„Mir ging ordentlich die DĂŒse“ â Kenans Sprung ins eiskalte Meer voller Orcas
Minus zwei Grad, Schneefall, dunkles Wasser. Als Kenan in den Fjorden Nordnorwegens ins Meer springt, schwimmen unter ihm bereits mehrere Orcas. FĂŒr den 34-jĂ€hrigen MĂŒnchner, der sich regelmĂ€Ăig ungewöhnlichen Challenges stellt, wird in diesem Moment ein Kindheitstraum RealitĂ€t.
Ăber seine Social-Media-Community erhĂ€lt er immer wieder Aufgaben, vom Bungeesprung aus 200 Metern Höhe bis zu einer symbolischen Selbsthochzeit in Las Vegas. Seine jĂŒngste Challenge fĂŒhrte ihn nun in den hohen Norden Norwegens. Dort sollte er mit Orcas schnorcheln, ein Selfie mit einem Killerwal machen und die GrabstĂ€tte von âFree Willyâ besuchen. Kenan meisterte diese Herausforderung. Neben eindrucksvollen Erlebnissen bringt er auch konkrete Tipps mit, wie und wo sich dieses auĂergewöhnliche Abenteuer selbst planen lĂ€sst.
Jeden Winter folgen mehrere Hundert Orcas den HeringsschwĂ€rmen in die Fjorde Nordnorwegens. Mit ihnen kommt auch der Tourismus und damit die Frage, wie nah Menschen wilden Tieren eigentlich kommen sollten. In Orten wie SkjervĂžy hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Branche entwickelt, nĂ€mlich Schnorcheltouren mit wilden Walen fĂŒr Besucher aus aller Welt.
Nicht alle sehen diese Entwicklung unkritisch. Meeresbiologen warnen, dass Wildtier-Tourismus Stress fĂŒr die Tiere bedeuten kann. Ein Hinweis darauf, dass Faszination fĂŒr wilde Natur immer auch Verantwortung einschlieĂt. In Norwegen gelten deshalb strenge Regeln. Boote mĂŒssen Abstand halten und dĂŒrfen die Tiere weder verfolgen noch ihre Bewegungsrichtung blockieren. Auch Schnorchler dĂŒrfen sie nicht berĂŒhren. Kenan wusste das, bevor er ins Wasser sprang. Respekt stehe fĂŒr ihn immer an erster Stelle, sagt er.

Ein Kindheitstraum wird Wirklichkeit
Healthy Lady:
Wie war das fĂŒr dich, als du erfahren hast, was du in dieser Challenge tun musst?
Kenan:
Es war zunĂ€chst ein Schock, aber im Nachhinein dachte ich mir: Besser gehtâs eigentlich gar nicht! Ich bin mit Free Willy aufgewachsen und habe den Film gefĂŒhlt hundertmal gesehen. Orcas in freier Wildbahn zu erleben, war schon immer ein absoluter Kindheitstraum von mir. Ich wĂ€re auf jeden Fall irgendwann mal nach Norwegen geflogen, aber ich wĂ€re niemals darauf gekommen, dass man dort auch mit Orcas schnorcheln kann. Deshalb habe ich mich auch so extrem ĂŒber den Top-Kommentar gefreut.

Wenn die Community entscheidet
Einige EindrĂŒcke seiner Orca-Tour sowie weitere Challenges dokumentiert Kenan in Video-TagebĂŒchern auf seinem TikTok-Kanal unter dem Namen @kenankayb.
Healthy Lady:
Warum machst du ĂŒberhaupt bei diesen Challenges mit? Woher kam diese verrĂŒckte Idee?
Kenan:
Die Idee dahinter ist, dass ich die Leute auf Social Media dazu animiere, mir Aufgaben zu stellen, sogenannte TOP-Kommentare. Das bedeutet: Der Kommentar unter dem letzten Video, der die meisten Likes bekommt, muss von mir umgesetzt werden. TatsĂ€chlich gibt es jemanden, der dieses Prinzip bereits macht. Man könnte also denken, ich wĂŒrde ihn kopieren. Das stimmt so aber nicht. Ja, es ist richtig, dass ich seine drei gröĂten TOP-Kommentare nachgemacht habe, allerdings mit einer klaren Absicht: Ich wollte ihm und allen anderen auf TikTok, Instagram & Co. â zeigen, dass es neben ihm noch jemanden gibt, der genauso verrĂŒckt ist und sich solche Dinge ebenfalls traut. Indirekt habe ich ihn damit herausgefordert. Und er hat das auch mitbekommen: Beim zweiten TOP-Kommentar-Video, dem Flugzeugsprung aus Tokio, hat er sogar kommentiert. In Thailand folgt nun meine dritte und letzte Challenge von ihm â der Muay-Thai-Kampf. Danach hoffe ich, dass wir uns 2026 endlich persönlich treffen werden.
Und um wieder zu mir zurĂŒckzukommen: NatĂŒrlich werde ich danach mit meinen eigenen TOP-Kommentaren weitermachen. Free Willy und die Hochzeit in Vegas haben zum Beispiel nichts mit el Deno zu tun.
Healthy Lady:
Welche Challenges hast du bisher gemeistert und welche war dein Favorit?
Kenan:
Also bis jetzt habe ich alle geschafft! Mein Favorit war ganz ehrlich das Schnorcheln mit Orcas. Diese Erfahrung ist unbeschreiblich. Auch wenn der Bungee- oder der Flugzeugsprung noch so voller Adrenalin war, das mit Orcas ist etwas ganz Besonderes. Das kann man nicht erklÀren.
Wie man ein Orca-Abenteuer organisiert
Healthy Lady:
Wie hast du die Reise geplant? Wo muss ich hin, wenn ich selbst mit Orcas schnorcheln möchte?
Kenan:
Ich habe es schon immer gern gehabt, meine Reisen bis ins Detail selbst zu planen. Wer mit Orcas schnorcheln möchte, reist in der Regel nach SkjervĂžy, einer kleinen Fjordinsel im hohen Norden Norwegens. Die nĂ€chstgröĂere Stadt ist TromsĂž, die sich gut mit dem Flugzeug erreichen lĂ€sst. Von dort geht es per Bus oder Schiff in etwa vier Stunden weiter nach SkjervĂžy. Die entsprechenden Tickets sollte man möglichst im Voraus buchen.
Healthy Lady:
Wo bucht man so ein Abenteuer â und was kostet es?
Kenan:
Die Wal-Tour beziehungsweise das Schnorcheln mit Orcas kann man ĂŒber verschiedene Agenturen und Anbieter buchen. Ich habe mich fĂŒr Whale2Sea entschieden, da sie preislich wirklich fair waren. Ich habe fĂŒr die einmalige Tour etwa 250 ⏠bezahlt. Es gibt allerdings auch gröĂere, mehrtĂ€gige Touren, die schnell bis zu 5.000 ⏠kosten können.
Ankommen am Rand der Welt
Healthy Lady:
Du landest also in Norwegen, triffst dort andere mutige Menschen und dann?
Kenan:
Bevor es losging, gab es am Treffpunkt zunĂ€chst ein ausfĂŒhrliches Briefing ĂŒber das Norwegische Meer, die Meeresbewohner und das Wasser â kurz gesagt ĂŒber alles, was wichtig ist. ZusĂ€tzlich gab es eine EinfĂŒhrung in die Handhabung des Trockenanzugs, damit man weiĂ, wie alles funktioniert und wie man sich richtig verhĂ€lt. Die komplette AusrĂŒstung wird vom Anbieter gestellt, und man bekommt auch Hilfe beim Anziehen, denn das war gar nicht so einfach. Soweit ich weiĂ, kann man an so einer Tour in der Regel erst ab 16 Jahren teilnehmen. Es gibt jedoch auch Anbieter, die unter bestimmten Voraussetzungen bereits Teilnahmen ab 14 Jahren ermöglichen. Eine Voraussetzung ist in jedem Fall, dass man schwimmen kann. Vor dem Start muss man auĂerdem ein medizinisches EinverstĂ€ndnis unterschreiben, in dem man bestĂ€tigt, dass man gesund und fit ist, schwimmen kann und eine Notfallkontaktperson angibt.

Healthy Lady:
Wie viele Orca-begeisterte Menschen gab es an dem Tag? Und wie viele haben sich tatsÀchlich getraut, ins Wasser mit den Killerwalen zu gehen?
Kenan:
Wir waren an diesem Tag etwa zehn Personen. Die anderen Anbieter sind ebenfalls mit acht bis zehn Teilnehmern hinausgefahren, allerdings immer an unterschiedlichen Orten, sodass man sich gegenseitig nicht gestört hat.
Und tatsĂ€chlich gab es auch Leute, die zu groĂen Respekt oder schlicht Angst hatten. Es war ungefĂ€hr ein 50/50-VerhĂ€ltnis: FĂŒnf Personen sind ins Wasser gegangen, die anderen fĂŒnf sind auf dem Boot geblieben.
Was beim Schnorcheln mit Orcas gilt
Healthy Lady:
Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Es sind ja immer noch wilde Tiere, auch wenn sie als friedlich gelten.
Kenan:
Es gibt immer ein gewisses Risiko, das wurde auch im Briefing ausdrĂŒcklich betont. Wenn man jedoch aufmerksam ist und sich genau an die Anweisungen hĂ€lt, kann man sich fast sicher sein, dass nichts passiert. Das hat zwei einfache GrĂŒnde: Zum einen stehen wir Menschen nicht auf der Speisekarte von Orcas. Zum anderen gibt es in der gesamten Menschheitsgeschichte keine dokumentierten FĂ€lle, in denen ein Orca einen Menschen angegriffen oder getötet hat. AuĂerdem war jederzeit ein Tourguide mit im Wasser, falls irgendetwas nicht stimmen sollte â was jedoch zu keinem Zeitpunkt der Fall war.
Der Sprung ins eiskalte Abenteuer

Healthy Lady:
Du sitzt also auf dem Boot, fĂ€hrst hinaus, siehst die ersten Orcas âŠ
Was ist dein erster Gedanke? Gab es einen Moment, in dem du dachtest: âShit â was mache ich hier eigentlich?â
Kenan (lacht):
Nein, ganz im Gegenteil. Als wir nach etwa 45 Minuten endlich die erste Gruppe von Orcas gesehen haben, waren wir alle extrem glĂŒcklich. Das war ein purer GlĂŒcksmoment. NatĂŒrlich musste ich sofort an den Film Free Willy denken â an diese Szenen mit der ikonischen Titelmusik!
Healthy Lady:
Und dann â der Sprung ins eiskalte Wasser. Wie war das GefĂŒhl in diesem Moment? Friert man da nicht einfach ein?
Kenan:
Kurz bevor ich ins Wasser sprang, ging mir schon ordentlich die DĂŒse, denn in diesem Moment war mir klar, gleich könnten Orcas direkt unter meinen FĂŒĂen vorbeischwimmen. An die KĂ€lte habe ich dabei ĂŒberhaupt nicht mehr gedacht. Als ich dann im Wasser war und gleich zu Beginn die ersten Wale gesehen habe, war das Thema KĂ€lte sofort erledigt. Ich stand so sehr unter Adrenalin, dass ich sie kaum noch wahrgenommen habe. In manchen Momenten fĂŒhlte sich das Wasser komischerweise sogar âwarmâ an â obwohl es minus zwei Grad hatte. Nur an den Wangen hat man das eiskalte Wasser gespĂŒrt, aber selbst das war in diesem Moment völlig egal.

Healthy Lady:
Abgesehen von den Orcas ist ja auch das Meer selbst eine Herausforderung. Viele haben Respekt vor den Wellen oder davor, im offenen Wasser die Kontrolle zu verlieren. Wie sicher fĂŒhlt man sich dabei und welche Rolle spielt die AusrĂŒstung?
Kenan:
Das Wetter war anfangs so schlecht, dass wir beinahe gar nicht rausgefahren wĂ€ren. Zum GlĂŒck wurde es dann etwas besser und der Schneefall hörte auf, doch die Wellen waren fĂŒr ein kleines RIB-Boot allerdings trotzdem ordentlich. Im Wasser selbst war es dann völlig harmlos, weil wir einen sehr ruhigen Spot gefunden hatten. Dank des Trockenanzugs kann man auĂerdem nicht untergehen, da er am RĂŒcken eine Art Luftpolster hat. Und richtig untertauchen war ohnehin auch gar nicht nötig, denn die Orcas waren so neugierig, dass sie extrem nah an uns herangekommen sind, das sieht man ja auch in den Videos.
Magische Begegnung unter der OberflÀche
Healthy Lady:
Die erste Begegnung mit den Orcas â ich kann mir vorstellen, dass das ĂŒberwĂ€ltigend war.
Wie hoch war dein Adrenalinspiegel? Gab es auch einen Moment der Angst?
Kenan:
Als wir endlich ins Wasser springen durften, war ich ehrlich gesagt extrem aufgeregt, aber auf eine gute Art, als reiner Adrenalinkick. Die Angst war zwar da, aber nur fĂŒr die ersten zwei Sekunden. Als dann der erste Orca direkt an mir vorbeigeschwommen ist, wusste ich sofort: Ich bin safe. Die tun mir nichts. Ab diesem Moment konnte ich das Erlebnis vollstĂ€ndig genieĂen â und filmen, was das Zeug hĂ€lt.
Healthy Lady:
Es war bereits etwas dunkel und es hat geschneit, als du ins Wasser gesprungen bist. Konntest du die Orcas ĂŒberhaupt gut sehen? Wie ist es, ihnen beim Schnorcheln so nah zu sein?
Kenan:
Als wir am Spot angekommen waren, hatten wir wieder GlĂŒck mit dem Wetter, und die Wolken zogen etwas auf. Die WasseroberflĂ€che wirkte zwar fast schwarz, unter Wasser zeigte sich durch das wenige Sonnenlicht jedoch eine faszinierende Mischung aus GrĂŒn und Blau, fast surreal schön. Wir haben etwa sieben bis zehn Orcas gesehen. Besonders das Jungtier war sehr verspielt und ist immer wieder dicht an uns vorbeigeschwommen, das sieht man auch im Video am deutlichsten. Die anderen Orcas waren deutlich gröĂer. Insgesamt fĂŒhlte sich das Erlebnis wie eine Mischung aus RealitĂ€t und etwas völlig Unwirklichem an.
Healthy Lady:
Wie muss man sich verhalten? Gibt es No-Gos?
Kenan:
Das gröĂte No-Go ist ganz klar: Man darf die Orcas nicht berĂŒhren. Das haben die Guides mehrfach betont und daran hat sich wirklich jeder gehalten, auch ich. Zum einen wissen wir, wie groĂ und stark Orcas sind, und zum anderen geht es um Respekt, darum sie in ihrem eigenen „Wohnzimmer“ nicht zu stören.
Healthy Lady:
Wenn man einem Orca in die Augen sieht â was spĂŒrt man da?
Kenan:
Boah, das ist eine wirklich schwierige Frage. Ich habe dem Jungtier mehrmals in die Augen geschaut, aber in diesem Moment denkt man erstaunlicherweise gar nicht bewusst darĂŒber nach. Man ist einfach ĂŒberwĂ€ltigend glĂŒcklich und freut sich darĂŒber, mit welcher Neugier die Orcas an einem vorbeischwimmen und darĂŒber, dass sie einen zum GlĂŒck nicht fressen wollen. Aber um deine Frage trotzdem klar zu beantworten: Es ist pures GlĂŒck. Man fĂŒhlt sich in diesem Moment einfach nur glĂŒcklich.

Zwischen Faszination und Verantwortung
Healthy Lady:
Dein Erlebnis hat viele Menschen online bewegt â aber es gibt auch Kommentare, die sagen, man sollte wilden Orcas nicht so nah kommen. Wie gehst du mit dieser Kritik um?
Kenan:
Ja, unter meinem Video gab es auch einige kritische Kommentare und einen Teil davon kann ich durchaus nachvollziehen. Orcas gehören zu den intelligentesten Tieren der Welt und zeigen sehr deutlich, wenn ihnen etwas zu viel wird. Wenn sie sich gestört fĂŒhlen, ziehen sie sich zurĂŒck und schwimmen weg. DafĂŒr ist das Meer groĂ genug. Gerade in den Fjorden im Norden Norwegens gibt es zudem groĂe HeringsschwĂ€rme, an denen sich die Orcas orientieren. NatĂŒrlich ist mir bewusst, dass der Tourismus in den letzten Jahren zugenommen hat. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass diese Orca-Hotspots stark von den Heringsrouten abhĂ€ngen und sich mit der Zeit wieder verlagern. Auch die Anbieter vor Ort wissen, wie sensibel das Thema ist. Deshalb gibt es nur begrenzte PlĂ€tze, klare Regeln und keinen Massentourismus.
Healthy Lady:
Wo liegt fĂŒr dich die Grenze zwischen Abenteuer und Respekt gegenĂŒber der Natur?
Kenan:
Ich versuche immer abzuwĂ€gen, in welchem VerhĂ€ltnis Abenteuer und Verantwortung zueinanderstehen. Wenn ich weiĂ, dass etwas möglich ist, ohne Tiere in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum zu stören, ist das fĂŒr mich in Ordnung. Ein klares Gegenbeispiel wĂ€ren Orca-Shows in Aquarien. Dorthin wĂŒrde ich niemals gehen. Solche Formen der Tierhaltung haben fĂŒr mich nichts mit Respekt gegenĂŒber der Natur zu tun.
Healthy Lady:
Hast du das GefĂŒhl, dass solche Erlebnisse dein VerhĂ€ltnis zur Natur verĂ€ndert haben?
Kenan:
Das Erlebnis an sich auf jeden Fall. Meine grundsĂ€tzliche Einstellung zur Natur hat sich dadurch aber nicht verĂ€ndert. Ich war schon immer ein groĂer Tierliebhaber. Ich schaue mir auch sehr gerne Tierdokumentationen an, um besser zu verstehen, wie Tiere leben und wie sie sich verhalten. Das finde ich unglaublich spannend.
Healthy Lady:
Denkst du, dass solche Begegnungen helfen können, mehr Bewusstsein fĂŒr den Schutz der Meere zu schaffen?
Kenan:
Definitiv. Sobald man so etwas selbst erlebt, entsteht automatisch eine ganz andere Verbindung. Bei mir war es so, dass ich danach noch stĂ€rker das BedĂŒrfnis hatte, etwas zurĂŒckzugeben egal, ob es um Orcas, andere Wale oder Meerestiere im Allgemeinen geht. NatĂŒrlich funktioniert das nicht bei jedem Menschen gleich. Aber ich glaube, dass direkte Begegnungen bei vielen ein Bewusstsein dafĂŒr schaffen können, wie schĂŒtzenswert diese Tiere und ihre LebensrĂ€ume sind.
Ein letzter Mutmacher
Healthy Lady:
Was wĂŒrdest du Menschen sagen, die von so einem Erlebnis trĂ€umen, sich aber nicht trauen?
Kenan:
Machen. Einfach machen. Ich weiĂ, dass es eine Ăberwindung ist vor allem fĂŒr Menschen, die Respekt vor der Tiefe des Meeres haben oder Angst davor, was dort unten sein könnte. Genau deshalb wĂŒrde ich raten: Informiert euch. Und zwar so gut wie möglich. Wir leben im Internetzeitalter, man kann heute alles recherchieren und sich vorbereiten. Einige haben mir nach meinem Video geschrieben, dass sie diese Tour bereits gebucht haben, weil sie das Erlebnis so gefeiert haben. Das hat mich natĂŒrlich besonders gefreut, weil ich das GefĂŒhl hatte, ein kleiner Teil davon zu sein, dass sie sich nun selbst diesen Traum erfĂŒllen.
Zum Abschied noch ein Tipp: Denkt nicht an die Angst oder daran, wie kalt das Wasser ist. Sobald man reinspringt, verschwinden beide Gedanken ganz von allein und man ist einfach nur voller Energie und GlĂŒck.

Was man ĂŒber Wal-Touren in freier Wildbahn wissen sollte
Was Kenan erlebt hat, zeigt, wie eindrĂŒcklich Begegnungen mit Wildtieren sein können und wie viel Verantwortung, Respekt und Vorbereitung damit verbunden sind. Orcas lassen sich in Nordnorwegen meist im Rahmen gefĂŒhrter Schnorcheltouren beobachten, vor allem im Winter, wenn sie den HeringsschwĂ€rmen in die Fjorde folgen.
Wer von einer solchen Tour trĂ€umt, sollte sich bewusst sein, dass es sich um ein Naturerlebnis ohne Garantie handelt. Wetter, SichtverhĂ€ltnisse, Wellengang, Wassertemperaturen und das Verhalten der Tiere können herausfordernd sein und den Ablauf jederzeit verĂ€ndern oder sogar dazu fĂŒhren, dass eine Tour kurzfristig abgesagt wird. Neben sicheren Schwimmkenntnissen braucht es auch eine gewisse körperliche und mentale Vorbereitung.
Entscheidend ist auĂerdem die Wahl des Anbieters. Seriöse Veranstalter arbeiten mit klaren Regeln zum Schutz der Tiere, begrenzen die GruppengröĂe und verzichten strikt auf BerĂŒhren, FĂŒttern, aktives AnnĂ€hern oder Verfolgen der Orcas. Gute Anbieter erklĂ€ren vorab transparent, welche AbstĂ€nde eingehalten werden, wie lange Begegnungen maximal dauern und wann abgebrochen wird. Verantwortungsvoller Wildtier-Tourismus bedeutet daher, sich vorab zu informieren, Grenzen zu akzeptieren und das Wohl der Tiere konsequent ĂŒber das eigene Erlebnis zu stellen.












