Wenn die Wohnung zur Sauna wird – 14 Tipps, die wirklich gegen Hitze helfen
Kaum klettert das Thermometer über 35 Grad, beginnt jedes Jahr dasselbe Spiel. Ventilatoren sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, mobile Klimageräte haben plötzlich wochenlange Lieferzeiten und die eigene Wohnung fühlt sich an wie eine Sauna. Wer erst dann nach einer Lösung sucht, ist meist zu spät.
Dabei brauchst du weder eine teure Klimaanlage noch komplizierte Hilfsmittel, um gut durch heiße Tage zu kommen. Mit ein paar einfachen Vorbereitungen und cleveren Tricks bleibt deine Wohnung länger angenehm kühl, du schläfst besser und dein Kreislauf kommt auch bei Sommerhitze nicht so schnell an seine Grenzen.
Wir zeigen dir 14 praktische Tipps, mit denen du der nächsten Hitzewelle gelassen entgegensehen kannst.
Fenster tagsüber geschlossen halten
Viele machen im Sommer genau den Fehler, der die Wohnung noch schneller aufheizt. Sobald die Außentemperatur höher ist als die Temperatur in deiner Wohnung, solltest du die Fenster geschlossen halten. Andernfalls strömt die heiße Luft ungehindert nach innen und heizt die Räume immer weiter auf. Öffne die Fenster deshalb erst wieder in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, wenn die Luft draußen deutlich kühler ist.
Rollläden und Vorhänge rechtzeitig schließen
Nicht nur warme Luft, sondern vor allem direkte Sonneneinstrahlung lässt die Wohnung schnell zur Sauna werden. Schließe Rollläden, Jalousien oder lichtundurchlässige Vorhänge deshalb möglichst schon am Morgen, bevor die Sonne auf die Fenster scheint. Besonders Fenster auf der Süd- und Westseite sollten konsequent beschattet werden. So gelangt deutlich weniger Wärme in die Wohnung und die Räume bleiben spürbar länger angenehm kühl.
Mit Durchzug richtig lüften
Wenn die Temperaturen am Abend oder in den frühen Morgenstunden sinken, solltest du die kühle Luft möglichst effektiv nutzen. Öffne dafür gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, damit ein kräftiger Durchzug entsteht. Schon 10 bis 20 Minuten reichen oft aus, um die warme Luft aus der Wohnung zu verdrängen und frische, kühlere Luft hereinzulassen. Anschließend solltest du die Fenster wieder schließen, bevor sich die Außenluft erneut aufheizt.
Die effektivste Kombi - Ventilator und mobiles Klimagerät
In mediterranen Ländern wie Spanien oder Italien gehören Klimaanlagen schon lange ganz selbstverständlich zum Alltag. Auch in Deutschland merken wir inzwischen immer deutlicher, wie wertvoll eine zuverlässige Abkühlung an heißen Sommertagen sein kann.
Wenn du nur gelegentlich unter der Hitze leidest, reicht ein Ventilator oft schon aus. Er kühlt die Raumluft zwar nicht herunter, sorgt durch den Luftstrom aber sofort für ein angenehmeres Gefühl auf der Haut. Gute Modelle sind bereits ab etwa 20 Euro erhältlich und verbrauchen nur wenig Strom.
Heizt sich deine Wohnung im Sommer jedoch regelmäßig auf 30 Grad oder mehr auf, kann sich ein mobiles Klimagerät lohnen. Es senkt die Raumtemperatur tatsächlich und schafft auch bei längeren Hitzewellen ein deutlich angenehmeres Raumklima. Einfache Geräte sind bereits ab etwa 120 Euro erhältlich, leistungsstärkere Modelle kosten zwischen 300 und 800 Euro.
Besonders effektiv ist die Kombination aus beidem. Das Klimagerät kühlt den Raum, während der Ventilator die kühle Luft gleichmäßig verteilt. Achte jedoch darauf, dass dich der Luftstrom nicht dauerhaft direkt trifft. Das kann schnell zu Halsschmerzen und Verspannungen führen.
Lege deine Bettwäsche ins Gefrierfach
Du legst dich abends ins Bett und schon nach wenigen Minuten klebt die Bettwäsche an der Haut? Dann probiere diesen einfachen Trick aus. Lege deinen Kissenbezug oder das Bettlaken etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen in einen sauberen Beutel und anschließend ins Gefrierfach. Der Kühleffekt hält zwar nicht die ganze Nacht an, verschafft aber genau in der Einschlafphase eine angenehme Erfrischung.
Mit feuchten Tüchern für eine kühlere Brise sorgen
Viele machen im Sommer den Fehler, tagsüber alle Fenster geöffnet zu lassen. Dadurch strömt die heiße Luft ungehindert in die Wohnung. Besser ist es, morgens und spät abends zu lüften, wenn die Außentemperaturen niedriger sind. Weht dann ein leichter Wind, kannst du ein leicht angefeuchtetes Baumwolltuch oder ein helles Laken vor das geöffnete Fenster hängen. Durch die Verdunstung entsteht ein kühlender Effekt, der die Luft angenehmer wirken lässt. Wichtig ist, dass das Tuch nur feucht und nicht tropfnass ist, damit die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung nicht unnötig ansteigt.
Die Wärmflasche kann auch kühlen
Eine Wärmflasche ist nicht nur im Winter praktisch. Fülle sie mit kaltem Wasser und ein paar Eiswürfeln und lege sie für ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank. Im Bett kannst du sie an die Füße, zwischen die Beine oder in den Nacken legen. Dort verlaufen größere Blutgefäße, wodurch sich die Kühle angenehm im Körper verteilt und das Hitzegefühl nachlässt.
Ein kaltes Fußbad bringt den Kreislauf in Schwung
Wenn dir die Hitze zu schaffen macht, musst du nicht gleich unter die kalte Dusche springen. Oft reicht schon ein kurzes Fußbad mit kaltem Wasser. Über die Füße kann der Körper Wärme besonders gut abgeben, sodass du dich innerhalb weniger Minuten frischer fühlst. Für einen zusätzlichen Frischekick kannst du einige Minzblätter oder Gurkenscheiben ins Wasser geben.
Kühle deine Pulspunkte
Wenn du unterwegs bist oder im Büro sitzt und schnell Abkühlung brauchst, hilft ein einfacher Trick. Lass für ein bis zwei Minuten kaltes Wasser über deine Handgelenke laufen oder halte sie unter den Wasserhahn. Auch Nacken, Schläfen und die Innenseiten der Ellenbogen eignen sich dafür. An diesen Körperstellen verlaufen Blutgefäße dicht unter der Haut, sodass sich das kühlere Blut schnell im Körper verteilt und das Hitzegefühl nachlassen kann.
Lieber lauwarm als eiskalt trinken
Bei großer Hitze greifen viele automatisch zu eiskalten Getränken. Kurzfristig fühlen sie sich zwar erfrischend an, doch der Körper muss sie erst wieder auf Temperatur bringen. Das kann dazu führen, dass du kurze Zeit später erneut ins Schwitzen gerätst. Deutlich angenehmer sind Wasser oder ungesüßte Kräutertees, die gut gekühlt oder auf Zimmertemperatur getrunken werden. Besonders beliebt sind im Sommer Pfefferminze, Zitronenmelisse oder in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde auch Chrysanthemenblüten, denen eine kühlende Wirkung zugeschrieben wird.
Zwischendurch solltest du außerdem regelmäßig kleine Mengen trinken, statt erst zu warten, bis der Durst kommt. So bleibt dein Flüssigkeitshaushalt besser im Gleichgewicht und dein Kreislauf wird an heißen Tagen entlastet.
Salbei kann starkes Schwitzen lindern
Wenn du an heißen Tagen besonders stark schwitzt, kann Salbei eine natürliche Unterstützung sein. Die Heilpflanze enthält Gerbstoffe, die die Schweißproduktion etwas reduzieren können. Trinke über den Tag verteilt ein bis zwei Tassen abgekühlten Salbeitee oder genieße ihn lauwarm. Das ersetzt zwar keine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, kann das Schwitzen aber etwas abmildern.
Pfefferminz sorgt für einen Frischekick
Ein angenehmer Kühlungseffekt lässt sich auch mit Pfefferminze erzielen. Verwende dafür am besten ein fertiges Pfefferminz-Roll-on oder verdünne ätherisches Pfefferminzöl mit einem Hautöl. Trage anschließend nur eine kleine Menge auf Schläfen oder Nacken auf. Das enthaltene Menthol regt die Kälterezeptoren der Haut an und sorgt für ein angenehm frisches Gefühl. Achte darauf, das Öl nicht unverdünnt aufzutragen und den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten zu vermeiden.
Setze auf wasserreiche Lebensmittel
Auch deine Ernährung kann dazu beitragen, dass du dich an heißen Tagen wohler fühlst. Schwere und sehr fettige Mahlzeiten belasten den Körper zusätzlich, da die Verdauung Wärme produziert. Besser sind leichte Gerichte mit einem hohen Wassergehalt. Wassermelone, Gurken, Tomaten, Erdbeeren oder Blattsalate liefern nicht nur viel Flüssigkeit, sondern versorgen den Körper gleichzeitig mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
Die ägyptische Methode für tropische Nächte
Wenn selbst nachts keine Abkühlung in Sicht ist, kann die sogenannte ägyptische Methode helfen. Befeuchte dafür ein dünnes Baumwollbettlaken leicht mit Wasser. Es sollte feucht, aber keinesfalls nass sein. Verwende es anschließend als leichte Decke. Durch die Verdunstung entsteht ein kühlender Effekt, der das Einschlafen erleichtern kann. Am angenehmsten funktioniert der Trick in Kombination mit leichter Schlafkleidung aus Baumwolle oder Leinen und einem gut gelüfteten Schlafzimmer.
Am besten speicherst du dir diese Tipps schon jetzt ab, denn wenn die nächste Hitzewelle kommt, ist gute Vorbereitung oft die beste Abkühlung.
