Radtour

47 Grad, Taliban & der Gedanke ans Aufgeben – das extreme Abenteuer von Maria und Philipp

8.000 Kilometer, zwei Kontinente, 22 Länder. Maria West und Philipp Springsguth haben das getan, wovon andere nur träumen. Sie haben ihr Leben in Sachsen auf zwei Fahrräder reduziert und sind einfach losgerollt. 100 Kilogramm wiegt das gesamte Gepäck. Kein Luxus, nur das Nötigste. Ein Zelt, Schlafsäcke und das unschätzbare Vertrauen in sich selbst und den Partner.

Das Chemnitzer Duo kämpfte sich bei 47 Grad durch den Gegenwind der usbekischen Wüste, radelte entlang der Küsten Südkoreas und fuhr bis nach Singapur mit ihrem gesamten Leben auf zwei Fahrrädern.

Nach zehn Monaten im Sattel sind Maria und Philipp zurück in Deutschland. Während sie wieder bei ihren Familien ankommen, sacken die Erlebnisse erst langsam ab. Plötzlich wird ihnen bewusst, wie viel Ballast man im Alltag anhäuft und wie wenig es eigentlich braucht, um wirklich glücklich zu sein.

Doch wer glaubt, das Abenteuer sei vorbei, kennt die beiden schlecht. Der Blick geht längst wieder nach vorn. Die Reisekasse wird neu gefüllt, der Motorradführerschein ist im Visier und das nächste Mammutprojekt wirft bereits seine Schatten voraus.

Für Healthy Lady sprechen Maria West und Philipp Springsguth über Erschöpfung am absoluten Limit, über Länder, die andere meiden bis zu Begegnungen mit der Taliban in Afghanistan, die sie nie vergessen werden.


Zwischen Mittagessen mit der Taliban, Aufgeben und unerwarteter Gastfreundschaft

Healthy Lady: Ihr seid durch Regionen gereist, um die die meisten Menschen einen großen Bogen machen. Ihr habt unter anderem Afghanistan mit dem Fahrrad durchquert. Wie fühlt es sich an, plötzlich mittendrin zu sein? Und vor allem: Wie liefen die Begegnungen mit der Taliban ab, wenn man sich dort plötzlich Auge in Auge gegenübersteht?

Philipp: Es war intensiv und völlig anders, als man es sich vorher vorstellt. Afghanistan hat eine komplett andere Kultur als die deutsche. Lauter, offener und ungefiltert. Das ist ungewohnt für unser Verständnis von Privatsphäre, die dort zu einer echten Rarität wurde. Aber gleichzeitig wurden wir mit Gastfreundschaft und ehrlich freundlichen Interaktionen überhäuft. Die Menschen im Land waren unglaublich nett zu uns, und das hat unsere Perspektive auf das afghanische Volk komplett verändert.

Im krassen Kontrast dazu stand die Interaktion mit der Taliban. Sie wirkten eher distanziert und vorsichtig. Aber bei den regelmäßigen Kontrollen an den Checkpoints gab es tatsächlich auch einige, die ein breites Lächeln auf dem Gesicht hatten, Maria die Hand gaben oder uns sogar zum Essen einluden.

Grenzkontrolle in Afghanistan: Philipp Springsguth (links) und ein weiterer Tourist (rechts) im Gespräch mit Taliban-Kämpfern an einem Checkpoint – ein Moment, der ihm bis heute im Gedächtnis geblieben ist. (Bild: M. West))

Healthy Lady: Bei einer solchen Route fährt das Risiko quasi im Gepäck mit. Gab es Momente, in denen euch die Angst gepackt hat?

Maria: Nein, denn Angst verbinden wir mit Kontrollverlust. Wir hatten Respekt, sei es vor den Erdrutschen in Pakistan oder vor den Interaktionen mit der Taliban. Wir haben in jeder Situation genau abgewogen, welches Risiko wir eingehen wollen, und uns am Ende immer auf unser Bauchgefühl verlassen.

„Dort, wo die Menschen am wenigsten besitzen, wurden wir am großzügigsten empfangen.“


Healthy Lady: Monatelang im Sattel unter extremen Bedingungen. Gab es auf dieser Reise jemals den Punkt, an dem ihr alles hinschmeißen und das Projekt abbrechen wolltet?

Philipp: Maria hat in Georgien darüber nachgedacht. Zentralasien war für sie ein Thema, das ihr Angst gemacht hat. Die Hitze, die Versorgungsmöglichkeiten, Lebensmittelhygiene und vieles mehr. Gepaart mit der Erschöpfung der ersten Monate durch Europa, Türkei und Georgien war das mental für sie ein Punkt, an dem sie stark gezweifelt hat. Mittlerweile ist sie sehr froh, dass sie drangeblieben ist, und Zentralasien war zwar sehr herausfordernd, aber gleichzeitig total bereichernd.


Lektionen in Menschlichkeit

Healthy Lady: Man reist ja oft mit bestimmten Klischees oder Bildern im Kopf, die man aus den Medien kennt. Gab es einen konkreten Ort oder eine Begegnung, die eure vorgefertigte Meinung über ein Land komplett auf den Kopf gestellt hat?

Philipp: Das afghanische Volk hat definitiv unseren Blick auf Afghanistan verändert. Die Menschen dort leben seit über 40 Jahren immer wieder in Krieg und unter Unterdrückung, und trotzdem schauen sie positiv in die Zukunft und hoffen auf bessere Zeiten. Ausgerechnet dort, wo die Menschen am allerwenigsten besitzen, wurden wir ständig und überall eingeladen. Die mentale Stärke und die Lebensfreude dieser Menschen haben uns tief beeindruckt.


Healthy Lady: Welche Begegnung unterwegs hat euch am meisten berührt?

Philipp: Es gab nicht die eine Begegnung, sondern viele kleine Momente der Menschlichkeit. Wir durften auf unserer Reise schon so viel Gastfreundschaft erfahren, und das ganz besonders in den ärmeren Ländern. Vor einigen Wochen wurden wir erst im vietnamesischen Hinterland von einem 10-jährigen Jungen mit dem Moped überholt. Er kam nach ein paar Minuten zurück und drückte mir einen Geldschein in die Hand (30 Cent). Komplett verdutzt wollte ich es ihm zurückgeben, aber er hat das nicht akzeptiert. Solche Momente berühren uns sehr und lassen uns viel nachdenken. Denn obwohl er weniger hat als wir, legt er viel mehr Wert darauf, uns zu begrüßen und ein Geschenk zu machen, als das Geld zu haben. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Großzügigkeit und Gastfreundschaft sind Werte, die wir in unserem Alltag viel aktiver leben wollen.

Von Deutschland durch Europa und Asien bis nach Singapur: Das Chemnitzer Duo durchquerte 22 Länder ausschließlich mit Muskelkraft auf zwei Fahrrädern. Zurück nach Deutschland ging es schließlich per Flugzeug. (Bild: P. Springsguth)

Routenplanung nach Bauchgefühl

Healthy Lady: Plant man so eine Route eigentlich bis ins Detail durch oder fährt man einfach auf gut Glück los?

Maria: Wir lieben es, mit dem Rad unterwegs zu sein. Grundsätzlich war es meistens so, dass wir uns Tagesziele setzten und diese so gut wie möglich versucht haben einzuhalten. Wenn die Strecke, aber besonders schön war und es viel zu sehen gab, entschieden wir uns auch manchmal, den Plan zu ändern. Die Reise lief nicht immer so, wie wir sie geplant haben, aber oft schöner, als wir es uns hätten ausmalen können. Wir sind sehr spontan und deshalb änderten wir häufig unsere Pläne, aber das machte es dann auch sehr besonders und aufregend, weil wir immer nach unserem Bauchgefühl gegangen sind.


Healthy Lady: Wie habt ihr euch eigentlich auf dieses Abenteuer vorbereitet? Gab es da ein striktes Trainingsprogramm für Körper und Geist?

Philipp: Wir haben super viele Ratschläge bekommen, wie wir uns bestmöglich auf diese Reise vorbereiten sollten. Allerdings verschwimmt das alles zwischen Arbeiten, Geld für die Reise sparen, Recherche und Equipment besorgen. Wir haben in den 10 Monaten der Vorbereitung oft nur funktioniert und uns wenig vorbereitet. Einen kleinen Versuch der körperlichen Vorbereitung hatten wir auf unserer Probetour durch Tschechien. Aber ehrlich gesagt hat uns das eher dabei geholfen zu sehen, was wir am Equipment noch optimieren können, und weniger körperlich. Das kommt mit der Zeit. Man wächst wortwörtlich rein und der Kopf kann das alles gar nicht richtig realisieren.

„Nach dieser Reise haben wir gemerkt, wie viel wir besitzen – und wie wenig wir davon wirklich brauchen.“


Healthy Lady: Beim Packen verfällt man ja schnell in den „Was-wäre-wenn“-Modus. Was davon habt ihr am Ende wirklich gebraucht und was war eigentlich völlig überflüssig?

Maria: Wir haben natürlich am Anfang viel zu viel mitgenommen und auch schon einiges wieder nach Hause geschickt. Zum Beispiel hatten wir zwei Solarzellen dabei, die wir genau dreimal in fünf Monaten genutzt haben. Und ein paar kleinere Sachen, die aber in Summe viel Platz weggenommen haben. Was wir wirklich gebraucht haben, waren natürlich die Fahrräder, unser Zelt sowie Schlafsack und Isomatten, Kochequipment, funktionale Kleidung, Sonnencreme, ein paar Hygieneartikel und Medikamente. Den Rest konnten wir oft improvisieren oder vor Ort besorgen. Ansonsten waren für uns auch die Kamera und die Drohne unerlässlich, mit denen wir unsere Reise dokumentiert haben.


Grüße aus Afghanistan: Seit 2020 gehen Maria West und Philipp Springsguth gemeinsam durchs Leben. Was als Beziehung begann, wurde schnell zu einer gemeinsamen Leidenschaft für Reisen und das Abenteuer. (Bild: M. West, P. Springsguth)

47 Grad, Gegenwind und Tage am absoluten Limit

Healthy Lady: Wenn man monatelang die Welt mit dem Fahrrad erkundet, läuft sicher nicht immer alles glatt. Was war denn rückblickend euer härtester Moment auf der Reise?

Philipp: Definitiv die Hitze und der Gegenwind in Usbekistan. Wir hatten teilweise bis zu 47 °C im Schatten, und in der Wüste schützte uns einfach nichts vor der Sonne. Wir haben unsere Etappen dann teilweise schon früh morgens begonnen, eine lange Mittagspause in einer Bushaltestelle eingelegt und sind erst abends weitergefahren.


Healthy Lady: Nach so vielen hunderten Kilometern im Sattel kann ich mir gut vorstellen, dass der Körper irgendwann einfach streikt. Wie seid ihr damit umgegangen?

Maria: Wir haben uns meistens gegenseitig motiviert. Wir haben dann viel darüber gesprochen und geschaut, ob wir unsere Route oder Ähnliches anpassen können. Wenn es gar nicht mehr ging, haben wir eine spontane Pause eingelegt. Das klingt jetzt so einfach, war aber oft mit Kompromissen verbunden. Wir haben uns manchmal selbst Druck gemacht, weil wir unsere Pläne einhalten wollten und unsere Pausen am liebsten an Orten gemacht hätten, die wir auch unbedingt sehen wollten. Aber wenn man keine Kraft mehr hat oder krank ist, kann man es einfach nicht erzwingen.


Das kostet Freiheit

Healthy Lady: Wie finanziert man sich so eine lange Reise, die über Monate geht?

Philipp: Wir haben vor Reisebeginn zehn Monate lang alles gespart, was nur möglich war. Das heißt, wir haben beide zwei Drittel unseres Gehalts beiseitegelegt und dadurch genug Geld für zwei Jahre angespart. Dafür mussten wir auf viel verzichten, wie Essen gehen, Freizeitaktivitäten und Ähnliches. Gleichzeitig haben wir geschaut, wie wir unsere alltäglichen Ausgaben optimieren können: Wir haben unnötige Abos und Verträge gekündigt, haben günstig gekocht und auch unser Equipment hauptsächlich gebraucht über Kleinanzeigen gekauft. Das war teilweise echt hart und hat uns viel abverlangt, aber mit dem Ziel der Radreise vor Augen haben wir das durchgestanden.

„Lieber bin ich ein kleines bisschen zu naiv und habe den Mut, einfach loszugehen, als alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen und am Ende nie zu starten.“


Healthy Lady: Während viele Menschen Sicherheit mit einem festen Job, einer Wohnung oder finanzieller Planbarkeit verbinden, habt ihr euch bewusst für ein Leben unterwegs entschieden. Was bedeutet Sicherheit für euch heute? Ist Freiheit am Ende teurer oder vielleicht sogar wertvoller?

Philipp: Für uns bedeutet Freiheit inzwischen auch Sicherheit. Nicht, weil alles planbar ist, sondern weil wir gelernt haben, dass wir auch mit wenig auskommen und trotzdem zufrieden sein können. Ein klassisches Leben mit festem Job, Wohnung oder Haus würde uns aktuell sogar mehr Druck machen als das Reisen selbst. Viele Menschen verbinden genau damit Sicherheit. Für uns entsteht Sicherheit eher aus dem Wissen, dass wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein.

Wir brauchen kein teures Auto und nicht jedes Jahr das neueste Handy. Wir investieren unser Geld lieber in Erfahrungen, die bleiben, statt in Dinge, die irgendwann ersetzt werden.

Unterwegs reisen wir bewusst Low Budget und passen unsere Ausgaben immer an das jeweilige Land an. In Japan haben wir zum Beispiel nur zweimal in einer Unterkunft geschlafen und den Rest der Zeit im Zelt verbracht. In anderen Ländern haben wir uns dafür häufiger ein Zimmer genommen. Genau diese Flexibilität macht für uns Freiheit aus.

Zelten in Kappadokien: Schon vor ihrer Fahrradreise sammelten Maria und Philipp Reiseerfahrung. Zehn Monate lang waren sie mit ihrem alten Camper „Wilma“ in Südeuropa und Marokko unterwegs. Doch irgendwann wollten sie mehr. (Bild: P. Springsguth)

Healthy Lady: Ist das Leben unterwegs wirklich günstiger?

Philipp: Das hängt immer davon ab, welche Ansprüche man an das Reisen stellt. Hotelzimmer oder Zelt? Essen gehen oder selber kochen? Für uns ist es unterwegs günstiger. Wir zahlen keine Miete, haben kaum Fixkosten und essen das, was es lokal gibt, also ist es für uns unterwegs günstiger.


Liebe auf engem Raum

Healthy Lady: Ihr wart monatelang rund um die Uhr zusammen unterwegs, auf engstem Raum, oft erschöpft, manchmal hungrig und ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Was hat diese Reise euch über eure Beziehung und über euch selbst als Paar gelehrt?

Maria: Wir waren es schon vor der Reise gewohnt, viel Zeit miteinander zu verbringen und eng zusammenzuleben und genau das haben wir immer geliebt. Trotzdem zeigt eine Reise wie diese noch einmal auf eine ganz andere Weise, worauf es in einer Beziehung wirklich ankommt.

Schon früh haben wir gelernt, dass Kommunikation für uns alles ist. Unterwegs gehören Müdigkeit, Hunger, Stress oder auch Unsicherheit ganz selbstverständlich dazu. Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, die eigenen Bedürfnisse ehrlich anzusprechen und dem anderen wirklich zuzuhören.

Was diese Reise uns vor allem gezeigt hat: Wir verzeihen heute schneller, nehmen viele Dinge nicht mehr so schwer und haben gelernt, auch in schwierigen Momenten als echtes Team zu funktionieren.


Zurück in Deutschland, aber längst noch nicht angekommen

Healthy Lady: Wenn ihr heute auf all die Kilometer, Herausforderungen und Begegnungen zurückblickt, würdet ihr diesen Weg noch einmal genauso gehen?

Philipp: Ja … und gleichzeitig auch nein. Vor unserer Reise haben uns viele gesagt, dass wir zu naiv an dieses Abenteuer herangehen. Gerade in der Vorbereitung hat uns das manchmal verunsichert und ehrlich gesagt auch Kopfzerbrechen bereitet. Heute sehen wir das anders. Rückblickend bin ich lieber ein kleines bisschen zu naiv und habe den Mut, einfach loszugehen, als alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen und am Ende nie zu starten.

Natürlich würden wir beim Equipment oder beim Gepäck heute einige Dinge anders machen. Aber genau das wissen wir auch nur, weil wir unterwegs Fehler gemacht, Dinge ausprobiert und daraus gelernt haben. Deshalb lautet die ehrliche Antwort: Ja – wir würden es genauso wieder tun. Denn genau diese Erfahrungen haben uns erst zu den Menschen gemacht, die wir heute sind.

„Was diese Reise uns vor allem gezeigt hat: Wir verzeihen heute schneller, nehmen viele Dinge nicht mehr so schwer und haben gelernt, auch in schwierigen Momenten als echtes Team zu funktionieren.“


Healthy Lady: Ihr habt innerhalb der letzen zehn Monaten 22 Länder besucht. Wie hat sich die Rückkehr nach Deutschland angefühlt nach so vielen Eindrücken aus der Welt? 

Philipp: Die Heimkehr hat sich ehrlich gesagt seltsam angefühlt. Nach zehn Monaten, 22 Ländern und all den Erfahrungen verändert man sich selbst und kommt dann zurück an einen Ort, an dem scheinbar alles gleich geblieben ist. Wir haben festgestellt wieviel wir doch eigentlich besitzen und wie wenig wir davon wirklich nutzen. Wir werden aber wahrscheinlich erst die nächsten Wochen so wirklich einordnen können, dass unsere Reise jetzt wirklich vorbei ist.


Healthy Lady: Habt ihr während der Reise euch wieder Jobs und eine Wohnung in Deutschland gesucht oder wo kommt ihr erstmal unter?

Maria: Wir haben uns noch keine Jobs gesucht, tun dies aber gerade. Die ersten Wochen kommen wir aber erstmal an und schneiden unsere Videos für YouTube. Wir haben eine Wohnung bei unserer Familie und konnten so nach dem Heimflug in unsere eigenen Betten fallen. 

Im Norden von Pakistan kämpfen sich Maria und Philipp mit ihren Rädern durch eine der spektakulärsten Landschaften ihrer Reise – festgehalten für ihre Community auf Social Media @philippundmaria. (Bild: P. Springsguth)

Healthy Lady: Kommt noch so ein Projekt wieder oder etwas ähnliches, wie „Mit dem Fahrrad um die Welt“? Was plant ihr?

Philipp: Wir sind mit dem Wissen nach Deutschland zurückgekehrt uns gleich auf die nächste Reise vorbereiten zu können. Sonst hätten wir wahrscheinlich unsere Reise in Asien weitergeführt, doch wir haben neue Pläne. 

Wir haben uns entschieden die nächste Reise mit dem Motorrad zu bestreiten und dafür stocken wir unsere Reisekasse auf und machen den Motorradführerschein. Starten wird diese in der ersten hälfte 2027 und es geht entweder einmal rund um  Afrika oder Südamerika, das entscheiden wir noch.


Healthy Lady: Nach 22 Ländern, unzähligen Kilometern und Momenten, die euch für immer geprägt haben, was würdet ihr Menschen sagen, die selbst von so einem Abenteuer träumen, sich aber bisher nie getraut haben, den ersten Schritt zu gehen?

Philipp: Das Wichtigste ist, einfach anzufangen. Das sagt wahrscheinlich jeder, aber es ist so. Triff eine Entscheidung, lege dir einen Zeitpunkt der Abreise fest und dann schau Schritt für Schritt, wie du deinen Traum umsetzen kannst. Ganz wichtig ist, die Angst oder den Respekt davor auch immer wieder ein Stück beiseitezuschieben. Es ist ganz normal, dass das aufkommt. Allerdings wird es so viel schöner und leichter, als man es sich vorstellt, und die Herausforderungen tauchen sowieso da auf, wo du es nicht planst.

Für den finanziellen Aspekt würden wir raten, sich mal intensiv mit allen Einnahmen und Ausgaben auseinanderzusetzen und alles auszusortieren, was man nicht wirklich braucht. Überlege, wie man die laufenden Kosten reduzieren kann, aber in einem Maß, in dem du es durchhalten kannst.

Und wenn es um Equipment geht, raten wir dir, dich an anderen zu orientieren. Es gibt einige Reisende, die Webseiten mit Equipmentlisten haben. Da kann man mal stöbern, schauen, was zu einem passt, vielleicht auch bei speziellen Fragen den Leuten eine Mail oder Nachricht auf Instagram schreiben.

Und wegen der Route können wir ganz klar empfehlen, sich einen groben Plan zu machen und den Rest offen zu halten, denn so hat man immer Raum für Spontanität, denn das meiste ergibt sich unterwegs.