Frauengesundheit

Bin ich schon in der Perimenopause? Diese Veränderungen können Jahre vor der letzten Periode beginnen

Deine Periode kommt plötzlich eine Woche früher. Nachts wachst du auf und bist hellwach, obwohl du früher problemlos durchgeschlafen hast. Kurz vor deiner Menstruation fühlst du dich emotionaler als sonst. Und irgendwann stehst du da und fragst dich: Was ist eigentlich gerade mit meinem Körper los?

An Wechseljahre denkst du vielleicht noch gar nicht. Schließlich hast du deine Periode noch und bist möglicherweise erst Anfang oder Mitte 40. Genau hier liegt eines der größten Missverständnisse rund um die Menopause. Die hormonelle Umstellung beginnt nicht erst mit der letzten Regelblutung.

Die Jahre davor werden als Perimenopause bezeichnet. In dieser Zeit verändert sich die Funktion der Eierstöcke, Hormone schwanken und der Menstruationszyklus kann sich verändern. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, unterscheidet sich erheblich von Frau zu Frau. 

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Perimenopause und Menopause sind nicht dasselbe

Die Begriffe werden häufig durcheinandergebracht.

Die Menopause bezeichnet rückblickend die letzte Menstruation. Erst wenn zwölf Monate lang keine Periode mehr aufgetreten ist und dafür keine andere Ursache wie eine hormonelle Verhütung verantwortlich ist, lässt sich dieser Zeitpunkt entsprechend einordnen. 

Die Perimenopause ist dagegen die Übergangsphase davor. Und genau deshalb kannst du durchaus noch regelmäßig oder zumindest gelegentlich menstruieren und trotzdem bereits Veränderungen bemerken.

Typisch ist, dass sich irgendwann auch der Zyklus verändert. Deine Blutung kann früher oder später kommen, die Abstände können unregelmäßiger werden. Aber nicht jede Frau erlebt die gleiche Kombination von Beschwerden.


Woran kannst du die Perimenopause bemerken?

Hitzewallungen und Nachtschweiß sind wahrscheinlich die bekanntesten Symptome. Die aktuelle NICE-Leitlinie nennt darüber hinaus unter anderem Veränderungen des Menstruationszyklus, depressive Symptome beziehungsweise Stimmungseffekte, vaginale Trockenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie sexuelle Beschwerden wie vermindertes sexuelles Verlangen. Auch Schlafprobleme können im Zusammenhang mit Wechseljahresbeschwerden auftreten. 

Das Tückische daran ist, dass viele dieser Beschwerden nicht ausschließlich in der Perimenopause vorkommen.

Wenn du schlecht schläfst und erschöpft bist, kann das zahlreiche andere Gründe haben. Stimmungsschwankungen können hormonell beeinflusst sein, aber auch andere Ursachen haben. Gelenkschmerzen bedeuten nicht automatisch Wechseljahre. Deshalb ist eine Symptomliste im Internet keine Diagnose.

GUT ZU WISSEN:
Kann ein Bluttest zeigen, ob du in der Perimenopause bist?
Ein Bluttest beim Gynäkologen kann anhand bestimmter Hormonwerte Hinweise darauf geben, wie deine Eierstöcke aktuell arbeiten. Da die Hormone in der Perimenopause jedoch stark schwanken können, lässt sich die Perimenopause nicht anhand eines einzelnen Blutwertes sicher bestätigen oder ausschließen. Entscheidend sind deshalb auch dein Alter, deine Beschwerden und Veränderungen deines Zyklus.


„Aber ich habe doch noch jeden Monat meine Periode“

Das schließt eine beginnende hormonelle Übergangsphase nicht grundsätzlich aus. Gerade am Anfang müssen Veränderungen nicht spektakulär sein. Vielleicht verschiebt sich dein Zyklus zunächst nur etwas. Andere Frauen bemerken zuerst Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen. Doch trotzdem nicht jede Veränderung ab 40 ist automatisch die Perimenopause.

Eine Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel beziehungsweise Anämie, psychische Erkrankungen, Schlafstörungen, Medikamente und andere körperliche Ursachen können Beschwerden verursachen, die sich teilweise überschneiden. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt deshalb von deinen konkreten Symptomen und deiner medizinischen Vorgeschichte ab. NICE weist darauf hin, dass beispielsweise Blutbild oder Schilddrüsenwerte weiterhin sinnvoll sein können, wenn andere Ursachen vermutet werden. 


Was solltest du bei Veränderungen deiner Blutung beachten?

Ein veränderter Zyklus kann zur Perimenopause gehören. Trotzdem solltest du auffällige Blutungen nicht einfach mit „Das sind eben die Wechseljahre“ abhaken.

Sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen, Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Sex sowie Blutungen, die dir Sorgen machen, gehören ärztlich abgeklärt. Besonders wichtig ist eine Untersuchung, wenn nach mindestens zwölf Monaten ohne Menstruation erneut eine vaginale Blutung auftritt.


Was kannst du tun, wenn die Beschwerden dich belasten?

Wenn Beschwerden deine Lebensqualität beeinträchtigen, kannst du bereits während der Perimenopause mit deiner Gynäkologin oder deiner Hausarztpraxis darüber sprechen. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von deinen Beschwerden, deiner Krankengeschichte, persönlichen Risikofaktoren und deinen Wünschen ab.

Bei vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen ist eine Hormonersatztherapie eine mögliche wirksame Behandlung. Die aktuelle NICE-Leitlinie empfiehlt, Nutzen und Risiken individuell zu besprechen. Auch menopause-spezifische kognitive Verhaltenstherapie kann bei bestimmten Beschwerden eine Option sein, beispielsweise bei vasomotorischen Symptomen und damit verbundenen Schlafproblemen. 


Quellen und weiterführende Informationen

Die zentrale fachliche Grundlage ist die im April 2026 aktualisierte NICE-Leitlinie „Menopause: identification and management“. 

NICE Leitlinie zu Perimenopause und Menopause
NICE Qualitätsstandard zur Diagnose der Perimenopause
University College London Hospitals, Understanding Menopause

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Fatigue bei MS: Wenn selbst Schlaf die Erschöpfung nicht verschwinden lässt

Du hast eigentlich genug geschlafen und wachst trotzdem auf, als wäre dein Akku schon halb leer. Duschen, einkaufen, arbeiten, eine Freundin treffen. Dinge, über die du früher kaum nachgedacht hast, können plötzlich erstaunlich viel Kraft kosten.

Natürlich kennen wir alle Tage, an denen wir erschöpft sind. Fatigue bei Multipler Sklerose ist jedoch etwas anderes als die gewöhnliche Müdigkeit nach einer kurzen Nacht oder einem anstrengenden Tag. Sie kann sich körperlich und geistig bemerkbar machen und den Alltag erheblich beeinflussen. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft beschreibt Fatigue als häufiges Symptom der MS, das sich deutlich von normaler Müdigkeit unterscheidet. 

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Fatigue ist mehr als einfach nur müde sein

Bei MS kann Fatigue bedeuten, dass deine Energie im Laufe des Tages deutlich nachlässt oder körperliche und geistige Tätigkeiten ungewöhnlich anstrengend werden. Auch Konzentration und Leistungsfähigkeit können darunter leiden. Bei manchen Betroffenen verstärkt Wärme die Beschwerden zusätzlich. Das Schwierige daran ist, dass man Fatigue einem Menschen häufig nicht ansieht.

Du kannst morgens beim Bäcker stehen, dich mit einer Freundin unterhalten oder auf einem Foto vollkommen fit wirken. Niemand sieht dabei, wie viel Kraft dich dieser Moment möglicherweise kostet oder ob du danach erst einmal eine Pause brauchst.

Genau deshalb kann Fatigue auch im persönlichen und beruflichen Umfeld schwer zu vermitteln sein. Die Erschöpfung ist real, auch wenn sie von außen nicht sichtbar ist.


GUT ZU WISSEN:
Fatigue und ME/CFS sind nicht dasselbe. Fatigue kann als Symptom verschiedener Erkrankungen auftreten, darunter Multiple Sklerose. ME/CFS ist dagegen ein eigenständiges komplexes Krankheitsbild. Charakteristisch ist unter anderem, dass sich die Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung deutlich verschlechtern können. Dieses Phänomen wird als post-exertionelle Malaise, kurz PEM, bezeichnet. Bewegungsempfehlungen für MS-bedingte Fatigue lassen sich deshalb nicht einfach auf ME/CFS übertragen.
 


Ist immer die MS schuld?

Nein. Und genau deshalb lohnt sich eine gründliche Abklärung. Die NICE-Leitlinie empfiehlt, bei Menschen mit MS nicht automatisch davon auszugehen, dass eine bestehende Fatigue durch die MS verursacht wird. Auch Schlafprobleme, Schmerzen, Medikamentennebenwirkungen, Infektionen, eine Anämie oder Schilddrüsenfunktionsstörung sowie Angst und Depression können zu Erschöpfung beitragen. 

Wenn du dich seit einiger Zeit ungewöhnlich erschöpft fühlst, solltest du das deshalb nicht einfach als Stress oder unvermeidlichen Teil deiner MS hinnehmen. Sprich darüber mit deiner Neurologin oder deiner Hausarztpraxis.


Wie wird Fatigue festgestellt?

Es gibt nicht den einen Blutwert, der Fatigue eindeutig nachweist.

Wichtig ist vor allem, wie sich deine Erschöpfung bemerkbar macht und wie stark sie deinen Alltag beeinflusst. Die NICE-Leitlinie empfiehlt, Menschen mit MS gezielt nach Fatigue, plötzlich auftretender Müdigkeit und Veränderungen ihres Energieniveaus zu fragen, wenn diese den Alltag beeinträchtigen. Gleichzeitig sollten andere mögliche Ursachen untersucht werden. 

Dabei kannst du selbst etwas beitragen. Führe für einige Tage ein kleines Energie-Tagebuch. Wann bist du besonders erschöpft? Was hast du vorher gemacht? Wie hast du geschlafen? Spielt Wärme eine Rolle? Und welche Aktivitäten waren danach noch möglich?

So musst du beim nächsten Arzttermin nicht versuchen, die vergangenen Wochen aus dem Gedächtnis zusammenzufassen.


Was kann dir bei MS-bedingter Fatigue helfen?

Es gibt nicht die eine Strategie, die bei jeder Frau funktioniert. Vielmehr sollte gemeinsam geschaut werden, was deine Energie kostet und was dir persönlich hilft, besser mit ihr umzugehen.

Die NICE-Leitlinie empfiehlt ein individuelles Fatigue-Management. Dazu können das Festlegen von Prioritäten, ein bewusster Umgang mit der vorhandenen Energie sowie die Betrachtung von Bewegung, Ernährung und Stressmanagement gehören. 

Auch Bewegung muss bei MS-bedingter Fatigue nicht grundsätzlich vermieden werden. Die Leitlinie nennt individuell angepasste Programme mit Ausdauer-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen als mögliche Ansätze. Auch Yoga oder Pilates können infrage kommen. Entscheidend ist nicht, irgendeinen Trainingsplan durchzuziehen, sondern eine Belastung zu finden, die zu deiner persönlichen gesundheitlichen Situation passt. 

Eine spezielle Ernährung, die MS-Fatigue nachweislich beseitigt, gibt es dagegen nicht. NICE rät ausdrücklich davon ab, eine bestimmte Diät allein zur Behandlung von Fatigue zu empfehlen. 

DEIN TIPP:
Plane einen guten Tag nicht automatisch komplett voll. Überlege morgens, welche zwei oder drei Dinge heute wirklich wichtig sind und was notfalls warten kann. Auch bewusst eingeplante Pausen können Teil deines Tages sein und müssen nicht erst dann stattfinden, wenn gar nichts mehr geht. Die DMSG nennt regelmäßige Ruhepausen als eine mögliche Strategie im Umgang mit MS-bedingter Fatigue.
 


Ein guter Tag bedeutet nicht, dass die Fatigue verschwunden ist

Vielleicht hast du selbst schon erlebt, wie schwer schwankende Beschwerden für andere zu verstehen sind. Gestern warst du unterwegs, heute brauchst du nach wenigen Aufgaben eine Pause.

Das widerspricht sich nicht. Fatigue kann sich im Tagesverlauf verändern und beispielsweise durch Belastung oder Wärme verstärkt werden. Sie kann außerdem Lebensqualität, soziales Leben und Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.  Deshalb musst du deine Erschöpfung auch nicht daran messen, wie viel andere Menschen an einem Tag schaffen.

Wenn deine Erschöpfung neu auftritt, deutlich stärker geworden ist oder deinen Alltag zunehmend bestimmt, sprich sie bei deinem nächsten Arzttermin ausdrücklich an. 


Quellen und weiterführende Informationen

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Symptomatische Therapie und Fatigue

NICE, Multiple sclerosis in adults: management, Abschnitt Fatigue

Bundesgesundheitsportal, ME/CFS und Abgrenzung zu Fatigue


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung.


Multiple Sklerose: Was hinter der „Krankheit der 1.000 Gesichter“ steckt

Ein Kribbeln, das einfach nicht verschwinden will. Plötzlich sieht ein Auge verschwommen oder der eigene Körper fühlt sich ungewöhnlich kraftlos an. Solche Beschwerden können viele verschiedene Ursachen haben und bedeuten keineswegs automatisch Multiple Sklerose. Wenn neurologische Symptome jedoch neu auftreten oder anhalten, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

Denn Multiple Sklerose, kurz MS, kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Während eine Frau zunächst Sehstörungen entwickelt, beginnt die Erkrankung bei einer anderen vielleicht mit Taubheitsgefühlen oder Problemen beim Gehen. Nicht ohne Grund wird MS deshalb auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet. 

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Was passiert bei Multipler Sklerose?

Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dazu gehören dein Gehirn und dein Rückenmark.

Bei MS spielen fehlgeleitete Immunreaktionen eine zentrale Rolle. Entzündliche Prozesse können unter anderem die Myelinscheiden schädigen, die Nervenfasern umgeben und für eine störungsfreie Weiterleitung von Signalen wichtig sind. Je nachdem, welche Bereiche des zentralen Nervensystems betroffen sind, können ganz unterschiedliche Beschwerden entstehen. Genau das macht MS so individuell. Es gibt nicht den einen Verlauf, den jede Betroffene durchläuft.

GUT ZU WISSEN
Multiple Sklerose ist nicht ansteckend und bedeutet auch nicht automatisch, irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Solche Vorstellungen gehören zu den hartnäckigen Vorurteilen rund um die Erkrankung.
 


Welche Symptome können bei MS auftreten?

Zu den möglichen Beschwerden gehören unter anderem Sehstörungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Probleme mit Gleichgewicht und Koordination, Schmerzen, Schwindel und Blasenstörungen.

Auch weniger sichtbare Symptome können eine große Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie Fatigue, eine krankheitsbedingte, ungewöhnlich starke Erschöpfbarkeit. 

Vielleicht erkennst du einzelne dieser Beschwerden von dir selbst. Das bedeutet jedoch nicht, dass du MS hast. Gerade Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Kribbeln können zahlreiche Ursachen haben.

Deshalb ist Googeln an dieser Stelle selten die beste Idee. Wenn etwas neu, ungewöhnlich oder anhaltend ist, lass es medizinisch einordnen.


Warum betrifft MS besonders viele Frauen?

MS beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter. Nach Angaben der DMSG treten bei ungefähr zwei Dritteln der Erkrankten die ersten Symptome zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Angaben zum genauen Verhältnis unterscheiden sich je nach Datengrundlage, die DMSG beschreibt jedoch eindeutig eine höhere Erkrankungshäufigkeit bei Frauen. 

Warum ein Mensch MS entwickelt und ein anderer nicht, lässt sich bislang nicht mit einer einzelnen Ursache erklären. Nach heutigem Wissen entsteht die Erkrankung durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Genetische Veranlagung und Umweltfaktoren werden ebenso untersucht wie Infektionen. Besonders gut belegt ist ein Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine EBV-Infektion automatisch zu MS führt. 


Wie wird MS diagnostiziert?

Einen einzelnen Bluttest, der dir eindeutig sagt „Du hast MS“, gibt es nicht.

Stattdessen setzt sich die Diagnose aus verschiedenen Informationen und Untersuchungen zusammen. Dazu gehören die Krankengeschichte und neurologische Untersuchung sowie insbesondere die Magnetresonanztomografie von Gehirn und gegebenenfalls Rückenmark. Je nach Situation können weitere Untersuchungen hinzukommen, beispielsweise eine Analyse des Nervenwassers durch eine Lumbalpunktion oder Untersuchungen sogenannter evozierter Potenziale. Gleichzeitig müssen andere mögliche Ursachen der Beschwerden berücksichtigt werden. 

Die aktuellen diagnostischen Kriterien wurden zuletzt überarbeitet. Die deutsche DGN-Living-Guideline von 2026 berücksichtigt bereits die 2025 veröffentlichten revidierten McDonald-Kriterien. 

DEIN TIPP FÜR DEN ARZTTERMIN
Wenn du wegen neurologischer Beschwerden einen Termin hast, notiere dir vorher, wann die Symptome begonnen haben, wie lange sie anhalten, welche Körperregion betroffen ist und ob sie schon einmal aufgetreten sind. So musst du dich im Gespräch nicht auf dein Gedächtnis verlassen.


Was bedeutet eine MS-Diagnose heute?

Eine Diagnose kann verständlicherweise Angst machen. Gerade weil sich MS so unterschiedlich entwickeln kann, solltest du jedoch nicht versuchen, aus der Geschichte einer anderen Betroffenen deine eigene Zukunft abzulesen.

MS ist derzeit nicht heilbar. Es stehen aber verschiedene verlaufsmodifizierende Therapien zur Verfügung, mit denen die Krankheitsaktivität beeinflusst werden kann. Darüber hinaus können einzelne Symptome gezielt behandelt werden. Welche Therapie geeignet ist, hängt unter anderem von Krankheitsaktivität, Verlauf und der individuellen Situation der Patientin ab. 

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Information, die du aus diesem Artikel mitnehmen solltest: MS hat viele Gesichter. Eine Diagnose allein erzählt noch nicht, wie dein persönliches Leben mit der Erkrankung aussehen wird.

Wenn du gerade auf Untersuchungen wartest oder eine Diagnose bekommen hast, schreib dir deine Fragen auf und nimm sie mit zum nächsten Gespräch in der Neurologie. Du musst nicht an einem einzigen Termin alles verstehen und entscheiden.


Quellen

Die wichtigsten medizinischen Grundlagen dieses Artikels stammen aus der S2k-Living-Guideline „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Version 2026, sowie den aktuellen Fachinformationen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft. 

DGN Living Guideline Multiple Sklerose 2026
DMSG: Was ist Multiple Sklerose?
DMSG: Symptome der Multiplen Sklerose
DMSG: MS verstehen und Diagnostik


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Adipositas ist keine Faulheit! Diese Hilfe kennen viele betroffene Frauen noch immer nicht

Der Sommer klingt nach Leichtigkeit. Nach luftigen Kleidern, Freibad und langen Abenden im Freien. Doch wenn du mit starkem Übergewicht lebst, kann ausgerechnet diese Jahreszeit zur Belastungsprobe werden. Weniger Stoff bedeutet dann nicht automatisch mehr Freiheit, sondern oft das Gefühl, gesehen und bewertet zu werden.

Nach den neuesten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 gelten 43,8 Prozent der erwachsenen Frauen in Deutschland als übergewichtig. 15,8 Prozent und damit fast jede sechste leben mit AdipositasStatistisches Bundesamt

Doch diese Diagnose ist kein persönliches Versagen. Sie sagt nichts darüber aus, ob du fleißig, willensstark oder diszipliniert bist. Die Weltgesundheitsorganisation und die aktuelle deutsche S3 Leitlinie ordnen die Krankheit als chronisch ein. Ihre Entstehung hat viele Ursachen. Häufig wirken Veranlagung, Erkrankungen, Medikamente und Lebensumstände zusammen.

In diesem Artikel erfährst du, wo du Unterstützung findest, wer dich medizinisch begleiten kann und warum die nächste Diät allein meist keine Lösung ist.


Dein Körper ist keine Charakterprüfung

Medizinisch wird Adipositas meist ab einem Body Mass Index von 30 eingeordnet. Der Wert setzt dein Gewicht ins Verhältnis zu deiner Körpergröße. Er kann eine erste Orientierung geben, aber er erzählt nicht deine ganze gesundheitliche Geschichte.

Deshalb solltest du nicht nur auf die Zahl auf der Waage schauen. Zu einer sinnvollen Einschätzung gehören je nach Situation auch der Bauchumfang, Blutzucker und Blutfette, Leber und Nierenwerte, die Schilddrüse sowie Fragen nach Schlaf, Zyklus, Medikamenten, Essverhalten, Schmerzen und psychischer Belastung. Die aktuelle Leitlinie stellt dafür sogar einen ausführlichen Bogen zur ersten Diagnostik bereit. S3 Leitlinie zur Diagnostik

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Warum Adipositas bei Frauen viele Gesichter hat

Das Gewicht kann sich bereits in der Kindheit, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren verändern. Auch Erkrankungen und Medikamente können eine Rolle spielen. Häufig gibt es nicht den einen Auslöser.

Gerade Frauen erleben Gewicht oft nicht nur als gesundheitliches Thema. Der weibliche Körper wird früh bewertet, verglichen und kommentiert. Wer nicht dem schmalen Ideal entspricht, lernt häufig, sich auf Fotos schmaler zu machen, beim Essen beobachtet zu fühlen oder Arzttermine aus Angst vor Beschämung aufzuschieben. Dabei ist Stigmatisierung nicht harmlos. Die aktuelle Leitlinie beschreibt Zusammenhänge mit psychischen und körperlichen Belastungen sowie mit der Vermeidung medizinischer Untersuchungen. Sie fordert ausdrücklich eine Behandlung ohne gewichtsbezogene Abwertung. S3 Leitlinie zum Umgang mit Stigmatisierung


Warum Diäten so häufig scheitern

Wenn du schon viele Diäten gemacht hast, kennst du vielleicht diesen Ablauf. Am Anfang sinkt das Gewicht. Du bist streng mit dir, verzichtest und hältst durch. Irgendwann werden Hunger und Gedanken ans Essen stärker. Der Alltag kommt dazwischen. Das Gewicht bleibt stehen oder steigt wieder. Und am Ende glaubst du, du hättest versagt.

Nach einem Gewichtsverlust kann der Energieverbrauch sinken. Hunger und Sättigung verändern sich. Gleichzeitig braucht der leichtere Körper weniger Energie als zuvor. Genau deshalb wird das Halten des Gewichts oft schwieriger als die erste Abnahme. Gesundheitsinformation des IQWiG

Eine kurze, sehr strenge Diät kann deshalb zunächst funktionieren und trotzdem langfristig scheitern, wenn danach Unterstützung, Nachsorge und ein alltagstaugliches Konzept fehlen.

Das bedeutet nicht, dass Ernährung keine Rolle spielt. Sie ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Aber eine zeitlich begrenzte Diät ist noch keine Therapie einer chronischen Erkrankung.


Was bei Adipositas wirklich helfen kann

Eine gute Behandlung richtet sich nach deiner Gesundheit, deinen Beschwerden und deinen persönlichen Zielen. Dabei kann es um Gewichtsverlust, weniger Schmerzen, besseren Schlaf oder auch um eine Stabilisierung des Gewichts gehen.

Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann gesundheitlich etwas bewirken. Je nach Ausgangslage wird häufig ein erstes Ziel von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts vereinbart. Dafür musst du keinen angeblichen Idealkörper erreichen. Entscheidend ist, dass die Behandlung langfristig gedacht wird und nicht nach zwölf Wochen endet. Gesundheitsinformation des IQWiG

Ernährungstherapie
Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft entwickelt mit dir eine Ernährung, die zu deinem Alltag, deinem Budget, deinen Vorlieben und möglichen Erkrankungen passt. Es geht nicht um Verbotslisten und auch nicht darum, jeden Bissen moralisch zu bewerten. Eine gute Ernährungstherapie schaut auf Essmuster, Sättigung, Portionsgrößen, Getränke, emotionale Auslöser und darauf, was du wirklich dauerhaft umsetzen kannst.

Die gesetzliche Krankenkasse kann sich nach einem Antrag an den Kosten beteiligen. Häufig brauchst du dafür eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung, einen Kostenvoranschlag und einen Nachweis über die Qualifikation der Fachkraft. Frage deine Kasse am besten vor Beginn nach den genauen Bedingungen. Informationen zur Kostenübernahme

Bewegungstherapie
Bewegung muss weder Strafe noch öffentlicher Leistungstest sein. Wenn deine Gelenke schmerzen oder du schnell außer Atem bist, kann der Anfang sehr klein sein. Bewegung im Wasser, kurze Wege, Übungen im Sitzen, Krafttraining unter Anleitung oder Physiotherapie können besser passen als Joggen. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Kalorien abzutrainieren. Bewegung kann deine Kraft, Beweglichkeit, Stimmung, Ausdauer und Stoffwechselgesundheit verbessern, auch wenn sich dein Gewicht zunächst kaum verändert.

Verhaltenstherapeutische Unterstützung
Essen kann beruhigen, trösten, belohnen oder für einen Moment Stress dämpfen. Das ist kein moralischer Fehler. Wenn du regelmäßig die Kontrolle beim Essen verlierst, heimlich isst, dich nach dem Essen stark schämst oder Essen dein Leben beherrscht, solltest du das offen ansprechen. Eine Binge Eating Störung ist eine psychische Erkrankung und behandelbar. Auch Depressionen, Ängste, ein verletztes Körperbild und jahrelange Beschämung verdienen professionelle Hilfe.

Medikamente
Medikamente können infrage kommen, wenn eine Basistherapie allein nicht ausreicht oder ein höheres gesundheitliches Risiko besteht. Zur Behandlung werden heute je nach persönlicher Situation unter anderem Wirkstoffe wie Orlistat, Liraglutid, Semaglutid oder Tirzepatid eingesetzt. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkung, Anwendung, Verträglichkeit und in den Gegenanzeigen. Medikamente ersetzen keine medizinische Begleitung und sollten nur nach einer gründlichen Untersuchung verordnet werden.

Auch die sogenannten Abnehmspritzen sind weder ein einfacher Trick noch ein Grund, sich zu schämen. Sie sind verschreibungspflichtige Arzneimittel mit möglichen Nebenwirkungen und nicht für jede Frau geeignet. Bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Stillzeit muss die Behandlung besonders sorgfältig mit der Ärztin besprochen werden. Semaglutid darf beispielsweise während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden und soll laut Fachinformation bereits vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden. Europäische Arzneimittelagentur zu Semaglutid

Ein schwieriger Punkt bleibt die Finanzierung. Arzneimittel, die ausschließlich zur Gewichtsregulierung verordnet werden, sind in der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit grundsätzlich von der Erstattung ausgeschlossen. Das gilt auch für Semaglutid und Tirzepatid in diesem Anwendungsgebiet. Werden dieselben Wirkstoffe für eine andere zugelassene Erkrankung wie Diabetes Typ 2 eingesetzt, gelten andere Regeln. Gemeinsamer Bundesausschuss

Eine Operation
Bei einer stark ausgeprägten Adipositas oder schweren Begleiterkrankungen kann eine Operation eine wirksame Therapie sein. Häufige Verfahren sind der Schlauchmagen und der Magenbypass. Nach medizinischen Empfehlungen kommt ein Eingriff meist ab einem Body Mass Index von 40 infrage oder ab 35, wenn zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes, Schlafapnoe oder Herzprobleme bestehen. Die Entscheidung fällt jedoch nie allein anhand einer Zahl.

Eine Operation kann die Gesundheit und Lebensqualität deutlich verbessern, bringt aber Risiken und lebenslange Veränderungen mit sich. Dazu gehören eine angepasste Ernährung, regelmäßige Kontrollen, eine verlässliche Versorgung mit bestimmten Vitaminen und eine langfristige Nachsorge. Lass dich deshalb in einem erfahrenen Zentrum ausführlich über Nutzen, Risiken und Alternativen beraten. Gesundheitsinformation zu Adipositasoperationen


Wer behandelt Adipositas

Die erste Anlaufstelle ist meist deine Hausärztin. Sie kann deine gesundheitliche Situation einordnen, Begleiterkrankungen untersuchen, eine erste Behandlung beginnen und dich gezielt weiterüberweisen. Bei einer höhergradigen Adipositas oder fortschreitenden Folgeerkrankungen empfiehlt die Leitlinie die Mitbetreuung in einer spezialisierten Einrichtung. Je nach Befund können weitere Fachrichtungen wichtig werden.

  • Innere Medizin, Endokrinologie oder Diabetologie bei Stoffwechselerkrankungen, Diabetes, hormonellen Auffälligkeiten oder schwer einstellbarem Blutdruck
  • Ernährungsmedizin für eine medizinisch geleitete, langfristige Behandlung
  • Gynäkologie bei Zyklusstörungen, polyzystischem Ovarialsyndrom, Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Beschwerden in den Wechseljahren
  • Psychotherapie oder Psychosomatik bei Essanfällen, Depressionen, Ängsten, emotionalem Essen oder starkem Leidensdruck
  • Schlafmedizin bei lautem Schnarchen, nächtlichen Atemaussetzern und starker Tagesmüdigkeit
  • Orthopädie, Physiotherapie oder Sportmedizin bei Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit
  • Ein interdisziplinäres Adipositaszentrum, wenn mehrere Bereiche zusammengeführt werden sollen oder eine Operation geprüft wird

    Du musst nicht selbst erraten, welche Fachrichtung zuerst zuständig ist. Bitte deine Hausärztin darum, mit dir einen konkreten Behandlungsweg festzulegen.


    So findest du seriöse Hilfe in deiner Nähe

    Viele Frauen wissen nicht, dass es spezialisierte Praxen, Zentren und Selbsthilfeangebote gibt. Diese Stellen können dir die Suche erleichtern.

    • Die DGAV führt eine Suche nach zertifizierten Zentren für Adipositastherapie und metabolische Chirurgie. Wähle dort den Bereich Adipositas. Zertifizierte Zentren
    • Über die NAKOS kannst du nach örtlichen Selbsthilfekontaktstellen und digitalen Angeboten suchen. NAKOS Datenbanksuche
    • Frage deine Krankenkasse, welche Adipositasprogramme, Ernährungstherapien, Gesundheitskurse oder digitalen Gesundheitsanwendungen sie bezahlt oder bezuschusst. Für das strukturierte Behandlungsprogramm Adipositas bestehen bereits bundesweite Vorgaben. Vorgesehen ist es für Erwachsene mit einem Body Mass Index zwischen 30 und 35 sowie mindestens einer Begleiterkrankung. Ab einem Wert von 35 ist keine Begleiterkrankung als Voraussetzung nötig. Ob du das Programm nutzen kannst, hängt jedoch davon ab, ob deine Krankenkasse und deine Region bereits einen entsprechenden Vertrag anbieten. Frage deshalb ausdrücklich nach dem DMP Adipositas. Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses

      Eine Selbsthilfegruppe ersetzt keine medizinische Therapie. Sie bietet jedoch die Möglichkeit, praxiserprobte Strategien für den Alltag auszutauschen und sich mit Menschen zu verbinden, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.


      So bereitest du dich auf das Arztgespräch vor

      Ein paar Notizen helfen dir, damit im Gespräch alle wichtigen Punkte zur Sprache kommen.

      1. Wie hat sich dein Gewicht im Laufe deines Lebens verändert
      2. Welche Diäten, Programme oder Medikamente hast du bereits versucht und was ist danach passiert
      3. Welche Beschwerden hast du, etwa Schmerzen, Atemnot, starke Müdigkeit, Schnarchen, Zyklusstörungen, Sodbrennen, Essanfälle oder depressive Stimmung
      4. Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nimmst du
      5. Gibt es Diabetes, Adipositas, Herzkrankheiten oder andere Stoffwechselerkrankungen in deiner Familie
      6. Was möchtest du gesundheitlich erreichen und welche Unterstützung kannst du in deinem Alltag wirklich nutzen

      Diese Fragen kannst du deiner Ärztin stellen.

      1. Welche möglichen Ursachen und Begleiterkrankungen sollten wir bei mir untersuchen
      2. Welche Blutwerte und Untersuchungen sind in meiner Situation sinnvoll
      3. Können meine Medikamente mein Gewicht beeinflussen
      4. Ist eine Ernährungstherapie, ein multimodales Programm oder eine psychotherapeutische Unterstützung für mich geeignet
      5. Kommt eine medikamentöse Behandlung infrage und welche Vor und Nachteile hätte sie für mich
      6. Sollte ich in eine ernährungsmedizinische Schwerpunktpraxis oder ein Adipositaszentrum überwiesen werden
      7. Welche Kosten übernimmt oder bezuschusst meine Krankenkasse
      8. Wie sieht die langfristige Betreuung aus, auch wenn mein Gewicht stagniert oder wieder steigt

      Du kannst das Gespräch mit einem klaren Satz beginnen:

      „Ich möchte meine Adipositas medizinisch abklären und langfristig behandeln lassen. Mir ist wichtig, dass wir nicht nur über mein Gewicht, sondern auch über mögliche Ursachen, Begleiterkrankungen und passende Therapieoptionen sprechen.“

      Wenn du dich nicht ernst genommen oder beschämt fühlst, darfst du eine zweite Meinung einholen. Gute Medizin erkennt man nicht daran, dass sie möglichst hart mit dir spricht. Gute Medizin hört zu, erklärt und entscheidet gemeinsam mit dir.


      Wie du dich in diesem Sommer nicht selbst verlierst

      Vielleicht möchtest du etwas für deine Gesundheit verändern. Das darfst du. Aber dein Leben muss nicht warten, bis dein Körper anders aussieht.

      Kaufe Kleidung für den Körper, den du heute hast und nicht für die Frau, die du irgendwann sein möchtest. Wähle luftige Stoffe, in denen du dich bewegen kannst. Gegen scheuernde Oberschenkel können eng anliegende Shorts, Bänder oder ein Schutzstift helfen. Halte gereizte Hautfalten möglichst sauber und trocken. Bei nässenden Stellen, offenen Rissen, Schmerzen oder einem auffälligen Geruch solltest du die Haut ärztlich abklären lassen.

      Plane Bewegung in die kühleren Stunden und suche dir eine Form, bei der du dich nicht beobachtet fühlst. Du musst nicht ins volle Freibad, wenn dich das überfordert. Du darfst morgens spazieren, im Wohnzimmer trainieren oder einen geschützten Kurs besuchen. Bewegung zählt auch dann, wenn niemand sie sieht.

      Nimm die Hitze ernst, ohne dir einzureden, du müsstest sie einfach aushalten. Trinke regelmäßig und halte dich möglichst in kühlen Räumen oder im Schatten auf.

      Setze Grenzen, wenn andere deinen Körper kommentieren. Du musst dich nicht verstecken, während du dich um deine Gesundheit kümmerst.


      Wenn heute nur ein einziger Schritt möglich ist

      Dann vereinbare einen Termin in deiner Hausarztpraxis und nenne bereits bei der Anmeldung den Grund. Du wünschst eine ausführliche Beratung und Diagnostik wegen Adipositas. Falls du dich dort nicht sicher fühlst, suche direkt nach einer ernährungsmedizinischen Schwerpunktpraxis oder einer Adipositassprechstunde in deiner Nähe.

      Du musst nicht noch eine Diät allein beginnen. Du brauchst keinen weiteren Montag, an dem du plötzlich ein anderer Mensch werden sollst. Du brauchst eine Behandlung, die versteht, dass dein Körper eine Geschichte hat. Und du verdienst Unterstützung, die dich nicht kleiner macht, sondern dir ein Stück Leben zurückgibt.


      Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung oder Behandlung. Welche Therapie für dich geeignet ist, sollte immer individuell mit qualifizierten Fachpersonen entschieden werden.

      Nuklearmedizinerin erklärt: Was Frauen über die Schilddrüse, Kinderwunsch und Radioaktivität wissen sollten

      Warst du schon einmal bei einer Nuklearmedizinerin? Viele Frauen würden diese Frage verneinen und könnten vermutlich nicht genau erklären, was dort eigentlich untersucht wird.

      Allein das Wort „nuklear“ weckt eher Gedanken an Atomkraft und Radioaktivität als an Schilddrüse, Hashimoto oder unerfüllten Kinderwunsch. Dabei kann die Nuklearmedizin gerade bei Beschwerden, die viele Frauen betreffen, eine wichtige Rolle spielen. Sie zeigt nicht nur, wie ein Organ aussieht, sondern macht sichtbar, wie es arbeitet.

      Im Interview erklärt Fachärztin Dr. Lilit Schweiger, was eine Nuklearmedizinerin genau macht, wann ihre Diagnostik weiterhelfen kann und was Patientinnen über den Einsatz radioaktiver Substanzen wissen sollten.


      Das Unbekannte im Hintergrund: Was macht eine Nuklearmedizinerin?

      Healthy Lady: Dr. Schweiger, wenn Sie auf einer Party erzählen, dass Sie Nuklearmedizinerin sind, wie reagieren die Menschen meistens auf diesen Beruf?

      Dr. Lilit Schweiger: Die meisten Menschen fragen zunächst, was eine Nuklearmedizinerin überhaupt macht. Viele verbinden ‚Nuklear‘ mit Atomkraft, dabei untersuchen wir die Funktion von Organen und behandeln bestimmte Erkrankungen mit hochspezialisierten Verfahren.

      „Viele verbinden ‚Nuklear‘ mit Atomkraft, dabei untersuchen wir die Funktion von Organen und behandeln bestimmte Erkrankungen mit hochspezialisierten Verfahren.“


      Healthy Lady: In der Medizin heißt es oft, Radiologen machten Bilder vom Körper, während Sie dem Körper bei der Arbeit zuschauen. Was kann die Nuklearmedizin zeigen, das auf einer Röntgenaufnahme oder im MRT nicht sichtbar wird?

      Dr. Lilit Schweiger: Radiologische Verfahren zeigen häufig besonders detailliert die Anatomie und strukturelle Veränderungen. Die Nuklearmedizin macht dagegen vor allem Organfunktionen und Stoffwechselprozesse sichtbar. Dadurch können wir Erkrankungen häufig funktionell erkennen, bevor strukturelle Veränderungen sichtbar sind.

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      Healthy Lady: Warum haben Sie sich damals für dieses Fachgebiet entschieden und was fasziniert Sie bis heute an Ihrer täglichen Arbeit?

      Dr. Lilit Schweiger: Mich hat von Anfang an fasziniert, dass die Nuklearmedizin nicht nur zeigt, wie ein Organ aussieht, sondern vor allem, wie es funktioniert. Genau diese funktionelle Sichtweise macht unser Fach einzigartig. Besonders begeistert mich die Verbindung aus modernster Technologie, Physiologie und direktem klinischen Nutzen. Jede Untersuchung beantwortet eine konkrete medizinische Fragestellung und hilft dabei, für Patientinnen und Patienten die richtige Therapieentscheidung zu treffen.

      Außerdem ist die Nuklearmedizin ein ausgesprochen innovatives Fachgebiet. Neue Radiopharmaka, moderne PET/CT- und PET/MRT-Verfahren sowie gezielte Therapien entwickeln sich rasant weiter. Gerade diese Dynamik und der wissenschaftliche Aspekt machen meinen Beruf bis heute unglaublich spannend.

      „Die Nuklearmedizin zeigt, wie Organe arbeiten und wie Stoffwechselprozesse funktionieren. Dadurch können wir Erkrankungen häufig funktionell erkennen, bevor strukturelle Veränderungen sichtbar sind.“


      Das unbekannte Fach, das Frauen Antworten geben kann

      Healthy Lady: Warum wissen ausgerechnet so wenige Frauen, dass es diese medizinische Richtung überhaupt gibt und dass sie dort wichtige Hilfe finden können?

      Dr. Lilit Schweiger: Die Nuklearmedizin arbeitet oft im Hintergrund. Viele Patientinnen und Patienten profitieren von unseren Untersuchungen und Therapien, ohne überhaupt zu wissen, dass diese aus der Nuklearmedizin stammen.

      Ich wünsche mir deshalb, dass unser Fach sichtbarer wird. Viele Frauen würden dadurch deutlich früher die passende Diagnostik erhalten, wenn sie wüssten, welche Möglichkeiten die Nuklearmedizin heute bietet.


      Healthy Lady: Mit welchen zunächst unspezifischen Beschwerden werden Frauen besonders häufig zur weiteren Abklärung an Sie überwiesen?

      Dr. Lilit Schweiger: Viele denken vor allem an Schilddrüsenerkrankungen – tatsächlich ist unser Fachgebiet aber wesentlich breiter. Wir betreuen Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen und arbeiten eng mit vielen anderen medizinischen Fachrichtungen zusammen.

      Gerade bei Schilddrüsenerkrankungen sehen wir häufig Frauen mit Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung, Herzrasen, Gewichtszunahme oder unerfülltem Kinderwunsch. Gleichzeitig spielt die Nuklearmedizin aber auch eine zentrale Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose sowie in der Diagnostik und Therapie zahlreicher Tumorerkrankungen.

      Durch moderne Verfahren wie PET/CT können wir Stoffwechselprozesse sichtbar machen und dadurch Erkrankungen häufig früher oder präziser beurteilen, als dies allein mit anatomischen Bildgebungen möglich wäre.

      Darüber hinaus unterstützen wir auch bei Fragestellungen wie unklarem Fieber, chronischen Entzündungen oder bei ausgewählten Aspekten der Demenzdiagnostik.

      „Viele Frauen würden deutlich früher die passende Diagnostik erhalten, wenn sie wüssten, welche Möglichkeiten die Nuklearmedizin heute bietet.“


      Schlüsselorgan Schilddrüse: Kinderwunsch, Erschöpfung und die Psyche

      Healthy Lady: Welche Bedeutung hat die Schilddrüse bei unerfülltem Kinderwunsch und während einer Schwangerschaft?

      Dr. Lilit Schweiger: Die Schilddrüse beeinflusst nahezu alle Stoffwechselprozesse des Körpers und spielt auch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können den weiblichen Zyklus, den Eisprung und damit die Fruchtbarkeit beeinflussen.

      Deshalb sollte die Schilddrüsenfunktion im Rahmen der Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches mitberücksichtigt und bei entsprechender Indikation überprüft werden. Eine gut eingestellte Schilddrüsenfunktion ist außerdem für eine gesunde Schwangerschaft von großer Bedeutung.

      Fachärztin für Nuklearmedizin
      Dr. Lilit Schweiger


      Healthy Lady: Warum ist es so schwierig, Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung oder Gewichtszunahme eindeutig der Schilddrüse zuzuordnen?

      Dr. Lilit Schweiger: Viele dieser Beschwerden sind unspezifisch und können zahlreiche Ursachen haben. Genau deshalb ist eine sorgfältige medizinische Abklärung wichtig. Nicht jede Müdigkeit oder Gewichtszunahme ist auf die Schilddrüse zurückzuführen – manchmal steckt beispielsweise auch ein Eisenmangel, ein Vitaminmangel oder eine andere internistische Erkrankung dahinter.

      „Sowohl eine Unterfunktion als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können den weiblichen Zyklus, den Eisprung und damit die Fruchtbarkeit beeinflussen.“


      Healthy Lady: Schilddrüsenfunktionsstörungen können sich auch auf Stimmung, Antrieb und innere Ruhe auswirken. Wie lässt sich verhindern, dass körperliche und psychische Ursachen gegeneinander ausgespielt oder wichtige Zusammenhänge übersehen werden?

      Dr. Lilit Schweiger: Ich wünsche mir vor allem mehr Aufklärung. Viele Frauen leiden über Monate oder sogar Jahre unter Beschwerden, ohne zu wissen, dass auch eine Schilddrüsenerkrankung dahinterstecken könnte. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht jede Erschöpfung oder depressive Verstimmung vorschnell der Schilddrüse zuzuschreiben. Gute Medizin bedeutet, sorgfältig zu differenzieren und jede Patientin individuell zu betrachten. Genau dabei kann die Nuklearmedizin einen wichtigen Beitrag leisten.


      Radioaktivität in der Medizin und was du darüber wissen solltest

      Healthy Lady: Das Wort „nuklear“ oder „radioaktiv“ löst bei vielen Menschen sofort Unbehagen aus. Was sollten Patientinnen über die Sicherheit und Strahlenbelastung einer Untersuchung wissen?

      Dr. Lilit Schweiger: Tatsächlich arbeiten wir mit sehr geringen Mengen radioaktiver Substanzen. Sie werden ausschließlich dann eingesetzt, wenn die Untersuchung medizinisch gerechtfertigt ist und der erwartete Nutzen das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko überwiegt.

      Die Verfahren sind gut etabliert und die Strahlenexposition wird auf das für die jeweilige Fragestellung notwendige Maß begrenzt.

      Besondere Situationen wie Schwangerschaft oder Stillzeit werden selbstverständlich individuell berücksichtigt. Falls erforderlich, erhalten Patientinnen und Patienten anschließend entsprechende Verhaltensempfehlungen

      „Gute Medizin bedeutet, sorgfältig zu differenzieren und jede Patientin individuell zu betrachten.“


      Weniger Zucker, mehr Energie. Warum sich ein zuckerärmeres Leben wirklich lohnt

      Mal ganz ehrlich, wie oft greifst du im Alltag ganz automatisch zu etwas Süßem? Der Keks zum Kaffee, das Stück Schokolade am Nachmittag oder eine Dose Cola, wenn die Energie nachlässt. Zucker begleitet uns fast überall und oft merken wir gar nicht, wie viel wir tatsächlich davon essen.

      Dabei braucht es keinen radikalen Verzicht, um deinem Körper etwas Gutes zu tun. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag, um einen spürbaren Unterschied zu merken. Wer weniger Zucker isst, fühlt sich häufig ausgeglichener, hat seltener Heißhunger und startet mit mehr Energie durch den Tag.

      Das Beste daran ist, dass du nicht auf Genuss verzichten musst. Es geht nicht darum, nie wieder ein Dessert zu essen oder jede Zutatenliste zu studieren. Viel wichtiger ist es, bewusster zu entscheiden und Schritt für Schritt neue Gewohnheiten zu entwickeln, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

      Healthy Lady zeigt dir, warum weniger Zucker deinem Körper guttut und mit welchen einfachen Tipps du deinen Zuckerkonsum ganz ohne Stress reduzieren kannst.


      Warum wir Süßes so lieben

      Schon als Babys kommen wir mit einer Vorliebe für Süßes auf die Welt. Süßer Geschmack signalisiert unserem Gehirn Energie und galt über Jahrtausende als wertvoll für das Überleben. Zucker war früher selten und kostbar. Wer ihn fand, nahm möglichst viel davon auf. Dieses biologische Programm steckt bis heute in uns, auch wenn Zucker inzwischen rund um die Uhr verfügbar ist.

      Sobald du etwas Süßes isst, beginnt in deinem Körper eine ganze Kette von Reaktionen. Der Zucker gelangt über den Darm ins Blut und lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus. Dieses Hormon transportiert den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen, wo er als Energie genutzt oder gespeichert wird.

      Gleichzeitig reagiert auch dein Gehirn. Es schüttet den Botenstoff Dopamin aus, der als Teil des Belohnungssystems für ein angenehmes Gefühl sorgt. Genau deshalb greifen viele Menschen in stressigen Momenten, bei Langeweile oder schlechter Stimmung zu Schokolade, Keksen oder anderen Süßigkeiten. Zucker spendet für kurze Zeit ein gutes Gefühl und genau das macht ihn so verlockend.

      Mit der Zeit kann sich dieser Kreislauf immer weiter verstärken. Nach dem schnellen Anstieg des Blutzuckers folgt häufig ein ebenso schneller Abfall. Die Energie lässt nach, die Konzentration sinkt und der Appetit auf etwas Süßes meldet sich erneut. So entsteht ein Muster, bei dem der Körper immer wieder nach der nächsten Portion Zucker verlangt.

      Bin ich schon in der Perimenopause? Diese Veränderungen können Jahre vor der letzten Periode beginnen

      Kaltes Wasser, Summen, Atemübungen: Kannst du deinen Vagusnerv gegen Stress aktivieren?

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      So reagiert dein Körper auf zu viel Zucker

      Ein Stück Kuchen oder eine Kugel Eis sind kein Problem. Entscheidend ist die Menge, die sich Tag für Tag summiert. Zucker steckt längst nicht mehr nur in Süßigkeiten, sondern auch in Frühstückscerealien, Fruchtjoghurts, Softdrinks, Fertiggerichten, Ketchup oder Müsliriegeln. Dadurch nehmen viele Menschen deutlich mehr Zucker zu sich, als ihnen bewusst ist.

      Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum belastet den gesamten Organismus. Das Risiko für Übergewicht, Typ 2 Diabetes und Herz Kreislauf Erkrankungen steigt. Auch die Leber kann betroffen sein, wenn überschüssiger Zucker in Fett umgewandelt und dort gespeichert wird.

      Hinzu kommen Auswirkungen, die sich schon im Alltag bemerkbar machen. Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Heißhunger fördern. Auch die Haut kann reagieren. Ein hoher Zuckerkonsum wird mit einer beschleunigten Hautalterung und einem erhöhten Risiko für Hautunreinheiten in Verbindung gebracht.

      Weniger Zucker bedeutet deshalb nicht, auf Genuss zu verzichten. Es bedeutet, den Körper zu entlasten und ihm die Möglichkeit zu geben, Energie gleichmäßiger bereitzustellen und Stoffwechselprozesse im Gleichgewicht zu halten.


      Warum dich nachts die Lust auf Süßes weckt

      Kennst du das Gefühl, mitten in der Nacht aufzuwachen und plötzlich nur noch an Schokolade, Kekse oder andere Süßigkeiten denken zu können? Manche Menschen beschreiben dieses Verlangen als so stark, dass sie erst wieder einschlafen können, wenn sie etwas gegessen haben.

      Dahinter kann ein stark schwankender Blutzuckerspiegel stecken. Nimmst du tagsüber viele schnell verfügbare Kohlenhydrate oder große Mengen Zucker zu dir, reagiert der Körper mit einer erhöhten Insulinausschüttung. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel später deutlich absinken. Das Gehirn registriert diesen Energiemangel und sendet das Signal, möglichst schnell neue Energie bereitzustellen. Süße Lebensmittel liefern genau das und werden deshalb besonders attraktiv.

      Auch Stress spielt eine wichtige Rolle. Steht der Körper dauerhaft unter Anspannung, verändern sich Hormone wie Cortisol und Adrenalin. Diese können den Schlaf stören und gleichzeitig das Verlangen nach energiereichen Lebensmitteln verstärken. Hinzu kommt, dass Schlafmangel selbst die Hungerhormone beeinflusst. Das Sättigungshormon Leptin sinkt, während das Hungerhormon Ghrelin ansteigt. Die Folge ist ein stärkerer Appetit, vor allem auf Zucker und andere schnell verfügbare Kohlenhydrate.

      Wer regelmäßig nachts mit starkem Heißhunger aufwacht, sollte dieses Signal nicht ignorieren. Dahinter können auch eine unausgewogene Ernährung, lange Essenspausen oder in einigen Fällen gesundheitliche Ursachen stecken, die ärztlich abgeklärt werden sollten.


      Weniger Zucker im Alltag. So gelingt der Einstieg:

      Wenn du deinen Zuckerkonsum reduzieren möchtest, musst du nicht von heute auf morgen alles umstellen. Viel wirkungsvoller ist es, neue Gewohnheiten Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren. So fällt die Umstellung leichter und bleibt langfristig bestehen.

      Iss ausreichend Eiweiß - Eiweiß hält länger satt als Zucker und hilft dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Starte den Tag mit einem proteinreichen Frühstück. Naturjoghurt, Skyr, Eier, Hüttenkäse oder ein Omelett sorgen dafür, dass Heißhunger gar nicht erst entsteht.

      Versteckten Zucker erkennen - Zucker steckt längst nicht nur in Süßigkeiten. Auch Fruchtjoghurts, Frühstückscerealien, Müsliriegel, Ketchup, Fertigsaucen oder Softdrinks enthalten häufig überraschend große Mengen. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich. Begriffe wie Glukosesirup, Fruktosesirup, Dextrose oder Maltose stehen ebenfalls für Zucker.

      Trinke Wasser statt süßer Getränke - Flüssiger Zucker gehört zu den größten Zuckerfallen im Alltag. Limonaden, Eistee, Fruchtsäfte oder gesüßte Kaffeespezialitäten enthalten oft überraschend viel Zucker, liefern viele Kalorien und machen gleichzeitig kaum satt. Ersetze diese Getränke nach und nach durch Wasser, Mineralwasser mit frischer Zitrone, ungesüßten Tee oder stark verdünnte Saftschorlen. Wer den Umstieg leichter gestalten möchte, kann vorübergehend auch zu zuckerfreien Getränken greifen. Sie enthalten keinen Zucker und können dabei helfen, den täglichen Zuckerkonsum zu senken. Langfristig lohnt es sich jedoch, den Geschmackssinn an weniger Süße zu gewöhnen.

      Schlafe ausreichend - Zu wenig Schlaf bringt die Hungerhormone aus dem Gleichgewicht. Dadurch steigt der Appetit auf Süßes und energiereiche Lebensmittel. Schon eine erholsame Nacht kann einen spürbaren Unterschied machen.

      Iss regelmäßig - Lange Essenspausen führen dazu, dass der Blutzuckerspiegel stark absinkt. Die Folge sind Heißhunger und der Wunsch nach schneller Energie. Drei ausgewogene Mahlzeiten oder ein Rhythmus, der zu deinem Alltag passt, helfen dabei, den Blutzucker stabil zu halten.

      Obst statt Süßigkeiten - Frisches Obst enthält zwar natürlichen Zucker, liefert gleichzeitig aber Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Ein Apfel mit einer Handvoll Nüsse oder Beeren mit Naturjoghurt sättigen deutlich länger als Schokolade oder Kekse.

      Süßes nicht verbieten - Je strenger ein Lebensmittel verboten wird, desto größer wird häufig die Sehnsucht danach. Ein Stück Kuchen oder ein Eis gehören zu einem genussvollen Leben dazu. Entscheidend ist nicht der einzelne Moment, sondern das, was du an den meisten Tagen isst.

      Mehr selbst kochen - Wer frisch kocht, entscheidet selbst, welche Zutaten auf den Teller kommen. Das spart nicht nur Zucker, sondern meist auch Salz, Zusatzstoffe und unnötige Kalorien.

      Achte auf Ballaststoffe - Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Nüsse sorgen dafür, dass Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden. Der Blutzuckerspiegel bleibt stabiler und das Verlangen nach Süßem nimmt ab.

      Gib deinem Geschmack Zeit - Geschmacksnerven passen sich erstaunlich schnell an. Nach einigen Wochen schmecken viele stark gesüßte Lebensmittel plötzlich viel süßer als zuvor. Was anfangs schwerfällt, wird mit der Zeit ganz selbstverständlich.

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      Plane gesunde Snacks ein

      Heißhunger kommt selten ohne Vorwarnung. Wer mehrere Stunden nichts gegessen hat oder unterwegs keine gesunde Alternative zur Hand hat, greift schneller zu Schokolade oder Süßigkeiten. Packe deshalb bewusst kleine Snacks ein. Eine Handvoll Nüsse, Gemüsesticks mit Hummus, ein gekochtes Ei oder Naturjoghurt mit Beeren halten lange satt und versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen.

      Kaufe Süßigkeiten nicht auf Vorrat

      Was nicht im Küchenschrank liegt, landet auch seltener auf dem Teller. Wer Süßigkeiten nur gelegentlich kauft, trifft automatisch bewusstere Entscheidungen. Das bedeutet nicht, dass Schokolade oder Kekse tabu sind. Sie werden einfach wieder zu etwas Besonderem und nicht zur täglichen Gewohnheit.

      Würze mit natürlichen Aromen

      Viele Speisen schmecken auch ohne zusätzlichen Zucker wunderbar süß. Zimt, Vanille, Kakao oder geriebener Apfel verleihen Porridge, Joghurt oder Quark eine natürliche Süße und machen zusätzlichen Zucker oft überflüssig.

      Iss achtsamer

      Zwischen E Mails, Fernsehen oder Social Media essen viele Menschen nebenbei und merken kaum, wie viel tatsächlich auf dem Teller landet. Nimm dir bewusst Zeit für deine Mahlzeiten. Wer langsam isst und jeden Bissen genießt, wird schneller satt und verspürt seltener das Bedürfnis nach einem süßen Nachtisch.

      Lass dich nicht von Werbeversprechen täuschen

      Begriffe wie ohne Zuckerzusatz, Fitness oder Wellness klingen gesund, sagen aber nicht automatisch etwas über den tatsächlichen Zuckergehalt aus. Auch Produkte mit Honig, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Reissirup enthalten Zucker. Ein Blick auf die Zutatenliste und die Nährwerttabelle schafft Klarheit.

      Setze auf kleine Schritte

      Niemand muss von heute auf morgen komplett auf Zucker verzichten. Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied. Weniger Zucker im Kaffee, Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt oder Wasser statt Limonade sind einfache Gewohnheiten, die sich langfristig positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken.


      Kleine Schritte statt großer Verbote

      Niemand muss von heute auf morgen perfekt essen oder komplett auf Zucker verzichten. Viel wichtiger ist es, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen und den eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Jeder kleine Schritt zählt. Ob weniger Zucker im Kaffee, Wasser statt Limonade oder ein ausgewogenes Frühstück am Morgen. Aus kleinen Veränderungen entstehen neue Gewohnheiten und genau sie machen langfristig den Unterschied. Dein Körper wird es dir mit mehr Energie, einem stabileren Wohlbefinden und einem besseren Körpergefühl danken.