Liwia Tokoda

Leidenschaftliche Journalistin ✹ Chefredakteurin eines Frauenmagazins 📝 TV-Redakteurin bei Deutschlands Top-Sendern đŸ“ș ÜberglĂŒckliche Mama ❀

Allergiezeit im FrĂŒhling – warum dein Körper so reagiert und was du jetzt tun kannst

Die schönste Zeit des Jahres beginnt. Die Tage werden lĂ€nger, die Natur blĂŒht auf und alles wirkt plötzlich leichter. Doch wĂ€hrend viele den FrĂŒhling genießen, beginnt fĂŒr andere eine anstrengende Phase. Juckende Augen, eine laufende Nase und stĂ€ndiges Niesen gehören fĂŒr viele Menschen jetzt zum Alltag. Allergien sind weit verbreitet und können die LebensqualitĂ€t gerade in den warmen Monaten deutlich einschrĂ€nken. Viele fragen sich, warum der Körper ĂŒberhaupt so stark auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert und was man dagegen tun kann. Genau darĂŒber haben wir mit dem Dermatologen Dr. Welf Prager gesprochen. In unserem Video-Beitrag erklĂ€rt er, was bei einer Allergie im Körper passiert und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.


Was du im Alltag tun kannst, um die Belastung zu reduzieren

Gerade in der Allergiezeit fĂŒhlen sich viele Menschen ihren Beschwerden ausgeliefert. Doch neben medizinischen Behandlungen gibt es auch im Alltag einiges, worauf du achten kannst, um die Belastung zu reduzieren. Ein wichtiger Punkt ist der Umgang mit Pollen im Alltag. Kleidung, die du draußen getragen hast, solltest du möglichst nicht direkt im Schlafzimmer ablegen, da sich daran Pollen festsetzen können. Am besten wechselst du deine Kleidung direkt nach dem Nachhausekommen. Auch regelmĂ€ĂŸiges Haarewaschen am Abend kann helfen, die Belastung ĂŒber Nacht zu verringern.

Viele unterschĂ€tzen außerdem, wie stark sich das LĂŒften auf die Symptome auswirken kann. WĂ€hrend in lĂ€ndlichen Regionen die Pollenkonzentration morgens besonders hoch ist, steigt sie in der Stadt oft eher am Abend an. Wer das berĂŒcksichtigt, kann die Belastung gezielt reduzieren. Auch Pollenschutzgitter können dabei helfen, die Pollenbelastung in InnenrĂ€umen zu verringern.

Viele Allergiker berichten, dass sie mit einem Luftreiniger besser durch die Pollenzeit kommen. GerĂ€te mit speziellen Filtern können Pollen und andere Partikel aus der Raumluft reduzieren und so fĂŒr ein angenehmeres Raumklima sorgen, besonders im Schlafzimmer. Wenn du darĂŒber nachdenkst, dir einen Luftreiniger zuzulegen, achte darauf, dass er fĂŒr Allergiker geeignet ist und ĂŒber einen entsprechenden Filter verfĂŒgt.

Auch kleine Gewohnheiten machen einen Unterschied. Sonnenbrillen können die Augen schĂŒtzen und NasenspĂŒlungen werden von vielen als angenehm empfunden, um Pollen aus den SchleimhĂ€uten zu entfernen. Nach einem Tag draußen kann es außerdem helfen, Gesicht und HĂ€nde grĂŒndlich zu reinigen, um Reizstoffe von der Haut zu entfernen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist dein Zuhause. RegelmĂ€ĂŸiges Reinigen von OberflĂ€chen oder Staubsaugen kann dazu beitragen, die Pollenbelastung in InnenrĂ€umen zu reduzieren. Wenn du viel Zeit im Freien verbringst, lohnt es sich außerdem, die aktuelle Pollenbelastung im Blick zu behalten. So kannst du besser planen, wann du draußen aktiv bist und wann du deinem Körper eher eine Pause gönnst.


Warum Allergien immer hÀufiger werden

Allergien sind heute weiter verbreitet als noch vor einigen Jahrzehnten. Fachleute gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren dabei eine Rolle spielen. Neben genetischen EinflĂŒssen werden auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung oder verĂ€nderte Lebensbedingungen diskutiert. Auch unser moderner Lebensstil könnte dazu beitragen, dass das Immunsystem empfindlicher auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert. Die genauen Ursachen sind jedoch komplex und noch nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt.


Wann du genauer hinschauen solltest

Nicht jede laufende Nase ist gleich eine Allergie. Wenn Symptome immer wieder zu bestimmten Zeiten auftreten oder lÀnger anhalten, kann es sinnvoll sein, das Àrztlich abklÀren zu lassen. Gerade wenn Beschwerden stÀrker werden oder den Alltag deutlich einschrÀnken, gibt es heute verschiedene Möglichkeiten, die Symptome gezielt zu behandeln und besser in den Griff zu bekommen.


Was hinter Allergien steckt – erklĂ€rt vom Dermatologen

Allergien lassen sich nicht immer vollstĂ€ndig vermeiden, aber mit dem richtigen Wissen und kleinen Anpassungen im Alltag kannst du lernen, besser mit ihnen umzugehen und die belastende Zeit angenehmer zu gestalten. Wenn deine Beschwerden stĂ€rker werden oder dich im Alltag einschrĂ€nken, ist es sinnvoll, Ă€rztlichen Rat einzuholen, um die passende Behandlung fĂŒr dich zu finden.

In unserem Video wirft der Hamburger Dermatologe und Allergologe Dr. Welf Prager einen tiefen Blick hinter die Kulissen unseres Immunsystems. Er erklÀrt, warum ausgerechnet das Erwachen der Natur bei so vielen Menschen eine heftige Abwehrreaktion auslöst und welche Rolle die steigenden Temperaturen dabei spielen. Erfahre jetzt, welche Mechanismen in deinem Körper ablaufen und was du ganz konkret dagegen machen kannst.




„Ich wurde stundenlang im KĂŒhlschrank eingesperrt“ – Missbraucht von der eigenen Mutter

In diesem Beitrag geht es um schweren körperlichen und sexuellen Kindesmissbrauch.
Wenn dich solche Themen emotional stark belasten, lies bitte an dieser Stelle nicht weiter. Zum Schutz der PrivatsphÀre werden keine persönlichen Fotos der Interviewpartnerin veröffentlicht. Das Titelbild ist symbolisch.


Diese Augen haben zu viel gesehen

Es war spÀt am Abend. Mein Sohn schlief bereits, das Haus war still.
Ich scrollte gedankenlos durch die sozialen Medien auf der Suche nach einer interessanten Persönlichkeit fĂŒr das nĂ€chste Interview. Und dann blieb ich plötzlich wie erstarrt.

Eine junge Frau. Dunkle Haare. Dunkle Augen. Ein Blick, so tief, dass er mich mitten ins Herz traf.
Ich weiß in diesem Moment: Diese Augen haben zu viel gesehen. Ich klickte auf ihr Video. Sie begann zu sprechen. Ein Video, dann das nĂ€chste. Florina (31) – so nennt sie sich, erzĂ€hlt in ihren BeitrĂ€gen von einer Kindheit, die niemand hĂ€tte ertragen dĂŒrfen. Von Hunger, Schmerz, Angst und Verrat von Menschen, die sie hĂ€tten beschĂŒtzen mĂŒssen und es nicht taten. 

„Meine leibliche Mutter hat mir, als ich noch ein Kleinkind war, das Essen und Trinken verweigert. Ich durfte mein Zimmer nicht verlassen.
Ich erinnere mich an einen Moment – der Durst war so schlimm, dass ich mich ganz leise aus meinem Zimmer geschlichen habe.
Ich bin ins Badezimmer gegangen – ich war zu klein, um das Waschbecken zu erreichen.
Also habe ich einen Schwamm genommen, ihn in die Toilette getaucht und das Wasser daraus gesaugt. Ich hatte so großen Durst
“

Mit jedem Satz öffnet sie ein StĂŒck mehr die TĂŒr zu einer Welt, die niemand sehen möchte.
Ich spĂŒre, wie mein Herz anfĂ€ngt zu rasen.

„Ich durfte nicht auf die Toilette gehen“, sagt sie leise.
„Ich habe versucht, in Flaschen zu pinkeln. Als meine Mutter es entdeckt hat, hat sie mich so schlimm geschlagen, dass ich dachte, ich ĂŒberlebe es nicht.“

Ein Zittern lag in ihrer Stimme, aber kein Hass. Nur Leere. Als sprĂ€che jemand, der gelernt hat, GefĂŒhle auszuschalten, um zu ĂŒberleben. Dann erzĂ€hlt sie weiter:

„Ich bin als Kind fĂŒr mehrere Stunden in den eiskalten KĂŒhlschrank eingesperrt worden. Ich hatte nur meine UnterwĂ€sche und mein Unterhemd an.
Ich habe laut geschrien und geweint. Ich dachte, ich werde es nicht ĂŒberleben.
WĂ€hrend ich dort drinnen Todesangst hatte, saßen meine Mutter und ihr LebensgefĂ€hrte draußen, hĂ€mmerten gegen den KĂŒhlschrank, lachten sich tot.
Als sie mich nach mehreren Stunden endlich rausgelassen haben, war meine Fußsohle eingefroren. So fuhren sie mit mir ins Krankenhaus.
Das Jugendamt wurde informiert, aber es geschah nichts. Niemand hat etwas unternommen.“

Das, was ihr hier gerade lest, sind die harmlosesten Zitate aus Florinas Videos, die sie mit der Öffentlichkeit teilt.
Jede einzelne ErzĂ€hlung dieser jungen Frau ließ mich tiefer hineinsinken in eine Welt, die so grausam war, dass ich sie kaum ertragen konnte.
Ich fĂŒhle noch heute, wie mir die TrĂ€nen ĂŒber die Wangen laufen.
Ich legte das Handy weg, ging in das Zimmer meines Sohnes und umarmte ihn so fest, wie ich nur konnte.

Wie viele Kinder allein hier in Deutschland mĂŒssen tĂ€glich Ähnliches durchleben, ohne dass jemand hinschaut? Mein Mutterherz bricht bei diesem Gedanken. Am nĂ€chsten Morgen kontaktierte ich sie.
Ich musste. Ich konnte sie nicht vergessen.
Und dann lernte ich sie kennen: eine junge Frau voller Herzlichkeit, Offenheit und Mut.
Man möchte sie einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, wie unglaublich stark sie ist.

Florina – mein heutiger Gast – erhebt ihre Stimme.
FĂŒr sich. Und fĂŒr all die anderen Opfer von schwerem Kindesmissbrauch, die zu lange geschwiegen haben.
Sie zeigt sich. Sie teilt ihre Narben, ihre dunkelsten Erinnerungen. Nicht, um Mitleid zu bekommen, sondern um aufzurĂŒtteln.
Damit Menschen wie du und ich genauer hinschauen.
Damit wir Kinder sehen, die sonst niemand sieht.
Damit wir endlich verstehen, dass Missbrauch kein fernes Thema ist, sondern mitten unter uns geschieht.


Der Beginn einer Hölle

Healthy Lady: Florina, wenn du an deine Kindheit denkst – was siehst du?
Ich weiß, dass es schmerzhaft ist, aber ich möchte, dass die Menschen verstehen, was du erlebt hast.
Wie hat alles begonnen?

Florina:
Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich zuerst kein konkretes Bild, sondern ein GefĂŒhl – eine Mischung aus Unsicherheit und dem stĂ€ndigen Versuch, stark zu sein. Viele Momente verschwimmen, aber manche sind bis heute sehr klar. Angefangen hat alles damit, dass ich sehr frĂŒh gelernt habe, auf mich selbst aufzupassen. Die Erwachsenen um mich herum waren oft mit ihren eigenen Problemen beschĂ€ftigt, und ich hatte das GefĂŒhl, keinen richtigen Platz zu haben. Als Kind versteht man nicht, warum Dinge passieren – man spĂŒrt nur, dass etwas nicht stimmt. Dieses GefĂŒhl hat mich lange begleitet.

Die schlimmsten Momente waren nicht unbedingt die lauten, offensichtlichen. Es waren die stillen. Die Abende, an denen ich gehofft habe, dass jemand da ist, der mich sieht, aber niemand kam. Dieses GefĂŒhl, nicht wichtig zu sein, nicht gehört zu werden. Diese unsichtbaren Wunden haben mich viel stĂ€rker geprĂ€gt als alles, was man von außen hĂ€tte erkennen können.

Was mich bis heute begleitet und fĂŒr mich besonders schlimm war: Mein Stiefvater verkleidete sich als Monster, und ich musste mich – ohne zu wissen, dass er es ist – auf seinen Schoß setzen. Er trug eine schwarze Strumpfhose ĂŒber dem Kopf, hatte ein Kissen unter dem Oberteil und ein Messer in der Hand. Manchmal musste ich selbst ein Messer aus der KĂŒche holen. Er drohte mir, dass ich gleich in seinem Bauch landen wĂŒrde, dass er schon viele Kinder gegessen habe, und fuhr mit dem Messer an meinen Armen und Beinen entlang. Das gehört zu den schlimmsten Dingen, die ich je erlebt habe.

Ein anderes Mal wurde ich fĂŒr mehrere Stunden in einen KĂŒhlschrank eingesperrt. Ich musste mich bis auf die UnterwĂ€sche ausziehen. Diese Zeit war extrem traumatisch – ich dachte wirklich, ich wĂŒrde sterben. Ich könnte stundenlang ĂŒber meine Kindheit schreiben. Und trotzdem: Es gab auch kleine Lichtblicke. Menschen, die mir spĂ€ter gezeigt haben, dass Vertrauen möglich ist. Vermutlich ist das der Grund, warum ich heute darĂŒber sprechen kann. Nicht, um die Vergangenheit neu zu durchleben – sondern damit andere verstehen, wie sich solche Erfahrungen anfĂŒhlen. Und dass man Wege findet, daraus herauszuwachsen.

„Als Kind habe ich wirklich geglaubt, dass das alles normal ist.“


Healthy Lady: Du warst noch so klein, als all das geschah.
Erinnerst du dich an den Moment, in dem du gespĂŒrt hast, dass das, was passiert, nicht normal ist?

Florina:
Als Kind habe ich wirklich geglaubt, dass das alles normal ist. Wir lebten in einer Gegend, in der auch Nachbarn ihre Kinder misshandelten. FĂŒr mich war das einfach „so“. Dann habe ich mich mit einer Freundin verabredet und dort war plötzlich alles anders. Ihre Mutter war liebevoll, es gab Mittagessen nach der Schule, eine WĂ€rme, die ich nicht kannte. Ich konnte damit ĂŒberhaupt nicht umgehen. Und genau da habe ich verstanden: Das, was bei uns passiert, ist nicht normal.


Healthy Lady: Du wurdest hĂ€ufig verletzt. Wie kann es sein, dass niemand eingegriffen hat – Schule, Freunde, Familie, Jugendamt?
Gab es Menschen, die dich sahen – und trotzdem schwiegen?

Florina:
Uns wurde immer wieder klargemacht, dass wir niemals darĂŒber sprechen dĂŒrfen, was zu Hause passiert. Meine Mutter machte mir deutlich, dass sie es herausfinden wĂŒrde, wenn ich rede, und drohte mir mit Dingen, die mir große Angst machten. Sie wusste genau, wie sie mich zum Schweigen bringt. Aber zum GlĂŒck haben nicht alle geschwiegen. Geschwister von mir haben sich in der Schule und in der Kita anvertraut. Über Jahre hinweg wurde dort immer wieder gemeldet, was bei uns passiert. Auch meine Oma hat mit dem Jugendamt zusammengearbeitet. Und trotzdem gab es Menschen, die vieles gesehen oder geahnt haben – und geschwiegen haben.


Healthy Lady: Du hast erzĂ€hlt, dass du irgendwann befreit wurdest – dass endlich jemand hingesehen hat.
Weißt du noch, wie dieser Moment war? War es Erleichterung – oder Angst, dass alles wieder beginnt?

Florina:
Am Anfang habe ich die Welt nicht verstanden und wollte so schnell wie möglich zurĂŒck nach „Hause“. Ich hatte große Angst vor meiner Mutter und dachte, ich hĂ€tte etwas falsch gemacht. Erst mit der Zeit – als ich andere Menschen und eine andere Art zu leben kennenlernte – begann ich zu begreifen, wie viel in meiner Familie falsch gelaufen war. Ich war sehr in mich gekehrt, schwer erreichbar, und es war kaum möglich, mit mir zu kommunizieren. Aber langsam habe ich mich geöffnet. Ich begann, mich sicherer zu fĂŒhlen. Und irgendwann auch: ein kleines bisschen frei.


Die TĂ€ter – das Gesicht des Schmerzes

Healthy Lady:
Du hast gesagt, dass du dir trotz allem NĂ€he zu deiner Mutter gewĂŒnscht hast.
Gab es irgendwann etwas Schönes zwischen euch – oder war alles von Angst geprĂ€gt?

Florina:
Ich habe ihre NĂ€he gesucht, weil ich mir dieses Band zwischen Mutter und Tochter so sehr gewĂŒnscht habe – so, wie man es aus Filmen und Serien kennt. Im Heim oder in der Pflegefamilie schenkte sie mir dann Aufmerksamkeit, und das habe ich sehr genossen. Aber je Ă€lter ich wurde, desto klarer wurde mir, was sie mir alles angetan hat. Es gab in meiner Kindheit nur sehr wenige schöne Momente mit ihr.

„Warum muss ich meine TĂ€ter um Erlaubnis fragen, um meine eigene Geschichte lesen zu dĂŒrfen?“


Healthy Lady:
Wenn du heute zurĂŒckblickst – glaubst du, dass deine Mutter krank war?
Oder war es Eifersucht, Macht, Hass?

Florina:
Wenn ich zurĂŒckdenke, glaube ich, dass sie selbst Dinge erlebt hat, die sie traumatisiert haben. Meine Tante ist sehr frĂŒh gestorben, sie war, glaube ich, zehn oder elf Jahre alt. Auch meine Mutter wurde spĂ€ter Opfer von Gewalt durch MĂ€nner, an die sie geraten ist. Aber aufgrund meiner eigenen Kindheit könnte ich meinen Kindern niemals so etwas antun, wie sie es mir angetan hat. Sie hat sich damals bewusst dafĂŒr entschieden. Ich denke, dass es zum Schluss viel mit Macht, Ergötzung und Befriedigung zu tun hatte, etwas das sie gebraucht hat.


Healthy Lady:
In einem deiner Videos beschreibst du eine Nacht, die dich bis heute begleitet.
Du musstest dich vor einer Kamera zeigen – vor fremden Menschen.
Kannst du heute begreifen, warum dir das angetan wurde?
Glaubst du, dass die TĂ€ter damit Geld verdient haben?

Florina:
Ich weiß leider nicht genau, warum sie das getan hat. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sie damit Geld verdient hat. Sie war auf vielen Plattformen unterwegs.


Healthy Lady:
Du hast berichtet, dass auch der damalige LebensgefĂ€hrte deiner Mutter dir Leid zugefĂŒgt hat.
Was war das fĂŒr ein Mensch?
Glaubst du, er hat auch anderen Kindern geschadet?
Und wie war es mit deinen Geschwistern – waren sie ebenfalls betroffen?

Florina:
Mein damaliger Stiefvater war ein sehr aggressiver Mensch. Er war viel mit seinem LKW unterwegs, und ich habe es genossen, wenn er weg war. Er hat mir viele schlimme Dinge angetan, von denen ich heute einen Teil nur noch verschwommen erinnere. Auch er hat diese Macht und Befriedigung genossen.
Und ja, er hat auch meinen Geschwistern Leid zugefĂŒgt.


Healthy Lady:
Hast du heute noch Kontakt zu deiner Mutter?
Hat sie sich jemals bei dir entschuldigt?
Und wie geht sie damit um, dass du heute öffentlich ĂŒber deine Geschichte sprichst?

Florina:
Nein, ich habe seit knapp drei Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. Sie hat sich entschuldigt, aber es war nur ein:
„Es tut mir leid, ich dachte, ich hĂ€tte dich fĂŒr immer verloren.“ Als ich meinen zweiten Sohn geboren habe, konnte ich ihre NĂ€he nicht mehr ertragen. Je Ă€lter mein großer Sohn wurde, desto mehr habe ich gesehen, was ich in seinem Alter bereits durchlebt hatte und welche Verantwortung ich damals schon tragen musste. Ab diesem Punkt konnte ich es nicht mehr aushalten, sie zu sehen. Sie weiß von meinen Videos und ist dabei, ihre „Zeugen“ zusammenzutrommeln. Einige ihrer Leute haben sich bereits bei mir gemeldet und mir gedroht. Ich bekomme fast tĂ€glich Nachrichten von Fake-Profilen, in denen mir weiter gedroht wird. Aber ich gebe nicht auf.

„Mein Stiefvater verkleidete sich als Monster, und ich musste mich – ohne zu wissen, dass er es ist – auf seinen Schoß setzen.“


Kampf, Gerechtigkeit & Systemversagen

Healthy Lady: Das Jugendamt wusste, dass etwas nicht stimmt.
Erzieher, Lehrer und deine Oma meldeten sich – und doch geschah nichts.
Wenn du heute daran denkst: Was fĂŒhlst du? Wut? EnttĂ€uschung? Oder das GefĂŒhl, dass man dich aufgegeben hat?

Florina:
Ich bin heute sehr wĂŒtend und enttĂ€uscht vom Jugendamt. Sie hatten schon damals diverse Beweise auf dem Tisch liegen. Erzieher, Lehrer und meine Oma haben sich dort gemeldet – und trotzdem geschah nichts. Bis heute verstehe ich nicht, warum nicht gehandelt wurde.


Healthy Lady: Du hast Einsicht in deine Akten beantragt – und erfahren, dass du nur die HĂ€lfte davon lesen darfst, weil die TĂ€ter zustimmen mĂŒssen.
Wie erklÀrst du dir das? Wie kann so etwas sein?

Florina:
Dass ich nur die HĂ€lfte meiner Akte sehen darf, verstehe ich bis heute nicht. Warum muss ich meine TĂ€ter um Erlaubnis fragen, um meine eigene Geschichte lesen zu dĂŒrfen? Das war einer der GrĂŒnde, warum ich es öffentlich gemacht habe und meine schreckliche Kindheit teile. Denn das, was mir passiert ist, passiert nicht nur mir, sondern so vielen anderen. Das System hat so viele Fehler. Und das muss gehört und gesehen werden.


Healthy Lady: Deine TĂ€ter sind nie verurteilt worden.
Sie leben frei – wĂ€hrend du mit den Folgen leben musst.
Gibt es Momente, in denen du dir wĂŒnschst, sie wĂŒrden fĂŒhlen, was sie dir angetan haben?

Florina:
Ja, es gibt Momente, in denen mich diese Ungerechtigkeit sehr trifft. Sie leben ihr Leben weiter, wĂ€hrend ich bis heute mit den Folgen kĂ€mpfen muss. Das fĂŒhlt sich manchmal einfach unfair an. Aber zu wissen, dass sie meine Videos sehen, Angst bekommen und mit aller Kraft versuchen, mich mundtot zu machen, zeigt mir, dass sie keine Macht mehr ĂŒber mich haben. Und das gibt mir sehr viel zurĂŒck. Ich möchte, dass sie fĂŒr immer weggesperrt werden. In meinen Augen haben sie hier nichts mehr verloren.


Leben mit den Folgen – Trauma, Mutterschaft & Heilung

Healthy Lady: Du bist heute selbst Mutter von zwei Kindern.
Wenn du sie ansiehst – ihre Liebe, ihr Vertrauen – wie fĂŒhlt sich das fĂŒr dich an?
Was fĂŒr eine Mutter bist du heute?
Und kannst du das Verhalten deiner Mutter in irgendeiner Form nachvollziehen?

Florina:
Wenn ich meine Kinder ansehe, spĂŒre ich vor allem Verantwortung. Diese kleinen Menschen vertrauen mir bedingungslos. Sie sind offen, ehrlich, verletzlich, genau so wie ich es damals auch war. Ich weiß, was Kinder brauchen. NĂ€he, Sicherheit, Schutz. Und genau deshalb kann ich das Verhalten meiner Mutter nicht nachvollziehen. Egal, was sie selbst erlebt hat, ich könnte meinen Kindern niemals das antun, was sie mir angetan hat. Ich bin heute eine Mutter, die hinschaut. Die fragt. Die zuhört. Ich will, dass meine Kinder wissen, dass sie mit allem zu mir kommen dĂŒrfen. Dass es keine Geheimnisse geben muss, die Angst machen.


Healthy Lady: Viele MĂŒtter, die selbst Schlimmes erlebt haben, sagen,
dass die Liebe zu ihren Kindern zugleich Heilung und Schmerz bedeutet.
Geht es dir auch so?

Florina:
Ja. Absolut.
Meine Kinder heilen etwas in mir und gleichzeitig zeigen sie mir jeden Tag, was mir damals gefehlt hat. Manchmal sehe ich meinen Sohn und denke: In diesem Alter habe ich schon Dinge erlebt, die kein Kind erleben sollte. Das tut weh. Aber es gibt mir auch Kraft. Denn ich kann heute einen anderen Weg gehen.

„Ich will, dass meine Kinder wissen, dass sie mit allem zu mir kommen dĂŒrfen. Dass es keine Geheimnisse geben muss, die Angst machen.“


Healthy Lady: Du hast einmal gesagt, dass du noch immer unter den Folgen deines Traumas und unter Depressionen leidest.
Wie fĂŒhlt es sich an, als Mama mit Depressionen zu leben?
Wie geht deine Familie damit um? UnterstĂŒtzen sie dich?

Florina:
Es ist schwer. Es gibt Tage, an denen alles zu viel ist. An denen ich funktioniere, aber innerlich leer bin. Als Mutter trĂ€gt man Verantwortung auch dann, wenn man selbst kaum Kraft hat. Meine Familie weiß das. Sie unterstĂŒtzt mich. Sie wissen, dass es Phasen gibt, in denen ich mehr RĂŒckzug brauche. Ich versuche offen damit umzugehen, auch vor meinen Kindern – altersgerecht. Sie sollen lernen, dass GefĂŒhle da sein dĂŒrfen. Auch die schweren.


Healthy Lady: In einem deiner Videos erklĂ€rst du Eltern, wie wichtig es ist, Kinder zu sensibilisieren –
dass es falsch ist, wenn ein Erwachsener ein „Geheimnis“ mit ihnen teilt oder sie berĂŒhrt.
Wie sprichst du darĂŒber mit deinen eigenen Kindern?

Florina:
Ich spreche sehr offen mit ihnen. NatĂŒrlich kindgerecht.
Ich erklĂ€re ihnen, dass ihr Körper ihnen gehört. Dass niemand sie anfassen darf, wenn sie das nicht wollen. Und dass es Geheimnisse gibt, die man immer erzĂ€hlen darf, besonders dann, wenn sie sich komisch oder beĂ€ngstigend anfĂŒhlen. Ich möchte, dass sie wissen: Mama hört zu. Mama glaubt euch. Und Mama schĂŒtzt euch.


Wenn du helfen willst – oder selbst Hilfe brauchst

Florinas Geschichte ist kein Einzelfall. Sie ist ein Weckruf. FĂŒr Eltern, Lehrer, Nachbarn, Freund:innen, fĂŒr uns alle. Kinderschutz beginnt nicht bei Gesetzen, sondern bei Achtsamkeit, Vertrauen und Mut. Wenn du heute Florinas Worte gelesen hast, dann geh nicht einfach zur Tagesordnung ĂŒber. Sieh hin. Hör hin. Frag nach.

Wenn du das GefĂŒhl hast, dass ein Kind in Gefahr ist oder du selbst betroffen bist – schweige nicht. Hier bekommst du sofort, kostenlos und anonym Hilfe: Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ – 0800 22 55 530
Nummer gegen Kummer – Kindertelefon: 116 111 / Elterntelefon: 0800 111 0 550
Weißer Ring e.V. – 116 006
Polizei / Jugendamt – bei akuter Gefahr: 110


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Wenn die Periode schmerzt – Tipps gegen KrĂ€mpfe

Es ist wieder einer dieser Tage. Du wachst auf, drehst dich im Bett und spĂŒrst sofort dieses dumpfe Ziehen im Unterbauch. Vielleicht strahlt es in den RĂŒcken aus, vielleicht fĂŒhlen sich die Beine schwer an. Du weißt sofort, was los ist. Die Periode hat begonnen. FĂŒr manche Frauen ist es nur ein leichtes Ziehen. FĂŒr viele andere fĂŒhlt es sich an, als wĂŒrde sich der Unterbauch immer wieder schmerzhaft zusammenziehen.

Und du bist damit wirklich nicht allein. Periodenschmerzen, medizinisch Dysmenorrhoe genannt, gehören zu den hĂ€ufigsten Beschwerden ĂŒberhaupt. Studien zeigen, dass etwa 50 bis 90 Prozent aller menstruierenden Frauen regelmĂ€ĂŸig Schmerzen wĂ€hrend ihrer Periode erleben. Besonders starke Beschwerden betreffen ungefĂ€hr 15 bis 20 Prozent der Betroffenen so sehr, dass sie im Alltag eingeschrĂ€nkt sind.

Eine große wissenschaftliche Auswertung im Fachjournal BMC Women’s Health mit dem Titel “The prevalence and risk factors of dysmenorrhea” von Ju, Jones und Mishra aus dem Jahr 2014 fasste Ergebnisse aus zahlreichen internationalen Studien zusammen. Die Analyse zeigt deutlich, wie verbreitet Menstruationsschmerzen weltweit sind und dass sie zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden gehören, warum Frauen Schule, Studium oder Arbeit verpassen. Eine weitere Untersuchung des University College London zeigte außerdem, dass starke Periodenschmerzen eine SchmerzintensitĂ€t erreichen können, die mit Nierenschmerzen vergleichbar ist. Das erklĂ€rt, warum sich manche Tage wĂ€hrend der Periode wirklich extrem anfĂŒhlen können.


Doch woher kommen diese Schmerzen eigentlich?

WĂ€hrend der Periode produziert der Körper vermehrt sogenannte Prostaglandine. Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die dafĂŒr sorgen, dass sich die GebĂ€rmutter zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Wenn besonders viele dieser Stoffe gebildet werden, ziehen sich die Muskeln der GebĂ€rmutter stĂ€rker zusammen. Dadurch entstehen KrĂ€mpfe und Druck im Unterbauch. Manche Frauen erleben zusĂ€tzlich RĂŒckenschmerzen, Übelkeit oder Kopfschmerzen.

Die gute Nachricht ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, diese Beschwerden zu lindern. Auch ohne Medikamente lĂ€sst sich einiges tun, um die Muskulatur zu entspannen, EntzĂŒndungsprozesse zu reduzieren und das Schmerzempfinden zu beeinflussen. WĂ€rme, bestimmte NĂ€hrstoffe, gezielte Reize fĂŒr das Nervensystem oder entspannende Techniken können dabei helfen, Periodenschmerzen deutlich besser in den Griff zu bekommen.

Welche Methoden dabei besonders hilfreich sein können, schauen wir uns im nÀchsten Abschnitt genauer an.


WÀrme gegen Periodenschmerzen: Warum sie KrÀmpfe im Unterbauch lindern kann

WÀrme gehört zu den einfachsten und gleichzeitig effektivsten Methoden gegen Periodenschmerzen. Sie entspannt die Muskulatur der GebÀrmutter und verbessert die Durchblutung im Unterbauch. Dadurch können sich KrÀmpfe oft deutlich lösen.

Eine klassische WĂ€rmflasche ist dafĂŒr eine einfache Möglichkeit. Sie wird mit warmem Wasser gefĂŒllt und direkt auf den Unterbauch gelegt. Schon etwa 20 bis 30 Minuten WĂ€rme können helfen, die verkrampfte Muskulatur zu entspannen.

Auch ein warmes Bad kann wÀhrend der Periode sehr wohltuend sein. Warmes Wasser entspannt den Körper, fördert die Durchblutung und kann so UnterbauchkrÀmpfe lindern. Viele empfinden ein Bad von etwa 15 bis 20 Minuten als besonders angenehm.

FĂŒr unterwegs gibt es außerdem praktische WĂ€rmepads, die direkt auf den Unterbauch oder in die Kleidung geklebt werden können. Diese sogenannten WĂ€rme To Go Pads geben ĂŒber mehrere Stunden eine gleichmĂ€ĂŸige WĂ€rme ab und sind besonders hilfreich im Alltag, etwa bei der Arbeit oder unterwegs.

Neben WĂ€rmflasche oder Bad gibt es auch sogenannte Periodenpflaster. Diese Pflaster werden auf den Unterbauch geklebt und geben ĂŒber mehrere Stunden WĂ€rme ab. Sie können besonders praktisch sein, wenn man unterwegs ist oder wĂ€hrend der Arbeit keine WĂ€rmflasche verwenden kann.

Mittlerweile gibt es sogar spezielle PeriodenunterwĂ€sche oder smarte UnterwĂ€sche mit integrierten WĂ€rmeelementen. Diese Modelle geben sanfte WĂ€rme im Bauch oder RĂŒckenbereich ab und können so ebenfalls dazu beitragen, KrĂ€mpfe zu lindern, ohne dass man eine WĂ€rmflasche verwenden muss.


Diese Tees gelten als Klassiker bei UnterbauchkrÀmpfen

Bestimmte KrĂ€uter und natĂŒrliche Stoffe werden seit langem genutzt, um Periodenschmerzen zu lindern. Einige Pflanzen wirken krampflösend, andere können entzĂŒndungshemmend sein oder den Körper wĂ€hrend des Zyklus unterstĂŒtzen.

HimbeerblĂ€ttertee wird traditionell zur UnterstĂŒtzung des weiblichen Zyklus verwendet. Die enthaltenen Pflanzenstoffe können die GebĂ€rmuttermuskulatur regulieren und so KrĂ€mpfe mildern. Der Tee wird meist ein bis zwei Tassen tĂ€glich getrunken. Besonders sinnvoll ist es, ihn schon einige Tage vor Beginn der Periode regelmĂ€ĂŸig zu trinken.

Ingwer ist fĂŒr seine entzĂŒndungshemmenden Eigenschaften bekannt und wird in einigen Studien mit einer Reduktion von Menstruationsschmerzen in Verbindung gebracht. Er kann als frischer Tee, in warmem Wasser mit Zitrone oder auch als GewĂŒrz in Speisen konsumiert werden. Viele trinken wĂ€hrend der Periode ein bis zwei Tassen Ingwertee tĂ€glich.

Fenchel wird hĂ€ufig bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, kann aber auch bei UnterbauchkrĂ€mpfen wĂ€hrend der Periode helfen. Die enthaltenen Ă€therischen Öle wirken leicht krampflösend. Fencheltee wird oft ein bis zwei Mal tĂ€glich getrunken und kann besonders angenehm sein, wenn die Periode auch mit BlĂ€hungen oder Bauchdruck verbunden ist.

Kamillentee wirkt beruhigend und leicht entzĂŒndungshemmend. Er kann helfen, den Körper insgesamt zu entspannen und dadurch auch KrĂ€mpfe im Unterbauch zu lindern. Viele Frauen trinken wĂ€hrend der schmerzhaften Tage eine warme Tasse Kamillentee, um den Körper zu beruhigen.


Mineralstoff fĂŒr entspannte Muskeln

Magnesium ist ein Mineralstoff, der eine wichtige Rolle bei der Entspannung von Muskeln spielt. Da MenstruationskrĂ€mpfe durch starke Kontraktionen der GebĂ€rmuttermuskulatur entstehen, kann Magnesium dabei helfen, diese Spannung zu reduzieren. Viele Frauen nehmen etwa 300 bis 400 Milligramm tĂ€glich ein. HĂ€ufig wird empfohlen, bereits einige Tage vor Beginn der Periode damit zu beginnen, um den Körper frĂŒhzeitig zu unterstĂŒtzen.


Cannabidiol als neuer Ansatz

Auch Cannabidiol wird zunehmend im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden diskutiert. CBD ist ein Bestandteil der Cannabispflanze, der nicht berauschend wirkt und mit dem körpereigenen Endocannabinoid System interagiert. Dieses System spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulation von Schmerz und EntzĂŒndungsprozessen.


CBD Öl wird meist oral eingenommen oder direkt auf den Unterbauch aufgetragen. Viele Anwenderinnen berichten, dass es entspannend wirken und KrĂ€mpfe reduzieren kann. HĂ€ufig wird es wĂ€hrend der schmerzhaften Tage ein bis zwei Mal tĂ€glich angewendet.


Einige Hersteller bieten auch Tampons an, die mit CBD angereichert sind. Die Idee dahinter ist, dass der Wirkstoff lokal im Beckenbereich wirken kann. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu sind bisher jedoch begrenzt. Zwar berichten manche Nutzerinnen von positiven Erfahrungen, allerdings ist noch nicht eindeutig geklĂ€rt, wie gut CBD ĂŒber die Vaginalschleimhaut aufgenommen wird und wie standardisiert die Produkte tatsĂ€chlich sind.


Ein Druckpunkt gegen KrÀmpfe

Akupressur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei werden bestimmte Punkte am Körper mit Druck stimuliert, um EnergieflĂŒsse im Körper zu beeinflussen und Beschwerden zu lindern. Die Methode Ă€hnelt der Akupunktur, allerdings werden statt Nadeln die Finger verwendet. Ein bekannter Punkt, der hĂ€ufig bei MenstruationskrĂ€mpfen genannt wird, liegt etwa drei Fingerbreit ĂŒber dem Innenknöchel an der Innenseite des Beins. In der traditionellen chinesischen Medizin wird dieser Punkt mit dem Beckenbereich und der GebĂ€rmutter in Verbindung gebracht. Um ihn anzuwenden, kann man mit dem Daumen oder Zeigefinger festen Druck auf den Punkt ausĂŒben und ihn fĂŒr etwa ein bis zwei Minuten sanft massieren. Die Anwendung kann an beiden Beinen wiederholt werden. Manche Frauen empfinden dabei ein leichtes DruckgefĂŒhl oder WĂ€rme, was ein Zeichen dafĂŒr sein kann, dass der Punkt stimuliert wird.


Wenn elektrische Impulse den Schmerz ĂŒberlisten

TENS-GerĂ€te gelten als eine weitere Möglichkeit, MenstruationskrĂ€mpfe ohne Medikamente zu lindern. TENS steht fĂŒr transkutane elektrische Nervenstimulation. Dabei handelt es sich um ein kleines medizinisches GerĂ€t, das schwache elektrische Impulse ĂŒber Elektroden auf die Haut sendet. Diese Elektroden werden meist auf den unteren Bauch oder den unteren RĂŒcken geklebt. Die Impulse können Nerven stimulieren und Schmerzsignale beeinflussen, wodurch manche Frauen die Schmerzen als weniger stark empfinden. Die Anwendung dauert hĂ€ufig etwa 20 bis 30 Minuten und wird wĂ€hrend der schmerzhaften Tage eingesetzt. Obwohl die Technik selbst schon seit mehreren Jahrzehnten in der Schmerztherapie verwendet wird, sind in den letzten Jahren zunehmend kleinere und tragbare GerĂ€te auf den Markt gekommen, die speziell fĂŒr Menstruationsbeschwerden entwickelt wurden. TENS GerĂ€te sind heute relativ leicht erhĂ€ltlich, zum Beispiel in Apotheken, SanitĂ€tshĂ€usern oder bei Online HĂ€ndlern. Einfache Modelle kosten meist etwa 30 bis 60 Euro, wĂ€hrend spezielle GerĂ€te fĂŒr Periodenschmerzen etwa 80 bis 150 Euro kosten können. Einige Studien zeigen, dass TENS bei vielen Frauen die IntensitĂ€t von Menstruationsschmerzen reduzieren kann, auch wenn Forschende darauf hinweisen, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Wirkung eindeutig zu bestĂ€tigen.


Sei wÀhrend deiner Periode besonders gut zu dir

Die Periode kann eine herausfordernde Zeit sein. Manche Frauen spĂŒren kaum etwas, andere kĂ€mpfen jeden Monat mit KrĂ€mpfen, MĂŒdigkeit oder dem GefĂŒhl, dass der Körper einfach eine Pause braucht. Wenn du zu denjenigen gehörst, fĂŒr die diese Tage schwerer sind, bist du damit nicht allein. Medikamente können helfen, aber sie sind nicht der einzige Weg. WĂ€rme, KrĂ€uter, Magnesium, kleine Tricks wie Akupressur oder auch technische Hilfen können ebenfalls unterstĂŒtzen und dem Körper etwas Erleichterung verschaffen. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Dingen, die am besten funktioniert.

Genauso wichtig ist es, dir in dieser Zeit selbst etwas mehr Ruhe zu erlauben. Vielleicht bedeutet das, einen Gang runterzuschalten, dir eine WĂ€rmflasche zu holen, einen Tee zu trinken oder dir bewusst kleine Pausen zu gönnen. Der Körper arbeitet wĂ€hrend der Menstruation viel und verdient ein bisschen FĂŒrsorge. Und vielleicht kennst du auch andere Frauen, die gerade durch diese Tage gehen. Ein bisschen VerstĂ€ndnis, ein freundliches Wort oder einfach das Wissen, dass man nicht allein damit ist, kann manchmal schon viel ausmachen.

Sei also ruhig etwas nachsichtiger mit dir selbst in dieser Zeit. Dein Körper leistet jeden Monat Erstaunliches und manchmal braucht er einfach ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Freundlichkeit.


Tasten, erkennen, handeln: So schĂŒtzt du deine Brustgesundheit

Brusttasten kann Leben retten und trotzdem tun es viele Frauen kaum oder gar nicht. Vielleicht kennst du den Moment: Du stehst nach dem Duschen vor dem Spiegel, hast diesen kurzen Impuls, einmal zu fĂŒhlen und schiebst es dann doch weg. Aus Unsicherheit. Aus Scham. Oder aus der Angst, etwas zu entdecken, das du nicht einordnen kannst. Dabei geht es genau darum, die VerĂ€nderungen rechtzeitig zu bemerken, lange bevor sie ernst werden könnten. Wir sollten keine Angst davor haben, unseren eigenen Körper wirklich kennenzulernen. Wer weiß, wie sich die eigene Brust normalerweise anfĂŒhlt, merkt viel frĂŒher, wenn sich etwas verĂ€ndert. Ein Knoten, der vorher nicht da war, eine Stelle, die anders wirkt als sonst. Zwei Dinge sind dabei entscheidend:

Viele VerÀnderungen in der Brust sind harmlos.
Zysten, Knoten durch den Zyklus oder festere Stellen kommen hĂ€ufig vor. Genau deshalb hilft regelmĂ€ĂŸiges Tasten — weil man so unterscheiden kann, was „normal“ fĂŒr einen selbst ist und was nicht.

Auch kleine VerÀnderungen können wichtig sein.
Manchmal ist es kein Knoten, sondern eine leichte Einziehung, eine VerĂ€nderung der Haut oder einfach ein ungewohntes GefĂŒhl. Diese kleinen Hinweise erkennt man nur, wenn man seine Brust regelmĂ€ĂŸig spĂŒrt.

„Je besser du deine Brust kennst, desto sicherer bist du im Umgang mit VerĂ€nderungen.“


So tastest du deine BrĂŒste richtig ab:

Die eigene Brust abzutasten ist einfacher, als viele denken. Ein guter Zeitpunkt dafĂŒr ist einmal im Monat, am besten ein paar Tage nach der Periode, wenn das Gewebe weicher und entspannter ist. Stell dich dazu zuerst vor den Spiegel und sieh dir deine BrĂŒste in Ruhe an. Achte darauf, ob Form, Haut oder Brustwarzen anders aussehen als sonst. Kleine Einziehungen, Rötungen oder Schwellungen können Hinweise sein, die man im Alltag leicht ĂŒbersieht.

Jetzt hebst du einen Arm ĂŒber den Kopf, zum Beispiel den rechten, und tastest mit der linken Hand die Brust ab. Lege die flachen Finger auf das Gewebe und bewege sie in kleinen, kreisenden Bewegungen ĂŒber die ganze Brust, mit leichtem Druck, sodass du auch die tieferen Schichten spĂŒrst. Wandere langsam von außen nach innen und von oben nach unten, bis du die ganze Brust einmal abgetastet hast, einschließlich der Brustwarze.

Anschließend tastest du die Achselhöhle ab, denn auch dort liegt Brustgewebe, das sich verĂ€ndern kann. Danach wechselst du die Seite und wiederholst alles auf der anderen Brust.

Es geht nicht darum, perfekt zu tasten oder sofort alles zu erkennen. Wichtig ist, dass du nach und nach ein GefĂŒhl dafĂŒr bekommst, wie sich deine Brust normalerweise anfĂŒhlt. Jede Brust ist anders. Manche sind knotiger, andere weicher, manche verĂ€ndern sich stark im Zyklus. Wenn du deinen eigenen „Normalzustand“ kennst, merkst du schneller, wenn sich etwas verĂ€ndert. Und wenn dir etwas auffĂ€llt, das neu ist oder dir Sorgen macht, solltest du es einfach bei der FrauenĂ€rztin abklĂ€ren lassen.


Wie erkenne ich Brustkrebs frĂŒh?

Brustkrebs ist die hĂ€ufigste Krebsart bei Frauen, aber je frĂŒher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Viele VerĂ€nderungen sind harmlos, aber einige sollten ernst genommen werden. Zu den hĂ€ufigsten Warnsignalen zĂ€hlen:

  • ein neuer Knoten oder eine VerhĂ€rtung
  • eine sichtbare oder tastbare VerĂ€nderung der Brustform
  • Einziehen der Haut oder Brustwarze
  • ungewöhnlicher Ausfluss aus der Brustwarze
  • plötzliche Rötung oder Schwellung
  • VerĂ€nderungen an der Haut, z. B. „Orangenhaut“

Achtung:
Nicht jeder Knoten ist Krebs – gerade jĂŒngere Frauen haben oft Zysten oder harmlose GewebeverĂ€nderungen. Aber: Alles Neue gehört Ă€rztlich abgeklĂ€rt.

„FrĂŒherkennung rettet Leben – und sie beginnt mit Wissen ĂŒber den eigenen Körper.“


Was bedeuten Brustschmerzen?

Brustschmerzen sind hĂ€ufig und nur sehr selten ein Zeichen fĂŒr Krebs. Die meisten Schmerzen haben harmlose Ursachen:

  • hormonelle VerĂ€nderungen im Zyklus
  • PMS
  • Stillzeit oder Milchstau
  • Stress (ja, auch das!)
  • schlecht sitzende BHs
  • Muskelverspannungen im Brustkorb
  • Zysten oder Fibroadenome

Viele Frauen erschrecken, wenn sie Schmerzen haben – aber Brustkrebs tut meist nicht weh. Wenn jedoch ein Schmerz neu ist, lĂ€nger anhĂ€lt oder zusammen mit anderen VerĂ€nderungen auftritt, sollte man es Ă€rztlich abklĂ€ren lassen.


Was passiert hormonell in der Brust?

Die Brust gehört zu den hormonempfindlichsten Organen im weiblichen Körper. Monat fĂŒr Monat reagieren ihr Gewebe und ihre SensibilitĂ€t auf Hormone wie Östrogen, Progesteron und Prolaktin. Deshalb fĂŒhlt sich die Brust im Laufe des Zyklus oft unterschiedlich an: Kurz vor der Periode kann sie empfindlicher sein, gespannter wirken oder sich etwas geschwollen anfĂŒhlen – all das, ist vollkommen normal.

WĂ€hrend einer Schwangerschaft verĂ€ndern sich die BrĂŒste meist besonders deutlich, weil der Körper sich auf die Milchbildung vorbereitet. In den Wechseljahren hingegen wird das Gewebe hĂ€ufig weicher oder fester, je nachdem, wie sich die Hormone umstellen. All diese Schwankungen sind natĂŒrliche VerĂ€nderungen, die jede Frau im Laufe ihres Lebens erlebt. Wichtig ist nur, sie zu kennen, denn wer weiß, was normal fĂŒr die eigene Brust ist, bemerkt auch schneller, wenn sich etwas wirklich verĂ€ndert.

„Die Brust verĂ€ndert sich ein Leben lang – hormonell, körperlich, natĂŒrlich.“


Wann sollte ich zur FrauenÀrztin?

Zur FrauenĂ€rztin sollte man nicht erst dann gehen, wenn sich etwas verĂ€ndert hat. Brustgesundheit beginnt mit regelmĂ€ĂŸiger Vorsorge, auch dann, wenn man keinerlei Beschwerden hat. FrauenĂ€rztinnen empfehlen in der Regel einmal im Jahr eine Untersuchung. Dabei wird nicht nur der Unterleib kontrolliert, sondern auch die Brust: Die Ärztin tastet das Brustgewebe ab, prĂŒft die Achselhöhlen und schaut, ob sich etwas verĂ€ndert hat. Diese Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und fĂŒr viele Frauen die wichtigste Routine, um frĂŒhzeitig AuffĂ€lligkeiten zu entdecken. Sie ersetzt zwar nicht das monatliche Selbsttasten, ergĂ€nzt es aber sinnvoll.

„Vorsorge bedeutet nicht Angst – Vorsorge bedeutet, Verantwortung fĂŒr den eigenen Körper zu ĂŒbernehmen.“


Brustkrebsvorsorge – was wird wann gemacht?

Die Untersuchungen unterscheiden sich je nach Alter:

Ab 20 Jahren:

Bei jeder jĂ€hrlichen Vorsorge tastet die FrauenĂ€rztin Brust und Achseln ab. Sie erklĂ€rt hĂ€ufig auch, wie Frauen selbst tasten können. Wer Tastunterschiede bemerkt, geht direkt zur Ärztin – egal wie alt.

Ab 30 Jahren:

Viele Ärztinnen empfehlen zusĂ€tzlich Ultraschall, besonders bei dichtem Brustgewebe. Ultraschall ist schmerzfrei und zeigt Strukturen, die man mit den HĂ€nden nicht spĂŒrt.

Ab 50 bis 69 Jahren:

Frauen in diesem Alter erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie â€“ dem offiziellen Brustkrebsscreening in Deutschland.
Die sogenannte Mammografie ist eine Röntgenaufnahme der Brust, die sehr kleine VerÀnderungen sichtbar macht, oft lange bevor sie tastbar sind.


Was passiert bei einer Mammografie?

Bei einer Mammografie wird die Brust kurz zwischen zwei Platten leicht zusammengedrĂŒckt, damit das Gewebe gleichmĂ€ĂŸig liegt und sich mögliche VerĂ€nderungen gut erkennen lassen. Diese Kompression dauert nur wenige Sekunden und ist fĂŒr die meisten Frauen nicht schmerzhaft. Anschließend werden zwei Röntgenaufnahmen pro Brust erstellt: eine von oben und eine aus einem schrĂ€gen Winkel. Die Strahlenbelastung ist dabei sehr gering und liegt im Bereich eines medizinischen Standard-Screenings. Sobald die Bilder gemacht sind, ist die Untersuchung direkt beendet und man kann wieder nach Hause gehen.

„Je frĂŒher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.“


Wann sollte ich unabhĂ€ngig von meinem Alter sofort zur Ärztin?

Auch ohne Vorsorgetermin gilt: Wenn etwas neu ist, anders ist oder sich seltsam anfĂŒhlt, sollte man nicht warten. Zum Arzt gehen solltest du, wenn:

  • du einen neuen Knoten oder eine verhĂ€rtete Stelle fĂŒhlst
  • die Brustwarze sich einzieht oder verĂ€ndert
  • FlĂŒssigkeit aus der Brust austritt (besonders blutig oder klar)
  • sich die Haut verĂ€ndert (Rötung, Dellen, Orangenhaut)
  • eine Brust plötzlich anders aussieht als die andere
  • ein Druck- oder SpannungsgefĂŒhl ĂŒber Wochen bleibt
  • starke, ungewöhnliche Schmerzen auftreten

Nicht jede VerĂ€nderung bedeutet Krebs – viele sind harmlos.
Aber nur eine Ärztin kann das sicher beurteilen.


Warum Vorsorge so wichtig ist

Viele Frauen wissen nicht, dass Brustkrebs im frĂŒhen Stadium in den meisten FĂ€llen sehr gut behandelbar ist. Wird er rechtzeitig entdeckt, sind die Therapien oft schonender, die Prognosen deutlich besser und die Heilungschancen hoch. FrĂŒh erkennen bedeutet: weniger Belastung, weniger Risiko, mehr Sicherheit. Denk daran, deine Vorsorgetermine regelmĂ€ĂŸig wahrzunehmen – weil deine Gesundheit es wert ist.



Das beste Sommer-Outfit? Dein SelbstwertgefĂŒhl

Der Sommer steht vor der TĂŒr, und es ist wieder diese Zeit des Jahres. Wir starten panisch damit, unsere NeujahrsvorsĂ€tze endlich umzusetzen. Die Reality-Check-Frage lautet: „Ist meine Bikini-Figur jetzt rechtzeitig bereit?“

Und hey, wir wissen alle, die Strand-Figur kommt nicht von allein. Also schnell noch ein paar Runden Joggen, eine Aerobic-Session im Garten einlegen oder vielleicht ein Tennis-Match mit der besten Freundin spielen. Alles, was uns in diesen acht Wochen hilft, noch das Beste aus uns herauszuholen.

Doch hier kommt die bittere Wahrheit. Ist es realistisch, in nur zwei Monaten eine Bikini-Figur zu zaubern? FĂŒr manche vielleicht schon, fĂŒr die Mehrheit von uns eher nicht. Und weißt du was? Das ist absolut okay.


Wenn wir anfangen, uns hinter Kleidung zu verstecken

Denn wir Frauen sind echte Profis, wenn es darum geht, kreative Lösungen zu finden. Wenn DiĂ€t und Fitness nicht sofort den gewĂŒnschten Effekt bringen, dann improvisieren wir einfach. Die Lösung? Neue Klamotten. Das klingt zunĂ€chst nach einem harmlosen Trick. Doch genau hier beginnt oft das eigentliche Problem: Wir fangen an, uns hinter neuen Outfits zu verstecken, weil wir uns selbst nicht so annehmen können, wie wir wirklich sind.


Die RealitÀt, die keiner von uns hören will

Ich lese regelmĂ€ĂŸig in einer Facebook-Gruppe. Es ist wie ein digitales Wohnzimmer fĂŒr ĂŒber 40.000 Frauen. Hier wird gelacht, gelĂ€stert und sich gegenseitig Mut zugesprochen. Doch in den letzten Tagen ist mir etwas aufgefallen, das mich nachdenklich macht.

WĂ€hrend draußen die Welt im gleißenden Sonnenlicht liegt, lesen sich manche BeitrĂ€ge wie Protokolle einer freiwilligen Gefangenschaft. Da ist die Mutter, die schreibt: „Ich stehe am Beckenrand und schaue meinen Kindern beim Toben zu – im dicken Kapuzenpulli und langer Jeans, wĂ€hrend mir der Schweiß im Nacken steht. Ich kann mich einfach nicht zeigen.“ Eine andere gesteht: „Ich habe die Einladung zum Grillen abgesagt. Ich besitze kein einziges Sommerkleid, in dem ich mich nicht wie ein Elefant fĂŒhle.“ Und dann sind da die Kommentare, die das Herz schwer machen.

„Lieber schmelze ich in Schichten aus Stoff weg, als dass jemand meine Besenreiser oder meine Dellen sieht.“

„Ich traue mich nur im Dunkeln an den Strand.“, „Ich schĂ€me mich so sehr fĂŒr meine Oberarme, dass T-Shirts fĂŒr mich Tabu sind, egal wie heiß es ist.“

Das sind keine vereinzelten Hilferufe. Es wirkt wie eine stille Epidemie der Scham. Wir reden hier von Frauen, die mitten im Leben stehen und trotzdem vor ihrem eigenen Spiegelbild kapitulieren. Der Grund fĂŒr diese Selbstisolation? Ein gnadenloser Blick auf den eigenen Körper. Aber mal ehrlich: Ist das der Preis, den wir fĂŒr ein paar vermeintliche „Makel“ zahlen wollen? Dass wir die schönsten Tage des Jahres schwitzend in der Ecke verbringen, wĂ€hrend das Leben an uns vorbeizieht?


Der grĂ¶ĂŸte Kritiker sitzt oft im eigenen Kopf

Warum sind wir eigentlich so streng mit uns selbst? Ein wichtiger Begriff in der Psychologie ist das sogenannte Körperbild. Damit ist das innere Bild gemeint, das wir von unserem eigenen Körper haben.

„Das Körperbild beschreibt, wie wir unseren Körper wahrnehmen, welche Gedanken und GefĂŒhle wir mit ihm verbinden und wie wir uns ihm gegenĂŒber verhalten“, erklĂ€rt Dr. Nicole Behrend, Psychologin an der UniversitĂ€t Potsdam, in einem Interview auf der Website der UniversitĂ€t.

Unser Blick auf uns selbst ist dabei oft nicht objektiv. Viele Menschen nehmen ihren Körper kritischer wahr, als er tatsĂ€chlich ist – sie schĂ€tzen beispielsweise ihre HĂŒften breiter oder ihre Nase grĂ¶ĂŸer ein, als sie wirklich sind.

Studien zeigen, dass rund 72 Prozent der Bevölkerung schon einmal mit ihrem Körper unzufrieden waren oder es aktuell sind. Ein negatives Körperbild kann sich auch im Verhalten zeigen: Manche Menschen vermeiden das Schwimmbad, verstecken ihren Körper unter weiter Kleidung oder folgen strengen DiĂ€tplĂ€nen.

Menschen mit einem positiven Körperbild hingegen begegnen ihrem Körper mit mehr WertschĂ€tzung. Sie achten auf seine BedĂŒrfnisse und konzentrieren sich stĂ€rker auf das, was ihr Körper leisten kann – statt nur darauf, wie er aussieht.


Gesundheit ist mehr als nur eine Zahl auf der Waage

In unserer Gesellschaft wird ein schlanker Körper hÀufig automatisch mit Gesundheit gleichgesetzt. Doch diese Vorstellung greift viel zu kurz.

„Gesundheit ist ein sehr komplexer Bereich, bei dem es um mehr geht als nur um GrĂ¶ĂŸe und Gewicht“, betont Dr. Nicole Behrend. Als Gesundheitspsychologin beschĂ€ftigt sie sich unter anderem damit, wie Menschen ein gesundes VerhĂ€ltnis zu ihrem Körper entwickeln können.

Ein ausgewogenes Körperbild spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn wenn der Druck zu groß wird, können extreme DiĂ€ten, exzessiver Sport oder stĂ€ndige Selbstkritik langfristig sogar der Gesundheit schaden. Ziel ist es deshalb, Menschen dabei zu unterstĂŒtzen, ihren Körper achtsam wahrzunehmen – und riskante Verhaltensweisen frĂŒhzeitig zu erkennen, bevor sie in ernsthafte Probleme wie Essstörungen fĂŒhren.


Kleine Schritte zu mehr Selbstakzeptanz

Manchmal reicht schon ein kleiner Perspektivwechsel, um sich im eigenen Körper wohler zu fĂŒhlen. Diese einfachen Schritte können helfen:

Bewege dich fĂŒr dein Wohlbefinden – nicht aus Druck.
Sport sollte kein Strafprogramm sein. Finde eine Bewegung, die dir wirklich Spaß macht: Tanzen, Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga.

Höre auf, dich stÀndig zu vergleichen.
Social Media zeigt oft nur perfekt inszenierte Momente. Vergleiche dich lieber mit der Person, die du gestern warst.

Trage Kleidung, die dir Freude macht.
Verstecke dich nicht hinter weiten oder schweren KleidungsstĂŒcken. Zieh das an, worin du dich lebendig fĂŒhlst.

Sprich freundlich mit dir selbst.
Achte darauf, wie du ĂŒber dich denkst. WĂŒrdest du so auch mit einer guten Freundin sprechen?

KĂŒmmere dich um dich selbst.
Ob Hautpflege, gesunde ErnĂ€hrung oder ein entspannter Abend nur fĂŒr dich – SelbstfĂŒrsorge stĂ€rkt das eigene KörpergefĂŒhl.


Dein Leben wartet nicht auf die perfekte Figur

Viel zu oft vergleichen wir uns mit Bildern, die wenig mit der RealitĂ€t zu tun haben, und vergessen dabei, dass die meisten Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschĂ€ftigt sind, um unser Aussehen ĂŒberhaupt zu beurteilen. Echtes Selbstbewusstsein entsteht nicht ĂŒber Nacht. Es wĂ€chst in dem Moment, in dem du aufhörst, dich stĂ€ndig mit anderen zu messen, und beginnst, dich selbst mit mehr VerstĂ€ndnis und WertschĂ€tzung zu betrachten. Wenn du etwas verĂ€ndern möchtest, dann tu es fĂŒr dich. Nicht aus Druck, sondern aus FĂŒrsorge. Setze dir Ziele, bleibe konsequent und kĂŒmmere dich gut um deinen Körper und deine Gedanken.

Warte nicht darauf, irgendwann „perfekt“ zu sein, um deine kostbare Zeit zu genießen. Das Leben passiert jetzt, in diesem Moment. Zieh das Kleid an, das dir gefĂ€llt, die Shorts, in denen du dich frei fĂŒhlst, oder den Bikini, den du dich vielleicht bisher nicht getraut hast zu tragen. SpĂŒre die Sonne auf deiner Haut, genieße den Sommer und erinnere dich daran, dass dein Körper nicht dafĂŒr da ist, bewertet zu werden, sondern dafĂŒr, dein Leben zu erleben.


Was jede Frau wissen sollte: Der Beckenboden und seine lebenswichtige Rolle

Viele Frauen hören das Wort „Beckenboden“ zum ersten Mal, wenn sie im RĂŒckbildungskurs sitzen. Davor haben die meisten nie darĂŒber nachgedacht, was sich dort unten im Körper eigentlich befindet, welche Aufgaben dieser Bereich ĂŒbernimmt oder welche Folgen es haben kann, wenn er nicht richtig arbeitet.

Dabei ist der Beckenboden viel mehr als ein Thema fĂŒr frischgebackene MĂŒtter. Er begleitet uns durch jede Lebensphase, ganz unabhĂ€ngig davon, ob wir ein Kind bekommen haben oder nicht. Und ja, auch MĂ€nner haben einen Beckenboden. Nur wissen selbst sie oft nicht, wie wichtig dieses Muskelnetz fĂŒr ihre Haltung, ihre Kontinenz und ihre SexualitĂ€t ist.

„Der Beckenboden ist kein Frauenproblem. Er ist ein Körperthema.“


Was ist der Beckenboden ĂŒberhaupt?

Der Beckenboden ist eine Gruppe krĂ€ftiger Muskeln und Bindegewebe, die wie ein flexibler Boden den unteren Teil des Beckens abschließt. Er hĂ€lt Blase, GebĂ€rmutter und Darm dort, wo sie hingehören, und ermöglicht, dass wir Kontrolle ĂŒber Wasserlassen und Stuhlgang haben. Gleichzeitig stabilisiert er unseren ganzen Rumpf, wie eine Art inneres Fundament. Wenn der Beckenboden gut funktioniert, merkt man ihn kaum. Wenn er schwach wird, merkt man ihn umso deutlicher.


Warum der Beckenboden in der Schwangerschaft so belastet wird

WĂ€hrend der Schwangerschaft trĂ€gt der Beckenboden monatelang das gesamte Gewicht des Babys. Mit jedem Monat steigt der Druck, der auf dieser Muskelplatte lastet. Bei der Geburt wird der Beckenboden zusĂ€tzlich stark gedehnt – egal, ob es eine vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt ist. Nach der Geburt ist diese Muskulatur deshalb hĂ€ufig ĂŒberdehnt und geschwĂ€cht. Sie braucht Zeit, um sich zu erholen, und danach gezieltes Training.

„Nach der Geburt muss der Beckenboden heilen – genauso wie jeder andere Muskel, der Höchstleistung erbracht hat.“


Aber: Ein schwacher Beckenboden betrifft nicht nur MĂŒtter

Viele Frauen glauben, dass nur Schwangerschaft und Geburt den Beckenboden schwĂ€chen. Aber das stimmt nicht. Ein instabiler Beckenboden kann in jedem Alter auftreten, auch bei Frauen ohne Kinder. HormonverĂ€nderungen (z. B. in den Wechseljahren), Übergewicht, sehr viel Sitzen, falsches Krafttraining, genetisch schwaches Bindegewebe oder Operationen im Bauch-/Beckenbereich können ebenfalls dafĂŒr sorgen, dass diese Muskulatur an Kraft verliert. MĂ€nner haben ebenfalls einen Beckenboden. Bei ihnen spielt er u. a. bei Kontinenz, ErektionsfĂ€higkeit und RumpfstabilitĂ€t eine Rolle. Frauen sind jedoch deutlich hĂ€ufiger betroffen, weil ihre Anatomie und hormonellen Lebensphasen den Beckenboden stĂ€rker beanspruchen.


Was passiert, wenn der Beckenboden schwach wird?

Ein geschwĂ€chter Beckenboden macht sich bemerkbar, oft frĂŒher, als viele erwarten. Typische Anzeichen sind:

  • Urinverlust beim Lachen, Springen, Husten oder Niesen
  • ein Druck- oder SchweregefĂŒhl im Becken
  • das GefĂŒhl „da unten stimmt etwas nicht“
  • Schmerzen beim Sex
  • RĂŒckenschmerzen, weil dem Körper die StabilitĂ€t fehlt
  • Verdauungsbeschwerden
  • Absenkung von Blase, GebĂ€rmutter oder Darm

„Inkontinenz ist kein Tabuthema. Es ist ein Signal deines Körpers.“


Warum Beckenbodentraining so wichtig ist

Ein trainierter Beckenboden verbessert fast jede Alltagssituation: Haltung, StabilitĂ€t, SexualitĂ€t, Wohlbefinden. Er verhindert Senkungen, unterstĂŒtzt die Organe und sorgt dafĂŒr, dass wir uns sicher fĂŒhlen – beim Sport, beim Lachen und im Alltag.

Ein starker Beckenboden kann sogar RĂŒckenschmerzen reduzieren, weil er mit der Bauch- und RĂŒckenmuskulatur zusammenarbeitet.

„Ein starker Beckenboden ist keine Nebensache – er ist die Basis fĂŒr ein gutes KörpergefĂŒhl.“


Wie man den Beckenboden trainieren kann

Beckenbodentraining ist nicht kompliziert, aber man muss wissen, wie es geht. Viele Frauen spannen im Alltag die falschen Muskeln an, zum Beispiel den Po oder die Bauchmuskeln. Ein guter Start ist eine einfache GrundĂŒbung:

Beim Einatmen entspannen.
Beim Ausatmen den Beckenboden sanft nach innen/oben ziehen.
Kurz halten, wieder lösen.

Das kann man im Sitzen, Liegen oder Stehen machen. ZusÀtzlich helfen:

  • RĂŒckbildungskurse
  • Beckenboden-Workshops
  • Physiotherapie
  • Mama-/Postnatal-Workouts
  • gezielte Fitnesskurse

Es gibt auch einen sogenannten Beckenbodenstuhl â€“ ein spezieller Hocker, der die richtige Haltung fördert, sodass Frauen die Muskulatur besser spĂŒren und gezielt ansteuern können.

„Viele Frauen spĂŒren ihren Beckenboden erst, wenn sie lernen, ihn richtig anzusteuern.“


Drei einfache Übungsillustrationen

Übung 1: Die Grundspannung („sanfter Lift“)

  • Setz dich aufrecht hin oder leg dich entspannt auf den RĂŒcken.
  • Atme ein – der Beckenboden bleibt locker.
  • Atme aus – stell dir vor, du ziehst den Beckenboden sanft nach innen/oben.
  • Halte 3–5 Sekunden, dann lösen.

So fĂŒhlt es sich an: Wie ein kleiner „Lift“ im Inneren, ohne Bauch oder Po anzuspannen.


Übung 2: Der Stuhl-Test

  • Setz dich auf einen harten Stuhl, sodass du die Sitzbeinhöcker spĂŒrst.
  • Stell dir vor, du möchtest diese beiden Knochen sanft zueinander ziehen.
  • Halten – atmen – lösen.

So wirkt die Übung: Du lernst, den Beckenboden gezielt anzusteuern, ohne andere Muskeln zu benutzen.


Übung 3: Die Alltagseinheit („ZĂ€hneputz-Training“)

  • Beim ZĂ€hneputzen aufrecht stehen.
  • Alle 10 Sekunden sanft anspannen – loslassen – anspannen – loslassen.

Warum diese Übung gut ist: Sie baut Training in deinen Alltag ein, ohne zusĂ€tzliche Zeit einzuplanen.

„Der Beckenboden trĂ€gt dich durchs Leben – gib ihm die Aufmerksamkeit, die er verdient.“


Ein starkes Fundament – ein besseres Leben

„Ein funktionierender Beckenboden ist der stille UnterstĂŒtzer des Körpers. Viele Frauen merken erst, wie wichtig er ist, wenn er schwach wird. Dabei kann man ihn in jedem Alter stĂ€rken. Er stabilisiert nicht nur die Körpermitte, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Blase und Darm. Je frĂŒher man ihn versteht, desto besser kann man Beschwerden vorbeugen. Schon kleine, regelmĂ€ĂŸige Übungen im Alltag können helfen, ihn langfristig zu krĂ€ftigen und Beschwerden wie Inkontinenz oder RĂŒckenschmerzen vorzubeugen.“