundenlang auf das Meer schauen kann, ohne dass es langweilig wird. Die Zeit vergeht dort einfach ganz anders.


Healthy Lady: Wohin möchtet ihr mit eurer Vision noch segeln?

Paweł: Oh, wir haben noch viele Pläne und Träume. Auf jeden Fall möchten wir irgendwann die Bahamas und den östlichen Teil der Karibik nachholen, den wir bisher auslassen mussten. Aga träumt davon, die Vision einmal unter der Freiheitsstatue in New York vor Anker zu legen. Und ich würde gerne argentinischen Wein dort trinken, wo er hergestellt wird. Zu unseren größeren Fernzielen gehören außerdem Patagonien, Französisch-Polynesien und irgendwann auch wieder Europa. Wie man sieht, liegen all diese Orte in völlig unterschiedlichen Richtungen, deshalb müssen wir wohl irgendwann Prioritäten setzen. Im Moment haben wir es aber nicht eilig und genießen einfach unser Leben in San Blas.


Healthy Lady: Wenn ihr heute zurückblickt, was würdet ihr eurem früheren Ich sagen, bevor ihr euch auf diese Reise gewagt habt?

Aga: Es wird ganz anders sein, als ihr es euch vorgestellt habt, aber es wird sich trotzdem lohnen. Es wartet viel Arbeit auf euch und auch viele Momente des Zweifelns, doch gemeinsam werdet ihr alles schaffen. Die Welt ist wunderschön. Man muss nur lernen, die eigenen Pläne manchmal loszulassen und sich auf das einzulassen, was das Leben bringt.

Zwischen Ankerplatz und Horizont: Aga und Paweł haben ein Leben gefunden, das nicht auf Karriere, sondern auf Freiheit baut. (Foto: Aga & Pawel)

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Dubai Aktiv & Gesund: Tipps für einen gesunden und sorglosen Urlaub

Dubai wirkt wie eine Stadt aus einer anderen Welt. Glasklare Wolkenkratzer erheben sich über goldene Wüsten, moderne Architektur trifft auf jahrhundertealte Traditionen, und an jeder Ecke warten außergewöhnliche Erlebnisse. Die Stadt hat sich zu einem der beliebtesten Reiseziele weltweit entwickelt – für Adrenalinjunkies, Genießer und alle, die Kultur und Luxus verbinden möchten. Aber Dubai ist nicht nur ein Ort zum Staunen, sondern auch ideal für einen aktiven und gesunden Urlaub.

Die Skyline und Sehenswürdigkeiten

Kein Besuch in Dubai ist komplett ohne einen Abstecher zum Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt. Mit 828 Metern Höhe ist es nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, sondern ein Symbol für Dubais Ehrgeiz. Auf der Aussichtsplattform in der 124. Etage hast du einen atemberaubenden Blick über die Stadt, die Wüste und das Meer. Bei Nacht erstrahlt der Turm in spektakulären Lichtszenen – ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst.

Direkt daneben liegt die Dubai Mall. Sie ist mehr als ein Einkaufszentrum: Mit über 1.200 Geschäften, einer olympischen Eisbahn, einem riesigen Aquarium und sogar einem Indoor-Vergnügungspark vergeht hier die Zeit wie im Flug. Auch ohne Shopping lohnt sich ein Besuch: Am Abend lockt die Dubai Fountain mit einem Wasser- und Lichtspiel, das perfekt zur Musik inszeniert wird.

Für ein architektonisches Highlight der anderen Art sorgt der Dubai Frame. Der goldene Rahmen bietet eine Art Fenster zwischen Alt- und Neu-Dubai. Auf der Glasbrücke hast du einen fantastischen Blick auf historische Stadtteile auf der einen und moderne Wolkenkratzer auf der anderen Seite.

Palm Jumeirah und die Wasserwege

Dubai beeindruckt nicht nur mit seiner Skyline. Die künstliche Insel Palm Jumeirah beherbergt luxuriöse Resorts, exklusive Beach Clubs und einige der fotogensten Orte der Stadt. Mit der Monorail lässt sich die Insel bequem erkunden, oder du buchst einen Aufenthalt im legendären Atlantis The Palm – dort warten Abenteuer vom Schwimmen mit Delfinen bis zum Wasserpark-Erlebnis.

Wer es ruhiger mag, findet in Dubai Marina eine perfekte Mischung aus städtischem Flair und entspanntem Küstenleben. Ein Spaziergang am Wasser, ein Kaffee in einem Marina-Café oder ein Sonnenuntergangs-Trip auf einer Yacht bieten unvergessliche Momente.

Kulinarische Highlights

Dubai ist ein Schmelztiegel der Kulturen – und das spiegelt sich auch in der Küche wider. Traditionelle emiratische Gerichte wie Al Harees (langsam gekochtes Weizen- und Fleischgericht) oder Machboos (gewürzter Reis mit Fleisch oder Meeresfrüchten) geben einen Einblick in die regionale Esskultur. Street-Food-Fans genießen Shawarma an kleinen Ständen in der ganzen Stadt.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche Michelin-Sterne-Restaurants und internationale Spitzenköche. Ob französische Haute Cuisine, japanisches Omakase oder lebhafte Food Halls in Malls – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Dubai aktiv und gesund erleben

Dubai ist nicht nur zum Anschauen da – die Stadt bietet viele Möglichkeiten, aktiv zu sein. Joggen kannst du am Jumeirah Corniche, in Safa Park oder entlang der Dubai Marina Walk – die traumhaften Aussichten machen jeden Schritt zum Genuss. Viele Hotels und Resorts bieten Yoga- oder Wellnessprogramme, öffentliche Strände und Parks laden zu Outdoor-Workouts ein.

Trinken ist besonders wichtig: Das heiße Klima kann schnell zur Dehydration führen. Eine wiederverwendbare Wasserflasche, leichte atmungsaktive Kleidung und Sonnencreme mit hohem LSF sollten immer dabei sein. Für Abenteuerlustige sind Sandboarding in der Wüste oder Paddleboarding entlang der Küste tolle Möglichkeiten, Fitness und Spaß zu verbinden.

Sport, Abenteuer und Familie

Dubai bietet für jede Altersgruppe Sport und Action. Traditionelle Kamel- und Pferderennen zeigen die Kultur der Emirate, während internationale Cricket- oder Fußballspiele im Stadion für Spannung sorgen. Golfspieler finden erstklassige Anlagen wie den Emirates Golf Club. Wer Nervenkitzel sucht, kann über die Palm Jumeirah Fallschirmspringen oder im iFly Dubai Indoor-Skydiving erleben.

Familien profitieren von Angeboten wie Aquaventure Waterpark, Legoland Dubai oder KidZania. Auch Wüstenausflüge sind mit Kindern möglich: Kamelritte und Sanddünen-Aktivitäten sorgen für gemeinsame Erinnerungen.

Kultur, Geschichte und Wüste

Dubai verbindet Tradition und Moderne. Der historische Stadtteil Al Fahidi entführt dich in vergangene Zeiten mit Galerien, Museen und Windturmhäusern. Beim Sheikh Mohammed Centre for Cultural Understanding kannst du an Workshops teilnehmen, die arabische Sprache, Kochkurse oder traditionelle Zeremonien vermitteln. Ein Spaziergang durch die Gewürz- und Goldsouk zeigt das lebendige kulturelle Erbe der Stadt.

Die Wüste ist ein Muss: Dune-Bashing, Sandboarding oder eine Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang bieten Abenteuer und atemberaubende Ausblicke. Abends erwarten dich traditionelle Beduinen-Dinner und Live-Unterhaltung – eine perfekte Mischung aus Kultur und Action.

Gesundheitstipps für Dubai

Wer gesund reisen möchte, sollte einige Punkte beachten:

  • Impfungen: Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie, Polio sollten aktuell sein. Hepatitis A und B sowie Typhus werden für Dubai empfohlen, vor allem bei längeren Aufenthalten oder Ausflügen abseits der Hotels.

  • Reiseapotheke: Pflaster, Desinfektionsmittel, Wundsalbe, Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden. Persönliche Medikamente nicht vergessen.

  • Krankheiten: In Dubai sind ernsthafte Krankheiten selten, jedoch können Magen-Darm-Infekte oder Erkältungen auftreten, besonders bei Klimaanlagen in Hotels oder Einkaufszentren.

  • Schutz vor Sonne: Helle, atmungsaktive Kleidung, Sonnencreme mit hohem LSF, Sonnenhut und Sonnenbrille sind ein Muss.

  • Hydration: Aufgrund des heißen, trockenen Klimas viel Wasser trinken.

  • Aktivität: Joggen, Radfahren, Yoga oder Wassersport sind ideal – die Stadt bietet viele Möglichkeiten für einen aktiven Urlaub.

Warum Dubai besonders ist

Dubai ist eine Stadt der Gegensätze: Moderne Wolkenkratzer treffen auf alte Märkte, Strände auf Wüste, Abenteuer auf Entspannung. Die Mischung aus Kultur, Luxus und Aktivitäten macht die Stadt einzigartig. Wer nach Dubai reist, erlebt nicht nur Sightseeing, sondern einen Urlaub, der Körper, Geist und Seele anspricht.

Pack Sportschuhe, leichte Kleidung, Sonnencreme und Abenteuerlust ein – Dubai wartet darauf, dich gesund, aktiv und inspiriert zu machen.

Von Pass bis Versicherung: So starten Familien entspannt in den Urlaub

Urlaub mit Kindern ist eine wundervolle Zeit, aber auch eine besondere Herausforderung. Schon bei der Planung tauchen viele Fragen auf: Habe ich wirklich alle wichtigen Dokumente dabei? Reicht der Kinderreisepass oder brauche ich noch mehr? Und was passiert eigentlich, wenn mein Kind im Ausland plötzlich zum Arzt muss oder ich an der Grenze nach zusätzlichen Papieren gefragt werde? Damit der Familienurlaub wirklich sorgenfrei verläuft, lohnt es sich, rechtzeitig einen Blick auf alle Unterlagen zu werfen, die im Gepäck nicht fehlen sollten.

Reisepass oder Kinderreisepass

Das wichtigste Dokument für Reisen ins Ausland ist ein gültiger Ausweis. Innerhalb der EU reicht für Kinder oft ein Personalausweis, für Reisen außerhalb benötigen sie meist einen Kinderreisepass oder einen regulären Reisepass. Besonders wichtig: Das Passfoto sollte aktuell sein. Babys und Kleinkinder verändern sich schnell, und wenn das Foto nicht mehr ähnlich aussieht, kann es bei der Einreise zu Diskussionen kommen. Ein Beispiel: Eine Familie reist nach Spanien, aber die Grenzbeamten sind unsicher, ob das Kind auf dem Foto wirklich das gleiche ist. Ohne ein aktuelles Dokument kann es im schlimmsten Fall passieren, dass die Einreise verzögert oder sogar verweigert wird.

Foto: Gustavo Fring/ Pexels

Reisevollmacht für Kinder

Reisen beide Elternteile mit, ist alles unkompliziert. Anders sieht es aus, wenn nur Mama oder Papa alleine mit dem Kind unterwegs sind oder sogar Großeltern, Tante oder Onkel die Reise begleiten. In diesen Fällen braucht man eine schriftliche Reisevollmacht des anderen Elternteils oder beider Eltern. Darin wird bestätigt, dass die Begleitperson berechtigt ist, mit dem Kind zu reisen. Ohne dieses Dokument kann es an Grenzen, vor allem außerhalb der EU, schnell Probleme geben. Ein praktisches Beispiel: Eine Mutter fliegt allein mit ihrem Sohn nach Griechenland. Am Flughafen wird sie von der Polizei nach einer Vollmacht gefragt. Hätte sie das Dokument nicht, müsste sie unter Umständen lange Erklärungen abgeben oder riskiert sogar, dass die Reise nicht angetreten werden darf.

Geburtsurkunde

Eine Geburtsurkunde oder eine beglaubigte Kopie ist zwar nicht in jedem Land Pflicht, sie kann jedoch sehr hilfreich sein. Gerade wenn Kinder einen anderen Nachnamen als die Eltern tragen, kommt es häufig zu Rückfragen bei Kontrollen. Mit der Urkunde lässt sich eindeutig nachweisen, dass es sich um das eigene Kind handelt. Auch bei Behördengängen im Ausland oder falls ein neuer Ausweis beantragt werden müsste, ist dieses Dokument wertvoll.

Krankenversicherungskarte und Auslandsversicherung

Viele Eltern verlassen sich auf die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), die auf der Rückseite der deutschen Krankenkassenkarte zu finden ist. Damit können Sie in EU-Ländern und einigen weiteren Staaten medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Doch Vorsicht: Oft sind nicht alle Kosten gedeckt. Zum Beispiel kann es passieren, dass Sie zwar im Krankenhaus behandelt werden, aber zusätzliche Eigenanteile oder private Arzthonorare selbst tragen müssen.

Darum ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung dringend zu empfehlen. Sie kostet oft nur wenige Euro pro Jahr und deckt auch Rücktransporte nach Deutschland ab. Ein Beispiel: Ein Kind stürzt im Urlaub in Italien und muss ins Krankenhaus. Mit der normalen Krankenkassenkarte ist die Behandlung abgedeckt, aber ein Rücktransport nach Hause nicht. Dieser kann schnell mehrere tausend Euro kosten – eine Zusatzversicherung schützt hier zuverlässig.

Versicherungsunterlagen allgemein

Neben der Krankenversicherung lohnt es sich, die Nummern und Policen anderer wichtiger Versicherungen griffbereit zu haben. Dazu gehören die Reiserücktrittsversicherung oder die Haftpflichtversicherung. Gerade wenn Kinder dabei sind, kann schnell mal ein Unfall passieren, sei es ein verschüttetes Getränk im Hotelzimmer oder ein beschädigter Mietwagen. Wer die entsprechenden Daten parat hat, spart Zeit und Nerven.

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Flug- und Buchungsunterlagen

Auch wenn vieles heute digital läuft, ist es empfehlenswert, Flugtickets, Hotelbuchungen oder Mietwagenreservierungen ausgedruckt mitzunehmen. Technik kann ausfallen, das Handy-Akku leer sein – ein Papierausdruck gibt zusätzliche Sicherheit. Viele Airlines verlangen außerdem beim Check-in gedruckte Bestätigungen, wenn mit Kindern gereist wird.

Impfpass und Medikamente

Nicht jeder denkt daran, aber auch der Impfpass kann auf Reisen wichtig werden. Zum Beispiel, wenn ein Kind im Ausland erkrankt und Ärzte wissen müssen, welche Impfungen vorliegen. Ebenso sollten Eltern eine kleine Reiseapotheke mit individuellen Medikamenten und eine Liste von Allergien oder chronischen Erkrankungen dabeihaben.

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Warum all diese Unterlagen so wichtig sind

Es klingt zunächst nach viel Aufwand, doch all diese Dokumente haben einen Zweck: Sie sollen Stress, Unsicherheit und im schlimmsten Fall rechtliche Probleme vermeiden. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind wird im Urlaub krank, und Sie können weder Versicherungskarte noch Impfpass vorzeigen. Oder Sie stehen an der Grenze, und die Beamten wollen eine Vollmacht sehen, die Sie nicht haben. Solche Situationen können den Urlaub schnell belasten oder sogar verhindern.

Wer jedoch gut vorbereitet ist, kann entspannt reisen. Mit allen Papieren im Gepäck sind Sie für fast jede Situation gewappnet – von der ärztlichen Behandlung über Nachweise der Elternschaft bis hin zur Einreise in andere Länder.

Dokumente immer dabei

Ein sorgenfreier Urlaub mit Kindern beginnt nicht erst am Strand oder im Hotel, sondern schon zu Hause beim Packen. Reisepass, Reisevollmacht, Geburtsurkunde, Versicherungskarten und Buchungsunterlagen sind unverzichtbar. Ergänzt durch Impfpass, Medikamente und wichtige Versicherungsnummern steht einer entspannten Familienreise nichts im Weg. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: gemeinsame Erlebnisse, Erholung und unvergessliche Momente mit Ihren Kindern.

Pescara – Magisches Italien zwischen Meer und Bergen. Skifahren & Baden an einem Tag!

Pescara ist eine Stadt, die viele Reisende überrascht. Oft übersehen auf klassischen Italien-Routen, hat sie doch alles, was einen besonderen Urlaub ausmacht: kilometerlange Strände, eine charmante Altstadt, kulinarische Highlights und eine atemberaubende Natur, die man sonst nur selten in unmittelbarer Nähe des Meeres findet. Für viele ist Pescara noch ein relativ unbekannter Geheimtipp, der das Beste aus zwei Welten vereint: Sonne, Strand und Meer am Tag, Berge und sogar Ski am Nachmittag.

Meer und Berge – ein ungewöhnliches Duo

Ja, es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: In Pescara können Sie morgens an den Strand gehen, die Sonne genießen, schwimmen oder Wassersport treiben, und am Nachmittag in die Berge fahren, um dort Skifahren oder Snowboarden zu gehen. Pescara liegt in der Region Abruzzen an der Adriaküste und ist von den Apenninen umgeben. Nur etwa eine Autostunde entfernt befinden sich Skiresorts wie Gran Sasso d’Italia oder Majella, die Wintersport auf hohem Niveau bieten. Diese Nähe von Meer und Bergen macht die Gegend einzigartig – selten kann man in Europa an einem Tag Strand und Schnee kombinieren.

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Aktivitäten in Pescara und Umgebung

Pescara bietet für jeden Geschmack etwas. Die Strände sind weitläufig und sauber, ideal für Familien oder aktive Urlauber, die Beachvolleyball, SUP oder Yoga am Strand ausprobieren möchten. Die Promenade entlang der Küste lädt zu Spaziergängen, Joggingrunden oder Fahrradtouren ein. Fahrräder mit Kindersitzen können an vielen Verleihstationen ausgeliehen werden, was besonders für Familien praktisch ist.

Die Altstadt von Pescara mit ihren verwinkelten Gassen, Cafés und Restaurants ist perfekt, um italienisches Flair zu genießen. Frisches Obst, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte dominieren die lokale Küche – ideal für einen gesunden Urlaub, der mediterrane Ernährung und Bewegung kombiniert. Viele Restaurants bieten leichte, saisonale Gerichte mit Olivenöl, frischem Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten, die perfekt in einen gesunden Lebensstil passen.

Wer die Natur liebt, kann Tagesausflüge in die Abruzzen unternehmen: Nationalparks wie der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise oder der Majella Nationalpark bieten Wanderungen, Radtouren und sogar Trekking mit atemberaubenden Ausblicken auf Berge und Täler. Im Winter kann man hier Skitouren unternehmen, während im Sommer Mountainbiken und Klettertouren auf dem Programm stehen.

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Gesunder Urlaub in Pescara – Tipps

Pescara eignet sich perfekt für einen aktiven und gesunden Urlaub. Beginnen Sie den Tag mit einem Jogginglauf oder einer Yoga-Session am Strand, gefolgt von einem Frühstück mit frischem Obst, Joghurt, Vollkornbrot und lokalem Honig. Tagsüber können Wanderungen in den Bergen, Fahrrad- oder Kajaktouren unternommen werden. Für Entspannung sorgen Strandspaziergänge oder Wellness-Angebote in Hotels und Resorts.

Wer Wert auf Fitness legt, findet in Pescara auch zahlreiche Sportstudios und Outdoor-Angebote wie Pilates, Beachvolleyball oder Stand-Up-Paddling-Kurse. Viele Hotels bieten außerdem Fitnessräume und Spa-Bereiche, die sich ideal mit Bewegung an der frischen Luft kombinieren lassen.

Trips und Kurse speziell für Frauen

Für Frauen, die einen aktiven oder kreativen Urlaub suchen, gibt es in Pescara und Umgebung einige besondere Möglichkeiten. In der Stadt selbst bieten Studios Yoga-, Pilates- oder Fitnesskurse an, oft auch in Gruppen nur für Frauen. Kreative Workshops, wie Kochkurse mit mediterraner Ernährung, Malkurse oder italienische Sprachkurse, sind ebenfalls beliebt.

Tagesausflüge in die Abruzzen können in geführten Gruppen unternommen werden, z. B. Wanderungen mit Wellness- oder Yoga-Komponente, Kräuter-Workshops oder Besuche von Bio-Farmen, bei denen man traditionelle Zubereitungsmethoden von Käse, Olivenöl und Honig kennenlernen kann. Für Frauen, die Sport und Erholung kombinieren möchten, gibt es auch organisierte Ski- und Strandpakete, bei denen morgens Yoga am Strand und nachmittags Skifahren auf dem Programm stehen.

Warum Pescara so besonders ist

Pescara besticht durch die Kombination aus Natur, Kultur, Sport und Erholung. Die Stadt hat eine entspannte, mediterrane Lebensweise, ist jedoch modern genug, um alle Annehmlichkeiten wie Fahrradverleih, gute Straßen, barrierefreie Hotels und Restaurants zu bieten. Die Tatsache, dass man hier an einem Tag schwimmen und Ski fahren kann, macht Pescara einzigartig und zu einem Ziel, das Aktivität, Gesundheit und Erlebnis miteinander vereint.

Zudem ist Pescara noch relativ unbekannt, was bedeutet, dass Sie abseits der Massen reisen und die Umgebung in Ruhe genießen können. Die Kombination aus Strand, Bergen, frischer Luft, gesunder mediterraner Küche und zahlreichen Outdoor-Aktivitäten macht die Stadt ideal für Familien, Paare oder Alleinreisende, die einen aktiven und gesunden Urlaub suchen.

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Hier kannst du Etwas sehen & erleben

Pescara ist ein magisches Reiseziel für alle, die Abwechslung, Natur und Aktivität lieben. Ob Strandspaziergänge, Yoga am Meer, Wandern in den Abruzzen, Skifahren am Nachmittag oder gesunde mediterrane Küche – Pescara bietet alles. Dazu kommen kreative Kurse und Sportangebote speziell für Frauen, die sich entspannen und gleichzeitig aktiv sein möchten. Wer Pescara entdeckt, erlebt Italien von einer besonders vielseitigen Seite, fernab der klassischen Touristenströme, und kann einen Urlaub genießen, der Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht.