Der Sommer lockt mit Sonne, Urlaub und unbeschwerten Stunden im Freien. Doch wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke überschreitet, muss unser Körper auf Hochtouren arbeiten. Die meisten Menschen denken bei gesundheitlichen Gefahren im Sommer sofort an den klassischen Hitzschlag, dabei machen sich hitzebedingte Beschwerden meist schon viel früher bemerkbar. Wer diese ersten Signale rechtzeitig deutet, kann Schlimmeres verhindern.
Damit du dich und deine Familie an heißen Tagen optimal schützt, zeigt dir diese Übersicht die vier wichtigsten Warnzeichen, die du ab jetzt sofort richtig einordnen kannst.
Dehydrierung
Du hast bestimmt schon einmal von Dehydrierung gehört. Diese entsteht, wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt. Gerade an heißen Sommertagen passiert das oft schneller, als man denkt. Zu den ersten Anzeichen gehören starker Durst, ein trockener Mund, dunkler Urin, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Viele fühlen sich außerdem schlapp oder leicht benommen.
Die beste Strategie ist es, dem Durst immer einen Schritt voraus zu sein. Mach das Trinken zu einem schönen Ritual. Lege dir eine schöne Trinkflasche zu, die du überall mitnimmst und immer in Sichtweite stehen hast. Viele Menschen trinken automatisch mehr, wenn die Flasche griffbereit ist.
Für mehr Geschmack kannst du dein Wasser mit ein paar Zitronen- oder Orangenscheiben, Minze, Beeren oder etwas Ingwer verfeinern. So fällt es dir leichter, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken.
Ältere Menschen und Kinder bemerken Durst häufig erst spät. Deshalb sollten sie besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
Hitzekrämpfe
Du joggst an einem sonnigen Nachmittag durch den Park oder verschönerst den Garten. Plötzlich zieht sich die Wade schmerzhaft zusammen. Das sind Hitzekrämpfe, das nächste spürbare Signal deines Körpers, wenn die Dehydrierung fortschreitet.
Dieses Phänomen tritt meistens in den Beinen oder im Bauch auf, wenn wir uns bei hohen Temperaturen bewegen. Durch das Schwitzen verlierst du im Laufe der Zeit nicht nur Wasser, sondern auch wertvolle Mineralstoffe wie Natrium und Magnesium. Fehlen diese Mineralstoffe, können schmerzhafte Muskelkrämpfe entstehen.
Sobald sich ein solcher Krampf bemerkbar macht, signalisiert der Körper einen akuten Pausenbedarf. Suche sofort einen schattigen Platz auf, um dich zu entlasten. Eine leicht gesalzene Saftschorle oder ein erfrischendes Kokoswasser können jetzt besonders gut tun. Sanftes Ausstreichen der Muskeln hilft dem Gewebe, sich wieder völlig zu entspannen.
Hitzeerschöpfung
Wenn wir die ersten Zeichen ignorieren und uns keine Pause gönnen, kann sich über Stunden hinweg eine Hitzeerschöpfung entwickeln.
Plötzlich fühlst du dich ungewohnt schlapp, der Kopf beginnt zu hämmern und dir wird leicht schwindelig. Ein Blick in den Spiegel zeigt eine auffallend blasse, kühle Haut, die mit einem feinen Schweißfilm überzogen ist. Vielleicht klopft das Herz auch etwas schneller als sonst. In diesem Zustand versucht der Körper, die Temperatur im Gleichgewicht zu halten. Dadurch sinkt häufig auch der Blutdruck.
Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, um den Weg in Richtung Hitzschlag rechtzeitig abzubrechen. Begib dich in einen kühlen Raum, lege die Beine hoch und lockere beengende Kleidung. Feuchte, kühle Tücher im Nacken oder auf der Stirn bringen Erleichterung. Trinke schluckweise Wasser oder lauwarmen Kräutertee. Sollten die Symptome nach einer Stunde nicht abklingen, ist es Zeit für medizinischen Rat.
| Warnzeichen | Das solltest du tun |
| Dehydrierung | Viel trinken |
| Hitzekrämpfe | Pause und Elektrolyte |
| Hitzeerschöpfung | Kühlen und ausruhen |
| Hitzschlag | Sofort 112 rufen |
Hitzschlag
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und kann lebensbedrohlich werden. Die Temperaturregulation des Körpers funktioniert nicht mehr ausreichend und die Körpertemperatur steigt gefährlich an. Typische Warnzeichen sind starke Verwirrtheit, auffällige Sprachstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit. Die Haut ist meist sehr heiß und gerötet und kann trocken oder auch noch feucht sein.
Rufe in diesem Fall sofort den Rettungsdienst unter 112. Bringe die betroffene Person an einen kühlen Ort, lockere die Kleidung und beginne vorsichtig mit der Kühlung, beispielsweise durch feuchte Tücher oder Kühlpacks, die in ein Handtuch gewickelt werden. Gib bewusstlosen oder verwirrten Menschen nichts zu trinken. Schon wenige Minuten können entscheidend sein.
Richtig handeln im Ernstfall: Dein Wegweiser für den Notruf
Wähle sofort den Notruf 112, wenn eine betroffene Person verwirrt wirkt, nicht mehr ansprechbar ist, einen Krampfanfall erleidet oder das Bewusstsein verliert. Auch bei einer sehr hohen Körpertemperatur, starken Kreislaufproblemen oder wenn sich der Zustand trotz Kühlung und Flüssigkeitszufuhr nicht rasch verbessert, solltest du nicht zögern, medizinische Hilfe zu holen. Im Zweifel gilt immer, lieber einmal zu viel den Notruf wählen als einmal zu wenig. Gerade bei einem Hitzschlag kann schnelles Handeln Leben retten.
Kluge Vorsorge: So entlastest du deinen Körper an heißen Tagen
Hitzewellen gehören mittlerweile fast jedes Jahr dazu. Umso wichtiger ist es, die Warnsignale des Körpers ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln. Wer sich an heißen Tagen richtig verhält, schützt seine Gesundheit und kommt deutlich fitter durch den Sommer.
Die wichtigste Regel lautet, die direkte Sonne während der intensiven Mittagsstunden konsequent zu meiden. Wenn es sich einrichten lässt, verlegst du Spaziergänge, Sport oder die Gartenarbeit lieber auf die frühen Morgenstunden oder den Abend, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. Musst du tagsüber nach draußen, hältst du dich am besten im Schatten auf. Ein leichter Sonnenhut und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor bieten hier den nötigen Schutz.
Auch die richtige Kleidung macht einen großen Unterschied. Luftige, helle Outfits aus Baumwolle oder Leinen helfen dabei, einen Hitzestau zu vermeiden und den Körper angenehm kühl zu halten. Gönne dir außerdem regelmäßige Pausen in kühlen Räumen und achte auf ausreichend Schlaf, damit du dich von der Hitze erholen kannst.
Auch ausreichend Trinken hilft deinem Körper dabei, mit der Hitze besser zurechtzukommen. Trinke über den Tag verteilt genügend Wasser und greife zu wasserreichen Lebensmitteln wie Wassermelone, Gurken, Tomaten oder Erdbeeren. Alkohol solltest du an heißen Tagen nur in Maßen trinken. Er kann zusätzlich belasten und dazu beitragen, dass du mehr Flüssigkeit verlierst.
Wenn du stark schwitzt, solltest du zusätzlich auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten achten, da der Körper mit dem Schweiß wichtige Mineralstoffe verliert. So unterstützt du deinen Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt und kommst auch an besonders heißen Tagen besser durch die Hitze.
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