Gesunde Suppen

Seelentröster aus dem Topf: 3 Rezepte, die den grauen Herbst sofort vergessen lassen

Draußen pfeift der Wind, die Tage werden kürzer und spätestens am frühen Abend wächst die Sehnsucht nach etwas Warmem. Was könnte da besser passen als eine dampfende Schüssel selbst gekochter Suppe? Mit frischem Herbstgemüse, aromatischen Kräutern und einer kräftigen Brühe wird aus einfachen Zutaten eine Mahlzeit, die wunderbar wärmt und angenehm sättigt.

Doch Kürbis, Rote Bete und Co. haben weit mehr zu bieten als guten Geschmack. Sie liefern wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe, die unsere Ernährung bereichern. Und auch die traditionelle Hühnerbrühe hält eine interessante Überraschung bereit. Drei herzhafte Suppen, die zeigen, wie köstlich gesunde Herbstküche sein kann.

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Warum uns warme Suppen im Herbst so guttun

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gelten warme Mahlzeiten seit Jahrhunderten als besonders bekömmlich. Nach dieser Lehre unterstützen sie das sogenannte Verdauungsfeuer und helfen dem Körper, seine Lebensenergie, das Qi, im Gleichgewicht zu halten. Auch wenn sich diese Vorstellungen wissenschaftlich nicht in allen Punkten bestätigen lassen, steckt hinter der Vorliebe für warme Suppen durchaus etwas Sinnvolles.

Schon die Wärme kann angenehm sein, besonders wenn wir durchgefroren nach Hause kommen. Hinzu kommt, dass Suppen viel Flüssigkeit liefern und eine einfache Möglichkeit bieten, größere Mengen Gemüse zu essen. Beim Kochen werden die Zellstrukturen vieler Gemüsesorten weicher, wodurch sie sich leichter kauen und manche Inhaltsstoffe besser aufnehmen lassen. So wird beispielsweise Beta Carotin aus gekochten Möhren oft besser verfügbar als aus rohen.

Und noch etwas spricht für den Suppentopf. Beim Kochen gehen wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe teilweise in die Brühe über. Anders als beim Abgießen von Kochwasser wird diese Flüssigkeit bei einer Suppe mitgegessen. Zwar gehen hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C teilweise verloren, doch insgesamt kann eine abwechslungsreiche Gemüsesuppe eine nährstoffreiche und gut sättigende Mahlzeit sein.


Kollagen aus dem Suppentopf – das natürliche Beautygeheimnis?

Während Kollagenpulver und Beautypräparate immer beliebter werden, steckt das begehrte Strukturprotein auch in einem Klassiker unserer Küche. Der selbst gekochten Hühnerbrühe. Werden Hähnchenflügel mit Haut, Knochen und Bindegewebe längere Zeit gekocht, geht ein Teil des Kollagens als Gelatine in die Brühe über.

Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Haut, Sehnen, Bänder und Gelenkknorpel. Es verleiht der Haut Festigkeit und Elastizität und sorgt für Stabilität im Bindegewebe. Beim Verdauen liefert die Brühe Aminosäuren, die der Körper auch für die eigene Kollagenbildung nutzen kann. Besonders interessant ist die Kombination mit vitaminreichem Gemüse, denn Vitamin C spielt eine wichtige Rolle bei der normalen Kollagenbildung für Haut und Knorpel.

So verbindet eine selbst gekochte Hühnersuppe traditionellen Genuss mit wertvollen Nährstoffen und liefert einen guten Grund mehr, den Suppentopf regelmäßig auf den Herd zu stellen.


Herzhafte Kürbissuppe mit Hähnchen und frischem Herbstgemüse

Leicht süßlich, herrlich aromatisch und cremig. Diese goldgelbe Herbstsuppe vereint frisches Gemüse 
mit einer kräftigen Hühnerbrühe und sorgt für wohlige Wärme an kalten Tagen.

Symbolbild: Jana Ohajdova/Pexels

Ob Hokkaido oder Butternut, Kürbis gehört zum Herbst wie buntes Laub und gemütliche Abende. Seine leuchtend orange Farbe verdankt er natürlichen Pflanzenfarbstoffen, darunter Beta Carotin, das der Körper bei Bedarf in Vitamin A umwandeln kann. Dieses Vitamin trägt zur Erhaltung normaler Haut, Schleimhäute und Sehkraft bei.

In unserer Kürbissuppe trifft die feine Süße des Hokkaidos auf eine kräftige Hühnerbrühe mit frischen Möhren, Sellerie, Porree und Zwiebeln. Während das Gemüse langsam weich köchelt, verbinden sich die Aromen zu einer herzhaften Herbstmahlzeit. Ein Schuss Sahne rundet den Geschmack ab und verleiht der Suppe eine angenehm milde Note. Einfach zuzubereiten, wunderbar aromatisch und genau das Richtige für ungemütliche Herbsttage.


Warum Hokkaido so wertvoll ist

Besonders interessant ist sein Gehalt an Beta Carotin, das nicht nur für die intensive Farbe sorgt, sondern auch als Vorstufe von Vitamin A dient. Hinzu kommen Kalium, das zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks beiträgt, und Ballaststoffe, die die Verdauung und Sättigung unterstützen können.

Möhren liefern zusätzliche Carotinoide, während Sellerie und Porree das Gericht um weitere Pflanzenstoffe ergänzen. Die Hähnchenflügel sorgen für eine aromatische Brühe. Wird das Fleisch mitgegessen, liefert es außerdem wertvolles Eiweiß. So entsteht eine abwechslungsreiche Mahlzeit, die reichlich Gemüse mit herzhaftem Genuss verbindet.


Das kommt in den Suppentopf

2 Liter Wasser ● 4 Hähnchenflügel ● 2 große Möhren ● ½ Knollensellerie ● 1 Stange Porree ● 1 Zwiebel ● 1 mittelgroßer Hokkaidokürbis ● Hühnerbrühepulver nach Geschmack ● 150 ml Schlagsahne ● Salz und Pfeffer nach Geschmack

So gelingt deine Kürbissuppe
Möhren, Sellerie, Porree und Zwiebel putzen und klein schneiden. Den Hokkaidokürbis waschen, entkernen und samt Schale würfeln. Alles zusammen mit den Hähnchenflügeln in einen großen Suppentopf geben und mit zwei Litern kaltem Wasser aufgießen. Langsam zum Kochen bringen, anschließend die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren und die Suppe zugedeckt etwa eine Stunde sanft köcheln lassen, bis Gemüse und Fleisch vollständig gar sind.

Kleiner Küchentrick für eine samtige Konsistenz
Du liebst Kürbissuppe besonders cremig? Dann kannst du das weich gekochte Gemüse zusammen mit etwas Brühe fein pürieren. Nimm dafür zunächst die Hähnchenflügel heraus und achte darauf, dass keine Knochen oder Knorpelstücke in der Suppe zurückbleiben. Anschließend das pürierte Gemüse wieder mit der restlichen Brühe vermengen. Das Hähnchenfleisch lässt sich von den Knochen lösen und nach Belieben wieder hinzufügen. So erhält die Suppe eine wunderbar sämige Konsistenz, ganz ohne Mehl oder zusätzliche Bindemittel. Wer es etwas leichter mag, kann die Sahnemenge reduzieren. Der pürierte Kürbis sorgt bereits von Natur aus für eine angenehme Cremigkeit.


Rote Bete Suppe mit einem Hauch Sahne und Essig

Tiefrot, angenehm erdig und fein säuerlich. Diese farbenfrohe Herbstsuppe überrascht mit ihrem
intensiven Aroma und einer besonderen Kombination wertvoller Nährstoffe.

Symbolbild: Rahul Sonawane/Pexels

Kaum ein Gemüse bringt so viel Farbe auf den Teller wie Rote Bete. Ihr leicht süßlicher, erdiger Geschmack passt hervorragend zu einer kräftigen Hühnerbrühe mit Möhren und Zwiebeln. Ein Schuss Essig sorgt für eine angenehme Frische, etwas Sahne macht die Suppe milder.

Doch die rote Knolle kann mehr als gut schmecken. Sie liefert Folat, das für die Zellteilung und Blutbildung wichtig ist, sowie Kalium, das zur Regulierung des Blutdrucks beiträgt. Besonders spannend sind ihre natürlichen Nitrate. Der Körper kann sie in Stickstoffmonoxid umwandeln, das die Blutgefäße erweitert. Studien mit Rote Bete Saft zeigen, dass dadurch der Blutdruck unter bestimmten Bedingungen leicht sinken kann. Ob eine Portion Suppe denselben Effekt hat, ist allerdings nicht belegt.

Für das kräftige Rot sorgen Betalaine, Pflanzenfarbstoffe mit antioxidativen Eigenschaften, deren gesundheitliche Wirkung noch erforscht wird. Damit ist Rote Bete nicht nur ein Hingucker, sondern auch eine interessante Ergänzung für den Speiseplan.


Alles für deine rote Herbstsuppe

2 Liter Wasser ● 2 Möhren ● 2 Zwiebeln ● 4 Rote Bete Knollen ● 4 Hähnchenflügel ● Hühnerbrühepulver nach Geschmack ● 1 Esslöffel Essig ● 150 ml Schlagsahne

So kommt die Farbe in den Topf
Die Hähnchenflügel in kochendes Wasser geben. Möhren, Zwiebeln und Rote Bete schälen, würfeln und hinzufügen. Alles kurz aufkochen lassen und anschließend auf der niedrigsten Herdstufe zugedeckt etwa eine Stunde sanft köcheln lassen, bis Gemüse und Fleisch gar sind. Zum Schluss Hühnerbrühepulver nach Geschmack, einen Esslöffel Essig und 150 ml Sahne einrühren. Noch drei Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen und heiß servieren.

Ein kleiner Trick für samtigen Genuss
Wer die Suppe cremiger mag, kocht zwei bis vier Kartoffeln mit und püriert sie anschließend mit etwas Brühe. Den Essig erst zum Schluss hinzufügen. Seine feine Säure harmoniert wunderbar mit der natürlichen Süße der Roten Bete.


Polnische Gurkensuppe mit Hähnchen und frischem Gemüse

Herzhaft, angenehm säuerlich und wunderbar aromatisch. Diese traditionelle Gurkensuppe bringt ein Stück polnische Hausmannskost auf den Teller.

Bild: KI-generiert

Wer schon einmal in Polen zu Gast war, kennt vielleicht die berühmte Zupa ogórkowa. Was auf den ersten Blick nach einer ungewöhnlichen Kombination klingt, gehört dort zu den beliebtesten Klassikern der Familienküche. Das Geheimnis liegt in den fermentierten Salzgurken. Anders als gewöhnliche Essiggurken werden sie traditionell durch Milchsäuregärung haltbar gemacht und entwickeln dabei ihren charakteristischen, angenehm säuerlichen Geschmack.

Zusammen mit einer kräftigen Hühnerbrühe, Möhren, Sellerie, Porree und Kartoffeln entsteht eine herzhafte Suppe, bei der die Gurkenlake eine besondere Rolle spielt. Sie sorgt für die typische Säure, während ein Schuss Sahne die Aromen abrundet. Frischer Dill verleiht dem Gericht schließlich seinen unverwechselbaren Duft.


Fermentierte Gurken und ihre besonderen Eigenschaften

Das Geheimnis der polnischen Gurkensuppe steckt in den fermentierten Salzgurken. Anders als Essiggurken werden sie mithilfe von Milchsäurebakterien haltbar gemacht. Dabei entsteht die typische Säure, die der Suppe ihren unverwechselbaren Geschmack verleiht.

Unpasteurisierte Salzgurken können sogar lebende Milchsäurebakterien enthalten. Beim Kochen gehen diese allerdings weitgehend verloren. Trotzdem hat die Suppe einiges zu bieten. Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Porree liefern verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, das Hähnchenfleisch zusätzlich Eiweiß.

Wichtig ist nur das Salz. Da die Gurken und ihre Lake bereits recht salzig sein können, sollte die Suppe erst ganz zum Schluss abgeschmeckt werden.


Was du für diesen polnischen Klassiker brauchst

2 Liter Wasser ● 4 Hähnchenflügel ● 3 große Möhren ● ½ Knollensellerie ● 1 Stange Porree ● 1 Zwiebel ● 1 Glas fermentierte Salzgurken samt Gurkenlake ● 4 Kartoffeln ● Hühnerbrühepulver nach Geschmack ● 150 ml Schlagsahne ● frischer Dill ● Pfeffer nach Geschmack ● Salz nur bei Bedarf

So holst du dir ein Stück Polen in die Küche
Möhren, Sellerie, Porree, Zwiebel und Kartoffeln putzen, schälen und klein schneiden. Zusammen mit den Hähnchenflügeln in einen großen Suppentopf geben und mit zwei Litern kaltem Wasser aufgießen. Alles langsam zum Kochen bringen, anschließend auf der niedrigsten Herdstufe zugedeckt etwa eine Stunde sanft köcheln lassen, bis Gemüse und Fleisch gar sind.

Die fermentierten Salzgurken klein würfeln und zusammen mit etwas Gurkenlake hinzufügen, sobald die Kartoffeln weich sind. Weitere 15 Minuten köcheln lassen und die Säure nach Geschmack mit zusätzlicher Gurkenlake anpassen. Zum Schluss Hühnerbrühepulver und 150 ml Sahne einrühren, noch drei Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen und mit frischem Dill und Pfeffer abschmecken. Salz nur bei Bedarf hinzufügen.


Das kleine Geheimnis der polnischen Küche

Bei einer guten Zupa ogórkowa kommt es auf die richtige Reihenfolge an. Die fermentierten Gurken und ihre säuerliche Lake sollten erst in den Topf, wenn die Kartoffeln bereits weich gekocht sind. Denn Säure kann das Weichwerden der Kartoffeln verzögern.

Wer die Suppe besonders cremig liebt, kann einige der weich gekochten Kartoffelstücke mit etwas Brühe zerdrücken oder pürieren und anschließend wieder unterrühren.

Die Gurken selbst bleiben am besten in kleinen Stückchen erhalten. So entsteht der typische Kontrast zwischen der milden, cremigen Brühe und den angenehm säuerlichen Gurken. Ein wenig frischer Dill direkt vor dem Servieren macht den polnischen Suppenklassiker perfekt.


Einmal kochen, zweimal genießen

Ein großer Topf Suppe lohnt sich gleich mehrfach. Denn viele Suppen schmecken aufgewärmt besonders gut, und wer etwas mehr kocht, hat am nächsten Tag schon ein fertiges Essen.

Reste sollten nach dem Kochen zügig abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Gut gekühlt halten sich die meisten Suppen etwa zwei bis drei Tage. Vor dem Essen sollten sie gründlich erhitzt werden. Auch das portionsweise Einfrieren ist eine gute Möglichkeit, um für stressige Tage vorzusorgen.

Gerade wenn im Herbst wenig Zeit zum Kochen bleibt, ist so eine selbst gemachte Mahlzeit im Vorrat ziemlich praktisch.

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