Sparen für Kinder: Welche Geldanlage zu deiner Familie am besten passt
Du bist Mama, Oma oder Tante und möchtest schon heute Geld für einen jungen Menschen zurücklegen, der dir am Herzen liegt? Ob für den Führerschein, die erste eigene Wohnung, ein Studium oder einfach als finanzieller Puffer für später, oft braucht es dafür keine großen Summen. Schon 25 oder 50 Euro im Monat können über die Jahre einen erstaunlichen Unterschied machen.
Viele stellen sich deshalb irgendwann dieselbe Frage. Reicht ein klassisches Konto aus oder gibt es sinnvollere Wege, Geld für die Zukunft anzulegen? Die Auswahl reicht heute von Kinder– und Tagesgeldkonten über ETF-Sparpläne und Junior-Depots bis hin zu speziellen Versicherungsprodukten. Jede Variante bringt eigene Chancen, Risiken und rechtliche Besonderheiten mit sich.
Wer die passende Lösung finden möchte, sollte nicht nur auf die mögliche Rendite achten. Ebenso wichtig ist die Frage, wann das Geld verfügbar sein soll und wer später darüber entscheiden darf.
Healthy Lady zeigt dir, welche Möglichkeiten es gibt und worauf du achten solltest, wenn du mit überschaubaren Beträgen langfristig vorsorgen möchtest.
Kinderkonto und Tagesgeldkonto – die sicheren Klassiker
Beide Varianten gelten als unkompliziert, sicher und eignen sich besonders gut für diejenigen, die kein Risiko eingehen möchten. Geldgeschenke von Geburtstagen, Weihnachten oder der Taufe können dort gesammelt werden, während das Guthaben jederzeit verfügbar bleibt.
Der größte Vorteil liegt in der Sicherheit. Anders als bei Wertpapieren gibt es keine Kursschwankungen und das Geld kann bei Bedarf schnell genutzt werden. Tagesgeldkonten bieten zudem häufig etwas höhere Zinsen als klassische Sparbücher oder Girokonten. Reich wird dadurch zwar niemand, dennoch kann sich über die Jahre eine solide Rücklage ansammeln.
Allerdings hat Sicherheit auch ihre Grenzen. Die Renditen fallen meist überschaubar aus und können die Inflation langfristig oft nicht vollständig ausgleichen. Liegt das Geld über viele Jahre nahezu unverzinst auf einem Konto, verliert es schrittweise an Kaufkraft. Für kurzfristige Sparziele oder als erste Anlaufstelle für Geldgeschenke bleiben Kinder- und Tagesgeldkonten dennoch eine beliebte Lösung.
ETF-Sparplan und Junior-Depot
In den vergangenen Jahren haben sich ETF-Sparpläne zu einer beliebten Möglichkeit entwickelt, Geld für Kinder anzulegen. Dabei wird regelmäßig ein fester Betrag in einen Fonds investiert, der die Entwicklung vieler Unternehmen gleichzeitig abbildet.
Der Vorteil liegt im langen Anlagehorizont. Selbst kleine monatliche Sparraten können über die Jahre zu einer beachtlichen Summe anwachsen. Erträge und Wertsteigerungen bleiben im Depot und können weiter für den Vermögensaufbau arbeiten. Deshalb gelten ETF-Sparpläne als interessante Option für Familien, die ihr Geld nicht nur sicher aufbewahren, sondern wachsen lassen möchten.
Werden beispielsweise über 18 Jahre hinweg monatlich 50 Euro investiert, kann daraus je nach Marktentwicklung ein fünfstelliger Betrag entstehen. Garantiert ist das jedoch nicht. Kursschwankungen gehören dazu und sollten bei dieser Anlageform immer einkalkuliert werden.
Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, gehört das angesparte Geld rechtlich dem Kind.
Mit dem 18. Geburtstag kann es in der Regel selbst darüber verfügen.
Geld auf den Namen der Eltern anlegen
Nicht alle Familien möchten Geld direkt auf den Namen des Kindes anlegen. Manche Eltern oder Großeltern sparen bewusst auf einem eigenen Konto oder Depot weiter.
Der Vorteil besteht darin, dass sie selbst entscheiden können, wann das Geld ausgezahlt wird und wofür es später verwendet werden soll. So lässt sich das Ersparte gezielt für größere Ausgaben einsetzen.
Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass das Vermögen in diesem Fall rechtlich den Eltern beziehungsweise Großeltern gehört und nicht dem Kind.
Ausbildungsversicherung und Kinderpolicen
Neben Konten und Depots gibt es auch spezielle Versicherungsprodukte, mit denen Familienmitglieder für Kinder sparen können. Dabei wird der Vermögensaufbau häufig mit zusätzlichen Versicherungsleistungen kombiniert. Das kann interessant sein, wenn neben dem Sparen auch bestimmte Absicherungen gewünscht sind.
Verbraucherschützer weisen allerdings darauf hin, dass die Kosten solcher Produkte häufig höher ausfallen als bei klassischen Spar- oder Anlageformen. Dadurch kann die Rendite geringer ausfallen. Wer über eine solche Lösung nachdenkt, sollte verschiedene Angebote sorgfältig vergleichen und sich die Konditionen genau erklären lassen.
Wenn Oma und Opa größere Summen schenken möchten
Viele Großeltern möchten ihren Enkeln nicht nur im Alltag eine Freude machen, sondern ihnen auch etwas Bleibendes mit auf den Weg geben. Deshalb entscheiden sich manche dafür, regelmäßig Geld zurückzulegen oder größere Geldgeschenke zu machen.
Was dabei oft überrascht: Für Schenkungen zwischen Großeltern und Enkeln gelten steuerliche Freibeträge, die vergleichsweise großzügig ausfallen. Das bedeutet, dass selbst größere Geldgeschenke häufig steuerfrei möglich sind. Erst bei sehr hohen Beträgen lohnt es sich, die steuerlichen Rahmenbedingungen genauer prüfen zu lassen. Für die meisten Familien spielen diese Regelungen im Alltag jedoch kaum eine Rolle.
Was viele Eltern nicht wissen
Ein Punkt sorgt immer wieder für Überraschungen. Wird Geld auf den Namen des Kindes angelegt, gehört es rechtlich dem Kind. Viele Eltern gehen davon aus, dass sie später weiterhin über das Vermögen entscheiden können.
Mit Eintritt der Volljährigkeit erhält das Kind jedoch grundsätzlich selbst die Kontrolle über sein Konto oder Depot. Das überrascht viele Familien. Denn ab diesem Zeitpunkt kann der Nachwuchs selbst entscheiden, wofür das Geld verwendet wird.
Wer vermeiden möchte, dass ein 18-Jähriger plötzlich frei über einen größeren Geldbetrag verfügen kann, sollte diesen Aspekt bereits bei der Wahl der Anlageform berücksichtigen.
Kleine Beträge können Großes bewirken
Nicht jede Familie kann mehrere hundert Euro im Monat zurücklegen. Das ist auch gar nicht notwendig. Oft sind es die kleinen Beträge, die regelmäßig zur Seite gelegt werden und über die Jahre ganz unbemerkt wachsen.
Ob Kinderkonto, ETF-Sparplan oder eine andere Anlageform die beste Wahl ist, hängt von den eigenen Zielen, dem Anlagehorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab. Die beste Geldanlage nützt jedoch wenig, wenn das Sparen immer wieder auf später verschoben wird.
Am Ende ist nicht entscheidend, ob jeden Monat 25 oder 100 Euro zurückgelegt werden. Wichtiger ist, überhaupt anzufangen. Denn häufig wird erst Jahre später sichtbar, was aus kleinen regelmäßigen Sparraten entstehen kann.
