Liwia Tokoda

Leidenschaftliche Journalistin ✨ Chefredakteurin eines Frauenmagazins 📝 TV-Redakteurin bei Deutschlands Top-Sendern 📺 Überglückliche Mama ❤️

„Zu gut für den Job – und trotzdem will mich niemand“ – Der Bewerbungsdschungel am Limit

Viele Bewerberinnen und Bewerber kennen dieses Gefühl. Man investiert Zeit, Mühe und Hoffnung in jede einzelne Bewerbung und erhält trotzdem Absage um Absage. Mit der Zeit beginnen viele, an sich selbst zu zweifeln. Dabei liegt das Problem oft nicht an fehlender Qualifikation, sondern an einem Arbeitsmarkt, der immer komplexer und unübersichtlicher geworden ist.

Ein Blick in soziale Netzwerke zeigt, wie verbreitet diese Erfahrung inzwischen ist. Auf Plattformen wie TikTok berichten tausende Menschen davon, trotz guter Ausbildung und Motivation immer wieder übersehen zu werden. Schnell wird deutlich, das Scheitern bei der Jobsuche ist längst kein individuelles Problem mehr, sondern häufig ein strukturelles.

Genau hier setzt die Recruiting-Expertin und Karriere-Coach Rebecca Santos Costa an. Unter dem Namen „KarriereTok“ begleitet sie auf TikTok und Instagram täglich Menschen auf ihrem Weg zu neuen beruflichen Chancen. Von Berufseinsteiger:innen bis hin zu erfahrenen Fachkräften, die im Bewerbungsprozess nicht mehr wissen, wie sie sichtbar werden können.

Mit ihrem Gespür für moderne Lebensläufe und ihrer praxisnahen, authentischen Art zeigt sie, wie Bewerberinnen und Bewerber ihre Stärken klar positionieren, sich im Bewerbungsprozess besser präsentieren und wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen.


Warum der Arbeitsmarkt heute so gnadenlos ist

Healthy Lady:
Warum ist es heutzutage so schwer, einen guten Job zu bekommen? Woran liegt es, dass selbst sehr kompetente Menschen immer wieder Absagen erhalten?

Rebecca Santos Costa:
Ich glaube, viele unterschätzen, wie komplex der Bewerbungsprozess heute geworden ist. Es reicht nicht mehr, „nur“ qualifiziert zu sein. Der Markt ist übersättigt, die Anforderungen steigen, und gleichzeitig fehlt oft Transparenz: Bewerber:innen wissen gar nicht genau, was Unternehmen wirklich suchen und Unternehmen wissen manchmal selbst nicht, wie sie die passenden Menschen finden. Dazu kommt, dass viele Prozesse automatisiert sind. Eine Bewerbung landet im ersten Schritt oft gar nicht auf einem echten Tisch, sondern wird durch Software vorsortiert. Das heißt: Auch richtig gute Bewerbungen können durchrutschen, wenn sie nicht die „richtigen“ Schlagworte enthalten oder nicht formal exakt zum Prozess passen.

Und dann ist da noch das Thema Mut und Selbstvermarktung. Ich sehe viele Menschen, die unglaublich viel können, aber sich in ihren Unterlagen einfach nicht trauen, es sichtbar zu machen. Sie bleiben zu allgemein, zu vorsichtig, zu „angepasst“. Dabei suchen Unternehmen nicht die perfekte Schablone, sondern jemanden, der wirklich passt. Nur trauen sich viele nicht, wirklich sichtbar zu werden.

„Es gibt den Fall, dass Stellenanzeigen eher ‚strategisch‘ geschaltet werden. Zum Beispiel, um Investoren Aktivität zu zeigen (…).  Sie sind von Anfang an gar nicht ernst gemeint.“


Healthy Lady:
Was erwarten Recruiter wirklich von uns? Es fühlt sich manchmal so an, als würden sie nach dem Gelben vom Ei suchen. Viele Stellenanzeigen bleiben über Jahre online, immer wieder dieselbe Position, immer wieder dieselben Bewerbungen und trotzdem bekommt niemand den Job. Das wirft Fragen auf. Suchen die Unternehmen wirklich? Oder sind manche Anzeigen eher Scheinplätze, um Kandidatenlisten aufzubauen oder die Zahlen gut aussehen zu lassen?

Rebecca Santos Costa:
Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage und ehrlich gesagt: Beides kommt vor. Es gibt viele Unternehmen, die ernsthaft und dringend suchen, aber trotzdem keine geeigneten Bewerbungen bekommen, weil entweder die Darstellung in der Stellenanzeige nicht attraktiv oder der interne Auswahlprozess nicht gut aufgesetzt ist. Manche Unternehmen wissen auch gar nicht, wie sie Talente ansprechen sollen oder haben intern nicht die Strukturen, um schnell Entscheidungen zu treffen. Dann hängen Stellen monatelang online, ohne dass etwas passiert.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch den Fall, dass Stellenanzeigen eher „strategisch“ geschaltet werden. Zum Beispiel, um ein Bewerber:innen-Portfolio aufzubauen, um Investoren Aktivität zu zeigen oder weil man grundsätzlich offen für Talente sein möchte auch wenn akut gar kein Bedarf da ist. Das ist für Bewerber:innen extrem frustrierend, weil sie dann Zeit und Energie in etwas stecken, das von Anfang an gar nicht ernst gemeint war. Recruiter wünschen sich im Kern keine „perfekten“ Menschen, sondern Bewerber:innen, die eine konkrete Lösung für ein Problem im Unternehmen sind – also jemanden, der fachlich, menschlich und vom Mindset her zu dem passt, was das Unternehmen gerade wirklich braucht. Je klarer man das als Bewerber:in zeigen kann, desto besser.

Rebecca Santos Costa, bekannt als „KarriereTok“, erreicht mit ihren Inhalten hunderttausende Menschen auf TikTok und unterstützt sie auf dem Weg zu neuen beruflichen Chancen. (Foto: Rebecca Santos Costa)

Der Lebenslauf 2026

Healthy Lady: Wie sieht für dich ein moderner Lebenslauf im Jahr 2026 aus? Worauf sollte man unbedingt achten, wenn man herausstechen möchte?

Rebecca Santos Costa: Ein moderner Lebenslauf 2026 ist klar, übersichtlich und auf den Punkt. Das Wichtigste: Er muss innerhalb von wenigen Sekunden erfassbar sein. Recruiter*innen scannen Lebensläufe oft in unter einer Minute, da bleibt keine Zeit für langatmige Texte oder kreative Spielereien. Was zählt, ist Struktur, Klarheit und Relevanz. Das heißt: Aktuelle Berufserfahrung und Aufgabenbereiche gehören ganz nach oben, nicht irgendwo unter den Schulabschluss von 2007. Besonders wichtig sind konkrete Erfolge, messbare Ergebnisse oder Verantwortlichkeiten, also nicht nur „Vertrieb“, sondern z. B. „Umsatzsteigerung von 20 % durch Neukundenakquise im B2B-Bereich“.

Außerdem sollte der Lebenslauf zum Job passen: Wer sich im Marketing bewirbt, darf gestalterisch mutiger sein bei einer Position im Controlling zählt eher Seriosität und Struktur. Und: Soft Skills gehören nicht einfach als Liste unter „Stärken“, sondern sollten sich aus den Stationen und Aufgaben ergeben. Und ganz klar: Lücken sind nicht automatisch ein Problem – solange man sie ehrlich und strategisch einordnet. Lieber ein kurzer Satz zur beruflichen Orientierung, Familienzeit oder Krankheit als eine „Lücke“, die Fragen offenlässt. Transparenz und Haltung kommen besser an als Versteckspiel.

„Eine Bewerbung landet im ersten Schritt oft gar nicht auf einem echten Tisch, sondern wird durch Software vorsortiert. Das heißt: Auch richtig gute Bewerbungen können durchrutschen, wenn sie nicht die ‚richtigen‘ Schlagworte enthalten.“


Healthy Lady: Viele Bewerberinnen und Bewerber fühlen sich unsicher, wie viel von der eigenen Persönlichkeit sie im Lebenslauf oder in der Bewerbung zeigen sollten. Auf deinem Profil habe ich Kommentare gelesen, in denen empfohlen wird, bei jungen Frauen das Geburtsdatum oder das Bild wegzulassen. Warum ist das sinnvoll und was würdest du raten?

Rebecca Santos Costa: Wir leben leider nicht in einer völlig diskriminierungsfreien Arbeitswelt. Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist, spielen Alter, Geschlecht, Herkunft oder Aussehen in manchen Auswahlprozessen immer noch eine Rolle. Bewusst oder unbewusst. Genau deshalb empfehle ich manchmal: Lass das Bewerbungsfoto weg, ebenso das Geburtsdatum. Vor allem, wenn du sehr jung oder sehr erfahren bist und genau das zu Vorurteilen führen könnte. Das ist kein Verstecken, sondern eine strategische Entscheidung: Ich gebe nur so viel von mir preis, wie nötig ist und setze den Fokus ganz bewusst auf meine Qualifikation. Denn am Ende zählen nicht Haarfarbe oder Jahrgang, sondern Kompetenz und Persönlichkeit.

Wer dennoch ein Foto einfügen möchte, sollte es professionell halten und selbstbewusst auftreten – kein Passbild, sondern ein sympathisches Porträt, das zur angestrebten Position passt. Wichtig ist: Du entscheidest, was du zeigen willst – nicht die Konventionen von früher.


Healthy Lady: Gibt es Unterschiede in männlichen und weiblichen Bewerbungen?

Rebecca Santos Costa: Ja, die gibt es tatsächlich – sowohl in der Art, wie Bewerbungen geschrieben werden, als auch in der Wirkung auf Personaler. Frauen neigen oft dazu, sich zurückhaltender zu präsentieren. Sie formulieren vorsichtiger, betonen Teamfähigkeit und Lernbereitschaft, während Männer tendenziell selbstbewusster auftreten und ihre Erfolge klarer herausstellen. Das ist natürlich nicht bei allen so – aber diese Tendenzen sehe ich immer wieder. Ein weiterer Unterschied liegt in der Selbsteinschätzung: Männer bewerben sich oft schon, wenn sie etwa 60 % der Anforderungen erfüllen. Viele Frauen hingegen glauben, sie müssten 100 % abdecken, bevor sie sich überhaupt trauen, sich zu bewerben. Dadurch verpassen sie Chancen, obwohl sie inhaltlich locker mithalten könnten.

Mein Tipp: Unabhängig vom Geschlecht – trau dich, deine Stärken klar zu benennen. Nimm Raum ein, sei konkret und zeig, was du kannst. Der Lebenslauf ist kein Ort für falsche Bescheidenheit – sondern dein persönlicher Pitch.

„Männer bewerben sich oft schon, wenn sie etwa 60 % der Anforderungen erfüllen. Viele Frauen hingegen glauben, sie müssten 100 % abdecken, bevor sie sich überhaupt trauen.“


Mit Rückschlägen umgehen und sich nicht verlieren

Healthy Lady: Wenn jemand viele Absagen erhalten hat – wie gewinnt man neuen Mut? Wie kann man mit Rückschlägen umgehen, ohne das Selbstvertrauen zu verlieren?

Rebecca Santos Costa: Absagen fühlen sich immer persönlich an – gerade, wenn man sich viel Mühe gibt. Doch in den meisten Fällen sagen Absagen nichts über den eigenen Wert aus. Sie entstehen durch interne Umstrukturierungen, Budgetfragen, zu viele Bewerbungen oder unklare Prozesse – das hat oft wenig mit deiner Qualifikation zu tun.

Was hilft: Abstand gewinnen und den Fokus neu ausrichten. Statt nur zu fragen „Warum habe ich den Job nicht bekommen?“, lohnt sich die Frage: „Was will ich wirklich – und wie will ich wirken?“ Es kann hilfreich sein, sich Feedback zu holen, den Lebenslauf noch einmal kritisch zu prüfen oder sich auf Stellen zu konzentrieren, die wirklich zur eigenen Persönlichkeit passen. Ich sage immer: Eine Absage ist kein Stopp – sie ist ein Hinweis. Und manchmal ist sie sogar ein Schutz davor, in einem Job zu landen, der gar nicht zu dir passt.

Was Mut macht: Erfolgsgeschichten von anderen. Deshalb teile ich auf meinen Kanälen auch echte Erfahrungen und positive Wendepunkte – damit man sieht: Es geht. Und du bist nicht allein.


Sichtbar oder privat? Die Rolle von Social Media

Healthy Lady: Social Media ist heute ein Teil der Außendarstellung. Sollte man seine Profile aktiv nutzen, um sich positiv zu präsentieren, oder ist es besser, alles privat zu halten?

Rebecca Santos Costa: Das kommt ganz darauf an, wohin du beruflich willst. Wer im kreativen Bereich, im Marketing, Vertrieb oder Personalwesen arbeitet, kann Social Media gezielt nutzen, um seine Kompetenzen sichtbar zu machen – zum Beispiel durch geteilte Inhalte auf LinkedIn, ein gepflegtes Profil oder Beiträge zu eigenen Themen.

Gleichzeitig gilt: Du musst nicht überall sichtbar sein. Viele Menschen fühlen sich wohler, wenn sie ihre Privatsphäre wahren – und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass man keine Spuren hinterlässt, die einem später schaden. Ein kurzer Selbst-Check mit dem Satz „Würde ich das auch posten, wenn mein zukünftiger Chef es sieht?“ kann hier helfen.

Wer also Lust hat, sich zu zeigen: go for it. Aber immer mit Strategie und Authentizität – und nie mit dem Gefühl, sich verbiegen zu müssen.

Wir leben leider nicht in einer völlig diskriminierungsfreien Arbeitswelt. (…) Genau deshalb empfehle ich manchmal: Lass das Bewerbungsfoto weg, ebenso das Geburtsdatum. Vor allem, wenn du sehr jung oder sehr erfahren bist.


Healthy Lady: Du sprichst oft von Authentizität: Wie kann man im Lebenslauf und im Anschreiben authentisch bleiben und gleichzeitig professionell wirken?

Rebecca Santos Costa: Authentizität heißt für mich: Klarheit, Ehrlichkeit und Fokus. Es geht nicht darum, jeden Aspekt seiner Persönlichkeit auszubreiten – sondern darum, die eigenen Stärken verständlich und glaubwürdig zu vermitteln. Wer zum Beispiel schreibt „Ich übernehme gerne Verantwortung“, sollte auch kurz erklären, wo und wie das konkret passiert ist. So wirkt es ehrlich – nicht auswendig gelernt.

Im Lebenslauf bedeutet Authentizität, nichts zu verstecken, aber auch nichts unnötig aufzublasen. Lücken oder Umwege gehören zum Leben – sie werden dann zum Problem, wenn man versucht, sie zu vertuschen. Im Anschreiben geht es darum, in einem klaren, auf den Punkt gebrachten Stil zu zeigen: „Das bin ich – und das kann ich beitragen.“

Mein Tipp: Lies dein Anschreiben laut vor. Wenn es sich nach dir anhört – aber eben nach einer souveränen Version von dir – dann passt es.


Die häufigsten Fehler – und wie man sie vermeidet

Healthy Lady: Welche Fehler beobachtest du bei Bewerbungen am häufigsten?

Rebecca Santos Costa: Die häufigsten Fehler sind oft gar keine inhaltlichen, sondern formale und strategische. Ganz oben auf der Liste steht: Einheitsbewerbungen. Viele verschicken dieselbe Bewerbung an zig Stellen ohne echten Bezug zur Anzeige. Das merkt man sofort. Ein weiterer häufiger Fehler: Lebensläufe ohne klare Struktur. Wenn ich als Leserin überlegen muss, was du aktuell machst oder wie dein Weg verlaufen ist, verliere ich schnell das Interesse. Auch überholte Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…“ wirken heute blass und unpersönlich. Man sollte lieber direkt einsteigen und zeigen, was man konkret bietet.

Fehler Nummer vier ist, zu sehr in die Vergangenheit zu gehen – Bewerbungen sollten immer zukunftsgerichtet sein: Was kann ich im neuen Job beitragen? Und zu guter Letzt: Keine Gehaltsvorstellungen nennen, wenn es verlangt wird. Viele trauen sich da nicht ran, aber wenn man sich nicht positioniert, wirkt das schnell unsicher.

„Es reicht nicht mehr, ‚nur‘ qualifiziert zu sein.“


Von Katzenvideos zu KarriereTok

Healthy Lady: Rebecca, wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, anderen bei Lebensläufen zu helfen? Gab es ein Schlüsselerlebnis? Wie funktioniert dein Job?

Rebecca Santos Costa: Ich habe viele Jahre im Personalbereich gearbeitet – von der operativen Personalarbeit über Recruiting, Training bis hin zur Führung von Teams. Irgendwann hat mein Sohn sich TikTok heruntergeladen, einfach nur zum Gucken, was da so los ist. Wir haben dann aus Spaß zusammen Katzenvideos gemacht – das war witzig, aber irgendwann dachte ich: Eigentlich könnte man da auch mal was Sinnvolles draus machen.

Also habe ich angefangen, typische Szenen aus dem Berufsleben nachzuspielen – Bewerbungsgespräche, Personaleralltag, witzige Recruiting-Erlebnisse. Und plötzlich kamen die ersten Fragen: „Bietest du eigentlich Coaching an?“ – so ist das Ganze dann ins Rollen gekommen. Zuerst habe ich angefangen, Stellenanzeigen zu analysieren – das kam total gut an, weil sich viele Bewerber:innen überhaupt nicht auskannten, was da wirklich zwischen den Zeilen steht. Später kam dann der Fokus auf Lebensläufe. Und inzwischen gebe ich täglich Bewerbungsfeedback, bewerte Lebensläufe, analysiere Stellenausschreibungen und gebe Tipps, wie man sich authentisch und gleichzeitig professionell präsentiert.

Ich habe über TikTok so viele Rückmeldungen bekommen von Menschen, die durch meine Tipps endlich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden oder ihren Traumjob bekommen haben. Diese Energie und das Vertrauen, das mir da entgegengebracht wird, motivieren mich jeden Tag aufs Neue. Das Format ist einfach ehrlich, direkt und alltagstauglich – genau das, was viele da draußen brauchen.


Healthy Lady: Dein Format „KarriereTok“ erreicht viele junge Menschen. Hattest du am Anfang Zweifel, ob Bewerbungs-Content dort überhaupt funktioniert?

Rebecca Santos Costa: Total! TikTok war für mich am Anfang einfach eine Plattform für Katzenvideos, Tänze und lustige Clips – nichts, wo man ernsthaft dachte: „Hier bring ich jetzt mal Bewerbungstipps unter.“ Ich habe mir anfangs selbst nicht vorstellen können, dass das jemanden interessiert. Aber je mehr ich einfach aus dem echten Leben erzählt habe – also Dinge, die ich aus dem Personalalltag kenne oder Situationen aus Bewerbungsgesprächen –, desto mehr Resonanz kam.

Viele haben sich in meinen Videos wiedergefunden: Bewerber:innen, die mit typischen Fehlern kämpfen, die einfach nicht wissen, wie sie sich gut präsentieren können. Und genau da setzt mein Format an – es soll nahbar sein, aber gleichzeitig Klartext reden. Ich glaube, gerade weil es eben nicht trocken ist, sondern real und manchmal auch mit einem Augenzwinkern, funktioniert es so gut. Ich hätte nie gedacht, dass Bewerbungstipps auf TikTok viral gehen – aber offensichtlich gibt es da einen riesigen Bedarf. Und es zeigt auch: Bildung, Aufklärung und Empowerment haben definitiv ihren Platz auf Social Media.

„In den meisten Fällen sagen Absagen nichts über den eigenen Wert aus. Sie entstehen durch interne Umstrukturierungen oder Budgetfragen – das hat oft wenig mit deiner Qualifikation zu tun.“


Warum sich all das lohnt

Healthy Lady: Wenn man sich deinen TikTok-Kanal anschaut, merkt man sofort, dass dein Account lebt. Was sagen dir deine Follower und Klienten am meisten? Gibt es einen Moment, auf den du besonders stolz bist?

Rebecca Santos Costa: Ja, absolut – der Bedarf ist riesig. Ich bekomme täglich Nachrichten wie: „Dank dir hatte ich heute mein erstes Vorstellungsgespräch“ oder „Ich hätte nie gedacht, dass mein Lebenslauf so viel ausmacht.“ Viele schreiben mir auch, dass sie sich zum ersten Mal ernst genommen fühlen – dass sie durch meine Videos den Mut bekommen haben, sich überhaupt zu bewerben oder sich beruflich neu zu orientieren.

Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine junge Frau, die schon lange in einer belastenden Arbeitssituation festhing. Sie hatte sich dutzende Male beworben, immer wieder Absagen. Nach meiner Beratung hat sie ihren Lebenslauf komplett überarbeitet – und plötzlich hagelte es Einladungen. Als sie mir dann schrieb, dass sie einen Job gefunden hat, in dem sie sich endlich wertgeschätzt fühlt, war das Gänsehaut pur. Solche Nachrichten sind für mich der Grund, warum ich das mache.

Und ja – ich finde auch, das Thema Bewerbung und Berufsorientierung müsste viel früher, zum Beispiel schon in der Schule, mitgedacht werden. Die meisten stolpern da völlig unvorbereitet rein. Und genau deshalb sehe ich meine Aufgabe nicht nur im Bewerbungscoaching, sondern auch in der Aufklärung.


Ein Blick nach vorn

Healthy Lady: Und eine letzte persönliche Frage: Was wäre dein absoluter Traumjob, wenn du nicht schon deinen gefunden hättest?

Rebecca Santos Costa: Ich glaube, ich habe meinen Traumjob tatsächlich selbst erschaffen. Aber wenn ich träumen dürfte, ganz ohne Einschränkungen, dann wäre es ein Beruf, in dem ich jeden Tag Menschen motivieren, inspirieren und ganz praktisch unterstützen kann. Am liebsten in einem Mix aus Bühne, Beratung und Community.

Vielleicht eine eigene Show oder ein Format, in dem echte Lebensgeschichten und Karrieren gezeigt werden – nicht die Hochglanz-Erfolge, sondern die echten Brüche, die Rückschläge und das Aufstehen danach. Ich liebe es, wenn ich Menschen helfen kann, sich neu zu entdecken und zu sehen: „Da steckt so viel mehr in mir, als ich selbst geglaubt habe.“

Ich habe mittlerweile auch eine eigene Recruiting-Plattform: Foundl.de. Dort können Menschen ein berufliches Profil erstellen, ihren Lebenslauf hochladen und sich von Unternehmen finden lassen. Und wenn ich das irgendwann noch größer denken darf – mit einem eigenen Team, mit noch mehr Reichweite – dann ist das für mich kein Traum mehr, sondern eine Vision. Und daran arbeite ich jeden Tag.



Natürliche Hautpeelings zum selbermachen – Dein Glow aus dem Vorratsschrank

Strahlende Haut muss kein kompliziertes Projekt sein. Oft verbirgt sich das Geheimnis für einen frischen Teint direkt hinter deiner Küchentür, zwischen Kaffeemaschine und Gewürzregal. Ein goldener Löffel Honig, eine Prise Zucker oder der duftende Kaffeesatz vom Morgen. Dinge, die wir sonst ganz selbstverständlich genießen, können auch deiner Haut eine kleine Auszeit schenken. Der Trend zur „Kitchen-Cosmetic“ wächst nicht ohne Grund. Es ist das gute Gefühl, ganz genau zu wissen, was man an seine Haut lässt, fernab von langen, unverständlichen Zutatenlisten. Ein selbstgemachtes Peeling ist dabei der Klassiker der natürlichen Pflege. Es wirkt wie ein sanfter Weckruf für dein Gesicht und deinen Körper. Viele nutzen diesen Moment als festes Ritual in ihrer Pflegeroutine, um die Haut optimal auf die anschließende Pflege vorzubereiten, denn auf einer geklärten Basis können Seren und Cremes ihre Wirkung viel besser entfalten. Doch so verlockend die schnelle DIY-Lösung auch ist, wie bei jedem guten Rezept kommt es auf die richtige Dosierung und die passende Technik an. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen, welche Zutat zu deinem Hauttyp passt und wie oft du deiner Haut dieses Peeling-Erlebnis gönnen solltest, um sie zu verwöhnen, statt sie zu strapazieren. Dermatologe Dr. Welf Prager betont, dass die Körnung eines Peelings immer zum Hauttyp passen sollte. Im Gesicht deutlich feiner als am Körper. Im Video erklärt er außerdem, worauf du bei natürlichen Peelings achten solltest.


Was passiert eigentlich bei einem Peeling auf deiner Haut?

Deine Haut erneuert sich ständig. Neue Zellen entstehen in den tieferen Hautschichten und wandern nach und nach an die Oberfläche. Dieser Prozess dauert im Schnitt etwa 28 Tage, kann aber je nach Alter und Hautzustand auch länger dauern. Mit der Zeit sammeln sich abgestorbene Hautzellen auf der Oberfläche an. Das kann dazu führen, dass die Haut etwas fahl wirkt oder sich weniger glatt anfühlt. Genau hier kommt ein Peeling ins Spiel. Es hilft dabei, diese abgestorbenen Hautzellen zu lösen und die Haut wieder frischer und ebenmäßiger erscheinen zu lassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Pflegeprodukte danach oft besser aufgenommen werden können, da die Hautoberfläche gleichmäßiger ist. Wichtig ist aber auch, dass deine Haut nach einem Peeling empfindlicher sein kann. Deshalb solltest du sie danach besonders gut pflegen und vor Sonne schützen.


Drei einfache Peelings zum Selbermachen für deinen Glow

Wenn du Lust hast, dein Badezimmer in ein kleines Natur-Spa zu verwandeln, brauchst du keine aufwendigen Produkte. Viele Zutaten, die du bereits zu Hause hast, lassen sich ganz einfach für ein sanftes Peeling verwenden. Hier sind drei Klassiker, die sich unkompliziert in deine Pflegeroutine integrieren lassen.

Honig und Zucker: Diese Kombination gehört zu den bekanntesten DIY-Peelings. Die feinen Zuckerkristalle sorgen für einen sanften Peeling-Effekt, während Honig von vielen als angenehm pflegend empfunden wird. Gerade für Gesicht und Lippen eignet sich diese Mischung, wenn du es eher mild magst. Dafür kannst du einen Teelöffel feinen Zucker mit etwa einem Teelöffel Honig vermischen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Massiere das Peeling anschließend mit wenig Druck in kreisenden Bewegungen ein und spüle es mit lauwarmem Wasser ab.

Kaffee und Öl: Für den Körper wird häufig Kaffeesatz verwendet. Zusammen mit einem pflanzlichen Öl entsteht daraus ein Peeling, das sich besonders gut für größere Hautflächen eignet. Viele empfinden die Anwendung als belebend, vor allem am Morgen oder nach dem Sport. Dafür kannst du den abgekühlten Kaffeesatz mit ein bis zwei Esslöffeln eines Öls, etwa Oliven- oder Kokosöl, vermischen, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Trage das Peeling auf die feuchte Haut auf, massiere es in kreisenden Bewegungen ein und spüle es anschließend gründlich ab.

Hafer und Joghurt: Wenn deine Haut empfindlicher reagiert, sind mildere Zutaten eine gute Wahl. Fein gemahlene Haferflocken, angerührt mit Joghurt oder alternativ etwas zerdrückter Banane, werden oft als besonders sanft wahrgenommen. Diese Mischung eignet sich gut, wenn du deine Haut reinigen möchtest, ohne sie zu stark zu reizen. Dafür kannst du etwa einen Esslöffel fein gemahlene Haferflocken mit einem Esslöffel Joghurt verrühren, bis eine cremige Paste entsteht. Trage sie sanft auf das Gesicht auf, lasse sie kurz einwirken und massiere sie anschließend vorsichtig ein, bevor du sie mit lauwarmem Wasser abspülst.

Symbolbild (Foto: IslandHopper X/Pexels)

Weniger ist mehr – Der richtige Rhythmus für deine Haut

Ein Peeling kann deiner Haut gut tun, sollte aber nicht zu häufig angewendet werden. Dermatologe Dr. Welf Prager weist darauf hin, dass zu häufiges oder zu intensives Peelen die natürliche Hautbarriere stören kann. Denn auch die Haut braucht Zeit, um sich zu regenerieren und ihre natürliche Schutzbarriere zu erhalten. In der Regel reicht es aus, ein Peeling ein bis zwei Mal pro Woche zu verwenden. So können abgestorbene Hautzellen entfernt werden, ohne die Haut unnötig zu reizen. Wichtig ist dabei vor allem dein eigenes Hautgefühl. Wenn deine Haut empfindlich reagiert, spannt oder gerötet ist, solltest du ihr lieber eine Pause gönnen.


Was sagt der Hautarzt?

DIY-Peelings sind beliebt, doch wie sinnvoll sind sie aus fachlicher Sicht? Dazu haben wir den Dermatologen Dr. Welf Prager befragt. Im Video erklärt er, welche natürlichen Zutaten sich für Peelings eignen und worauf du bei der Anwendung achten solltest.

Diese Fehler solltest du vermeiden

Auch bei selbstgemachten Peelings gibt es ein paar Dinge, die du im Blick behalten solltest. Zu grobe Zutaten können die Haut reizen, vor allem im Gesicht. Während Kaffee oder gröbere Partikel am Körper oft gut vertragen werden, solltest du im Gesicht eher zu feineren Texturen greifen. Auch zu häufiges Peelen ist keine gute Idee. Deine Haut braucht Zeit, um sich zu regenerieren. Ein bis zwei Anwendungen pro Woche reichen in der Regel völlig aus. Wenn deine Haut gerade gereizt ist, etwa bei Unreinheiten, Rötungen oder Sonnenbrand, solltest du lieber pausieren. In solchen Momenten braucht sie vor allem Ruhe und Pflege. Auch natürliche Zutaten sind nicht automatisch für jede Haut geeignet. Es kann in einzelnen Fällen zu Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen kommen. Wenn du ein neues Peeling ausprobierst, teste es am besten zunächst an einer kleinen Hautstelle.

Jede Haut ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Was bei deiner besten Freundin für Porzellanhaut sorgt, kann bei dir vielleicht zu viel des Guten sein. Besonders wenn du zu Sensibilität oder Akne neigst, ist ein kurzer Check-in beim Hautarzt immer eine gute Idee. Deine Haut wird es dir mit einem gesunden Strahlen danken.


„Ich hatte Entzugserscheinungen, weil ich nichts kaufen durfte“ – Zişans Leben mit Kaufsucht

Man möchte eigentlich nur kurz in die Drogerie, wirklich nur für das Nötigste. Doch dann passiert es. Plötzlich liegen mehrere Lippenstifte im Körbchen, jeder in einem leicht anderen Ton, der „irgendwie doch ganz anders“ aussieht. Dazu kommen ein paar Nagellacke und vielleicht noch ein Duft, der einfach zu gut riecht, um ihn stehen zu lassen. Alles irgendwie völlig harmlos … oder?

Doch Vorsicht, denn genau so kann ein ernsthaftes Problem beginnen. Ein Problem, das leise kommt, sich unbemerkt einnistet und irgendwann ein ganzes Leben bestimmt. Es geht um Kaufsucht, um eine Abhängigkeit, von der in Deutschland Schätzungen zufolge mehrere Millionen Menschen betroffen oder gefährdet sind. Ein Zustand, über den oft gelächelt wird, obwohl er genauso zerstörerisch sein kann wie jede andere Form der Abhängigkeit. Ein Verhaltensmuster, das sich tarnt als Belohnung, als Trost, als kurzer Moment des Glanzes. Bis sie Besitz ergreift. Von Beziehungen. Vom Konto. Vom Selbstwert.

Mein heutiger Gast ist Zişan und sie ist eine dieser Betroffenen. Auf TikTok führt sie ein Kaufsucht-Tagebuch und lässt ihre Zuschauer tief in ihre dunkelsten Ecken blicken. Zişan macht sich sichtbar für all die stillen Stimmen da draußen, die glauben, sie seien allein. Für all die Menschen, die denken: „Es ist normal, was ich mache.“ Und irgendwann merken: Es ist doch eine Krankheit. Sie klärt auf, bricht Tabus und zeigt, dass man eine Abhängigkeit benennen muss, um sie zu besiegen. In unserem Gespräch erzählt sie, wie alles begann, wie es ihr heute ergeht – und vor allem, warum es so wichtig ist, darüber zu sprechen.


Die Suche nach dem Ich jenseits der Sucht

Die 35-jährige Sachbearbeiterin lebt seit über zehn Jahren mit ihrer Kaufsucht. (Foto: Zisan)

Healthy Lady:
Zişan, bevor wir über die Kaufsucht sprechen – wer bist du? Wie würdest du dich selbst als Mensch vorstellen, abseits der Abhängigkeit?

Zişan:
Ich bin eigentlich ein sehr lebensfroher, humorvoller und aktiver Mensch. Viele denken, ich sei immer stark und offen, dabei trage ich in mir eine Geschichte, die mich schon sehr früh geprägt hat.

Als Kind hatte ich Krebs. Die Ärzte gaben mir damals nur sechs Monate zu leben. Wenn man als kleines Mädchen hört, dass es keinen Morgen geben könnte, verändert das alles. Ich habe schon früh gelernt, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Diese Erfahrung hat mich zu jemandem gemacht, der jeden Moment aufsaugt, der sich nach Leben sehnt, nach Glück, aber auch nach Sicherheit.

Ich wollte als Kind Moderatorin werden, weil ich es geliebt habe, vor der Kamera Geschichten zu erzählen. Heute bin ich tatsächlich jeden Tag vor einer Kamera – aber ich moderiere keine Show. Ich moderiere meine eigene Realität, meine Heilung und meine Sucht. Abseits der Abhängigkeit bin ich jemand, der liebt, lacht, kämpft und nie aufgibt. Vielleicht auch, weil ich schon einmal um mein Leben kämpfen musste.

Kaufsucht hat nichts mit Luxus zu tun. Es geht um Schmerz.


Der Moment, der alles veränderte

Healthy Lady:
Wie kam es dazu, dass du dein Kaufsucht-Tagebuch auf TikTok begonnen hast? Was war der Auslöser, so offen damit rauszugehen?

Zişan:
Der Moment, der alles ins Rollen gebracht hat, war ehrlich gesagt ziemlich surreal. Ich kam aus einem Urlaub in Barcelona zurück, müde, aber gut gelaunt und vor meiner Haustür stapelten sich Pakete. Zehn, fünfzehn, vielleicht zwanzig Stück. Einige davon waren so fremd, dass ich nicht einmal mehr wusste, was ich bestellt hatte oder warum. Ich stand davor und dachte: „Zişan, das ist nicht mehr normal.“ Ich war wütend auf mich, aber auch verzweifelt. Und dann kam mir die Idee: Was wäre, wenn ich öffentlich dokumentiere, wie ich 30 Tage lang nichts kaufe? Ein Versuch, mir selbst etwas zu beweisen. Eine Challenge, aber auch eine Art Hilferuf.

Die ersten Tage waren noch lustig. Ich habe gelacht, gejoked, dachte mir: „Ach, easy.“
Doch spätestens am vierten Tag kippte alles, und ich merkte: Das ist nicht einfach nur ein schlechtes Kaufverhalten. Es ist eine Sucht.


Healthy Lady:
Kannst du uns mitnehmen zu dem Moment, in dem dir klar wurde: „Ich habe ein Problem“?

Zişan:
Ganz klar: am vierten Tag meiner Challenge. Ich bin morgens aufgewacht und hatte das Gefühl, mein Körper funktioniert nicht. Meine Hände waren schweißnass, mein Herz raste wie verrückt. Ich bekam kaum Luft, als würde etwas auf meiner Brust sitzen. Ich dachte wirklich: „Ich sterbe gleich.“ Und diese Angst kannte ich nur aus meiner Kindheit, aus dieser Zeit, in der Ärzte mir erklärten, ich hätte vielleicht nicht mehr lange. Dass ich diese körperliche Panik wieder spürte, nur weil ich nichts kaufen durfte, hat mich schockiert.


Wenn Trost zur Strategie wird

Healthy Lady:
Gab es in deiner Kindheit oder Jugend erste Anzeichen, die du heute als Warnsignale deuten würdest?

Zişan:
Ja. Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich es ganz klar. Die Diagnose Krebs hat in mir eine permanente Angst ausgelöst: Angst, etwas zu verpassen. Angst, nicht genug erlebt zu haben. Angst, nicht genug zu fühlen. Schon als Teenager habe ich begonnen, Käufe als eine Art Trost zu benutzen. Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich traurig war oder mich unsicher fühlte – und anstatt darüber zu sprechen, bin ich ins Einkaufszentrum gefahren. Ein neues Oberteil, ein kleines Accessoire, irgendetwas, das mir einen kurzen Kick gab.

Dieser Moment, in dem man etwas Neues besitzt, fühlte sich an wie: „Ich lebe noch. Ich kann wenigstens das kontrollieren.“. Es war mein kleiner Fluchtweg vor dem Schmerz.

Ich stand vor 20 Paketen und wusste nicht einmal mehr, was ich bestellt hatte.


Healthy Lady:
Wie hat sich die Kaufsucht schleichend aufgebaut – war es ein plötzlicher Kontrollverlust oder ein langsamer Prozess?

Zişan:
Die Sucht ist nicht über Nacht gekommen. Sie ist gewachsen – leise, schleichend, fast unbemerkt. In meinen Zwanzigern begann der Kontrollverlust. Damals hatte ich schon starke Probleme: Ich habe impulsiv gekauft, oft heimlich, oft ohne Plan. Es wurde jedes Jahr mehr. Pakete kamen täglich, manchmal zweimal am Tag. Ich wusste irgendwann nicht mehr, was ich alles besitze. Ich habe mich mit jedem Klick für einen Moment lebendig gefühlt.
Aber gleichzeitig war ich innerlich vollkommen leer.


Das Innenleben einer Kaufsucht

Kontrollverlust sichtbar: Zeitweise stapelten sich bis zu 20 Pakete vor Zişans Tür. In dieser Phase häufte sie rund 12.000 Euro Schulden an. (Foto: Zişan)

Healthy Lady:
Wie fühlt sich ein typischer „Kaufdrang“ an? Was passiert emotional und körperlich in dir?

Zişan:
Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Es beginnt wie ein Kitzeln im Kopf, ein Gedanke, der sich festsetzt. Dann wird es körperlich. Ich werde unruhig, mein Puls steigt, ich schwitze, ich habe das Gefühl, etwas extrem Wichtiges zu verpassen. Es ist fast wie ein Zwang: „Du musst jetzt etwas kaufen.“ Während der Challenge war es besonders schlimm. Morgens aufzuwachen und sofort dieses Gefühl zu haben, etwas kaufen zu müssen, aber nicht zu können. Das war Folter. Ohne Challenge würde ich aktuell jeden Tag eskalieren.


In diesem Moment wusste ich: Das ist nicht einfach „lustiges Shopping“. Das ist eine Krankheit.

Healthy Lady:
Welche Rolle spielen Stress, Einsamkeit, Belohnung oder Selbstwert in deiner Sucht?

Zişan:
Stress ist mein größter Trigger. Wenn ich überfordert bin oder sehr viel Druck spüre, suche ich eine schnelle Erleichterung. Und die kam jahrelang über Käufe. Einsamkeit ist bei mir nicht das Hauptthema – es sind meine unverarbeiteten Kindheitserlebnisse. Die Angst vor dem Tod. Die Angst vor dem Verlust. Die Angst, nicht genug Zeit zu haben. All das sitzt tief.


Healthy Lady:
Viele denken bei Kaufsucht an „Shopping aus Spaß“. Kannst du beschreiben, was in Wahrheit dahintersteckt?

Zişan:
Viele denken, es geht um Geld oder Luxus. Aber es geht um Schmerz. Kaufsucht kann ein Leben zerstören und sie wird kaum ernst genommen. Ich hatte als Jugendliche rund 12.000 Euro Schulden.
Heute bin ich schuldenfrei – dank harter Arbeit und stabiler Strukturen. Aber die Sucht ist geblieben. Sie ist nicht einfach weg. Man muss sie verstehen, bearbeiten und akzeptieren, dass sie ein Teil von einem ist.


Schulden, Scham und Unsichtbarkeit

Healthy Lady:
Welche Auswirkungen hatte die Sucht auf deine Finanzen?

Zişan:
Früher war es schlimm: Schulden, Stress, Angst. Heute verdiene ich genug, um meine Käufe „zu finanzieren“.
Aber genau das ist ein gefährlicher Punkt, denn deshalb blieb das Problem lange unsichtbar. Unsere Haushaltskosten laufen über das Ehekonto. Meine Käufe dagegen über mein eigenes Einkommen.
So hat es lange niemand gemerkt. Nicht einmal ich selbst richtig.


Healthy Lady:
Wie hat dein Umfeld reagiert?

Zişan:
Überraschend positiv. Viele sagten mir, dass ihnen mein Kaufverhalten schon aufgefallen sei – aber nicht das Ausmaß. Meine Familie und Freunde unterstützen mich. Aber es ist nicht leicht für sie. Es gab Momente, in denen ich weinend aus einem Laden rausgelaufen bin, weil ich etwas nicht kaufen durfte wegen der Challenge.
Das mit anzusehen, ist für meine Liebsten manchmal genauso schwer wie für mich.


Healthy Lady:
Hast du Beziehungen oder Freundschaften verloren?

Zişan:
Nein, verloren habe ich zum Glück niemanden. Aber mein Umfeld musste lernen, was Kaufsucht wirklich bedeutet und wie sie mir helfen können, ohne mich zu bevormunden.


Healthy Lady:
Was war der schlimmste Moment?

Zişan:
Ganz klar: die Entzugserscheinungen während der Challenge. Dieses Gefühl, nicht atmen zu können.
Dieses Zittern, Panik, Gefühle, die kaum noch Raum haben. Es war der Moment, in dem mir bewusst wurde:
„Zişan, du bist krank. Du brauchst Hilfe.“

Es beginnt wie ein Kitzeln im Kopf und endet in einem Zwang: Du musst jetzt etwas kaufen.


Leben mit der Sucht und der Weg in die Heilung

Healthy Lady:
Was ist bei deiner Challenge am schwierigsten?

Zişan:
Dass ich die Dinge, die ich liebe, nicht kaufen kann, selbst wenn sie günstig sind.
Dass ich ständig das Gefühl habe, etwas zu verpassen. Dass mein Gehirn mir sagt: „Du brauchst das!“ Obwohl ich heute weiß, dass ich es nicht brauche. Aber mit der Challenge bin ich auch auf einer ganz anderen Ebene gewachsen.


Healthy Lady:
Wie gehst du mit Rückfällen um?

Zişan:
Rückfälle gehören dazu. Kaufsucht ist kein Schalter, den man einfach umlegen kann. Man braucht Struktur, Begleitung und vor allem Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.


Healthy Lady:
Hast du professionelle Hilfe in Anspruch genommen?

Zişan:
Ja. Ich mache Verhaltenstherapie. Es war schwer, mir einzugestehen, dass ich es allein nicht schaffe, aber es war die beste Entscheidung meines Lebens. Meine ersten Therapiestunden bestanden nur daraus, dazusitzen und zu weinen. Ich konnte meine Tränen nicht mehr halten.


Healthy Lady:
Welche Rolle spielt dein TikTok-Tagebuch für deine Heilung?

Zişan:
Eine riesengroße. Es ist mein Ventil, meine Motivation und mein Anker.
Jede Nachricht, jeder Kommentar von Menschen, die sagen, dass sie sich in mir wiedererkennen, gibt mir Kraft. Ich erzähle dort die Wahrheit, auch wenn sie weh tut. Ich motiviere so viele Menschen, und das macht mich unglaublich glücklich.


Warum wir über Kaufsucht sprechen müssen

Healthy Lady:
Warum wird Kaufsucht in unserer Gesellschaft so oft belächelt?

Zişan:
Weil viele denken, es sei ein „Luxusproblem“. Aber Jugendliche verschulden sich. Familien zerbrechen.
Menschen verzweifeln. Ich spreche darüber, um genau das sichtbar zu machen.

Mein Körper hat reagiert, als würde ich sterben – nur weil ich nichts kaufen durfte.


Healthy Lady:
Welche Vorurteile begegnen dir am häufigsten?

Zişan:
„Du hast zu viel Geld.“ „Ich hätte gern dein Leben.“ „Dann kauf halt weniger.“

Diese Sätze tun weh, weil sie meine Geschichte ignorieren.
Niemand sieht, was in mir passiert.


Ausblick & Botschaft

Healthy Lady:
Was sind deine langfristigen Ziele?

Zişan:
Ein gesundes Kaufverhalten. Nicht panisch werden. Nicht dieses Gefühl haben, dass ich ständig etwas Neues brauche. Ich möchte lernen, im Moment zu leben, ohne Käufe als Krücke. Und ich möchte zeigen: Man kann es schaffen.


Healthy Lady:
Was wünschst du dir von Angehörigen?

Zişan:
Zuhören. Ernst nehmen. Unterstützen, ohne zu verurteilen. Begleiten bei Challenges oder Therapie. Und vor allem: Nicht lachen. Nicht kleinreden.


Healthy Lady:
Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die still kämpfen?

Zişan:
Ich möchte dir etwas sagen, das ich mir früher selbst so sehr gewünscht hätte:
Du musst dich nicht schämen. Du musst nichts verstecken. Und du bist nicht zu schwach, weil du kämpfst. Im Gegenteil. Dieser Kampf zeigt, wie stark du bist. Viele denken, Kaufsucht sei ein oberflächliches Problem. Doch in Wahrheit geht es um Schmerz, um alte Wunden und um Gefühle, die man oft lange mit sich herumträgt. Wenn du gerade kämpfst, dann sollst du wissen: Du bist nicht allein. Du hast das Recht auf Hilfe, auf Verständnis und darauf, dich selbst nicht aufzugeben.

Du musst dich nicht schämen. Du bist nicht allein.


Hilfe bei Kaufsucht – du bist nicht allein

Wenn du merkst, dass Kaufen dein Leben bestimmt, dich belastet oder dich finanziell und emotional unter Druck setzt, bist du damit nicht allein. Unterstützung und erste Hilfe findest du hier:

Erste Anlaufstelle: Hausarzt oder Hausärztin
Sie können einschätzen, wie stark die Belastung ist und an passende Fachstellen überweisen.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
Übersicht über Beratungsstellen in ganz Deutschland:
 www.dhs.de

Telefonische Beratung bei psychischer Belastung
Telefonseelsorge rund um die Uhr, anonym und kostenfrei:
Tel.: 0800 111 0 111
Tel.: 0800 111 0 222

Online-Hilfe speziell bei Kaufsucht Beratung und Selbsthilfeangebote: www.kaufsucht.de



Omas Geheimwaffe ist zurück: Warum Schröpfen heute sanfter und moderner ist als je zuvor

Erinnerst du dich noch an die Zeit, als Schröpfgläser mit brennender Watte und echtem Feuer „gesetzt“ wurden? Wenn der Husten hartnäckig festsaß oder der Rücken schmerzte, wusste die Großmutter oft sofort, was zu tun war. Auch wenn das Ganze im ersten Moment fast magisch und ein wenig unheimlich wirkte, blieb vor allem eines im Gedächtnis. Dieses Gefühl, dass sich jemand kümmert und versucht, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Lange Zeit schien diese traditionelle Methode aus dem Alltag verschwunden zu sein. Doch inzwischen erlebt das Schröpfen ein Comeback. Immer mehr Menschen interessieren sich wieder für natürliche und ganzheitliche Ansätze und entdecken alte Anwendungen neu. Was früher vor allem in der Hausmedizin genutzt wurde, findet heute auch in Naturheilpraxen, Wellnesszentren und sportmedizinischen Einrichtungen Anwendung.


Früher mit Feuer und Alkohol, heute mit moderner Saugtechnik – Schröpfen hat sich deutlich weiterentwickelt. (Foto: RDNE Stock project/Pexels)

Die zeitlose Faszination des Schröpfens

Schröpfen gehört zu den ältesten bekannten Behandlungsmethoden und wird seit Jahrhunderten in unterschiedlichen Kulturen angewendet. Sowohl in der traditionellen chinesischen Medizin als auch in westlichen Heiltraditionen spielte diese Technik eine Rolle und wird heute in verschiedenen Bereichen wieder häufiger eingesetzt. Im Zentrum der Anwendung steht ein einfaches Prinzip. Durch ein Vakuum im Inneren der Schröpfgläser entsteht ein Unterdruck auf der Haut. Dadurch wird das Gewebe leicht angehoben und die lokale Durchblutung kann angeregt werden. Beim Trockenschröpfen geschieht dies ohne Verletzung der Haut, während beim sogenannten blutigen Schröpfen die Haut zuvor leicht angeritzt wird, sodass kleine Mengen Blut austreten können.


Das sagt die Wissenschaft

Auch wenn Schröpfen gerade ein echtes Comeback erlebt, ist die wissenschaftliche Studienlage noch nicht eindeutig. Einige Untersuchungen zeigen zwar, dass die Methode bei Beschwerden wie Rücken- oder Nackenschmerzen unterstützend wirken kann, gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass viele Studien bisher nur eine begrenzte Aussagekraft haben. Deshalb gilt Schröpfen heute vor allem als ergänzende Anwendung und nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung. Wenn du es ausprobierst, solltest du es eher als Teil deiner persönlichen Wellness- oder Selfcare-Routine sehen und nicht als alleinige Lösung für gesundheitliche Probleme.

Schröpfen im unteren Rückenbereich wird häufig bei Verspannungen im Lendenbereich angewendet. (Foto: RDNE Stock project/Pexels)

Zwischen Tradition und moderner Anwendung

In der Naturheilkunde wird Schröpfen traditionell bei ganz unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Erkältungen, Muskelverspannungen oder Verdauungsprobleme. Auch wenn es um Stress oder innere Unruhe geht, greifen manche Menschen auf diese Methode zurück. Heute hat Schröpfen längst auch in der Beauty- und Wellnesswelt seinen Platz gefunden. Vielleicht hast du es schon mal im Zusammenhang mit Cellulite oder Hautpflege gesehen. Viele nutzen es hier einfach, um sich etwas Gutes zu tun und die Haut sanft zu stimulieren.


Wie lange dauert die Behandlung?

Die Schröpfgläser werden in der Regel für etwa fünf bis fünfzehn Minuten auf der Haut belassen, je nach Anwendung und Empfinden. Wenn das Schröpfen als Massage angewendet wird, kann die Behandlung auch etwas länger dauern, da die Gläser dabei langsam über die Haut bewegt werden. Insgesamt liegt die Dauer dann meist bei etwa zehn bis zwanzig Minuten. Wichtig ist dabei vor allem dein eigenes Gefühl. Die Anwendung sollte sich angenehm anfühlen und nicht zu stark oder schmerzhaft sein. Gerade am Anfang ist es sinnvoll, mit kürzeren Zeiten und weniger Druck zu starten.


Wo solltest du lieber nicht schröpfen?

Auch wenn Schröpfen einfach wirkt, gibt es einige Bereiche, die du besser aussparen solltest. Empfindliche Hautstellen, offene Wunden, entzündete Haut oder Ausschlag sind für die Anwendung nicht geeignet. Auch an Stellen mit Krampfadern oder sehr dünner Haut solltest du vorsichtig sein und lieber auf Schröpfen verzichten. Besonders sensibel sind außerdem Bereiche rund um die Wirbelsäule, Knochenvorsprünge oder Gelenke, hier sollte der Druck nicht direkt angesetzt werden.


Wie kannst du es anwenden?

Schröpfen wird heute in verschiedenen Bereichen angeboten, z.B. in naturheilkundlichen Praxen, bei Heilpraktikern oder auch bei speziell geschulten Therapeuten wie Physiotherapeuten oder Masseuren. (Foto: RDNE Stock project/Pexels)

Wie oft du schröpfen kannst, hängt ein bisschen davon ab, wie dein Körper darauf reagiert und welche Form du anwendest. Für viele reicht es völlig aus, die Anwendung ein- bis zweimal pro Woche durchzuführen. Wichtig ist, dass du deiner Haut genug Zeit gibst, sich zu erholen. Die typischen runden Abdrücke sollten in der Regel erst vollständig abgeklungen sein, bevor du die gleiche Stelle erneut behandelst. Wenn du Schröpfen regelmäßig in deine Routine einbauen möchtest, ist es sinnvoll, mit längeren Abständen zu starten und dann zu schauen, was sich für dich gut anfühlt. Bei Unsicherheiten oder wenn du Beschwerden hast, kann es hilfreich sein, dich vorher fachlich beraten zu lassen.


Das solltest du beachten

Auch wenn Schröpfen für viele entspannend ist, kann dein Körper darauf reagieren. Typisch sind die runden, oft dunklen Flecken auf der Haut. Die sehen vielleicht erstmal ungewohnt aus, sind aber in der Regel harmlos und verschwinden nach ein paar Tagen wieder. Wenn du empfindliche Haut hast oder den Sog zu stark einstellst, kann es auch zu leichten Schmerzen, Druckgefühl oder Hautreizungen kommen. Wichtig ist deshalb, dass du langsam anfängst und schaust, wie dein Körper reagiert.

Bei akuten Hautentzündungen, Verletzungen oder schweren chronischen Hautleiden sollte man auf die Anwendung verzichten. Ein ganz entscheidender Punkt ist die Sicherheit. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen oder jene, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten auf das Schröpfen verzichten, da es zu Gewebeverletzungen kommen kann. Auch während der Schwangerschaft oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Vorsicht geboten.

Vom blutigen Schröpfen solltest du zu Hause lieber die Finger lassen, das gehört in professionelle Hände. Wenn du unsicher bist oder bestimmte Vorerkrankungen hast, sprich am besten vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. So kannst du sicherstellen, dass die Anwendung für dich geeignet ist.


Jugendamt vor der Tür? Warum die Angst oft unbegründet ist

Wenn es an der Tür klingelt und das Jugendamt davorsteht, bleibt für viele Familien die Welt schlagartig stehen. Es ist ein Moment, in dem die Luft im Flur schwer wird vor Anspannung und das Herz schneller schlägt. In kaum einem anderen Bereich prallen große Unsicherheit und staatliche Verantwortung so unmittelbar aufeinander.

Stefanie Schlösser kennt beide Seiten dieses Moments. Viele Jahre lang war das Jugendamt ihre berufliche Heimat. Als Jugendamtsleiterin traf sie Entscheidungen, die über den Schutz eines Kindes und damit über das Leben ganzer Familien bestimmten. Es waren Situationen, die weit mehr verlangten als nur Fachwissen. Sie erforderten Mut, Erfahrung und ein hohes Maß an Menschlichkeit. Sie hat erlebt, wie Eltern die Tür nur einen Spalt breit öffnen, weil das Vertrauen fehlt und die Angst überwiegt.

Zum Zeitpunkt unseres Interviews begleitete sie als Sozialpädagogin Familien, die sich im Kontakt mit Behörden unsicher oder überfordert fühlten. Mit ihrer Erfahrung konnte sie helfen, Abläufe verständlich zu machen und Gespräche besser vorzubereiten. Heute ist sie wieder im Bereich Jugendhilfe tätig. Ihre Perspektive ist geblieben. Sie kennt die Herausforderungen auf beiden Seiten und weiß, wie wichtig es ist, Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden.

Stefanie Schlösser
Stefanie Schlösser: Expertin für Jugendhilfe und ehemalige Amtsleiterin. Mit über 20 Jahren Erfahrung kennt sie die Strukturen der Behörden aus erster Hand. (Foto: S. Schlösser)

Jugendamt hinter den Kulissen: Was wirklich passiert

Healthy Lady: Liebe Stefanie, kommen wir gleich zum Kern der Sache, der oft die größte Verunsicherung auslöst: Was macht das Jugendamt eigentlich wirklich und was gehört ausdrücklich nicht zu seinen Aufgaben?

Stefanie Schlösser: Die Aufgaben des Jugendamtes sind im Gesetz (SGB VIII) festgeschrieben. Das Ganze ist so komplex, dass eine vollständige Liste den Rahmen sprengen würde, aber ein Punkt ist mir besonders wichtig: Das Jugendamt ist nicht automatisch gleichzusetzen mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Der ASD ist nur ein Teilbereich, wenn auch der, der am meisten im Fokus steht.

„Der ASD ist nur ein kleiner Teil – das Jugendamt besteht überwiegend aus Unterstützung, Beratung und Hilfsangeboten.“

Zum Jugendamt gehört in Wahrheit viel mehr: Es steuert Kindertagesstätten, organisiert die Jugendförderung wie Ferienfreizeiten und Jugendzentren und umfasst Angebote wie die Frühen Hilfen, Erziehungsberatung oder die Jugendhilfe im Strafverfahren. All das ist „Jugendamt“, auch wenn in der Öffentlichkeit meist nur der Bereich wahrgenommen wird, der in Krisen agiert.

Wenn wir uns den Allgemeinen Sozialen Dienst (in manchen Regionen auch Bezirkssozialdienst genannt) genauer ansehen, lassen sich drei zentrale Aufgaben unterscheiden:

  • Das Wächteramt: Das ist der hoheitliche Auftrag. Ähnlich wie Polizei oder Feuerwehr hat das Jugendamt hier eine „Garantenstellung“. Nur das Amt darf Gefährdungseinschätzungen vornehmen oder Kinder in Obhut nehmen. Das kann kein anderer Dienst.
  • Die Bewilligungsbehörde: Hier geht es um die Verwaltung. Der ASD prüft Anträge auf Erziehungshilfen, entscheidet über deren Umfang und kontrolliert die Umsetzung, vor allem auch die Eingliederungshilfe für Kinder mit seelischen Einschränkungen.
  • Die Beratungsfunktion: Ein ganz entscheidender Punkt! Das Jugendamt berät bei Fragen zum Sorge- und Umgangsrecht. Doch hier herrscht oft ein großer Irrtum: Das Jugendamt trifft hier keine Entscheidungen. Es kann nur begleiten und beraten. Verbindliche Regelungen kann ausschließlich ein Familiengericht treffen. In der Praxis führt das oft zu Enttäuschungen, wenn Eltern vom Amt eine klare Vorgabe erwarten, die es rechtlich gar nicht geben darf.

Image eines Kinderräubers

Healthy Lady: In den Medien und den sozialen Netzwerken begegnet uns oft ein düsteres Narrativ. Das Jugendamt wird dort als Instanz dargestellt, die willkürlich Familien zerstört und Kinder ihren Eltern wegnimmt. Warum ist dieses Bild so tief in unseren Köpfen verankert und was ist die Realität hinter diesen Schlagzeilen?

Stefanie Schlösser: Das Bild in den sozialen Medien ist stark von Emotionen geprägt und zwar vor allem von Frust und Wut. In der Regel lieben Eltern ihre Kinder und möchten sie bei sich behalten. Wenn das Jugendamt entgegen ihrem Willen handelt und ein Gericht diese Entscheidung auch noch bestätigt, ist das ein massiver Eingriff. Das Kind wird vorübergebend aus der Familie genommen und zum Schutz bei Pflegeeltern, in einer Einrichtung oder an einem anderen sicheren Ort untergebracht. Das löst Hilflosigkeit, Verzweiflung, Wut und Trauer aus und diese Gefühle sind erst einmal nachvollziehbar.

Solche starken Emotionen führen dazu, dass Eltern ihre Geschichte öffentlich emotional stark geprägt erzählen, manches Mal auch indem sie gewichtige Punkte auslassen oder verfälschen, in der Hoffnung auf Verständnis, Unterstützung und Solidarität. Diese bekommen sie in den sozialen Netzwerken in großem Umfang. Was aber kaum sichtbar ist, ist die viel größere Zahl an Fällen, in denen Eltern und Kinder Unterstützung vom Jugendamt erhalten, die sie als hilfreich erleben und gerade deshalb keinen Anlass sehen, dies öffentlich zu thematisieren.

„Das Jugendamt darf öffentliche Vorwürfe oft nicht richtigstellen – genau dadurch entsteht eine einseitige Erzählung.“

Dazu kommt, dass das Jugendamt öffentliche Vorwürfe aus Datenschutz- und Kinderschutzgründen nicht einfach richtigstellen darf. Wenn Eltern in die Kamera sagen, dass ihre Kinder ihnen grundlos weggenommen wurden, kann das Jugendamt nicht öffentlich antworten, dass es dafür konkrete Gründe gab. Damit würde es sowohl die Rechte der Eltern als auch die Rechte des Kindes verletzen. Die Folge ist eine einseitige öffentliche Erzählung, in der die Perspektive des Jugendamtes und des Kindes weitgehend fehlt. Genau daraus entsteht das Bild vom bösen Jugendamt. Es gibt Fehlentscheidungen wie in jedem komplexen System, aber der überwiegende Teil der Arbeit des Jugendamtes besteht aus Unterstützung, Beratung und Hilfen. Diese Geschichten tauchen in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie nicht auf.


Der Albtraum von der grundlosen Inobhutnahme

Healthy Lady: Stefanie, wenn man über das Jugendamt spricht, stolpert man sofort über eine ganze Reihe von Vorurteilen. Welche Klischees begegnen dir in deiner täglichen Arbeit am häufigsten und was davon stimmt bei genauerem Hinsehen einfach nicht?

Stefanie Schlösser: Das mit Abstand häufigste Klischee lautet, dass Kinder grundlos weggenommen werden. Dieses Bild hält sich zwar hartnäckig, entspricht aber absolut nicht der Realität. Um eine Inobhutnahme tatsächlich durchzuführen, müssen sehr viele Schritte eingehalten und zahlreiche Personen sowie Stellen einbezogen werden. Zuvor müssen alle anderen Mittel ausgeschöpft sein oder als nicht anwendbar eingestuft werden. Zudem geht das Jugendamt nicht wahllos in Familien, sondern wird nur tätig, wenn es einen konkreten Anlass gibt. Das kann eine Meldung von der Schule, der Kita, von Nachbarn, der Polizei oder sogar vom Kind selbst sein. Allein daraus ergibt sich schon, dass ein Eingriff nie völlig anlasslos erfolgt.

Das Wort „grundlos“ bedeutet in vielen Erzählungen eher, dass die Eltern oder das Umfeld den Grund nicht verstehen oder ihn nicht als ausreichend akzeptieren. Ich erlebe dagegen häufig, dass Kinder gerade rückblickend sehr genau einordnen können, warum eine Herausnahme notwendig war. Es gibt viele junge Erwachsene, die sagen, dass die Inobhutnahme das Beste war, was ihnen passieren konnte, während die Eltern bis heute überzeugt sind, es habe keinen Grund gegeben. Ein Beispiel dafür sind stark parentifizierte Kinder, die schon früh Aufgaben übernehmen, die eigentlich Erwachsene tragen müssten. Das reicht von der Versorgung der Geschwister bis hin zur emotionalen Stabilisierung der Eltern.

„In meiner gesamten Laufbahn habe ich keinen einzigen Fall erlebt, in dem ein Kind völlig grundlos in Obhut genommen wurde.“

Diese Kinder empfinden diese enorme Verantwortung oft zunächst nicht als Belastung, sondern als normal oder sogar als Bestätigung. Beide Seiten hätten in so einer Situation damals wohl gesagt, dass da nichts Schlimmes war und das Amt grundlos gehandelt hat. Aus fachlicher Sicht liegt aber eine massive Überforderung vor, die langfristig schädlich ist. Mir ist in meiner gesamten Laufbahn kein einziger Fall begegnet, in dem eine Inobhutnahme völlig ohne nachvollziehbaren Anlass erfolgt ist. In Fällen, in denen Eltern mir ihre Geschichte als grundlos geschildert haben, war bei genauer Betrachtung immer erkennbar, auf welcher Grundlage gehandelt wurde. Auch wenn dieser Grund für die Eltern emotional natürlich nur schwer akzeptierbar war.


Das Machtgefälle und die Angst vor dem Kontrollverlust

Healthy Lady: Es ist fast greifbar, wie viel Furcht dieses Wort „Jugendamt“ auslöst. Warum ist das Misstrauen bei so vielen Eltern so tief verwurzelt? Was sind die eigentlichen Quellen dieser Angst?

Stefanie Schlösser: Das Misstrauen speist sich aus mehreren Quellen. Zum einen liegt es an der sehr einseitigen öffentlichen Wahrnehmung. In den Medien und insbesondere in den sozialen Netzwerken tauchen vor allem die dramatischen und konflikthaften Fälle auf, also genau die Situationen, in denen es zu massiven Eingriffen kommt. Die Millionen Fälle, in denen das Jugendamt unterstützt, berät oder Hilfen organisiert und damit Familien entlastet, bleiben in der Regel unsichtbar. Ich nutze da gerne den Vergleich mit der Fliegerei. Wir alle wissen, dass nur sehr wenige Flugzeuge abstürzen und gleichzeitig unglaublich viele Maschinen täglich sicher unterwegs sind. Berichtet wird aber fast ausschließlich über die Unfälle.

Zum anderen spielt die hoheitliche Stellung des Jugendamtes eine große Rolle. Genau wie die Polizei oder das Ordnungsamt hat das Jugendamt in bestimmten Bereichen eine besondere Handlungsmacht. Es kann im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auch gegen den Willen der Eltern tätig werden. Dieses mögliche Machtgefälle löst bei vielen Menschen eine tiefe Verunsicherung aus. Das ist auch nicht völlig irrational, denn die meisten Menschen sind auch nervös, wenn sie von der Polizei angehalten werden, obwohl sie gar nichts getan haben.

„Die Angst entsteht vor allem durch die sichtbaren Krisen – nicht durch die vielen stillen Hilfen im Alltag.“

Entscheidend ist aber, dass in der überwältigenden Mehrheit der Fälle die Kontakte mit dem Jugendamt sachlich und kooperativ verlaufen. Es geht um Unterstützung, Beratung und Hilfen und nicht darum, Familien zu zerschlagen. Diese Normalität ist in der öffentlichen Wahrnehmung fast nicht präsent. Stattdessen bleibt bei vielen das Bild im Kopf, dass das Kind weg ist, sobald das Jugendamt kommt. Und genau dieses Bild schürt die Angst und das Misstrauen.


Empathie trifft Entscheidungskraft: Der schmale Grat der Professionalität

Healthy Lady: Wie schafft man es eigentlich, in einer Behörde wie dem Jugendamt menschlich zu bleiben, wenn man gleichzeitig Entscheidungen treffen muss, die eine so enorme und oft lebensverändernde Verantwortung mit sich bringen?

Stefanie Schlösser: Ein wichtiger Punkt ist, dass Menschlichkeit von außen oft anders verstanden wird, als es professionell notwendig ist. Viele Menschen wünschen sich sichtbare Emotionen, viel Nähe und persönliche Anteilnahme. In hochbelasteten Situationen kann das aber unprofessionell oder sogar kontraindiziert sein. Fachkräfte im Jugendamt tragen eine hohe Verantwortung und müssen auch in extremen Krisenlagen entscheidungsfähig bleiben. Dazu gehört es, die eigenen Emotionen zu regulieren, einen klaren Kopf zu behalten und Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Das hat nichts mit mangelnder Empathie zu tun, sondern mit Professionalität. Die innere Betroffenheit ist oft da, sie wird nur nicht ungefiltert nach außen gezeigt.

„Professionalität bedeutet nicht Gefühllosigkeit – sondern Empathie mit klarem Kopf.“

Menschlichkeit zeigt sich aus meiner Sicht vor allem in drei Dingen. Erstens in echter Empathie, also im ernsthaften Bemühen zu verstehen, wie sich eine Situation für Eltern und Kinder anfühlt. Zweitens in Transparenz, indem Entscheidungen erklärt und Abläufe sowie rechtliche Hintergründe so weit wie möglich verständlich gemacht werden. Und drittens im Respekt. Auch in schwierigen Situationen dürfen Eltern nicht abgewertet werden, sondern müssen als Verantwortliche für ihr Kind angesprochen werden.

Ich halte es für zentral, dass Fachkräfte klar kommunizieren können, dass sie die Belastung der Situation für die Eltern verstehen, aber gleichzeitig rechtlich verpflichtet sind, einen bestimmten Schritt zu gehen. Diese Kombination aus Empathie und Klarheit ist für viele Eltern zwar schwer auszuhalten, schafft aber langfristig eher Vertrauen als eine emotional aufgeladene und wenig strukturierte Haltung. Mit der Berufserfahrung kommt hinzu, dass man viele Situationen leider mehrfach erlebt. Das führt nicht dazu, dass sie einen kalt lassen, aber sie reißen einen nicht mehr jedes Mal so aus der Bahn wie ganz am Anfang.


Wenn Schicksal auf Mitgefühl trifft. Erlebnisse die unter die Haut gehen

Healthy Lady: Aber gibt es dennoch Momente in diesem Beruf, die du bis heute nicht vergessen kannst? Eine Begegnung, die dich als Mensch und Fachkraft nachhaltig geprägt hat?

Stefanie Schlösser: Ja, die gibt es. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich einen Fall aus meinen Berufsanfängen nennen, der mich bis heute begleitet. Es ging um eine Geschwisterkonstellation. Die Kinder gerieten über eine Lappalie in einen Streit, der körperlich wurde. In diesem Gerangel kam es zu einem Unfall, in dessen Folge eines der Geschwister verletzt wurde und verstarb. Für das andere Kind und die ganze Familie war das ein nicht vorstellbarer Schock.

„Mich hat tief beeindruckt, wie eine Familie entschied, ein Kind trotz unfassbarer Tragödie nicht auch noch zu verlieren.“

Was mich daran besonders geprägt hat, war der Umgang der Familie mit dem überlebenden Kind. Anstatt es zu stigmatisieren oder dauerhaft mit Schuldzuweisungen zu leben, hat die Familie sehr bewusst entschieden, dieses Kind nicht auch noch zu verlieren. Sie haben alles darangesetzt, es in seiner Trauer zu unterstützen, ihm Halt zu geben und ihm zu signalisieren, dass es weiterhin Teil dieser Familie ist. Dass Menschen in einer solchen Extremsituation diese Haltung einnehmen, fand ich zutiefst beeindruckend.

Daneben gibt es viele Fälle, die mich eher durch meine eigene Hilflosigkeit beschäftigt haben. Zum Beispiel Kinder, die objektiv gesehen liebevolle Eltern haben, aber trotzdem stark leiden, etwa weil sie keinerlei Freunde finden und sozial ausgeschlossen sind. Man kann Angebote machen oder Therapien unterstützen, aber man kann andere Kinder nicht dazu zwingen, Freundschaften einzugehen. Oder zu sehen, wie sich Kinder an ihren Eltern abkämpfen, um Anerkennung und Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ein ums andere Mal vor eine Wand rennen. Solche Momente der Ohnmacht gehören leider auch zu diesem Beruf.


Der unangekündigte Hausbesuch – Souverän reagieren wenn es an der Tür klingelt

Healthy Lady: Das absolute Horrorszenario für viele Eltern ist der Moment, in dem die Mitarbeiter des Jugendamtes plötzlich und unangekündigt vor der Tür stehen. Wie läuft so ein Einsatz in der Realität ab und wie verhält man sich in diesem Moment am besten?

Stefanie Schlösser: Besuche dieser Art werden aus Sicherheits und Qualitätsgründen in der Regel mindestens zu zweit durchgeführt, je nach Familiensystem manchmal auch zu dritt. Wer sich unsicher ist, ob die Personen wirklich vom Jugendamt sind, sollte sich in jedem Fall den Dienstausweis zeigen lassen und sich Namen und Dienststelle notieren. Auch eine Visitenkarte ist hilfreich. Wenn Fachkräfte unangekündigt kommen, gibt es dafür immer einen Grund. Wer in dieser Situation die Tür nicht öffnet, massiv blockiert oder die Zusammenarbeit verweigert, vermittelt zwangsläufig den Eindruck, dass etwas verheimlicht werden soll. In der Folge kann es dazu kommen, dass das Jugendamt die Polizei hinzuzieht oder gerichtliche Schritte einleitet. Kooperationsbereitschaft ist deshalb in aller Regel der bessere Weg.

„Kooperationsbereitschaft ist in dieser Situation fast immer der beste Weg.“

Es ist völlig legitim, sich kurzfristig eine Vertrauensperson dazu zu holen, etwa einen Nachbarn, ein Familienmitglied oder eine Freundin, die in der Nähe wohnt und schnell dazukommen kann. Das sollte natürlich nicht noch eine Stunde dauern, bis die Person vor Ort ist, aber es kann Sicherheit geben und die Situation entzerren. Aber: es ist wichtig, dass diese Person die Situation nicht eskaliert oder eine neue Dynamik hinzufügt, es geht nur darum, dass die Eltern jemanden als Unterstützung haben, nicht darum, dass diese Person dann das Gespräch leitet. Darüber hinaus kann das Jugendamt für das weitere Vorgehen oder für Teile des Gespräches die Person dann ausschließen, wenn Rechte Dritter verletzt werden würden, man zB. über eine weitere Person sprechen muss, die aber ihr Einverständnis nicht gegeben hat, dass über sie auch mit der Vertrauensperson gesprochen werden darf. 

Außerdem zu dem standardisierten Ablauf gehört, dass sich die Fachkräfte einen Eindruck von den Lebensverhältnissen des Kindes verschaffen. Dazu gehört in der Regel ein Blick in das Kinderzimmer und die zentralen Räume der Wohnung. Die Frage, ob sie sich das Kinderzimmer ansehen dürfen, ist zwar höflich formuliert, gehört aber zwingend zum fachlichen Vorgehen.

Fachkräfte interessieren sich dabei nicht für einen perfekten und staubfreien Haushalt. Es geht um ganz andere Dinge. Hat das Kind einen Schlafplatz? Gibt es einen altersangemessenen Rückzugsort? Wie steht es um Hygiene und Sicherheit? Steht da seit Wochen schmutziges Geschirr in der Spüle, sieht man Schimmel oder Ungeziefer? Liegen gefährliche Gegenstände herum oder gibt es ein hohes Verletzungsrisiko? Sind die Räume so gestaltet, dass sich ein Kind darin gesund entwickeln kann? Wenn sich im Gespräch und bei der Besichtigung zeigt, dass die Meldung unbegründet war, endet der Einsatz in der Regel an dieser Stelle. Wenn jedoch ein Unterstützungsbedarf deutlich wird, werden mit den Eltern weitere Schritte besprochen und gegebenenfalls Hilfen vorgeschlagen.


Vorbereitung ist alles – Wie Eltern im Gespräch mit Jugendamt die Kontrolle behalten

Healthy Lady: Wenn der Kontakt zum Jugendamt erst einmal hergestellt ist, fühlen sich viele Eltern dem System ausgeliefert. Wie können sie sich ganz praktisch vorbereiten, um in diesen Gesprächen sicher und souverän aufzutreten?

Stefanie Schlösser: Ein ganz praktischer Tipp, den ich Eltern immer wieder gebe, lautet konsequent dokumentieren. Und zwar sehr exakt. Wer wann mit wem worüber gesprochen hat, welche Absprachen getroffen wurden und was zugesichert wurde, all das sollte möglichst zeitnah mit Datum, Uhrzeit und kurzem Inhalt festgehalten werden. Aussagen wie man habe irgendwann im November telefoniert helfen in Konfliktsituationen wenig. Es kann sehr sinnvoll sein, sich dafür eine eigene Jugendamtsakte anzulegen, die chronologisch sortiert ist.

„Wer mit dem Jugendamt zu tun hat, sollte jedes Gespräch genau dokumentieren – das schafft Sicherheit.“

Grundsätzlich ist es erlaubt, eine Vertrauensperson zu Gesprächen mitzunehmen. Das kann sehr hilfreich sein, vor allem wenn man weiß, dass man in Belastungssituationen emotional reagiert. Gleichzeitig verändert jede zusätzliche Person die Dynamik. Deshalb lohnt sich eine bewusste Entscheidung, ob man jemanden braucht, der einen emotional stabilisiert, mitdenkt oder übersetzt, oder ob man in diesem Gespräch allein handlungsfähiger ist. Man sollte sich auch fragen, ob eine weitere Person die Situation vielleicht sogar zusätzlich auflädt. Grundsätzlich gilt: Sobald in einem Gespräch über andere Personen gesprochen wird oder persönliche Informationen weitergegeben werden, müssen alle Beteiligten damit einverstanden sein.

Ein Beispiel macht das greifbarer: Die Eltern sind getrennt und die Mutter möchte ihre Schwester zu einem Gespräch mitbringen. Dann darf im Gespräch ausschlieẞlich nur das thematisiert werden, was die Mutter selbst betrifft. Alles, was den Vater oder das Kind angeht, wäre tabu, solange diese nicht zugestimmt haben. Das wird schnell problematisch. Denn in solchen Gesprächen geht es oft genau darum, gemeinsam Lösungen für die Familie zu finden.

Stell dir vor, ein Träger bringt einen Bericht ein und äußert die Einschätzung, dass der Vater mehr Unterstützung braucht oder psychisch belastet ist. Das sind sehr sensible Informationen. Der Vater möchte möglicherweise nicht, dass eine außenstehende Person wie die Schwester der Mutter davon erfährt. Deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten zustimmen, bevor weitere Personen an solchen Gesprächen teilnehmen. Nur so kann sichergestellt werden, dass persönliche Daten geschützt bleiben und niemand sich übergangen fühlt.

Hilfreich ist zudem, sich vorab klarzumachen, in welchem Modus das Jugendamt gerade arbeitet. Geht es um eine reine Beratung zum Sorge und Umgangsrecht, geht es um eine bereits bewilligte Hilfe zur Erziehung oder ist der Anlass eine mögliche Kindeswohlgefährdung? Je nach Kontext unterscheiden sich Auftrag und Handlungsmöglichkeiten der Fachkräfte deutlich.

Ganz entscheidend ist auch der Umgang mit den eigenen Emotionen. Die Situationen sind häufig hochbelastend. Wut, Angst und Verzweiflung sind absolut verständlich, im Gespräch selbst aber oft hinderlich. Aus fachlicher Sicht ist es wichtig nachvollziehen zu können, ob Eltern in der Lage sind, in Krisensituationen rational zu erfassen und im Sinne des Kindes zu handeln. Deshalb rate ich dazu, sich vorzubereiten. Welche Themen könnten angesprochen werden? Welche Knöpfe drückt das bei mir? Was brauche ich, um im Gespräch möglichst ruhig und klar zu bleiben? Die Emotionen dürfen und sollen später Raum bekommen, etwa bei Freunden, in der Therapie oder in einer Beratung. Das Gespräch mit dem Dienst des Jugendamtes ist jedoch ziel und lösungsorientiert. Es ist kein therapeutisches Setting.


Warum sich das Jugendamt oft nicht wehren kann

Healthy Lady: Es fällt auf, dass das Jugendamt in der Kritik oft sehr schutzlos wirkt. Wenn du eine Sache im System oder in der gesellschaftlichen Haltung ändern könntest, damit sich dieses einseitige Bild wandelt, was wäre das?

„Die fehlende Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter schafft ein Vakuum, das von einseitigen Darstellungen gefüllt wird.“

Stefanie Schlösser: Systemisch würde ich mir wünschen, dass die Arbeit der Jugendämter deutlich stärker transparent gemacht werden darf. In vielen Kommunen ist es Mitarbeitenden faktisch untersagt, öffentlich über ihre Arbeit zu sprechen. Es gibt kaum offizielle Öffentlichkeitsarbeit, obwohl andere Behörden, sogar Polizei, Feuerwehr oder Ministerien, längst eigene Kommunikationskanäle nutzen. Dadurch entsteht ein Vakuum, das von einseitigen oder falschen Darstellungen gefüllt wird. Eine kontrollierte, professionelle Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter könnte dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und realistischere Einblicke zu geben.

Gesellschaftlich würde ich mir wünschen, dass Eltern sich der Tragweite ihrer Entscheidung für ein Kind bewusster werden. Elternschaft ist wunderschön, aber auch belastend, emotional, organisatorisch, finanziell und körperlich. In der öffentlichen Darstellung überwiegt oft die romantische Seite. Ein Beispiel dafür war eine Diskussion, die ich in sozialen Medien mit einem jungen Mann führte, der keine Kinder hatte und sehr überzeugt davon war, dass Eltern natürlich genügend Schlaf bekämen. Die Eltern würden sich dann den Schlaf eben woanders und zu anderen Zeitpunkten am Tag holen. Er konnte sich schlicht nicht vorstellen, dass Menschen über Monate oder Jahre hinweg massiv übermüdet sein können und trotzdem funktionieren müssen. Ich glaube, da muss ich jetzt nicht sehr viel zu sagen, jeder, der Kinder hat oder sie erlebt, weiß, wie schlimm dieser Schlafmangel sein kann. Ich glaube, eine ehrlichere, weniger verklärte Auseinandersetzung mit Elternschaft würde helfen, sowohl den Kindern als auch den Eltern.


„Eltern sollen wissen: In diesem System sind sie nicht allein und es gibt Wege, ihre Stimme wiederzufinden.“

Healthy Lady: Das ist ein sehr wichtiger Gedanke zum Abschluss. Die Romantik beiseite zu lassen und stattdessen auf echte Unterstützung und ehrliche Kommunikation zu setzen, würde sicher viele Fronten aufweichen. Stefanie, danke für diese tiefen Einblicke in ein System, das so oft missverstanden wird.

Stefanie Schlösser: Sehr gerne. Mir ist wichtig, dass Eltern wissen, dass sie in diesem System nicht allein sind und dass es Wege gibt, die eigene Stimme wiederzufinden.



Goodbye Hornhaut! Tipps, Tricks und Hausmittel, die wirklich helfen

Barfuß über warmen Sand laufen, die Füße ins kühle Wasser tauchen oder an einem sonnigen Tag in offenen Sandalen durch die Stadt gehen. Gerade im Sommer rücken unsere Füße plötzlich in den Mittelpunkt. Doch nicht immer fühlen wir uns dabei wohl. Raue, verhärtete Haut an den Fersen oder unter den Fußballen kann schnell unangenehm wirken und viele greifen dann zu dicken Cremeschichten oder teuren Spezialgeräten aus der Apotheke.

Dabei erfüllt Hornhaut eigentlich eine wichtige Aufgabe. Sie ist ein natürlicher Schutz der Haut und entsteht dort, wo Druck und Reibung besonders stark sind. Problematisch wird es erst, wenn sie zu dick wird oder sich an ungünstigen Stellen bildet.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass man Hornhaut nicht mit komplizierten Methoden bekämpfen muss. Oft reichen schon einfache, natürliche Pflegegewohnheiten aus, um die Haut wieder geschmeidig zu machen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit fühlen sich die Füße bald wieder weich, gepflegt und angenehm glatt an. Wir zeigen dir, wie das funktioniert.


Ein echter Geheimtipp: Leinsamen-Fußbad:

Symbolbild (Foto:Taryn Elliott/Pexels)

Leinsamen sind reich an wertvollen Fettsäuren und Antioxidantien. Sie spenden der Haut Feuchtigkeit und helfen dabei, sie weich und geschmeidig zu halten. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, verhärtete Hautstellen zu lockern und die Bildung übermäßiger Hornhaut zu reduzieren. Minze bringt eine angenehme Frische ins Fußbad. Sie wirkt belebend, hat antibakterielle Eigenschaften und kann helfen, unangenehmen Geruch zu mindern. Auch Bockshornklee wird seit langem in der Hautpflege geschätzt. Er unterstützt die Regeneration der Haut, beruhigt kleine Irritationen und sorgt dafür, dass sich die Füße nach der Anwendung spürbar gepflegt anfühlen. Gerade nach einem langen Tag kann ein solches Fußbad wahre Wunder wirken. Es entspannt müde Füße, pflegt die Haut und hilft gleichzeitig dabei, übermäßiges Schwitzen oder unangenehme Gerüche zu reduzieren.

Das Rezept: Für das Leinsamen-Fußbad benötigst du sechs Esslöffel Leinsamen, ein paar frische Minzblätter, etwas Bockshornklee aus der Apotheke oder dem Reformhaus und etwa einen Liter Wasser. Gib die Leinsamen zusammen mit der Minze und dem Bockshornklee in einen Topf und übergieße alles mit dem Wasser. Lass die Mischung einige Minuten leicht köcheln, damit sich die wohltuenden Inhaltsstoffe der Pflanzen lösen können.

Stelle den Topf anschließend zur Seite und lasse das Fußbad etwa 30 Minuten abkühlen, bis es angenehm warm ist. Danach tauchst du deine Füße in das Bad und lässt sie etwa 20 bis 30 Minuten darin entspannen, damit die pflegenden Wirkstoffe ihre Wirkung entfalten können.


Bimsstein: Die bewährte Methode für hartnäckige Stellen

Bimsstein. Poröses Vulkangestein aus erstarrter Lava, ideal zur sanften Hornhautentfernung. Seine raue, luftige Struktur entsteht durch eingeschlossene Gasblasen und macht ihn zu einem natürlichen Peeling für die Haut. (Foto: www.kaboompics.com/Pexels)

Der Bimsstein ist ein seit langem bewährtes Hilfsmittel im Kampf gegen Hornhaut. Nach einem Fußbad ist er ideal geeignet, um die erweichte Hornhaut behutsam abzutragen. Um die Haut nicht unnötig zu verletzen, sollte der Bimsstein nur vorsichtig angewendet werden. Durch leichtes Rubbeln werden die abgestorbenen Hautzellen entfernt und die Füße werden glatt.


Feuchtigkeitscremes und natürliche Öle

Auch Feuchtigkeitscremes oder natürliche Öle wie Olivenöl, Kokosöl oder Sheabutter eignen sich hervorragend, um die Haut intensiv zu pflegen und der Bildung von Hornhaut vorzubeugen. Diese natürlichen Pflegeprodukte versorgen die Haut mit wertvollen Fettsäuren und Feuchtigkeit, wodurch trockene und verhärtete Stellen wieder geschmeidiger werden können.

Massiere die Öle am besten nach einem warmen Fußbad sanft in die noch leicht feuchte Haut ein. Trockene Stellen wie Fersen oder Fußballen dürfen dabei ruhig etwas gründlicher einmassiert werden.

Ein kleiner Tipp für eine besonders intensive Pflege. Zieh nach dem Einmassieren der Öle ein Paar Baumwollsocken an und lass die Pflege über Nacht einwirken. Die Wärme der Socken unterstützt die Aufnahme der Wirkstoffe, während sich die Haut in Ruhe regenerieren kann. Am nächsten Morgen fühlen sich deine Füße meist deutlich weicher, glatter und gepflegter an.


Natron-Fußbad – Natürliche Hilfe gegen raue Haut

Ein Natronbad hilft, verhärtete Haut aufzuweichen und wirkt gleichzeitig geruchsneutralisierend. Gib ein bis zwei Esslöffel Natron in eine Schüssel mit warmem Wasser und bade die Füße etwa fünfzehn Minuten darin. Danach lässt sich die aufgeweichte Hornhaut besonders leicht mit einem Bimsstein oder einer Fußfeile entfernen.


Fruchtsäuren können helfen, verhärtete Haut zu lösen

Apfelessig enthält natürliche Fruchtsäuren, die abgestorbene Hautschüppchen sanft lösen können. Misch zwei bis drei Esslöffel Apfelessig in warmes Wasser und bade die Füße etwa zehn bis fünfzehn Minuten darin. Anschließend die Haut vorsichtig mit einer Feile glätten und gut eincremen.

Zusätzlich kann Apfelessig auch dabei helfen, das Wachstum von Bakterien und Pilzen zu hemmen. Durch seinen leicht sauren pH-Wert entsteht ein Hautmilieu, in dem sich Pilze schlechter vermehren können. Deshalb wird ein Apfelessig-Fußbad häufig auch als unterstützendes Hausmittel bei unangenehmem Fußgeruch oder leichten Pilzproblemen empfohlen.


Natürliche Feuchtigkeitspflege für strapazierte Haut

Honig wirkt antibakteriell und spendet intensive Feuchtigkeit. Trage eine dünne Schicht Honig auf die Fersen und trockenen Stellen auf, zieh Baumwollsocken darüber und lass die Maske etwa zwanzig Minuten einwirken. Danach mit warmem Wasser abspülen.


Bequeme Schuhe als Schutz

Auch die richtigen Schuhe spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Hornhaut. Zu enge oder harte Schuhe erzeugen Druckstellen, wodurch sich die Haut stärker verhärtet. Bequeme, gut sitzende Schuhe und atmungsaktive Materialien helfen, Reibung zu reduzieren und die Füße gesund zu halten.


Luxusbehandlung für weiche, gepflegte Füße

Ein Fußparaffinbad gilt als besonders wohltuende Pflegebehandlung für strapazierte Füße. Das warme Paraffinwachs umhüllt die Haut, speichert die Wärme und sorgt dafür, dass Feuchtigkeit tief in die Haut eindringen kann. Dadurch werden trockene Stellen intensiv gepflegt und die Haut fühlt sich anschließend spürbar weicher und glatter an.

Gleichzeitig wirkt die Wärme entspannend auf die Füße, kann Verspannungen lösen und die Durchblutung anregen. Gerade nach einem langen Tag empfinden viele Menschen ein Paraffinbad daher als angenehm beruhigend und regenerierend.


Wann hilft ein Besuch beim Podologen?

Ein Podologe ist ein medizinischer Fußspezialist. Podologie ist ein Gesundheitsberuf, der sich mit der medizinischen Behandlung und Pflege von Füßen beschäftigt. Besonders Menschen mit Fußproblemen oder Erkrankungen profitieren davon. (Foto: RDNE Stock project/Pexels)

In vielen Fällen lassen sich Hornhaut und trockene, rissige Füße mit den oben genannten Methoden gut selbst behandeln. Solltest du jedoch feststellen, dass die Hornhaut immer dicker wird, schmerzt oder sich Risse bilden, die nicht von selbst heilen, ist es ratsam, einen Podologen aufzusuchen. Der Fußspezialist kann die Hornhaut fachgerecht entfernen und dir hilfreiche Tipps zur Pflege deiner Füße geben.


Hornhaut – das muss nicht sein

Hornhaut ist eigentlich ein natürlicher Schutzmechanismus der Haut. Sie entsteht dort, wo unsere Füße besonders starkem Druck und Reibung ausgesetzt sind. Trotzdem möchte niemand verhärtete Hautstellen in unangenehmem Ausmaß an den Füßen haben.

Mit einfachen, natürlichen Hausmitteln wie einem Leinsamen-Fußbad, der sanften Anwendung eines Bimssteins und der richtigen Feuchtigkeitspflege lässt sich Hornhaut jedoch gut in den Griff bekommen. Oft sind dafür keine teuren Produkte notwendig. Schon ein paar gezielte Pflegerituale können helfen, die Haut wieder weich und geschmeidig zu machen.

Gönn deinen Füßen deshalb hin und wieder eine kleine Auszeit und achte auf regelmäßige Pflege. Deine Füße tragen dich schließlich jeden Tag durchs Leben und verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie der Rest deines Körpers.